Cover-Bild Nur mit dir
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15,95
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 21.08.2020
  • ISBN: 9783423650335
Emilie Turgeon

Nur mit dir

Tatjana Michaelis (Übersetzer)

»And I will try to fix you…« Coldplay

Mit 8 Jahren verliert Roxanne bei einem tragischen Ereignis ihr Gehör: Psychogene Taubheit nennen es ihre Ärzte. Sie lebt daraufhin ein Leben in absoluter Stille. Das ist gar nicht so leicht. Vor allem als Teenagerin in einer kanadischen Kleinstadt mit den üblichen Mädchenproblemen. Dann geschieht das absolut Unfassbare: Sie trifft Liam und meint in seiner Gegenwart plötzlich wieder hören zu können. Doch sobald er nicht mehr bei ihr ist, kehrt die Stille zurück. Kann das überhaupt sein oder ist es nur Zufall? Vielleicht ist Liam ja Roxannes ganz persönliche Rettung?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2020

Buchhighlight 2020

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"Verrückt, wie sehr die gesprochene Sprache mir gefehlt hat. Die vielfältigen Arten, sich auszudrücken, etwas zu sagen. Ironie, Sarkasmus, Nuancen, Anspielungen ... Das ist beinahe Kunst."
-S. 216

Meine ...

"Verrückt, wie sehr die gesprochene Sprache mir gefehlt hat. Die vielfältigen Arten, sich auszudrücken, etwas zu sagen. Ironie, Sarkasmus, Nuancen, Anspielungen ... Das ist beinahe Kunst."
-S. 216

Meine Gedanken:

Kennt ihr das, wenn ihr mehr als 100 Seiten gelesen habt und es sich überhaupt nicht so angefühlt hat, als hättet ihr schon so viele Seiten gelesen? Wenn so etwas passiert, dann weiß man, dass das Buch nur gut werden kann. Sicherlich hätte ich das "Nur mir dir" innerhalb von einem Tag beendet, wenn ich nicht noch mehrere Bücher parallel gelesen hätte. Das spricht natürlich auch für den Schreibstil, der sehr angenehm und flüssig war, so dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

In diesem Buch geht es nicht nur um eine süße Liebesgeschichte, sondern die Autorin hat noch eine kleine Portion Spannung in die Geschichte mit eingewoben, denn es stellt sich natürlich die Frage, ob Roxannes ihr Gehört letztendlich noch zurückbekommen wird, was die Ursache ihrer psychogenen Taubheit ist und das Wichtigste: Wieso kann sie genau in Gegenwart von Liam wieder hören? So habe ich mit Roxanne mit gefiebert und gespannt die neuen Entdeckungen verfolgt. Der Grund für Roxannes Taubheit ging letzten Endes doch tiefer als gedacht und mit der Wahrheit kommen nach und nach zudem noch weitere Erkenntnisse ans Licht, von denen kaum jemand etwas wusste. Dies führte natürlich dazu, dass langsam einige ernste Gespräche geführt werden müssen, denn communication is key. Ich fand es aber sehr schön, dass sich die Figuren darum bemüht haben.

Die Protagonistin Roxanne hasst Aufmerksamkeit schon seit sie klein ist. Deshalb hält sie sich so gut wie es geht im Hintergrund auf, um nicht aufzufallen, was dazu führt, dass sie ein eher ruhiger Mensch und in sich zurückgekehrt ist. Besonders in diesem Punkt konnte ich mich sehr mit ihr identifizieren, denn in manchen Situationen habe ich mich in ihr wieder gefunden. Obwohl sie schon ihr halbes Leben lang taub ist, glaubt sie fest daran irgendwann wieder hören zu können und tut alles dafür, ihr Gehör wieder zu bekommen. Daher ist sie oft verletzt, wenn ihre Mutter diesem Thema ausweicht und nicht mehr daran glaubt - im Gegensatz zu Roxanne. Seit sie aber wieder hören kann, wenn auch nur in Liams Gegenwart, kehrt ihre Freude am Leben langsam wieder zurück und sie stürzt sich wieder enthusiastisch ins Leben. Ich habe sie auf dieser Reise sehr gerne begleitet und es war sehr faszinierend für mich, welche Eindrücke sie beim Hören wieder aufgenommen hat.

Über Liam erfährt man zwar noch fast gar nichts im Klappentext, weshalb ich dann sehr überrascht war etwas Bestimmtes zu lesen, was ich jetzt natürlich nicht verraten werde Aber es hat mir irgendwie gefallen, dass diese Tatsache nicht schon im Klappentext erwähnt wurde, denn so konnte man ihn einfach Schritt für Schritt kennenlernen, ohne dass etwas vorweggenommen wurde.

Ich mochte besonders gerne die Bindung zwischen Roxanne und ihren älteren Brüdern Jim und Fred. Man merkt schnell, dass die beiden zwar unterschiedlich sind, aber doch eines gemeinsam haben: Sie sorgen sich um ihre kleine Schwester. Familie spielt allgemein in diesem Buch eine große Bedeutung. So wird auch hoher Wert auf Roxannes Beziehung zu den einzelnen Familienmitgliedern gelegt und man merkt schnell, dass sie ein Familienmensch ist. Vor allem die Bedeutung der Rockhand oder auch ihr kleines Ritual mit ihrem Vater hat mit ein wohliges Gefühl gegeben.

Zudem möchte ich noch anmerken, dass das Buch in einem außergewöhnlichen Setting spielt, und zwar in Québec, Kanada. Es ist sehr abwechslungsreich zwischendurch ein Buch in die Hand zu nehmen, dessen Schauplatz zum Beispiel nicht die USA ist, weil kaum Bücher in jener Region spielen.

Da Roxanne taub ist, habe ich auch einiges über die Gebärdensprache gelernt, vor allem über die in Québec gebrauchten Gebärden. Was übrigens überaus interessant, ist, dass manche Gebärden in Deutschland zum Beispiel anders ausgesehen hätten, wenn das Buch in Deutschland geschrieben worden wäre. Außerdem weiß ich jetzt auch, was genau eine psychogene Taubheit ist. Davor hatte ich keine Ahnung, dass es diese Art von Taubheit überhaupt gibt und dass so etwas möglich ist. Da habe ich auf jeden Fall dazugelernt.

Fazit:

Ich habe dieses Buch einfach so in meiner Pause angefangen und wurde so sehr gefesselt, dass ich es kaum noch weglegen konnte. Dieses Werk hat so eine besondere Wirkung auf mich gehabt, so dass ich schnell wusste, dass es definitiv zu meinen Lesehighlights diesen Jahres zählen würde. Ich mochte es auch sehr, dass neben der Liebesgeschichte oder dem Familienverhältnis die Taubheit aufgegriffen wurde. Ich habe nämlich bisher noch kein Buch mit diesem Thema gelesen, weshalb ich es hier umso spannender fand. "Nur mit dir" kann ich daher nur jedem weiterempfehlen!

🍰🍰🍰🍰🍰/5

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Veröffentlicht am 11.10.2020

Sehr interessante Geschichte, aber zum Ende hin immer weniger überzeugend

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Inhalt: Mit 8 Jahren verliert Roxanne bei einem tragischen Ereignis ihr Gehör: Psychogene Taubheit nennen es ihre Ärzte. Sie lebt daraufhin ein Leben in absoluter Stille. Das ist gar nicht so leicht. Vor ...

Inhalt: Mit 8 Jahren verliert Roxanne bei einem tragischen Ereignis ihr Gehör: Psychogene Taubheit nennen es ihre Ärzte. Sie lebt daraufhin ein Leben in absoluter Stille. Das ist gar nicht so leicht. Vor allem als Teenagerin in einer kanadischen Kleinstadt mit den üblichen Mädchenproblemen. Dann geschieht das absolut Unfassbare: Sie trifft Liam und meint in seiner Gegenwart plötzlich wieder hören zu können. Doch sobald er nicht mehr bei ihr ist, kehrt die Stille zurück. Kann das überhaupt sein oder ist es nur Zufall? Vielleicht ist Liam ja Roxannes ganz persönliche Rettung?

Cover: Das Cover ist eher schlicht gehalten. Zweifarbig und eine einzelne Person, die in den Fokus gerückt wird. Es passt aber zur Geschichte, die auch - im wahrsten Sinne des Wortes - ohne Hintergrundgeräusche abläuft.

Meine Meinung: Das Thema "psychogene Taubheit", das in diesem Buch behandelt wird, fand ich wirklich spannend. Ich hatte vorher noch nicht mit gehörlosen Personen zu tun gehabt, deswegen konnte ich beim Lesen viel Wissen neu dazugewinnen. In einem altersgerechten und lockeren Sprachgebrauch bringt die Autorin Emilie Turgeon einem das Thema näher. Man lernt viel über die Gebärdensprache und die Probleme und Einschränkungen im Leben von Gehörlosen.

Gerade zu Beginn hat mir die Geschichte deswegen sehr gut gefallen. Leider haben sich nach und nach immer mehr Aspekte in die Geschichte eingeschlichen, die mir nicht so gut gefallen haben. Man merkt sofort, dass die 16-Jährige Protagonistin Roxanne sich nie mit ihrer Situation zurechtgefunden hat. Seit sie vor acht Jahren taub geworben ist, ist Wut ihr vorrangiges Gefühl in Bezug auf ihren Hörverlust. Ihre Reaktionen konnte ich dahingegen nachvollziehen, aber nicht ihre Verhaltensweisen in vielen anderen Situationen.

Roxanne erzählt ihre Geschichte stets mit einem etwas überheblichen, ich-bezogenen und oberflächlichen Unterton. Sie macht sich über ihre Freunde lustig, guckt von oben auf andere hinab, zeigt Schadenfreude über den Hausarrest ihrer "besten Freundin" und hat keinerlei Mitleid oder Verständnis mit anderen Gehörlosen. Die Protagonistin ist mir dadurch nie sympathisch geworden.

Auch die Liebesgeschichte zu ihrem Kindheitsfreund Liam konnte mich nie richtig überzeugen. Sie spielt nur am Rand eine Rolle und kommt sehr seicht und oberflächlich rüber. Der Schlüsselmoment, warum Roxanne wieder hören kann, ist daher wenig überzeugend und wirkt wahllos aus der Luft gegriffen. Ich will nicht zu viel verraten, aber ihr werdet jetzt nicht von einer bahnbrechenden Entdeckung/Verbindung überrascht werden.

Fazit: Anfangs konnte mich die Geschichte in "Nur mit dir" noch sehr von sich überzeugen. Die Erzählperspektive einer gehörlosen Jugendlichen war überaus interessant und bereichernd. Man lernt viel über die Gebärdensprache und die Einschränkungen im Leben von tauben Menschen. Leider zeigt die Protagonistin darüberhinaus viele Eigenschaft, die sie unsympathisch gemacht haben und der Schlüsselmoment des wiedererlangten Gehörs kann bis zum Ende hin nicht überzeugen. Dennoch eine nette Geschichte für Zwischendurch, um einem jüngeren Publikum das Thema "psychogene Taubheit" näherzubringen.

Mehr Rezensionen & Buchtipps findet ihr auf https://liebedeinbuch.blogspot.de/

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Veröffentlicht am 12.09.2020

Numb

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Was bedeutet es eigentlich, etwas so Grundlegendes wie das Gehör plötzlich zu verlieren? Um diese Frage kreist das Buch Nur mit Dir von Emilie Turgeon, die in Deutschland noch ziemlich unbekannt ist. Auch ...

Was bedeutet es eigentlich, etwas so Grundlegendes wie das Gehör plötzlich zu verlieren? Um diese Frage kreist das Buch Nur mit Dir von Emilie Turgeon, die in Deutschland noch ziemlich unbekannt ist. Auch wenn der Klappentext viel Lovestory vermuten lässt, bin ich sehr froh, dass ich mich für dieses Buch entschieden habe, denn die Geschichte um die 16-jährige Roxanne reicht so viel tiefer.

Ein ohnehin schon introvertiertes Mädchen verliert buchstäblich von heute auf morgen ihren Hörsinn. Eine physische Erklärung gibt es nicht und so lernte ich in diesem Roman auch, was denn eine psychogene Taubheit ist. Faktisch bedeutet das, dass Roxannes Gehör grundsätzlich funktioniert, aber irgendetwas dazu führte, dass sich ihr Gehör von der Außenwelt abschottet. Klingt ausgedacht, ist aber gar nicht so selten.
Roxanne lebt nun schon einige Jahre so, allerdings würde sie selbst wohl kaum von „Leben“ sprechen, denn für sie ist kein Tag „normal“ und „lebenswert“ empfindet sie ihr Dasein auch nicht. Sie kämpft noch immer mit ihrer Taubheit und verzweifelt immer mehr.

Zum Glück gibt ihr die Autorin zwei liebevolle Brüder an die Hand, die sie nach Kräften unterstützen. Und auch der Rest der Familie gibt sich redlich Mühe. Durch Roxannes zurückhaltende Art erfahren wir sehr viel über ihr Innenleben, da sie doch häufig ihren Gedanken nachhängt und Dialoge eher rar sind. Es ist kaum vorzustellen wie sich Roxanne fühlen muss, nachdem kein Geräusch mehr zu ihr durchdringt. Hoffnung keimt auf, als sie Liam trifft, in dessen Gegenwart sie meint wieder hören zu können. Wie kann das sein? Langsam aber sicher, beginnt ein Notausgangslicht in Roxannes ganz eigenem Tunnel zu flackern…

Die Autorin zaubert hier eine wundervolle, traurige, romantische Geschichte aufs Papier, die erschreckend real und auch zum Ende überhaupt nicht konstruiert wirkt. Mit viel Fingerspitzengefühl gibt sie den Charakteren den entscheidenden Tiefgang und obwohl das Buch kein Thriller ist, wird es durch die zwischenmenschlichen Beziehungen und die immer wieder aufkeimende Hoffnung zu einem echten Pageturner.

Schon die Details zur psychogenen Taubheit sind sehr lesenswert. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass mir das Leben in Taubheit – auch wenn es hier natürlich erst spät zu der Taubheit selbst kam – zu schlecht, ja fast schon sinnlos, dargestellt wurde. Ob nun physisch oder psychisch bedingt, Taubheit ist eine ernsthafte Behinderung, aber nicht wenigen Menschen gelingt es auch damit, ein glückliches Leben zu leben.

Das mindert meinen Gesamteindruck aber nicht im Geringsten und ich empfehle das Buch gerne weiter. Ich hoffe auf mehr Bücher der Autorin und möchte im Hinblick auf das Finale des Romans resümieren: Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

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