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Veröffentlicht am 17.10.2017

Hätte ohne die Aufsplittung mit den anderen Teilen mithalten können

Die Gabe der Auserwählten
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Kurzbeschreibung: Lias Kampf geht weiter Verraten von den Ihren, geschlagen und betrogen, wird sie die Frevler entlarven. Und auch, wenn das Warten lange dauert, ist das Versprechen groß, dass die eine ...

Kurzbeschreibung: Lias Kampf geht weiter Verraten von den Ihren, geschlagen und betrogen, wird sie die Frevler entlarven. Und auch, wenn das Warten lange dauert, ist das Versprechen groß, dass die eine namens Jezelia kommt, deren Leben geopfert werden wird für die Hoffnung, eures zu retten.
Lia und Rafe konnten aus Venda fliehen, doch verletzt und durchgefroren liegt ein ungewisser Weg vor ihnen. Während sie Rafes Heimat, dem Königreich Dalbreck, Stunde um Stunde näherkommen, spürt Lia, dass sie schon viel zu lang weit weg ist von Morrighan, ihrem Zuhause. Dabei deutet alles darauf hin, dass das Land kurz vor einem Krieg steht. Und obwohl Rafe ihr eine Zukunft als Königin an seiner Seite verspricht, ahnt Lia, dass sie ihrer Bestimmung folgen muss. Sie möchte als Erste Tochter von Morrighan ihrem Volk zur Seite stehen und für ihr Land kämpfen. Aber ist sie bereit, Rafe zu verlassen, um ihrer inneren Stimme zu folgen?

Cover: Ich mache es kurz und knapp. Mit Abstand das schönste Cover der Reihe!

Meine Meinung: Endlich ist der dritte Teil da, endlich geht es weiter mit der Geschichte von Lia, Rafe und Kaden! Auf diese Fortsetzung habe ich mich wirklich gefreut. Ich kam sehr schnell ich die Geschichte hinein. Es werden immer wieder entscheidende Moment aus dem zweiten Band in Erinnerung gerufen. Mary E. Pearsons Schreibstil hilft beim Einstieg ebenfalls ungemein. Man kommt schnell und leicht durch die Geschichte und hat leider viel zu schnell die letzte Seite umgeschlagen.

Lia bleibt auch in diesem Teil die starke und eigensinnige Persönlichkeit, für die ich sie so sehr bewundere und schätze. Sie ist eine Protagonisten, die man gerne auf ihrer Reise begleitet und kämpft innerlich mit ihr zusammen. Und in diesem Teil kämpft Lia vor allem für ihre Rückkehr nach Morrighan. Und das führt zu großen Spannungen zwischen ihr und Rafe, denn dieser versucht so schnell wie möglich und zwar mit Lia nach Dalbreck zu gelangen. Es bleibt nicht nur bei einem Streit. Rafe macht in diesem Teil eine charakterliche Veränderung durch, die ich so nicht kommen gesehen habe und auch etwas unpassend fand. Sein Verhalten passt meiner Meinung gar nicht zu dem Rafe, den ich in den letzten Bänden kennnengelernt habe. Vielleicht ist es die Angst um Lia, die ihn so weit treibt.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die Flucht aus Venda und das Leben in der sicheren Unterkunft, in der die Gruppe um Rafe und Lia ankommt. Mehr passiert dann auch nicht. Es ist nett zu lesen und gerade die Spannung zwischen den beiden Hauptcharakteren macht die Geschichte interessant, aber man wünscht sich trotzdem etwas mehr Action und Spannung. Und die bekommt man auch scheinbar, doch dann ist die Geschichte plötzlich wie aus dem nichts vorbei. Grund dafür ist die Aufteilung des englischen dritten Teils "The Beauty of Darkness" in Band drei und vier. Doch auch, wenn die Autorin das Buch für die deutsche Version an dieser Stelle umgeschrieben hat oder gerade deswegen, ist das Ende enttäuscht. Man merkt das dieses Ende ursprünglich nicht vorgesehen war. Die Begründung für diesen Schritt, dass man kein Werk mit 800 Seiten Umfang veröffentlichen wollte, kann ich auch nicht nachvollziehen. Lieber Verlag, keinen Leser stört ein etwas dickeres Buch, wenn man dafür die Geschichte komplett und zusammenhängend lesen kann. So wie es eben auch vorgesehen war.

Fazit: Die Geschichte fängt gut an, baut dann langsam Spannung und genau in dem Moment, als die Geschichte endlich richtig in Fahrt kommt, bricht das Buch ab. Am Ende kam es mir so vor als hätte ich eine gigantische Einleitung für Band vier gelesen. Ich kann und will diese Aufsplittung weder gutheißen noch unterstützen und ziehe dafür deutlich Punkte ab. Da diese Entscheidung aber vom Verlag gefällt wurde und die Autorin prinzipiell ein gutes Buch geschrieben hat, gebe ich dem dritten Teil der Chroniken der Verbliebenen trotzdem noch 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Sommerlektüre mit Tiefgang und Spannung

Wildblumensommer
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Hier geht es zur Rezension auf meinem Blog: https://liebedeinbuch.blogspot.com/2017/07/rezension-wildblumensommer.html

Kurzbeschreibung: Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP ...

Hier geht es zur Rezension auf meinem Blog: https://liebedeinbuch.blogspot.com/2017/07/rezension-wildblumensommer.html

Kurzbeschreibung: Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP soll ihr Leben retten. Spontan beschließt sie noch einmal nach Cornwall zurückzukehren, denn dort erlebte sie vor vierzehn Jahren ihr größtes Glück - und ihren schlimmsten Albtraum. Nun endlich will sie die Geheimnisse jenes Sommers klären. Erneut trifft sie auf ihre große Liebe Jack, erneut schöpft sie Hoffnung auf ein Leben an seiner Seite. Aber die Schatten der Vergangenheit drohen auch ihre Zukunft zu zerstören ...

Cover: Das Cover ist ein wahr gewordener Traum. Jedes Mal, wenn ich es angucke, verliebe ich mich neu in das Design. Ich bin ein großer Fan von blumigen Covern und zusätzlich sind Pink und Lila meine Lieblingsfarben. Das Zusammenspiel von all diesen Komponenten macht es zu einem wunderschönen Gesamtbild, das ich stundenlang anstarren könnte.

Meine Meinung: Der Schreibstil von Kathryn Taylor hat mir unglaublich gut gefallen. Durchgehend flüssig und eine herrliche Leichtigkeit. Ich werde mich demnächst auf jeden Fall mit ihren weiteren Büchern beschäftigen.
Direkt am Anfang der Geschichte wird man schon überrascht, denn es dreht sich, anders als der Klappentext vermuten lässt, nicht nur um Zoe und Jack, sondern es gibt auch einen parallelen Handlungsstrang mit ihrer alten Sommerfreundin Rose Riley. Mir hat es sehr gefallen, dass mehrere Geschichten mit all ihren eigenen Problemen erzählt wurden. Allerdings wurde oft an sehr spannenden Stellen gewechselt, was bei mir nicht nur einmal den Gedanken hevorgerufen hat, ein wenig in den nachfolgenden Kapiteln "vorzulesen". Aber ich bin standhaft geblieben und es hat sich gelohnt.

Es gab in diesem Buch eigentlich keinen Charakter den ich nicht mochte, außer vielleicht Rose Ex-Mann, der aber kaum eine Rolle spielt. Alle Charaktere haben es nicht leicht im Leben und jeder hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen und jeder versucht auf seine eigene Art damit klar zu kommen. Sei es Zoes Suche nach der Vergangenheit ihres Bruder oder Roses Rolle als alleinerziehende Mutter.
Rose war mir allerdings ein wenig (wirklich nur ganz wenig) sympathischer als Zoe. Zoes Handlungen waren für mich oft nicht nachvollziehbar, wobei ich denke, dass sie lange nur das Bild gelebt habt, das ihr Vater von ihr sehen wollte.

An Spannung mangelt es in dieser Geschichte auf keinen Fall. Allein schon durch die verschiedenen Erzählstränge, die immer an besonders spannenden Stellen wechseln, wird die Spannung auf einem hohem Niveau gehalten. Aber auch der Plot an sich ist sehr interessant und spannend. Es gibt viele verschiedene Themen die behandelt werden, so dass es nie langweilig wird. Ich war die ganze Zeit gefesselt von der Geschichte und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Wobei die Handlung von Zoe ein wenig spannender war, da Roses Geschichte ein wenig vorhersehbarer war.
Das Buch bietet außerdem eine große Gefühlsspektrum. Ich habe bei diesem Buch geschmunzelt, war angespannt, gerührt und manchmal konnte ich auch ein paar Tränchen nicht mehr zurückhalten.

Fazit: "Wildblumensommer" ist viel mehr als eine einfache Sommerlektüre. Dieses Buch hat Tiefgang, tolle Charaktere, Spannung, Drama und große Gefühle. Eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne für dieses Geschichte!

Veröffentlicht am 13.06.2017

Wunderschönes Jugendbuch

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
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Hier geht es zur Rezension auf meinem Blog:
http://liebedeinbuch.blogspot.com/2017/06/rezension-du-neben-mir-und-zwischen-uns.html

Kurzbeschreibung Die 17-jährige Madeline hat noch nie das Haus verlassen, ...

Hier geht es zur Rezension auf meinem Blog:
http://liebedeinbuch.blogspot.com/2017/06/rezension-du-neben-mir-und-zwischen-uns.html


Kurzbeschreibung Die 17-jährige Madeline hat noch nie das Haus verlassen, denn sie leidet an einer seltenen Immunkrankheit. Bisher war das kein Problem, weil sie es nicht anders kennt. Doch als im Nachbarhaus der geheimnisvolle Olly einzieht, kommen sich die beiden so nah, wie es für Madeline möglich ist. Plötzlich möchte sie die Welt außerhalb ihres sterilen Zimmers entdecken, die sie sonst nur aus Büchern kennt. Selbst wenn es bedeutet, dafür ihr Leben zu riskieren…

Cover: Eigentlich bin ich kein Fan von "Filmcovern" ... eigentlich. Ich finde bei diesem Cover ist es aber so geschickt gemacht, dass es kaum auffällt. Und gott sei Dank sind keine Filmbilder drin. Außerdem ist das Cover trotzdem total schön und aussagekräftig. Es zeigt gleichzeit die Distanz und doch die große Nähe zwischen den beiden Protagonisten, ihre Zuneigung und ihre Wünsche.

Lieblingszitat: "Er schmeckt nach Dingen, die ich noch nie erlebt habe, wie Hoffnung und Möglichkeiten und Zukunft." (Seite 144)

Meine Meinung: An diesem Buch hat mir wirklich alles gefallen. Angefangen beim Schreibstil. Er ist unglaublich flüssig und authentisch. Man könnte wirklich glauben, dass man ein Tagebuch einer Teenagerin liest. Bei vielen Autoren kommt der Jugendliche-Ton sehr gewollt rüber, aber Nicola Yoon schafft es diesen Ton perfekt zu treffen. Man taucht wirklich tief in die Welt von Madeline Whittier ein.

Und Madeline ist eine unglaublich sympathische Teenagerin. Trotz ihrer Krankheit und ihrer Situation strahlt sie eine solche Po­si­ti­vi­tät aus, die beeindruckend war. Ihre Gefühle wurden so gut dargestellt und ausgedrückt, sodass man sich in Madeline hineinversetzen kann und mit ihr fühlen kann. Man spürt ihre Sehnsüchte, ihre Zweifel, ihre Zuneigung, ihre Lebensfreude.
Olly, der männliche Protagonist war mir ebenfalls sehr sympathisch. Ich hätte mir aber gewünscht etwas mehr über ihn und seine Gefühle zu erfahren. Durch den Ich-Erzähler aus Madelines Perspektive erfährt man nur ihre kurze Wiedergabe seiner Geschichte. Auch Olly hatte es nicht immer einfach in seinem Leben und er und Madeline sind gegenseitig für einander da. Ihre Beziehung ist etwas besonders schönes, das einem Mut macht.

Madeline und ihre Geschichte verbreiten viel Positives. Sie öffnet einem die Augen für das Wesentliche im Leben, wie wichtig die kleinen Sachen sind. Und wie dankbar man für sein Leben sein sollte.
Mit jeder Seite konnte mich das Buch mehr fesseln. Und ich konnte es kaum erwarten weiterzulesen. Und dann kam DIESES Ende. Es hat mich voll kommen vom Hocker gehauen. Ich hätte damit nie nie nie nie im Leben gerechnet. Es hat mich schockiert, mich entsetzt, mir den Atem geraubt und ich hatte Tränen in den Augen. Eine wahre Gefühlsexplosion hat dem Buch am Ende noch mal die Krone aufgesetzt.

Eine weitere wirkliche Besonderheit in diesem Buch ist die Liebe zum Detail. Die Geschichte ist ausgeschmückt mit Zeichnungen Bildern, Chats und E-Mails. Manche Kapitel sind nur einige Sätze lang, aber trotzdem unterhalten sie einen. Und das macht das Buch wirklich zu etwas außergewöhnlichem. Die Liebe und Mühe, die in dieses Buch rein gesteckt wurden, sind wirklich faszinierend.

Fazit: "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" konnte mich mit jeder Seite, jeder Zeile und jedem Wort begeistern. Die Geschichte ist wirklich etwas ganz besonderes, was man einfach selber gelesen haben muss. Besonders ist auch die Innengestaltung der Kapitel. Das Buch ist einfach ein großartiges Gesamtwerk, was von mir fünf von fünf Sterne bekommt.

Veröffentlicht am 06.01.2017

Trotz interessanter Mordfälle, schwache Handlung

Schattenkiller
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Kurzbeschreibung: In Rom nah des Tibers werden mehrere schaurige Leichen entdeckt. Profiler Enrico Mancini, der mit privaten Problemen zu kämpfen hat, will den Fall zuerst nicht annehmen und glaubt nicht ...

Kurzbeschreibung: In Rom nah des Tibers werden mehrere schaurige Leichen entdeckt. Profiler Enrico Mancini, der mit privaten Problemen zu kämpfen hat, will den Fall zuerst nicht annehmen und glaubt nicht an einen Serienmörder. Doch bald tauchen Nachrichten vom "Schatten" auf und Enrico muss den Tatsachen ins Auge sehen, denn um noch mehr Opfer durch Rachenakte des "Schattens" zu verhindern, muss schnell ermittelt werden.

Cover: Das Cover ist düster und geheimnisvoll. Hat aber keine auffällige Gestaltung. Außerdem fehlen mir die inhaltlichen Bezüge zur Geschichte, die ein Cover für mich enthalten muss.

Meine Meinung: Die Geschichte baut sehr viel Spannung auf, die auch durchgehend gehalten wird. Die Morde sind grausig faszinierend. Den gesamten Mordfall finde ich interessant verstrickt und ausgeklügelt.
Allerdings ist das nicht alles bei einem Buch. Die Charaktere, besonders den Protagonisten Mancini finde ich eher unsympathisch und konnte keine "Beziehung" zu ihm aufbauen. Ein Grund dafür könnte auch die "allwissende Erzählerform" sein, die eine gewisse Distanz zu den Charaktere hält, obwohl man doch alles von ihnen weiß.
Der Autor beschreibt alles sehr detailiert, wodurch sich die Story arg hinzieht. An manchen Stellen so doll, dass es sehr anstregend wird weiterzulesen. Und das malerische Rom ist vor meinen Augen auch nicht aufgetaucht, denn meist werden mehr italienische Namen genannt, als die Umgebung beschrieben. Schade, denn darauf habe ich mich echt gefreut. Ich liebe Rom und war auch selber schon öfter da. Aber im Buch kam es mir einfach nur düster vor.

Veröffentlicht am 21.11.2017

Jeder sollte dieses Buch lesen!

Kleine große Schritte
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Hier geht es zur Rezension auf meinem Blog: https://liebedeinbuch.blogspot.com/2017/11/rezension-kleine-groe-schritte.html

Kurzbeschreibung Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. ...

Hier geht es zur Rezension auf meinem Blog: https://liebedeinbuch.blogspot.com/2017/11/rezension-kleine-groe-schritte.html

Kurzbeschreibung Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Cover: Das Cover gefällt mir wirklich gut. Die gedeckten Farben harmonieren perfekten mit den hübschen Blüten und den goldenen Punkten. Natürlich hat die Gestaltung wenig mit dem Thema des Buches zu tun. Allerdings ist es auch sehr schwierig einem solch brisanten und großen Thema grafisch gerecht zu werden.

Lieblingszitat: "Und zwar, weil es beim Rassismus nicht nur um Hass geht. Wir haben alle Neigungen, selbst wenn wir uns das nicht eingestehen wollen. Weil es beim Rassismus nämlich auch darum geht, wer Macht hat … und wer Zugang dazu." (Seite 544)

Meine Meinung: Wenn mich jemand fragen würde, welche Autorin/ welcher Autor für mich eine/ einer der bedeutendsten und beeindruckendsten unser Zeit ist, dann müsste ich nicht lange überlegen. Für mich persönlich ist das Jodi Picoult. Diese Frau schreibt über Themen die unangenehm und schwierig sind, die einen ganz tief im Inneren berühren und zum Nachdenken anregen. Sie ist dabei in ihrem Feingefühl nicht zu übertreffen. Auch in „Kleine große Schritte“ schreibt sie über ein Thema, das unglaublich wichtig ist und über das gleichzeitig viel zu wenig gesprochen wird. Die Rassendiskriminierung in unserer Gesellschaft ist ein Problem über das wir sprechen müssen. Jodi Picoult weist mit diesem Buch auf Missstände hin und geht dabei auch mit sich selbst scharf ins Gericht.

Um diesem Thema überhaupt gerecht werden zu können, wird die Geschichte rund um das Gerichtsverfahren aus drei Perspektiven betrachtet. Aus der Sicht der afroamerikanischen Hebamme und Säuglingskrankenschwester Ruth, des rechtsradikalen Vaters des toten Babys Turk und der weißen, privilegierten und augenscheinlich nicht rassistischen Rechtsverteidigerin Kennedy. Manche Szenen werden auch aus unterschiedlicher Perspektive nochmal erzählt. Was mir normalerweise gar nicht gefällt, war in diesem Buch genau richtig gewählt, um die Sicht der verschiedenen Personen zu verstehen. Da man sich in die Charaktere schwer hineinversetzen kann, wenn man nicht ihre Auffassung oder Erfahrungen teilt.

Jodi Picoult betrachtet die Rassendiskriminierung wirklich aus allen Blickwinkel und jeder neue Charakter bringt seine eigene Haltung und seine eigene Auffassung mit in die Geschichte hinein. Und auch die Vergangenheit wird ausführlich betrachtet. Wie war Ruths Kindheit? Wie ist sie zu der Frau herangewachsen, die sie heute ist? Wie ist ihre Haltung zum Rassismus entstanden? All diese Fragen und noch viele mehr werden beantwortet. Aber auch andersrum lernt man viel über Turks Vergangenheit und die arische Bewegung in den USA. Wie ist sein Fremdenhass entstanden? Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Alle Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte und des Gerichtsverfahrens charakterlich weiter. Jeder zieht seine eigenen Schlüsse und verändert sich. Aber auch ich selber habe viel gelernt. In ihrem Abschlussplädoyer spricht Kennedy über aktiven und passiven Rassismus und wie (fast) jeder von uns nur augenscheinlich keinen Rassismus unterstützt. Ich würde am liebsten das ganze Plädoyer abtippen, aber da dies nicht geht, kann ich nur jedem wärmstens ans Herz legen dieses Buch zu kaufen.

Fazit: Jodi Picoult hat für mich mit diesem Buch mal wieder ein Meisterwerk vollbracht. Wie sie mit der Gesellschaft und auch mit sich selbst scharf ins Gericht geht, Kritik übt und auf Missstände aufmerksam macht, ist beeindruckend. Das Thema dieses Buches, die Rassendiskriminierung, ist ein so wichtiges Thema, daher sollte jeder dieses Buch gelesen haben! Klare fünf Sterne und meine größten Respekt für diese Frau!