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Veröffentlicht am 28.07.2020

Interessante Geschichte und Protagonist, aber das Ende enttäuscht

Die Tribute von Panem X
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Inhalt: Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige ...

Inhalt: Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden.
Die Chancen stehen jedoch schlecht. Er hat die demütigende Aufgabe bekommen, ausgerechnet dem weiblichen Tribut aus dem heruntergekommenen Distrikt 12 als Mentor zur Seite zu stehen: Lucy Gray, das Mädchen im Regenbogenkleid, das zwar singen kann, aber für den Kampf ungeeignet zu sein scheint. Jede Entscheidung, die Coriolanus trifft, könnte über Erfolg oder Misserfolg seines zukünftigen Lebens entscheiden und Lucys Leben vorzeitig beenden. Es beginnt ein brutaler Kampf in der Arena, bei dem Coriolanus schnell feststellt, dass sein Schicksal untrennbar mit Lucy Grays verbunden ist.

Cover: Das Cover ist düster und elegant zugleich. Was definitiv zum Hauptcharakter Coriolanus Snow passt. Zusammen mit der Neuauflage der Panem-Trilogie ergibt sich außerdem ein schönes Bild.

Meine Meinung: Ein Prequel zu Tribute von Panem - schon bei der Ankündigung war ich zwischen zwei Gefühlen hin und her gerissen. Vorfreude und Vorsicht. Gefangen in der Frage: Wird es eine gute Ergänzung zur Reihe oder gewinnt man das Gefühl, das Universum würde ausgeschlachtet werden? Anfangs war die Geschichte wirklich interessant und es schien auf die erste Antwortmöglichkeit hinauszulaufen. Am Ende bin ich mir nicht mehr so sicher.

Beim Lesen bin ich einer Geschichte begegnet, die ich so nicht erwartet hatte. Coriolanus Snow und seine Familie sind sehr arm und auch nicht wirklich einflussreich. Der 18-jährige Snow ist ein anderer Mensch, als der, den wir aus den älteren Tribute-von-Panem-Büchern kennen. Er trägt noch mehr Menschlichkeit in sich, obwohl ein paar seiner unschöneren Gedankengänge bereits durchdringen. Zum Beispiel sein Hass auf die Distrikte und seine Abscheu gegen deren Bewohner. Deswegen fand ich es gut, dass in der dritten Person erzählt wird. Man ist nah dran am Geschehen, aber nicht zu nah, um möglicherweise abgestoßen zu sein.

Auch die Hungerspiele selbst sind anders als wir sie kennen. Vieles, was man mit Katniss miterlebt hat, gibt es noch nicht. Im Verlauf des Buches bekommt man mit, wie die Entwicklung der Spiele hin zum riesigen, ganz Panem umspannenden, Ereignis vonstatten geht und wer seinen Anteil daran hatte. Den Plot und Coriolanus Snow fand ich wirklich interessant. Es war keine sympathische, mitfiebernde Art mitzulesen, aber es war auf seine Art faszinierend hinter die dunklen Fassaden von Panem zu blicken.

Es gibt so viele Charaktere, die die Geschichte besonders machen. Die Künstlerin Lucy Gray - das weibliche Tribut aus Distrikt 12. Sie zeigt Coriolanus eine freie, wilde Welt, fern ab des Kapitols. Lässt Zweifeln in ihm wachsen. Oder Sejanus Plinth - ehemaliger Bewohner aus Distrikt 2, jetzt aber im Kapitol lebend. Er stellt sich offen gegen die Unterdrückung der Distrikte, gegen die Hungerspiele, ist die mahnende, unzufriedene Stimme dieser Erzählung. Sie alle haben ihren (positiven) Einfluss auf Coriolanus Snow.

Bis zum Ende. Bis zu dem Ereignis, das Snows Handlungen verändern wird. Als Leser*in weiß man, dass dieser Moment kommen wird, kommen muss. Aber die Art und Weise hat mir gar nicht gefallen. Der Plot legt mir eine zu schnelle und wenig nachvollziehbare Kehrtwende hin. Im Prinzip hat dieses eine Ereignis die ganze restliche Geschichte unnötig gemacht. Der Schluss wirkt überhastet und nicht ausgereift. Mit einem anderen Ende wäre mein Gesamturteil garantiert positiver ausgefallen. So muss ich mich fragen, ob diese Geschichte wirklich "sein musste".

Fazit: Das Prequel zu "Tribute von Panem" kann mit einer interessanten Geschichte punkte. Coriolanus Snow und seine Nebenakteure sind besondere Charaktere, mit denen man hinter die dunklen Fassaden von Panem blickt. Man sieht, wie sich die Hungerspiele und Coriolanus selbst entwickeln. Nur leider hinterlässt das Ende einen bitteren Nachgeschmack, sodass ich an der Sinnhaftigkeit dieser Geschichte zweifeln muss. Für eingefleischte Panem-Fans bestimmt trotzdem interessant, aber für alle anderen - aufgrund des stattlichen Preises - eher nicht zu empfehlen.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2020

Charmante Geschichte, der das gewisse Etwas fehlt

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
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Inhalt: Zwei Monate Sabbatical: Nach einer katastrophalen Präsentation im Job wird Leena eine Auszeit verordnet. Ausgerechnet Leena, die Tag und Nacht arbeitet, um ihre verstorbene Schwester nicht zu vermissen. ...

Inhalt: Zwei Monate Sabbatical: Nach einer katastrophalen Präsentation im Job wird Leena eine Auszeit verordnet. Ausgerechnet Leena, die Tag und Nacht arbeitet, um ihre verstorbene Schwester nicht zu vermissen. Zuflucht findet sie bei ihrer Großmutter Eileen in Yorkshire. Eileen wünscht sich mit Ende 70 eine neue Liebe, nur leider ist die Auswahl an interessanten Kandidaten in ihrem kleinen Dorf begrenzt. Die Lösung: Leena kommt auf dem Land zur Ruhe, und Eileen stürzt sich in die Londoner Dating-Szene … doch ist es wirklich so einfach, die Leben zu tauschen?

Cover: Das Cover ist optisch angepasst an den vorherigen Roman von Beth O'Leary "Love to share". Eine eher ungewöhnlich Farbkombination, die in dem Stil einfach gut aussieht und im Regal passen die Bücher der Autorin auch noch toll zusammen.

Meine Meinung: Beth O'Leary konnte mich mit ihrem letzten Roman "Love to share - Liebe ist die halbe Miete" vor allem mit der außergewöhnlichen Idee überraschen und abholen. Es war ein Liebesroman, der sich von der Masse abgehoben hat. "Time to love - Tausche altes Leben gegen neue Liebe" versucht sich auch an einem originellen Plot durch den Lebenstausch von Enkelin und Großmutter. Das Buch konnte mich mit der Idee aber nicht im gleichen Maße abholen. Die Umsetzung der Geschichte ist definitiv charmant, liebenswürdig und unterhaltsam, aber es hat ihr am gewissen Etwas gefehlt.

Der Wohnungs- und Lebenstausch von Großmutter Eileen und ihrer Enkelin Leena wird humorvoll geschildert. Beide erzählen abwechselnd von ihren neuen Erlebnissen. Auf der einen Seite steht die 70-jährige Eileen in der schnelllebigen Metropole Londons, die sich ins Online-Dating schmeißt, eine heiße Affäre beginnt und mir nichts dir nichts absolute Geselligkeit in die einander fremde Nachbarschaft bringt. Es scheint ihr alles ganz leicht zu gelingen - etwas unrealistisch und unglaubwürdig.

Auf der anderen Seite steht Leena. Hardcore-Arbeitende, die plötzlich gezwungen wird eine Auszeit zu nehmen. Auf dem Land und umgeben von den Rentner-Freunden ihrer Oma. Hier bekommen die LeserInnen das Gegenstück vorgesetzt, denn bei Leenas Auszeit läuft einiges schief, aber nach und nach schleicht sie sich ins Herz der älteren Bewohner und umgekehrt. Man liest diese Geschichte gerne, fühlt sich dabei wohl und hat Spaß, aber mir persönlich hat einfach etwas gefehlt.

Das Buch überrascht nicht - die (etwas nebensächlichen) Liebesgeschichten sind auf beiden Seiten recht offensichtlich. Das Buch baut keine Spannung auf und auch an großen Emotionen hat es gefehlt. Nur im Epilog konnte mich das Buch ganz tief berühren. Das war schade, denn die Geschichte scheint nur ganz nebenbei den tiefen Verlust von Leenas Schwester Carla zu verarbeiten. Ein Thema, das auf gar keine Fall nebenbei behandelt werden sollte, sondern mit viel Tiefgang. Hier wurde leider Potenzial verschenkt.

Fazit: Wer "Time to love - Tausche altes Leben gegen neue Liebe" in die Hand nimmt, um sich die Zeit mit einer gut unterhaltenden Geschichte zu vertreiben und ein wenig zu schmunzeln, der ist bei diesem Buch genau richtig. Wer allerdings eine tiefer gehende Erzählung lesen möchte, die Emotionen wachruft und dabei überraschen kann, der trifft hier eher nicht die richtige Wahl. Eine gute Lektüre für Zwischendurch, mehr war es für mich allerdings nicht.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2020

Kias Geschichte macht Spaß, ihr Talent neugierig und ihre Beziehung ist eine süße Qual

City of Elements 1
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Inhalt: Tessarect. Eine Stadt, streng aufgeteilt nach den vier Elementen – und denjenigen, die sie beherrschen. Hierher wird Kia entführt. Sie erfährt, dass ihr Leben in Gefahr ist, weil sie das Kind zweier ...

Inhalt: Tessarect. Eine Stadt, streng aufgeteilt nach den vier Elementen – und denjenigen, die sie beherrschen. Hierher wird Kia entführt. Sie erfährt, dass ihr Leben in Gefahr ist, weil sie das Kind zweier unterschiedlicher Elemententräger ist. Und damit einzigartig. Ausgerechnet Kias Entführer Will ist ihr Inventi, geboren, um sie zu schützen, komme was wolle. Leider ist er nicht nur unausstehlich, sondern auch ziemlich gut in seinem Job: Er lässt Kia nicht aus den Augen. Irgendwie muss sie ihm entkommen, um herauszufinden, wem sie in diesem undurchschaubaren Geflecht aus Allianzen und Geheimnissen trauen kann – und um das außergewöhnliche Talent zu wecken, das angeblich in ihr schlummert.

Cover & Gestaltung: Ich liebe das Cover! Das Element "Wasser" wird toll aufgegriffen, die verschiedenen Ebenen lassen den Betrachter tief hineintauchen und die goldenen Ranken runden das Gesamtbild auf romantische Weise ab. Auch im Inneren überzeugt die Gestaltung mit kleinen Ranken am Kapitelanfang, Wappen und Karte von Tessarect.

Meine Meinung: Ich war sehr gespannt auf den Auftakt der City of Elements-Reihe, denn nicht nur das Cover hat mich in seinen Bann gezogen, sondern auch den Klappentext fand ich sehr ansprechend. Und was soll ich sagen? Beide haben nicht zu viel versprochen. Die Geschichte rund um Kiana und Will ist interessant, voller Fantasie, romantisch und es macht einfach Spaß sie auf diesem Abenteuer zu begleiten.

Denn genauso fühlt es sich an. Als würde ich Kia hautnah begleiten. Als wäre ich da, direkt neben ihr und würde selbst in dieses neue Ungewisse gezerrt werden. Nena hat einen tollen luftig leichten Schreibstil, der gleichzeitig eine große Nähe zu den Charakteren erschafft und tief blicken lässt. Dadurch lernt man Kia schnell kennen. Sie ist sympathisch, mit genau dem richtigem Hauch (Selbst-)Ironie, aber vielleicht ab und an ein wenig begriffsstutzig.

Am Anfang der Geschichte wird sie aus dem Nichts heraus aus ihrem Leben gerissen und mit neuen, unglaublichen Tatsachen konfrontiert. Kia ist eine Elementträgerin und auch nicht irgendeine. Nein, ihre Eltern stammen aus verschiedenen Elementfamilien und diese Art der Verbindung ist strengstens verboten. Niemand weiß, was oder wie stark ihr Talent ist. Verschiedene Gruppen sind deshalb hinter ihr her.

Doch die Natur hat den Elementträgern Beschützer an die Hand gegeben: Die Inventi. Will würde alles dafür tun, um Kia zu beschützen und weicht nicht von ihrer Seite. Die Beziehung zwischen Will und Kia baut sich langsam auf. Anfangs ist sie geprägt von Misstrauen und Abneigung, denn der jeweils andere stellt den Grund dar, warum sie sich in dieser Situation befinden. Es entsteht eine süße Qual, denn gleichzeitig herrscht eine unbändige Anziehungskraft zwischen ihnen. Vor allem da Wills harte Schale nach und nach Risse bekommt. Die beiden sind zwar noch kein Herzschmerz-Pärchen, aber sie haben definitiv das Potenzial dazu.

Mit oder ohne Will, Kia ist festentschlossen herauszufinden, was ihr Talent ist und welche Geheimnisse die Gemeinschaft in Tessarect hegt. Die Begabung der Elementträger ist ganz anders als ich es erwartet hatte. Das war erfrischend, denn auch in Fantasygeschichten wird man immer seltener überrascht. Insgesamt hätte ich mir nur etwas mehr Fokus auf diese Fähigkeiten gewünscht. Man tappt lange im Dunkeln bis sich erste Schatten lichten und dann ist die Geschichte schon vorbei. Aber wer weiß, welches Wissen alles in Band 2 auf uns wartet. Das Ende macht definitiv Lust auf die Fortsetzung!

Fazit: Nena Tramountani erschafft mit Tessarect eine Welt voller Fantasie und Magie. Gemeinsam mit den Protagonisten Kia und Will lernt man neues über die Elementträger und ihre Talente, erlebt Abenteuer, aber auch traurige Momente. Gleichzeitig schwebt man in dem perfekten Mix zwischen Misstrauen und unbändiger Anziehungskraft. Zwischen Gefühlen, die größer als man selbst zu sein scheinen. Hautnah, abenteuerlich und romantisch. Ich freue mich jetzt schon darauf weitere Geheimnisse in Band 2 zu lichten.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2020

Komplexes Thema differenziert ausgearbeitet, wenn da nur nicht die Erzählweise wäre …

Der Funke des Lebens
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Inhalt: An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer ...

Inhalt: An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. Als McElroy im Begriff ist, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, kommt auf seinem Handy eine schockierende Nachricht an: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem fanatischen Abtreibungsgegner, selbst Vater einer Tochter im Teenageralter, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen ...

Cover: Das Cover hat etwas malerisches, was mich sehr anspricht. Der "Funke des Lebens" wird schön symbolisiert. Schlicht und doch aussagekräftig - gefällt mir!

Meine Meinung: Wenn ich ein Buch von Jodi Picoult zuschlage, bin ich eigentlich immer begeistert und beeindruckt. Leider ist bei "Der Funke des Lebens" das Stichwort "eigentlich" maßgeblich. Das Thema, das die Autorin für ihren neusten Roman gewählt hat, ist keine Frage komplex, aktuell und bedeutsam. Allerdings hat mir die Art, wie die Geschichte erzählt wurde, nicht zugesagt.

Wie gewohnt betrachtet die Autorin das Thema "Abtreibung" aus verschiedensten Blickwinkeln. Lässt Befürworter und Gegner zu Wort kommen. Ärzt°innen, Protestant°innen, Patientinnen - sie alle bekommen durch ihren eigenen Charakter die Chance, ihre Sicht der Dinge zu erzählen. Jodi Picoult erschafft ein komplexes Meinungsbild. Nennt Gründe, die Frauen so weit treiben können, dass sie die Abtreibung als letzten Ausweg ansehen: Armut, behinderte Föten, Schwangerschaften durch Vergewaltigung und Inzest oder Schwangere, die selbst noch Kinder sind. Gleichzeitig übt sie Kritik an mangelnder finanzieller Unterstützung durch den Staaten, an Regeln und Gesetzen, die diesen schwierigen Weg nur noch mehr erschweren.

Ein wichtiges, diskutiertes Thema komplex ausgeleuchtet. So weit so gut (und beeindruckend). Nur die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde, konnte mich nicht begeistern. Das Buch beginnt mit dem Fast-Ende eines Amoklaufes. George Goddard stürmt bewaffnet in eine Abtreibungsklinik und schießt um sich. Polizist und Unterhändler Hugh McElroy versucht alles, damit die Geiseln überleben. Unter ihnen seine Tochter. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird die Uhr dann allerdings zurückgedreht. Rückwärts wird uns Leser°innen erzählt, wie es dazu kam, dass all diese Personen in die Klinik kamen und was sie dort durchleben.

Anfangs erschlägt einen die Anzahl der vielen Erzähler ein wenig. Mit der Zeit lernt man aber die Charaktere kennen, weiß sie zu unterscheiden und diese Vielfalt zu schätzen, denn der Perspektivenwechsel bringt Abwechslung. Ansonsten hatte die Erzählung leider nicht viel zu bieten, was die Leser°innen gebannt die Seiten umblättern lässt. Es war eine interessante Geschichte vom Thema und der Debatte her, aber Spannung habe ich vergebens gesucht. Durch die rückläufige Erzählweise wird den Leser°innen stets vorweg genommen, was noch passiert. Mein Gefühl sagt mir, dass es andersherum deutlich besser funktioniert hätte.

Fazit: "Der Funke des Lebens" hat mich - wie immer bei Büchern von Jodi Picoult - mit der Themenauswahl beeindruckt. Die Autorin sucht sich immer wieder kontrovers diskutierte , politisch aktuelle und wichtige Inhalte aus. Die Geschichte wird differenziert und aus allen Blickwinkeln betrachtet. Bis hier hin habe ich nur positives zu sagen, allerdings hat die Rückwärtserzählung des Buches mich einfach nicht abholen können. Es fehlte an Spannung und einem Drang weiterzulesen - man wusste ja schon (fast) alles.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2020

Kommt besonders in puncto Spannung und Raffinesse nicht an Band 1 heran

ONE OF US IS NEXT
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Inhalt: Es ist ein Jahr her, seit Simon Kelleher starb. Maeve ist in der elften Klasse an der Bayview High. Über Simons Tod und dessen Folgen wird kaum mehr geredet. Da taucht ein anonymes Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel ...

Inhalt: Es ist ein Jahr her, seit Simon Kelleher starb. Maeve ist in der elften Klasse an der Bayview High. Über Simons Tod und dessen Folgen wird kaum mehr geredet. Da taucht ein anonymes Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel auf, das die gesamte Schülerschaft in Atem hält. Jeder, der nicht mitspielt, wird bloßgestellt. Doch als Maeve an der Reihe ist, weigert sie sich, mitzumachen — das virtuelle Spiel, ausgerichtet von »DarkestMind«, lässt bei ihr alle Alarmglocken läuten. Und dann sind sie plötzlich wieder da: die Schaulustigen. Die Reporter. Die Polizei. Denn es hat wieder einen Toten gegeben …

Cover: Das Cover zeigt, angelehnt an den ersten Teil, die Gesichter der drei Protagonisten. Thematisch passend, aber doch nicht ganz so fesselnd.

Meine Meinung: „One of us is next“ ist die Fortsetzung des Debütromans von Karen M. McManus. Mit „One of us is lying“ konnte mich die Autorin damals nahtlos begeistern. Eine Geschichte voller Spannung, Tiefgang, interessanten Charakteren und Raffinesse. Leider muss ich sagen, dass der zweite Teil in vielen dieser Punkte nicht an seinen Vorgänger herankommt. Die Geschichte von Maeve, Knox und Phoebe hat mir Spaß gemacht beim Lesen, aber insgesamt hat etwas gefehlt, das mich wirklich fesseln konnte.

Zum Einstieg habe ich die Kurzgeschichte „Die Bayview Four - Ein Jahr danach" gelesen, aber auch ohne bekommt man einen guten Einstieg in das Buch. Die Autorin erzähl zu allen alten und neuen Charakteren kleine einleitenden Worte und auch die Handlung des ersten Teils wird kurz aber präzise wiederholt. So kommt man schnell wieder in die Welt von Bayview hinein. Auch der flüssige Schreibstil von Karen M. McManus trägt seinen Teil dazu bei. Man kommt sehr gut durch die Geschichte und hat stets das Gefühl den Protagonisten sehr nahe zu sein.

Die drei Protagonisten waren alle sympathische und interessante Charaktere. Sie hatten alle ihre eigenen Probleme, die vor allem mit der Enthüllung ihrer Geheimnisse zu tun hatten. Es geht um Familie, Freundschaft, Liebe, Verlust und Anerkennung. Viele Themen, die die Geschichte interessant und unterhaltsam machen, die aber auch viel Platz einnehmen.

Platz, der dem Krimi im High-School-Drama gefehlt hat. Die Spannung und die Raffinesse, die mich im ersten Fall auf der Bayview High so begeistert hatten, konnte die Autorin in der Fortsetzung nicht wirklich wiederfinden. Es gab kein ausgeklügeltes Versteckspiel mit und von dem Täter, denn dieser war recht schnell ersichtlich. Weitere Entdeckungen zum Schluss wirkten für mich eher konstruiert, damit die Leser zum Schluss noch einmal richtig umgehauen werden.

Fazit: „One of us is next“ ist eine unterhaltsame Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Aber sie kommt leider nicht an den ersten Teil heran. Mir hat Spannung und ein wirkliches Versteckspiel gefehlt. Die sympathischen Charaktere und Karen M. McManus Schreibstil machen diese Geschichte trotzdem lesenswert - besonders wenn einem Band 1 gefallen hat.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere