Wenn Dunkelheit zur Wahrheit wird
Mit „Very Bad Truth“ setzt die Reihe um die Kings neue Maßstäbe – düsterer, intensiver und emotionaler als je zuvor. Schon die erste Szene trifft einen mit roher, schockierender Gewalt. Ohne Vorwarnung ...
Mit „Very Bad Truth“ setzt die Reihe um die Kings neue Maßstäbe – düsterer, intensiver und emotionaler als je zuvor. Schon die erste Szene trifft einen mit roher, schockierender Gewalt. Ohne Vorwarnung wird klar: Dieses Buch schlägt eine andere Richtung ein. Härter. Dunkler. Schonungslos. Wer dachte, die vorherigen Bände hätten die Grenzen ausgereizt, wird hier eines Besseren belehrt.
Endlich bekommt man tiefere Einblicke in Sylvians Familie und seine Vergangenheit. Die Puzzleteile, die bisher nur angedeutet wurden, fügen sich langsam zusammen – und genau das macht den Reiz aus. Man versteht ihn besser, leidet mehr mit ihm und begreift, warum er so handelt, wie er handelt. Diese Enthüllungen geben der Geschichte eine neue emotionale Wucht.
Harper hingegen wirkt wie das perfekte Sinnbild all jener verlorenen reichen Kinder: materiell fehlt es ihr an nichts, und doch scheint sie innerlich leer. Sie hat zu viel von allem – außer echter Freude. Diese Zerrissenheit macht sie greifbar und tragisch zugleich.
Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Die Dynamik rund um die Kings macht süchtig; man kann sich dieser Welt kaum entziehen. Endlich werden Wahrheiten aufgedeckt, lange gehütete Geheimnisse kommen ans Licht – und alles fühlt sich größer, bedeutender und dramatischer an als zuvor. Nachdem ich nach dem Vorgängerband überzeugt war, meinen absoluten Lieblingsteil der Reihe gelesen zu haben, musste ich feststellen: Ich lag meilenweit daneben. „Very Bad Truth“ übertrifft alles und stellt die bisherigen Ereignisse komplett in den Schatten.
Und dann dieser fiese Cliffhanger! Kaum hat man die letzte Seite gelesen, bleibt einem nichts anderes übrig, als sofort zum nächsten Band zu greifen. Ein Buch, das schockiert, mitreißt und süchtig macht – definitiv das bisher stärkste der Reihe.