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Veröffentlicht am 03.04.2026

Zwischen Nostalgie und Enttäuschung

Sound of Hearts
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„Sound of Hearts“ schafft es zunächst, ein vertrautes und nostalgisches Gefühl zu wecken. Es ist schön, wieder in die eigene Kindheit einzutauchen und sich an das Märchen von Arielle erinnert zu fühlen. ...

„Sound of Hearts“ schafft es zunächst, ein vertrautes und nostalgisches Gefühl zu wecken. Es ist schön, wieder in die eigene Kindheit einzutauchen und sich an das Märchen von Arielle erinnert zu fühlen. Gerade weil die Namen der Charaktere stark an das Original angelehnt sind, fällt es leicht, eine Verbindung aufzubauen – wenn auch eine völlig neue.

ACHTUNG SPOILER

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das Lied, das Aquarella singt. Es hat eine düstere, fast bedrückende Stimmung, die sich festsetzt und einen nicht so schnell loslässt. Leider bleibt das nicht durchgehend auf diesem Niveau. Die Namensgebung der Figuren wirkt insgesamt eher einfallslos, was gerade im Fantasy-Genre enttäuschend ist. Hier hätte man kreativer sein können, um die Welt glaubwürdiger und einzigartiger zu gestalten. Das ist besonders schade, da Themen wie Umweltverschmutzung durch Plastik oder das Sterben von Meerestieren durch Fischernetze und Piraterie eigentlich viel Tiefe und Relevanz bieten.

Unangenehm fällt außerdem auf, wie schnell Elric Ariella körperlich nahekommt. Dass er sie direkt an die Taille fasst und an sich zieht, obwohl sie sich gerade erst kennengelernt haben – und sie zudem nackt aus dem Meer gerettet wurde und vermutlich ein traumatisches Erlebnis hinter sich hat – wirkt unpassend und wenig sensibel.

Auch die Übersetzung ist stellenweise holprig, sodass man Sätze mehrfach lesen muss, um ihren Sinn zu verstehen. Das stört den Lesefluss erheblich.

Arsula ist für mich der interessanteste Charakter. Ihre kühle, aber gleichzeitig liebevolle Art macht sie greifbar und nachvollziehbar. Umso unbefriedigender ist es, dass Ariella sich zeitweise lieber mit Elric beschäftigt, anstatt ihrer Schwester zu helfen. Generell wirkt die Beziehung der beiden oft unausgereift. Wenn sie bereits nach kurzer Zeit über eine mögliche Schwangerschaft nachdenken, nimmt das der Geschichte jegliche glaubwürdige Erotik und lässt die Figuren eher naiv und fast lächerlich erscheinen.

Ein großes Manko ist zudem der Mangel an detaillierten Beschreibungen. Weder das Meer, noch das Schiff oder die Umgebung werden so ausgearbeitet, dass eine lebendige Atmosphäre entsteht. Das Setting bleibt eintönig, da sich die Handlung größtenteils auf dem Schiff abspielt – welches selbst kaum greifbar beschrieben wird. Gerade im Fantasy-Bereich sind solche Details essenziell, um eine Welt lebendig wirken zu lassen.

Auch inhaltlich gibt es Brüche: Arsula, die zuvor noch Elrics Tod wollte, gibt ihm später plötzlich recht gewöhnliche Beziehungsratschläge – das wirkt widersprüchlich und wenig durchdacht.

Gegen Ende wird das Lesen zunehmend anstrengend. Die Geschichte verliert an Reiz und wirkt eher wie lieblos abgearbeitet. Insgesamt empfinde ich das Buch leider als Zeitverschwendung, da das vorhandene Potenzial nicht genutzt wurde. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Geschichte zu stark an das Original von Arielle angelehnt ist, ohne dabei etwas wirklich Eigenständiges zu schaffen.

Schade – denn die Grundidee hätte deutlich mehr hergeben können.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Mehr Frust als Finale

Very Bad Queen
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Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen in „Very Bad Queen“ gegangen – und am Anfang wurde ich auch nicht enttäuscht. Endlich wird es brutaler, blutiger, kompromissloser. Gerade Sylvian und Zayn zeigen ...

Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen in „Very Bad Queen“ gegangen – und am Anfang wurde ich auch nicht enttäuscht. Endlich wird es brutaler, blutiger, kompromissloser. Gerade Sylvian und Zayn zeigen endlich diese dunkle, grausame Seite, auf die ich die ganze Zeit gewartet habe. Und Zayn? Ganz ehrlich, sein Irrsinn macht ihn für mich zum spannendsten Antagonisten überhaupt – komplett unberechenbar, komplett drüber, aber genau deshalb so faszinierend.
Auch insgesamt hatte das Buch wieder diesen Sog, der mich dazu gebracht hat, weiterzulesen. Ich wollte unbedingt wissen, wie sich alles entwickelt – vor allem, weil sich die Machtverhältnisse und Beziehungen ständig verschieben.
Aber… je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat es angefangen zu bröckeln.
Ein großes Problem für mich war, dass einige zentrale Ereignisse einfach nicht glaubwürdig rüberkamen. Gerade große Konflikte wirkten teilweise zu konstruiert oder zu „einfach“ gelöst. Da hätte ich mir mehr Tiefe und Konsequenz gewünscht.
Auch charakterlich hatte ich so meine Schwierigkeiten. Mable ist für mich über die gesamte Reihe hinweg unsympathisch geblieben – und das hat sich hier nochmal verstärkt. Ihre Überheblichkeit, ihre Naivität und diese Mischung aus Selbstmitleid und toxischem Verhalten waren teilweise echt schwer auszuhalten. Gleichzeitig muss ich sagen: Irgendwie wirkt sie dadurch auch erschreckend realistisch. Gerade wenn man bedenkt, was sie alles durchgemacht hat, ergibt ihr Verhalten auf eine unbequeme Art Sinn – auch wenn es das Lesen nicht unbedingt angenehmer macht.
Was mich ebenfalls gestört hat, waren einige Beziehungsentwicklungen, die sich für mich nicht wirklich nachvollziehbar angefühlt haben. Da fehlte mir einfach die emotionale Grundlage – es wirkte eher wie ein schneller Richtungswechsel als eine echte Entwicklung.
Und dann sind da noch Entscheidungen einzelner Figuren, bei denen ich wirklich nur den Kopf schütteln konnte. Teilweise wirkte es unnötig dramatisch, fast schon erzwungen, nur um bestimmte Wendungen zu erzeugen.
Trotzdem gab es auch Dinge, die ich wirklich mochte: Bestimmte Enthüllungen haben der Geschichte nochmal Schwung gegeben und dafür gesorgt, dass ich dranbleiben wollte. Und ein Charakter ist für mich bis zum Schluss das absolute Highlight geblieben: Romeo. Für mich ist er der eigentliche Kopf hinter allem – ruhig, strategisch, immer ein paar Schritte voraus. Selbst kleine Details an ihm unterstreichen einfach, wie gut seine Figur durchdacht ist.
Was mich am Ende aber wirklich enttäuscht hat, war das Gefühl, dass das ganze Potenzial nicht ausgeschöpft wurde. Die Geschichte hätte so viel intensiver, konsequenter und auch emotional packender sein können. Stattdessen blieb bei mir eher ein gemischtes Gefühl zurück.
Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich nicht mehr ganz die Zielgruppe bin – aber ich habe mir einfach mehr erwartet.
Und trotzdem: Es war meine erste längere Buchreihe und allein deshalb wird sie mir im Kopf – und irgendwie auch im Herzen – bleiben. Auch wenn ich mit dem Abschluss nicht ganz zufrieden bin.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Düster, fesselnd – und voller Charaktere, die mich wahnsinnig machen

Very Bad Revenge
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Ich habe „Very Bad Revenge“ in einem Zug durchgelesen – ich war komplett drin und konnte einfach nicht aufhören. Die Geschichte hat so eine düstere, gleichzeitig aber auch total unterhaltsame Stimmung, ...

Ich habe „Very Bad Revenge“ in einem Zug durchgelesen – ich war komplett drin und konnte einfach nicht aufhören. Die Geschichte hat so eine düstere, gleichzeitig aber auch total unterhaltsame Stimmung, die einen richtig festhält.
Besonders spannend fand ich, mehr über Sylvian zu erfahren – wie er überhaupt zu den Kings gekommen ist, gibt der ganzen Geschichte nochmal eine interessante zusätzliche Ebene.
Aber ganz ehrlich: Für mich trägt Romeo dieses Buch. Schon am Anfang war er der interessanteste Part für mich und das hat sich auch durchgezogen. Ich liebe seine Rolle einfach – dieses Strategische, dieses Gefühl, dass er immer ein paar Schritte voraus ist… für mich ist er eigentlich die wahre Stärke hinter den Kings.
Mable hingegen… schwierig. Am Anfang hatte ich echt Hoffnung, weil sie endlich diesen Ehrgeiz und diesen Biss zeigt, den man von einer zukünftigen Queen erwartet. Aber dann verfällt sie wieder in alte Muster und fängt an, andere einfach nur zu imitieren. Und das hat mich so genervt – so verhält sich für mich keine Königin. Diese Mischung aus Naivität und Selbstüberschätzung („ich leg mich einfach mit allen an“) war teilweise echt anstrengend.
Was ich dagegen richtig gefeiert habe: die Dynamik zwischen Clarisse und Mable. Die beiden zusammen bringen endlich richtig Spannung rein – da hatte ich zum ersten Mal dieses „Jetzt geht’s los“-Gefühl.
Und dann gibt es noch Vance… ich sag’s mal so: Es war auf eine seltsame Art befriedigend zu sehen, dass nicht alles so ist, wie es lange gewirkt hat. Dass endlich mehr von den wahren Motiven sichtbar wird, hat der Story für mich richtig gutgetan.
Generell lebt das Buch total von diesen Beziehungen, Machtspielen und Allianzen. Auch Mables Weg nach oben ist spannend zu verfolgen – vor allem, weil man merkt, dass so ein Aufstieg seinen Preis hat. Gleichzeitig macht genau das sie für mich nicht unbedingt sympathischer. Gerade ihr Umgang mit manchen Personen wirkt oft undankbar oder wenig reflektiert, was mich beim Lesen mehrfach gestört hat.
Und dann ist da noch Sylvian… seine Fixierung auf Mable hätte eigentlich intensiv sein können, wirkte auf mich aber eher unangenehm als anziehend.
Trotz allem: Ich hatte richtig Spaß beim Lesen. Es ist düster, dramatisch, teilweise ein bisschen drüber – aber genau das macht es auch so unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Mehr Drama als Spannung

Sie wird dich finden
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Ich weiß gar nicht genau, wie ich anfangen soll, weil ich das Buch irgendwie gleichzeitig geliebt und mich darüber aufgeregt habe.

Ich habe „Sie wird dich finden“ komplett verschlungen. Nach zwei Tagen ...

Ich weiß gar nicht genau, wie ich anfangen soll, weil ich das Buch irgendwie gleichzeitig geliebt und mich darüber aufgeregt habe.

Ich habe „Sie wird dich finden“ komplett verschlungen. Nach zwei Tagen war ich durch. Es liest sich so schnell weg und ich war die ganze Zeit irgendwie drin. Für mich war es auch weniger die Spannung, die mich gepackt hat, sondern dieses ganze Drama. Und ich muss sagen: genau das hat mich gecatcht. Auch wenn es sich an ein paar Stellen gezogen hat, war es nie so drüber, dass es genervt hat.

Aber Enzo… puh. Der hat mich echt fertig gemacht. Ich saß so oft da und dachte mir einfach nur: „Warum bist du so?“ Sein Verhalten war für mich einfach nicht greifbar und hat mich teilweise richtig frustriert. Gerade zwischenmenschlich bleiben so viele Dinge irgendwie in der Luft hängen. Das hat mich beim Lesen ständig beschäftigt.

Und dann gab es wieder diese Momente, wo ich richtig emotional drin war – vor allem, wenn Dinge aus der Vergangenheit aufgegriffen wurden. Da hatte ich echt dieses „Oh mein Gott, ich liebe das gerade“-Gefühl.

Was ich auch sagen muss: Das Buch ist für mich mehr unterhaltsam als richtig spannend. Es lebt total von den Beziehungen, den Konflikten, diesem Hin und Her. Manches konnte ich mir denken, bei anderem war ich wieder komplett ahnungslos – und genau das hat es irgendwie ausgemacht.

Das Ende… ja. Da bin ich ehrlich: Ich hatte mir mehr erhofft. Es kam mir ein bisschen zu schnell, zu glatt vor. Nicht schlecht, aber irgendwie nicht so, dass es mich komplett zufrieden zurücklässt.

Trotzdem hatte ich wirklich Spaß beim Lesen. Es ist kein Buch, das mega in die Tiefe geht, aber es unterhält einfach total gut und lässt sich super schnell weglesen. Und auch wenn ich mich zwischendurch aufgeregt habe – vielleicht gerade deswegen konnte ich es nicht aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Bewegend, ehrlich und voller Emotionen

Reminders of Him – Für immer ein Teil von dir
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„Reminders of Him“ von Colleen Hoover startet sehr emotional. Der Einstieg ist tiefgehend und besonders als Mutter konnte ich stark mit der Protagonistin Kenna mitfühlen. Ihre Situation und innere Zerrissenheit ...

„Reminders of Him“ von Colleen Hoover startet sehr emotional. Der Einstieg ist tiefgehend und besonders als Mutter konnte ich stark mit der Protagonistin Kenna mitfühlen. Ihre Situation und innere Zerrissenheit werden von Anfang an sehr greifbar dargestellt.

Roman ist mit seiner sarkastischen und eher stumpfen Art sofort sympathisch. Schon ab etwa Seite 100 hatte ich Tränen in den Augen, weil ich sowohl Kennas Schmerz als auch Ledgers Perspektive sehr gut nachempfinden konnte. Gerade Kennas Konflikt als Mutter hat mich dabei besonders berührt.

Besonders stark fand ich, dass verschiedene Perspektiven auf dasselbe Schicksal gezeigt werden. Dadurch wird deutlich, wie unterschiedlich ein und dieselbe Wahrheit von den Beteiligten wahrgenommen werden kann. Für mich war es leicht, Empathie für jede Figur zu empfinden und die Entscheidungen sowie das Dilemma dahinter zu verstehen.

Der Roman wirkt insgesamt sehr realistisch geschrieben. Teilweise hat sich die Handlung für mich jedoch etwas gezogen, da das Hin und Her zwischen den Figuren recht lang wurde. Gleichzeitig passt genau dieses Hin und Her auch zum realistischen Charakter der Geschichte.

Am Ende war ich sehr froh über das Happy End, das die emotionale Reise der Figuren auf eine schöne Weise abrundet.

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