Cover-Bild Westend
Band 20 der Reihe "Illustrierte Lieblingsbücher"
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Historisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 112
  • Ersterscheinung: 04.09.2025
  • ISBN: 9783869713236
Kat Menschik, Volker Kutscher

Westend

Volker Kutscher erzählt von Rache, Spionage, Verhängnis, Lügen und Illusionen. Und davon, wie es seinen Helden im Krieg und in den Jahren danach ergangen ist.

Berlin-Westend, 1973 – ein Tonband, ein Interview, eine Überraschung: Der Privatdozent Hans Singer besucht den 74-jährigen Kriminalkommissar a.D. Gereon Rath im Seniorenheim, weil er über die Arbeit der Berliner Polizei im Wechsel der politischen Systeme forscht. Insbesondere die Polizistenmorde am Bülowplatz 1931 und zwei damals steckbrieflich gesuchte Männer interessieren den Historiker. Denn die haben später im Staatsapparat der DDR eine steile Karriere gemacht.

Zum Unbehagen des Kommissars a.D. nimmt das Gespräch eine überraschende Wendung. Singer weiß bestens über Raths Vergangenheit Bescheid, er kennt die alten Kollegen, ja sogar seine Exfrau. Und er ist einer Sache auf der Spur, über die Rath unter keinen Umständen reden will: Ereignisse, die sich 1953 in Ostberlin zugetragen haben und bei denen auch die Morde von 1931 eine Rolle spielten.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2025

Leider ist diese tolle Serie mit diesem Buch beendet

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Er lebt in einem Seniorenheim und ist zufrieden mit seinem Los. Als er von einem Privatdozenten gebeten wird, ein Interview zu geben, zögert er. Was will dieser Typ und warum ausgerechnet jetzt? Wie gut, ...

Er lebt in einem Seniorenheim und ist zufrieden mit seinem Los. Als er von einem Privatdozenten gebeten wird, ein Interview zu geben, zögert er. Was will dieser Typ und warum ausgerechnet jetzt? Wie gut, dass Herr Rath sich auf die Befragung einlässt und Fans der Serie mit dem Buch "Westend" einen gelungenen Abschluss der Reihe präsentiert bekommen.

Mir gefielen die Bücher von Volker Kutscher und ich freute mich auf den Abschluss der sehr guten Serie. Endlich lernte ich den privaten Ermittler näher kennen. Rath erzählt von Ereignissen, die er eigentlich niemals preisgeben wollte. Ausschließlich der sehr guten Fragestellung des Herrn Singers ist es zu verdanken, dass der eigenwillige Ermittler sich ein wenig öffnet und aus dem sogenannten „Nähkästchen“ plaudert.

Die Lesung dieses letzten Bands um Herrn Rath ist gelungen. Alle Beteiligten trugen ihren Part perfekt vor und so entstand ein fesselndes Hörbuch. Allen Fans des Ermittlers Rath empfehle ich diesen letzten Band.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Gereon Rath im spannenden Interview

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Dieses (Hör)-Buch ist nicht nur ein Abschiedsgeschenk des Autors an die Gereon-Rath- und Volker-Kutscher-Fans, es ist eine Liebesgabe und ein kleines Meisterwerk schriftstellerischer Kunst. Als Hörer vernimmt ...

Dieses (Hör)-Buch ist nicht nur ein Abschiedsgeschenk des Autors an die Gereon-Rath- und Volker-Kutscher-Fans, es ist eine Liebesgabe und ein kleines Meisterwerk schriftstellerischer Kunst. Als Hörer vernimmt man zusätzlich das Klacken des Recorders, das Knistern und Schleifen der Bänder, das komplett als Interview konzipierte Buch ist genial!
1973, Gereon Rath, der Kommissar, der in den 1920ern aus dem Rheinland nach Berlin kam, lebt in einem Berliner Seniorenheim. Nicht erstrebenswert, aber ihm geht es wohl ganz gut. Er hat sich mit den Preußen und den Zeiten arrangiert, ist kaum aus der Ruhe zu bringen, denkt man wenigstens. Unverhofft wird er von einem Historiker namens Hans Singer zu einem Interview gebeten. Rath gibt sich leutselig und amüsiert, aber Singer bohrt und bohrt. Rath als Unschuldslamm, das will er nicht durchgehen lassen. En passant gibt es Rückblicke auf Romane aus der Rath-Reihe, Rath wehrt alles, was ihm zu "persönlich" erscheint, vehement ab.
Die Thematik der Nazis, die nach Kriegsende nicht im Gefängnis sondern auf einem Beamtenposten landeten und u. a. auch durch Adenauer vor Strafverfolgung geschützt wurden, ist für meinen Geschmack ein bisschen dick aufgetragen. Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Kommt das Gespräch auf Charlotte zu sprechen, wird Rath schnell unwirsch. Warum eigentlich? Hat er etwas zu verbergen, fragt sich wahrscheinlich Singer.
Für mich sehr interessant war die Beschreibung der Vorgänge nach dem Krieg, als Charlotte alias Charlie in Ostberlin mit ihrem zweiten Ehemann Böhm Fuß fasst. Warum die vermeintliche Familienidylle zerbricht, erfährt der Hörer bzw. Leser in kleinen Häppchen. Mich hat das sehr gefesselt, die Spurensuche von Singer erinnerte mich sehr an eigenen Recherchen für ein Buch über meinen Vater.
Der Titel, der sich auf das Seniorenheim in Westberlin bezieht, ist etwas irreführend. Hätte ich die Wahl gehabt, wäre es vielleicht "Pankow" geworden oder "Ossietzkystraße 27".
Ich werde das Hörbuch jedenfalls noch einmal hören, es gefällt mir außerordentlich gut. Tatsächlich war es mir viel zu kurz, ich hätte gerne noch weiter zugehört. Also: Lese- und Hörempfehlung. Und als Idee, das wäre auch ein tolles Theaterstück!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Wiedersehen mit alten Freunden

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Mit Westend bescheren uns das Dreamteam Kutscher und Meschnik, einen wundervollen Abschluss/Extraband rund um die Figuren aus den Gereon Rath Bänden.
Volker Kutscher überrascht uns Fans nicht nur mit der ...

Mit Westend bescheren uns das Dreamteam Kutscher und Meschnik, einen wundervollen Abschluss/Extraband rund um die Figuren aus den Gereon Rath Bänden.
Volker Kutscher überrascht uns Fans nicht nur mit der Ausstattung dieses Bandes sondern auch mit der Form.
Gereon wird als Rentner Mitte der 70er in einem Altersheim von einem Historiker interviewt.
Dieses Interview finden wir Leser in "Westend" abgedruckt.
Der alte Fuchs Gereon ist nach wie vor schlagfertig und bringt so manchen Bluff ins Spiel.
Es hat wirklich Spass gemacht und auch der historische Zeitgeist im geteilten Deutschland ist von Kutscher großartig eingefangen und die Symbiose mit Kat Meschniks Zeichnungen grandios.
Einzige große Wehmutstropfen, die 100 Seiten sind viel zu schnell gelesen und jetzt ist es wirklich zu Ende.
Danke Volker Kutscher und Kat Meschnik, Sie haben Gereon und Charly einen großartigen und würdigen Abschied ermöglicht.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Alte Wunden, neue Wahrheiten – Kutscher dreht auf

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Kein Krimi, sondern ein Zeitreise-Dauerfeuer, das so lässig wie gnadenlos durch die Jahrzehnte ballert. Volker Kutscher zieht hier keine Nummer mehr mit dem alten Kommissar Rath, er zieht gleich den Vorhang ...

Kein Krimi, sondern ein Zeitreise-Dauerfeuer, das so lässig wie gnadenlos durch die Jahrzehnte ballert. Volker Kutscher zieht hier keine Nummer mehr mit dem alten Kommissar Rath, er zieht gleich den Vorhang zur großen Lebensbeichte. Und das funktioniert erstaunlich gut – wie ein Tonbandgerät, das noch knarzt, aber dafür mehr Wahrheit liefert als jede Hochglanz-Doku.

Die Mischung aus Interview, Erinnerungen und unterschwelliger Bedrohung ist ein echter Lesetrip. Da sitzt man plötzlich mit im Seniorenheim, hört die Stimme von Gereon Rath, spürt die Kälte des Altenheims und gleichzeitig die Hitze der Vergangenheit. 1931, 1953, 1973 – alles verknüpft, alles voller Fallstricke. Hier gibt es kein einfaches „damals war’s“, sondern einen Strudel aus Rache, Verrat und Schweigen.

Besonders genial: Kat Menschiks Illustrationen, die wie kleine Schockmomente aus der Geschichte springen. Man klappt eine Seite auf und zack – Bild im Kopf, Atmosphäre verstärkt, fast schon ein visuelles Echo der Worte.

Das Ganze liest sich wie ein Mix aus Geschichtsstunde und Thriller, garniert mit dieser typisch lakonischen Kutscher-Sprache, die nie übertreibt und trotzdem alles trifft. Kein Actiongeballer, sondern subtile Spannung, die nachhallt. Manchmal sitzt man da, schmunzelt über eine trockene Bemerkung, und im nächsten Moment zieht’s einem den Magen zusammen.

Kurzum: Westend ist kein netter Nachschlag für Fans, sondern ein eigenständiges Biest, das noch einmal zeigt, wie viel Tiefe in Gereon Rath steckt. Keine Nostalgie-Show, sondern ein literarischer Schlagabtausch mit der Geschichte – und mit dem eigenen Gewissen. Hut ab, das ist kein Buch für nebenbei, sondern eins, das im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Jahre später

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Der pensionierte Polizeibeamte Gereon Rath ist inzwischen 74 Jahre alt und lebt zurückgezogen in einem Berliner Seniorenheim. Viele Kontakte hat er nicht mehr. Deshalb ist er sehr überrascht, als er Besuch ...

Der pensionierte Polizeibeamte Gereon Rath ist inzwischen 74 Jahre alt und lebt zurückgezogen in einem Berliner Seniorenheim. Viele Kontakte hat er nicht mehr. Deshalb ist er sehr überrascht, als er Besuch von dem Privatdozent Hans Singer erhält. Dieser erklärt, er forsche zu der Arbeit der Berliner Polizei während der Weimarer Republik, des dritten Reichs und der Bundesrepublik. Rath sei einer der wenigen, die jede dieser Regierungsformen im aktiven Dienst erlebt habe. Rath fühlt sich geschmeichelt. Allerdings fragt er sich bald, ob es wirklich nur um eine Forschungsarbeit geht.

Wie vom Autor versprochen, folgt hier eine kleine Zugabe zu seiner Reihe um Kommissar Gereon Rath. Dieser langweilt sich ein wenig im Seniorenheim und ist recht neugierig auf die Fragen des Dozenten Hans Singer. Angesprochen auf seine Arbeit unter dem Nazi-Regime, wiegelt Rath erstmal ab. Er war kein Nazi und überhaupt er hat immer neutral ohne Ansicht der Person ermittelt. Und viele seiner Kollegen waren auch keine Nazis. Er reagiert, wie die meisten damals, die sich nicht stellen wollten. Aber dennoch entwickelt sich ein Gespräch zwischen Rath und Singer. Denn auch Raths Kenntnis von der Nachkriegszeit hat Lücken, die Singer erstaunlicherweise füllen kann. Und über alles will Singer auch nicht sprechen.

Sowohl als illustrierte Buchausgabe als auch als szenische Lesung hat diese etwas längere Kurzgeschichte ihren Reiz. Besonders die szenische Lesung, die von Walter Kreye (Gereon), Leslie Malton (Charlie), Timo Weisschnur (Hans) und Julian Mehne (Erzähler) ganz hervorragend intoniert werden, ist ein tolles Erlebnis. Die wunderbare Arbeit der Schauspieler führt dazu, dass man das Hörbuch (ca. zwei Stunden) an einem Tag durchhören möchte.

Dazu trägt natürlich auch die Geschichte bei, die Volker Kutscher erzählt. Man erfährt einiges darüber, wer den Krieg überlebt hat. Man hört von alten Bekannten. Von denen, die man in positiver Erinnerung hatte und auch von den anderen. Und es entwickelt sich ein spannender Plot, der einige Überraschungen bereit hält. Und irgendwie ist es wieder ein typischer Gereon Rath. Rath kann einfach.nicht aus seiner Haut. Wer diese Reihe gerne las, wird ihr noch eine Weile hinterhertrauern. Denn natürlich könnte man sich einiges vorstellen, dass hätte erzählt werden können. Dennoch schließt man diese kleine - man könnte sagen - Belohnung für die Treue, mit einer Phantasie, die einen lächeln lässt.