Sperrys Roman begleitet Bennet auf ihrer Suche nach neuem Lebensmut, nachdem sie ihre große Liebe verloren hat. Gefangen in einem unglücklichen Alltag, während das Leben um sie herum scheinbar ungestört weitergeht, schließt sie einen Pakt mit Henry: Gemeinsam wollen sie Bennets Leidenschaft wiederentdecken und ihren Lebensfunken neu entfachen.
Die zentrale Idee des Romans, die Suche nach oder Wiederbelebung einer Leidenschaft, ist äußerst ansprechend und relevant. Sperry beleuchtet verschiedene Ansätze dazu, indem Bennet und Henry wöchentlich unterschiedliche Aktivitäten ausprobieren – von Wissenserwerb über soziale Interaktionen bis hin zu kreativen Betätigungen. Obwohl ich mir hier einen stärkeren Fokus auf die einzelnen Verabredungen gewünscht hätte, bietet der Roman weit mehr als das. Er behandelt eine Vielzahl tiefgreifender Themen wie Freundschaft, Depression, Beruf und natürlich die Liebe. Jedes dieser Elemente erhält den nötigen Raum und fügt sich zu einem stimmigen Ganzen, was diesen Roman zu einem wahren Wohlfühlbuch macht.
Besonders positiv hervorzuheben ist die Darstellung der zwischenmenschlichen Kommunikation. Oft befürchtet man in Romanen, dass Missverständnisse unnötiges Drama erzeugen. Hier jedoch wirken die Momente, in denen die Charaktere ringen, absolut gerechtfertigt, da Trauer Zeit und Verständnis benötigt. Henrys einfühlsame Art, sich Bennet zu nähern, macht ihn zu einem potenziellen "Bookboyfriend".
Der Einstieg in die Geschichte gelingt dank Londons flüssigem Schreibstil mühelos. Bennet ist von Anfang an sympathisch; ihre Entwicklung und die Auswirkungen ihrer Vergangenheit werden nachvollziehbar dargestellt. Ihre alltäglichen Herausforderungen waren für mich als Leserin gut greifbar und ich konnte oft mit ihr mitfühlen. Henry ist ein durchweg charmanter und unterstützender Charakter, der Bennet in ihrer Entwicklung begleitet. Die herzlichen und humorvollen Momente zwischen den beiden, ihr Neckereien und Flirts, sind einfach entzückend zu lesen. Auch die Rückblicke auf Bennets verstorbenen Ex-Freund sind traurig, aber stets von Liebe erfüllt.
Es war wunderbar zu verfolgen, wie Bennet nach und nach zu sich selbst und schließlich auch zu Henry findet. Das Ende des Romans ist eine gelungene Mischung aus Turbulenzen, Abenteuern, Schmerz und Liebe und rundet die Geschichte auf eine wirklich tolle Weise ab.