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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Picus Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 24.02.2021
  • ISBN: 9783711721051
Louise Juhl Dalsgaard

Genug

Roman
Gerd Weinreich (Übersetzer)

Nach einem mit Bravour absolvierten Schulabschluss entgleist das Leben einer jungen Erwachsenen, die sich in der Obsession verfängt, weniger werden zu wollen. Innerhalb eines Jahres verliert sie mehr als die Hälfte ihres Körpergewichts. Was folgt, sind wiederholte Aufenthalte in Kliniken und ein mühevoller Weg zurück.Louise Juhl Dalsgaards poetische und wunderbar verwickelte Erinnerungstableaus erzählen von dem problematischen Verhältnis zu den Eltern, von Enttäuschungen, aber auch von herzerwärmenden und komischen Momenten. Anhand nüchterner Krankenakten skizziert sie das durchaus hoffnungsvolle Bild einer Genesung. Zugleich unsentimental und gefühlsgeladen, voll Wärme und Leben: Ein eindrucksvoller und immer wieder erstaunlich humorvoller Roman über eine Frau, der das Leben beinahe entgleitet.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2021

Genug

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Nach ihrem Schulabschluss nimmt sich die junge Frau, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, ein Ziel vor: Sie will abnehmen. Zu Beginn wiegt sie ca. 72kg, doch in nicht einmal einem Jahr nimmt sie ...

Nach ihrem Schulabschluss nimmt sich die junge Frau, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, ein Ziel vor: Sie will abnehmen. Zu Beginn wiegt sie ca. 72kg, doch in nicht einmal einem Jahr nimmt sie etwa 40kg ab und ist damit stark untergewichtig. Längst steht für sie nicht mehr wie anfangs noch die Gesundheit im Vordergrund, vielmehr ist ihr ständiger Wunsch, Gewicht zu verlieren, zu einer Krankheit geworden, die sie nicht mehr loslässt.

Selten habe ich ein Buch gelesen, das dieses Thema so eindrücklich dargestellt hat. Allein durch die Erzählweise, die sich vor allem von den kurzen Kapiteln in sehr ansprechender Sprache auszeichnet, fühlt man sich der Protagonistin bereits nahe und verfolgt mit Schrecken ihre Geschichte. Die vielen Rückblenden in ihre Kidheit und Jugend komplettieren das Bild einer jungen Frau, die sich innerlich leer fühlt, der irgendetwas fehlt, was sie einfach nicht finden kann und das sie letztendlich zu solcher Verzweiflung treibt, dass ihr Körper kurz vor dem Aufgeben ist. Immer wieder gibt es Einschübe in Form von Berichten, in denen sich die Sozialarbeiterin oder die Ärzte der namenlosen, jungen Frau zu Wort melden. Sie betonen die innere Zerissenheit der Protagonistin, die teils den starken Wunsch nach Veränderung zeigt und unbedingt am Leben bleiben will, dann jedoch wieder sämtliche Behandlungsmethoden vehement ablehnt.

Ein erschreckendes, jedoch sehr authentisches und eindringliches Buch, das mich sehr gepackt und von Anfang bis Ende überzeugt hat.

Veröffentlicht am 04.04.2021

Ein literarisches Meisterwerk über die Anorexie

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Luise Juhl Dalsgaard hat es geschafft, dass ich seit langem ein Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und es sofort komplett gelesen habe.

Die Autorin beschreibt in ihrem Buch in kurzen, teils poetisch ...

Luise Juhl Dalsgaard hat es geschafft, dass ich seit langem ein Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und es sofort komplett gelesen habe.

Die Autorin beschreibt in ihrem Buch in kurzen, teils poetisch anmutenden Texten ihre Lebensgeschichte mit der Erkrankung Anorexie. Die Gefühlswert der Autorin wird dabei eindrucksvoll fühlbar. Auch kann man gut nachvollziehen, wie es zur Entstehung der Erkrankung gekommen ist und wie diese trotz des Leides aufrechterhalten wird. Die Sprache, die geprägt durch Bilder und Metaphern ist, machen das Buch dabei zu etwas ganz besonderen.
Immer wieder werden zwischen den subjektiven Berichten Klinikberichte, Gesprächsdokumentationen von Behandlern oder ähnliches präsentiert. Dies hat das Buch für mich besonderes eindrucksvoll gemacht.

Als Psychologin bringe ich einiges an Hintergrundwissen mit, allerdings glaube ich, dass das Buch für einen interessierten Laien auch sehr gut verständlich ist. Ich kann mir ebenfalls gut vorstellen das Buch meinen Patienten zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Aufwühlend!

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In dem Buch geht es um eine junge Frau, die nach dem Schulabschluss in eine Essstörung rutscht und im Roman wird ihr Kampf mit der Magersucht geschildert.

Dies geschieht zum Einen durch Einblicke in ...

In dem Buch geht es um eine junge Frau, die nach dem Schulabschluss in eine Essstörung rutscht und im Roman wird ihr Kampf mit der Magersucht geschildert.

Dies geschieht zum Einen durch Einblicke in das Leben der Protagonistin und zum anderen durch Arztberichte. Die Einstreuung der Arztberichte und -protokolle hat mir sehr gefallen, da dadurch ein sehr interessanter Effekt entstand. Man kam der Frau durch ihre privaten Perspektiven sehr nahe und erlebte ihre Gefühlswelt, wodurch eine sehr intime Atmosphäre entstand, welche dann durch die sehr klinisch und strukturierten Arztbriefe durchbrochen wurde, sodass man eine gewisse Distanz einnahm. In diesen Kapiteln wurde die Frau mehr zu einer "Patienten mit Diagnose" als ein Individuum. Man könnte den Roman also nicht nur als eine aufwühlende Geschichte über Magersucht lesen oder das verzweifelte Ringen einer Frau, die Oberhand in ihrem Leben zurückzugewinnen, sondern auch als eine Kritik daran, wie man Menschen mit psychischen Problemen betrachtet und wie schnell diese einen Stempel aufgedrückt bekommen, sodass sie zu einer von vielen Akten werden.

Abgesehen von den sehr strukturierten und formal gebundenen Arztprotokollen sind die anderen Kapitel sehr intensiv und der poetische Schreibstil der Autorin tritt wunderbar hervor. Er ist gleichzeitig auch kraftvoll, weshalb man als Leserin mitgerissen wird. Mich hat die Geschichte jedenfalls sehr betroffen gemacht!

Rundum kann ich das Buch wirklich nur empfehlen! Meiner Meinung nach liegt großes schriftstellerisches Geschick dahinter und die behandelte Thematik ist düster aber wichtig, da es leider zu viele Betroffene gibt!

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Phantomleere

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Inhalt:
„Nach einem mit Bravour absolvierten Schulabschluss entgleist das Leben einer jungen Erwachsenen, die sich in der Obsession verfängt, weniger werden zu wollen. Innerhalb eines Jahres verliert sie ...

Inhalt:
„Nach einem mit Bravour absolvierten Schulabschluss entgleist das Leben einer jungen Erwachsenen, die sich in der Obsession verfängt, weniger werden zu wollen. Innerhalb eines Jahres verliert sie mehr als die Hälfte ihres Körpergewichts. Was folgt, sind wiederholte Aufenthalte in Kliniken und ein mühevoller Weg zurück.

Louise Juhl Dalsgaards poetische und wunderbar verwickelte Erinnerungstableaus erzählen von dem problematischen Verhältnis zu den Eltern, von Enttäuschungen, aber auch von herzerwärmenden und komischen Momenten. Anhand nüchterner Krankenakten skizziert sie das durchaus hoffnungsvolle Bild einer Genesung.

Zugleich unsentimental und gefühlsgeladen, voll Wärme und Leben: Ein eindrucksvoller und immer wieder erstaunlich humorvoller Roman über eine Frau, der das Leben beinahe entgleitet.“


Schreibstil/Art:
Der schonungslos ehrliche und eindringliche Stil verleiht dieser Geschichte das gewisse Etwas. Die namenlose Protagonistin fühlt sich unverstanden, einsam, ungeliebt, anders, verloren, ... und all das Gefühlschaos schafft es die Autorin perfekt auf den 192 Seiten wiederzugeben. Manche Vorfälle sind traurig aber auch total aufschlussreich. Manche wiederum leise und am Ende des Abschnittes so laut, dass man selbst das Gefühl hat, man möchte der jungen Frau unter die Arme greifen und helfen.


Fazit:
Nach langem wieder mal ein starkes Buch! 

Der poetische Stil verleiht der Ernsthaftigkeit in dieser Geschichte mehr Leichtigkeit auch wenn das Thema alles andere als leicht ist. Viele Momente sind knallhart und schockierend. Durch die kleinen Passagen ist man schnell durch mit dem Buch aber der Inhalt hinterlässt Eindruck und macht nachdenklich. Der Weg in und aus der Krankheit ist erschreckend. 
Gut eingebunden hat meiner Meinung nach die Autorin auch die Kind- und Jugendzeit. Viele Ursachen liegen nun mal oftmals in der Erziehung und den Ereignissen, die man erlebt hat. Die Darstellung ist der Autorin definitiv gelungen.

An interessierte Leser/-innen, die selbst an Magersucht erkrankt (gewesen) sind, rate ich von diesem Buch ab. Die Bilder im Kopf würden möglicherweise Schaden anrichten.

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Ein kleines Meisterwerk

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Meine Meinung:
Mit diesem Buch ist der dänischen Autorin, zumindest in meinen Augen, ein absolutes Meisterwerk gelungen. Denn dieses schmale Büchlein ist ein wahres Meisterwerk und trotz seiner dünne, ...

Meine Meinung:
Mit diesem Buch ist der dänischen Autorin, zumindest in meinen Augen, ein absolutes Meisterwerk gelungen. Denn dieses schmale Büchlein ist ein wahres Meisterwerk und trotz seiner dünne, ein so nachhallendes und prägendes Buch, welches mich auch nach Beendigung der Lektüre noch lange begleitet und mit sehr stark in Gedächtnis bleibt.

Wie es die Autorin schafft, das Innere ihrer Protagonistin nach außen zum Leser hin zu wenden und dabei so schonungslos ehrlich und authentisch zu sein, so etwas durfte ich nur sehr selten in der Literatur lesen. Hinzu kommt ein grandioser sehr leiser und zurückgenommener Schreibstil, der allerdings gerade dadurch so aussagekräftig und laut, gerade zu stark wirkt. Für mich ein poetisches Buch, welches den gnadenlosen und harten Weg in eine psychische Erkrankung aufzeigt, aber auch die Hoffnung den Weg herauszufinden aufzuzeigen vermag.

Mein Fazit:
Definitiv ein sehr wichtiges und starkes Buch, vielleicht sogar ein kleines Meisterwerk.