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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2021

Ein unglaublich spannendes Finale

Elbendunkel 2: Kein Weg zu dir
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Nachdem es Ash und ihren Freunden im ersten Band gelungen ist, Dusk und seine Dunkelelbenrebellen aufzuspüren, folgte sogleich der nächste große Schlag: Darel ist Ash´s Bruder. Während sie diese Neuigkeit ...

Nachdem es Ash und ihren Freunden im ersten Band gelungen ist, Dusk und seine Dunkelelbenrebellen aufzuspüren, folgte sogleich der nächste große Schlag: Darel ist Ash´s Bruder. Während sie diese Neuigkeit ersteinmal verkraften muss, spitzt sich der Konflikt zwischen Dunkelelben, Lichtelben und Menschen weiter zu, und Ash fasst den Entschluss, sich von den Dunkelelben ausbilden und trainieren zu lassen, da sie unmöglich länger untätig zuschauen kann, wie die Welt in Chaos gestürzt wird und ihre Freunde in Gefahr schweben. Bald schon wird Ash immer tiefer ins Geflecht der Intrigen und Verschwörungen hineingezogen, und auch Darel, der sich ihr immer wieder in den Weg stellt, schmiedet geheimnisvolle Pläne. Als sich dann nach und nach noch die Absichten Hweitasils deutlicher abzuzeichnen beginnen, erreicht der Konflikt seinen Höhepunkt...

Wie schon der erste Band ist auch seine Fortsetzung unglaublich spannend geschrieben und stellt sogar nochmal eine deutliche Steigerung dar. Die meisten Figuren sind uns schon vertraut, daher ist es sehr schön zu sehen, wie sie sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben. Alle sind sehr individuell konstruiert, jeder hat seine Eigenarten, seine Stärken und Schwächen, und jeder trägt seinen Teil zur Geschichte bei.

In puncto Komplexität finde ich den zweiten Teil sogar noch besser als den ersten, denn sind schon die Welt und die Beziehungen der verschiedenen Völker an sich sehr interessant gestaltet, kommt nun der gefahrvolle Plan hinzu, die Gemeinschaft zwischen ebendiesen wiederherzustellen. Dass das mit einigen Schwirigkeiten verbunden sein muss, ist klar, und so mangelt es definitiv nicht an Spannung!

Auch Romantasy-Fans kommen nicht zu kurz, ich bin aber froh, dass die Liebesgeschichte gleichzeitig nicht allzu sehr im Mittelpunkt steht, da mich vor allem der gesellschaftskritische Aspekt anspricht, den "Elbendunkel 2" aufgreift. Denn auch hier ist das Thema Rassismus wieder allgegenwärtig.

Sehr gut und wirklich spannend geschrieben fliegt man nehezu durch die Seiten, weshalb ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Fast schon schade, dass die Geschichte nun vorbei ist, aber sie bietet ein Ende, mit dem ich mich gut anfreunden kann!

Veröffentlicht am 27.01.2021

Eine Kindheit in Kopenhagen

Kindheit
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Die junge Tove wächst im Kopenhagen der 1920er Jahre auf. Ihre Kindheit ist geprägt von Armut und Entbehrung, vom Nicht-Verstandenwerden und dem Gefühl, anders zu sein. Der Vater ist lange Zeit arbeitslos ...

Die junge Tove wächst im Kopenhagen der 1920er Jahre auf. Ihre Kindheit ist geprägt von Armut und Entbehrung, vom Nicht-Verstandenwerden und dem Gefühl, anders zu sein. Der Vater ist lange Zeit arbeitslos und meist nicht fähig, dem jungen Mädchen die Liebe zu zeigen, die er für sie empfindet; die Mutter wirkt unnahbar, oft geradezu abweisend.

Tove muss alleine mit dem Gefühl zurechtkommen, nicht in diese Welt zu passen. Die Eltern vesrtehen sie nicht, auch in der Schule hält man sie von Anfang an für "komisch". Schon sehr früh hat Tove den Wunsch, Dichterin zu werden, denn in der Poesie findet sie den einzigen Ausweg aus ihrer Situation. Doch der Wunsch wird von den Eltern belächelt, und so lernt sie, ihn wie so vieles Andere auch lange Zeit für sich zu behalten. Nun ist es ihr Ziel, erwachsen zu werden, um endlich ihrer Kindheit entkommen zu können. Häufig stellt sie sich absichtlich "dumm", damit sie auf andere nicht so seltsam wirkt. Als sie endlich eine Freundin findet, ist für eine Weile Vieles besser, doch schon bald zeichnen sich auch hier Differnzen ab, und am Ende ist Tove vor allem eines - doch wieder alleine.


Auf wenigen Seiten gelingt der Autorin die berührende Skizze einer Kindheit, die von Entbehrung und Einsamkeit geprägt ist. Mitreißend und sehr bildlich geschrieben fällt es leicht, sich beim Lesen in die Enge der Wohnung und der umgebenden Straßen hineinversetzt zu fühlen. Tove ist eine interessante Protagonistin mit einer gewinnenden Art, die dennoch bei den Menschen in ihrer Umgebung auf Ablehnung stößt. Ich habe beim Lesen sofort mit ihr mitgefühlt und bin gespannt auf die Fortsetzung dieser Autobiographie.

Veröffentlicht am 22.01.2021

Wo ist Vati?

Vati
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Nachdem sie in "Die Bagage" bereits die Geschichte ihrer Familie mütterlicherseits aufgearbeitet hat, widmet sich Monika Helfer nun ihrem Vater. Dieser, vom Krieg versehrt, leitet ein Kriegserholungsheim ...

Nachdem sie in "Die Bagage" bereits die Geschichte ihrer Familie mütterlicherseits aufgearbeitet hat, widmet sich Monika Helfer nun ihrem Vater. Dieser, vom Krieg versehrt, leitet ein Kriegserholungsheim in den Bergen, in welchem er auch mit seiner Familie lebt. Nach und nach erzählt Helfer vom Zusammenleben mit ihrem "Vati", wie er stets genannt werden will, und seinen Eigenheiten. Er ist ein stiller Mann, sehr in sich zurückgezogen, seine Bücher und die kleine Bibliothek des Erholungsheimes bedeuten ihm viel.

Darüber hinaus fällt es mir schwer, etwas über ihn zu sagen, denn während der ganzen Kindheit Helfers bleibt "Vati" vor allem eines - merkwürdig abwesend, stets irgendwie woanders. Die nüchterne Erzählweise und die betonte Neutralität darin, die anfangs noch mein Interesse weckten, bewirkten auf Dauer, dass mir alle Figuren seltsam fremd blieben, ich habe mich beim Lesen wie ein unbeteiligter Aussenstehender gefühlt, der zufällig kurze Episoden aus dem Leben Helfers und ihres Vaters beobachtet hat.

Keine der Figuren hat wirklich meine Sympathie geweckt, zu groß war die Distanz, die hier über die sprachliche Ebene aufgebaut wurde. Auch die junge Monika erscheint eher als stumme Beobachterin anstatt als Tochter dessen, von dem das Buch handeln soll. Sie enthält sich nahezu jeglicher Wertung über das Verhalten ihrer Eltern und deren Geschwister, bis auf einige Ausnahmen erfährt man als Leser kaum etwas darüber, wie sie empfindet; ein wenig fühlt es sich an, als würde man einen Stummfilm schauen. Besonders aber "Vati" selbst ist eher passiv, obwohl im Mittelpunkt stehend, irgendwie abwesend - gerade die zweite Hälfte des Buches handelt weniger von ihm als vielmehr von seiner Abwesenheit. Und wie schreibt man ein Buch über jemanden, der nicht da ist?

Die Geschichte tröpfelt von Seite zu Seite, ohne einen wirklichen Sog zu entwickeln, obwohl das Potential dahinter spürbar ist. Es gibt einige schöne Beschreibungen, einige Figuren wurden in groben Zügen durchaus interessant skizziert - mich störten die stets aufrechterhaltene Distanz und Sachlichkeit aber zu sehr.

Veröffentlicht am 16.01.2021

Ein gelungener Abschluss

Bildvagabunden
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"Feuerpalast" ist der vierte und letzte Teil der Bildvagabunden-Reihe. Darin reisen Caro und Ryu mithilfe von Wandersteinen durch spezielle Bilder in die jeweils darauf abgebildete Welt. Nachdem ihnen ...

"Feuerpalast" ist der vierte und letzte Teil der Bildvagabunden-Reihe. Darin reisen Caro und Ryu mithilfe von Wandersteinen durch spezielle Bilder in die jeweils darauf abgebildete Welt. Nachdem ihnen im vorherigen Band nur knapp die Flucht aus dem Dämmerreich gelungen ist, befinden sie sich nun tatsächlich in Abkindha - der Welt, in der sie die Gilde der Bildvagabunden anzutreffen hoffen, um mit deren Unterstützung endlich einen Weg zurück auf die Erde und in den Mamorpalast zu finden. Tatsächlich werden die beiden in der neuen Welt überraschend freundlich in Empfang genommen, denn Bildvagabunden sind hier im Gegensatz zu allen bisherigen Welten ein akzeptierter Bestandteil der Gesellschaft. Sogar der Tanios, der Herrscher Abkindhas, möchte Caro und Ryu persönlich kennenlernen. Doch steckt dahinter wirklich bloß das Interesse an Geschichten aus fremden Welten, oder hat der Tanios es auf etwas anderes abgesehen?

Auch Banor, ein Mavrosryk, der Caro und Ryu eigentlich im Dämmerrreich gefangennehmen wollte, ist wohlbehalten in Abkindha angelangt - gegen seinen Willen allerdings, denn er wusste bisher nichts von den Bilderreisen. Kein Wunder also, dass er Caro und Ryu nicht auf ihrem Weg zur Gilde begleiten, sondern sich zunächst ins Hinterland begeben möchte. Dabei trifft er auf Rebellen, die gute Gründe haben, den aktuellen Tanios zu stürzen. Als Krieger und Feind der vom Tanios unterstützten Bildvagabunden schließt Banor sich ihnen kurzerhand an.

Die Handlung knüpft nahtlos an die von Band 3 an, während des Lesens kommen aber schnell nach und nach alle Erinnerungen zurück, sodass das kein Problem darstellt. Es gibt wieder zwei Handlungsstränge. Den von Caro & Ryu, der zunächst hauptächlich in der Stadt bzw. der Gilde spielt, wo die beiden in der Bibliothek das Wissen über die Welten aktualisieren, die sie bereist haben; und den um Banor, welcher sich den Rebellen angeschlossen hat. Beide Handlungsstränge sind spannend geschrieben, und gerade durch Banor als Protagonist kommt eine interessante zweite Perspektive mit in die Geschichte hinein.

Mag man zunächst noch denken, dass die Weiterreise hier kein großes Problem werden sollte - immerhin müssen sich die Bildvagabunden nicht versteckt halten und bekommen sogar offizielle Unterstützung - wird bald deutlich, dass es so einfach dann doch nicht werden soll. Denn schnell wird klar, dass der Tanios insbesondere Ryus Fähigkeiten für sich nutzen möchte, um das Aufbegehren der Rebellen im Keim zu ersticken, bevor es ihm gefährlich werden kann. Das bringt Caro und Ryu in eine Zwickmühle, wollen sie doch eigentlich nichts anderes, als einfach nur schnellstmöglich nach Hause zurückzukehren. Und erst recht wollen sie nicht in einen Krieg mit hineingezogen werden.

Die Spannung ist also von Anfang an da und wird auch bis ganz zum Schluss aufrechterhalten. Es gibt einige überraschende Wendungen und Entwicklungen, und auch Abkindha ist als Welt durch ihre individuelle Gestaltung wieder gut von den vorherigen unterscheidbar, sodass es auch in diesem Punkt nicht langweilig wird. Zusätzlich gibt es mehrere Nebenfiguren, von denen eine eine ganz besondere Rolle einnimmt und sehr interessant gestaltet ist.

Insgesamt hat mir hat auch dieser letzte Ausflug in die Bilderwelten wieder sehr gut gefallen! "Feuerpalast" ist ein schöner Abschluss dieser spannenden Reihe, die mir beim Lesen große Freude bereitet hat und mich am Ende zufrieden zurücklässt. Und ich werde ab jetzt definitiv ein Auge auf verdächtig wirkende Bilderrahmen haben, man weiß ja nie!

Veröffentlicht am 31.12.2020

Gute YA/NA-Geschichte für zwischendrin

One Last Song
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Riley möchte sich endlich ihren Traum erfüllen und Musicaldarstellerin werden. Zwei Jahre Zeit gibt ihr Vater ihr dazu. Zwei Jahre in der Metropole New York, die sich langsam dem Ende zuneigen, und noch ...

Riley möchte sich endlich ihren Traum erfüllen und Musicaldarstellerin werden. Zwei Jahre Zeit gibt ihr Vater ihr dazu. Zwei Jahre in der Metropole New York, die sich langsam dem Ende zuneigen, und noch immer konnte Riley trotz zahlreicher Castings keine besonders attraktive Rolle ergattern. Durch Zufall kommt sie an einen Job als Kellnerin im Bistro einer angesehen Musikschule, und begegnet dort Julian, der gerade mit seiner Band in der Stadt ist. Die beiden entwickeln Gefühle füreinander, doch bald schon droht Julians Vergangenheit, ihn einzuholen, und auch Riley läuft die Zeit davon...

Im Großen und Ganzen fand ich das Buch okay, es lässt sich angenehm leicht lesen. Die Protagonistin ist gut gestaltet und war mir sympathisch, wenn sie auch etwas naiv ist, die Geschichte selbst verläuft insgesamt mehr oder weniger genauso wie es zu erwarten war. An für sich ist es alles nichts Neues, diverse Klischees werden erfüllt, es ist von Anfang an klar, dass die beiden Protagonisten sich ineinander verlieben werden usw. Ich habe ein bisschen die Tiefe vermisst, immer wenn man gerade dachte, es könnte ein bisschen in die Richtung gehen, wurde im letzten Moment doch nochmal ein Bogen darum geschlagen. Trotzdem lässt sich das Buch wie gesagt ganz nett für zwischendurch einschieben, wenn man nichts allzu Tiefgründiges haben und einfach mal nur entspannt lesen möchte!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere