Miri muss sich entscheiden
„...Der Boden zitterte. Ein schriller Ton durchzog den Raum. Danach Stille. Alle hielten die Luft an...“
Mit diesen spannenden Zeilen beginnt ein abwechslungsreicher Jugendroman. Die 22jährige Miri ist ...
„...Der Boden zitterte. Ein schriller Ton durchzog den Raum. Danach Stille. Alle hielten die Luft an...“
Mit diesen spannenden Zeilen beginnt ein abwechslungsreicher Jugendroman. Die 22jährige Miri ist auf den Flug nach Málaga, um dort an einem Beachvolleyball - Turnier teilzunehmen. Gerade sackt das Flugzeug in ein Luftloch.
Der Schriftstil ist locker und leicht. Er passt zur Zielgruppe. Trotzdem gibt er dem Roman eine ungeahnte Tiefe.
Schon zu Beginn wird deutlich, dass Miri mit sprichwörtlich schwerem Gepäck anreist. Sie hofft trotzdem, dass ihr das Spiel mit dem erfolgreichen Nachwuchstalent Julian Andersen den Weg zu einer Profikarriere ebnet.
Beim Baden am Strand lernt sie Max kennen. Er jobbt als Kellner, weil es kaum bezahlte Stellen für Sozialarbeiter gibt. Sein Hund war es, dem sie die Begegnung zu verdanken haben. Er hat Miris Shirt am Strand für ein gefundenes Fressen gehalten.
Durch Max lernt Miri eine andere Seite von Málaga kennen. Die hat nichts mit den Hochglanzprospekten der Tourismusunternehmen zu tun.
„...Die Häuser in diesem Stadtteil sahen deutlich heruntergekommener aus als das historische Zentrum mit seinen glänzenden Marmorböden und beigefarbenen Fassaden. Der Putz der Häuser war an einigen Stellen heruntergebröckelt….“
Max arbeitet ehrenamtlich mit Kindern und lädt Miri dazu ein. Miri wird sofort angenommen, ganz anders als im Team der Volleyballer. Viele der Kinder stammen aus Flüchtlingsfamilie. Miri ist etwas irritiert, als sie Broschüren mit christlichenBbezug findet. Max klärt sie auf.
„...Aber viele der Menschen, die uns hier besuchen, kommen aus Kulturen der Angst, in der es darum geht, die religiösen Normen nicht zu verletzen und der Familie keine Schande zu machen. Wir erzählen ihnen von der Freiheit, die wir in Jesus haben...“
Es gab ein entscheidendes Erlebnis in Miris Kindheit, das sie an der Existenz Gottes zweifeln lässt. Doch sie will nicht darüber sprechen. Außerdem lässt sie kaum Menschen an sich heran. Das macht sowohl das Zusammensein mit Julian als auch mit Max schwierig. In Max` Gegenwart aber fühlt sie sich wohl.
Es passiert noch eine Menge, bevor Miri die Weichen in ihrem Leben neu stellt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist realistisch und einfühlsam.