Cover-Bild Moscow Mule
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Penguin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 13.08.2025
  • ISBN: 9783641326456
Maya Rosa

Moscow Mule

Roman
»Ich wollte bloß leben, über alle denkbaren Grenzen reisen und frei über alle Straßen laufen.«

Karina und Tonya teilen alles — ihr Studium an einer Moskauer Uni, betrunkene Männer, leere Geldbörsen, aber vor allem: das ambitionierte Ziel, nach Europa auszuwandern. Während im jungen neuen Jahrtausend der eine Teil der russischen Gesellschaft zwischen Luxusautos und Kaviar versinkt, schummelt sich der andere mittellos durchs Leben. Auch Karina hat gelernt, mit Witz und Wahnsinn jede Situation zu meistern und an ihren Träumen festzuhalten, komme, was wolle. Doch mehr und mehr schieben sich ihre Träume vor die Freundschaft mit Tonya, und was einst nach einem großen ›Für immer‹ klang, wird plötzlich brüchig.

Geschickt verwebt Maya Rosa in ihrem Debütroman »Moscow Mule« das Politische mit dem Freiheitsdrang des Erwachsenwerdens und zeigt dabei mit einem einzigartigen Sound voller Witz und Klugheit, dass man mit Lebensfreude so manche gesellschaftliche Kette sprengen kann.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2025

Das Russland der 2000er

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Der Roman 'Moscow Mule" von Maya Rosa bietet einen interessanten Einblick in das Leben einer jungen Frau im Russland der frühen 2000er Jahre. Man erlebt aus der Perspektive von Protagonistin Karina, wie ...

Der Roman 'Moscow Mule" von Maya Rosa bietet einen interessanten Einblick in das Leben einer jungen Frau im Russland der frühen 2000er Jahre. Man erlebt aus der Perspektive von Protagonistin Karina, wie diese sich in ihrer Zeit des Erwachsenwerdens zur Recht zu finden versucht und begegnet währenddessen der ein oder anderen Schwierigkeit. Durch Rosas humorvolle und scharfsinnige Art, lernt der Leser schnell das Setting und das soziale Umfeld Karinas kennen. Man bewegt sich nicht nur geografisch zwischen Großstadt und Provinz, auch die Kluft zwischen Arm und Reich, Alter und Jugend, Tradition und Fortschritt, sind im ganzen Roman überall spürbar. Zudem hat für mich, während des gesamten Lesens, ein Gefühl von Beklemmung mit geschwungen, welches durch Karinas unentwegten Drang Russland zu entkommen, nur noch verstärkt wurde. Das Buch hat mir zwar ein klares Bild vermittelt, wie sich die junge Frau in einer Welt fühlt, die geprägt ist von politischer und wirtschaftlicher Instabilität, sowie der Zeit, welche auf den kalten Krieg folgte, trotzdem scheint das Buch eine gewisse Aktualität und Brisanz zu beinhalten.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Sprachlich sehr gelungen: Russische Jugend um die Jahrtausendwende

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"Wir waren zu jung, um patriotisch zu sein, und zu alt, um an den Triumph der Gerechtigkeit zu glauben. Die Perspektiven waren überschaubar. Wir könnten natürlich so weiterleben, als gäbe es keine Politik, ...

"Wir waren zu jung, um patriotisch zu sein, und zu alt, um an den Triumph der Gerechtigkeit zu glauben. Die Perspektiven waren überschaubar. Wir könnten natürlich so weiterleben, als gäbe es keine Politik, stattdessen glamourös tun, in der visafreien Türkei Urlaub machen und Shoppingcenter durchstöbern. Wir könnten auch abwarten, ob es irgendwann wieder freie Wahlen, eine echte Opposition und keine Zensur mehr geben würde. Aber am besten würden wir nach Europa emigrieren, jetzt sofort, bevor es noch schlimmer würde, denn es könnte schlimmer werden. Russen flohen nicht zum ersten Mal, in jeder Generation gab es einen Massenexodus, man denke nur an die Bolschewiken vor hundert Jahren.“

Maya Rosa hat mit "Moscow Mule" einen Debütroman geschrieben, der vor allem sprachlich sehr bemerkenswert ist. Sehr viel Wortwitz und Scharfzüngigkeit, das hat mich hier am meisten begeistert!

Die Autorin erzählt die Geschichte von Karina und Tonya, die gemeinsam an einer Moskauer Universität studieren. Sie teilen nicht nur ihre Männergeschichten, sondern auch ihren permanenten Geldmangel. Der große Traum ist es, dem Leben in Russland zu entfliehen und nach Europa auszuwandern.

Die Autorin verbindet in ihrem Roman die politische Lage sehr gekonnt mit dem Leben der beiden jungen Frauen und ihrem unendlichen Drang nach Freiheit und einem besseren Leben.

"Nichts machte uns zynischer als genau diese Weisheit, nämlich dass man nur ein Leben hat und dass es nicht schlecht wäre, es woanders zu verbringen, wo man immer noch die Möglichkeit hätte, sich an eine vertraute Birke anzulehnen, ohne zwischendurch im Kerker zu landen. Bürgerrechte zu haben. Sich bei keinen Behörden anzubiedern und nirgendwo Schmiergeld zu zahlen."

Auch das sehr schwierige Verhältnis von Karina zu ihrer (sehr hart wirkenden) Mutter bringt die Autorin sehr authentisch wieder, genauso wie das sehr liebevolle Verhältnis Karinas zu ihrer Großmutter:

"Meine Oma wusste stets, wie man jemanden aufmuntern konnte. In ihrer Gegenwart war es beinahe unmöglich zu klagen. Wann immer ich irgendwelche Weltuntergangslieder anstimmte, rief sie mich wie ein tibetischer Mönch zur Vernunft mit den drei gleichen Fragen, auf die ich immer mit 'Ja' zu antworten gezwungen war. Bist du am Leben? Bist du gesund? Bist du frei? Das nannte sie 'Die drei großen Vorteile', durch die man nichts weiter zu befürchten hätte. Eingeschüchtert und ermahnt konnte ich meistens nicht weiter jaulen. Einem Menschen, der den Krieg gegen die Faschisten hinter sich hatte und nun die Deutschen mit Pelmeni bewertete, aus dem Dachgeschoss der Erinnerung lachend 'Hände hoch!' und 'Hitler kaputt!' rief, sollte man nicht widersprechen."

Ich habe diesen Debütroman vor allem aufgrund des beachtenswerten Schreibstils sehr gerne gelesen, es sind großartige Sprachbilder und Sätze, die die Autorin hier einbaut:

"Ein paar Tage später und ein Leben älter landete ich wieder in Moskau."

„Ich wusste, dass du nicht alle Tassen im Schrank hast, aber jetzt weiß ich, dass da gar kein Geschirr drin ist, oder?“

„Ich wollte bloß leben, über alle denkbaren Grenzen reisen und frei über alle Straßen laufen.“

"Mein Stolz klebte noch an meinem Schuh wie ein Stück Papier, bis es endgültig an den Zacken der Rolltreppe abgekratzt wurde."

Leider konnte mich die Geschichte an sich, besonders gegen Ende hin, nicht komplett überzeugen. Stellenweise wirkt die Geschichte noch unfertig, es fehlte mir noch etwas.
Daher ziehe ich 1 Stern ab, möchte aber dennoch eine Lesesempfehlung mit 4 Sternen aufgrund der starken Sätze geben und hoffe sehr, von der Autorin bald noch mehr lesen zu dürfen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Unterhaltsam, aber belanglos

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"Moscow Mule" ist insgesamt ein durchaus unterhaltsames Buch, ist allerdings auch belanglos und gibt nicht wirklichetwas mit. Da muss jeder selbst entscheiden, was er davon hält.
Die Geschichte erzählt ...

"Moscow Mule" ist insgesamt ein durchaus unterhaltsames Buch, ist allerdings auch belanglos und gibt nicht wirklichetwas mit. Da muss jeder selbst entscheiden, was er davon hält.
Die Geschichte erzählt von Karina und ihrer Freundin, zwei Studentinnen in Moskau, irgendwo zwischen Vorlesungen, Männern, Streitigkeiten mit der Familie, der Angst vor der Zukunft in Russland und dem Drang nach Freiheit.
Sie lässt sich ziemlich gut lesen und macht auch irgendwo Spaß, allerdings dümpelt sie auch kapitelweise dahin, ohne dass etwas wirklich geschieht. Wir bekommen ein kleines Fenster aus dem Leben junger russischer Frauen zu sehen, die alles tun, um nach Europa zu kommen. Die Geschichte wirkt teils seltsam, teils unrealistisch, teils belustigend authentisch. Sie kann insgesamt nicht ernst genommen werden, da der eher sarkastische Erzählstil die Geschehnisse verzerrt, aber auch unterhaltsam macht.

Veröffentlicht am 09.08.2025

In Russland

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Cover, Schreibstil, Inhalt und Fazit
Ich finde das Cover ist schön und passt für mich richtig gut zu der Geschichte.
Die farbliche Gestaltung ist auch perfekt gemacht.
Der Schreibstil hat ...

Cover, Schreibstil, Inhalt und Fazit
Ich finde das Cover ist schön und passt für mich richtig gut zu der Geschichte.
Die farbliche Gestaltung ist auch perfekt gemacht.
Der Schreibstil hat mir echt ein bisschen Schwierigkeiten bereitet, es sind Momenteaufnahmen der beiden jungen Frauen, die hintereinander erzählt werden. Dabei bleibt für mich die Gefühle auf der Strecke, ich habe hier auch kaum eine Verbindung zu den beiden Protagonistinnen aufbauen können.
Es geht hier um Karina und Tonya, die in Russland aufgewachsen sind. Sie sind ständig und immer pleite und auf der Suche nach einem reichen Mann.
Sie sind beide an der Universität eingeschrieben und wollen gerne raus aus Russland.
Das Setting ist gut ausgearbeitet und ich fand es auch interessant wie die beiden jungen Frauen leben. Wie ihre Familien sind aber da haben mir auch echt ein bisschen die Emotionen gefehlt.
Ich habe bei dem Buch was anderes erwartet und ich denke genau das war, das Problem.
Ich danke Vorablesen für das Rezi Exemplar welches meine Meinung nicht beeinflusst hat.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Belanglos

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Karina und Tonya sind Studentinnen im Moskau der Nullerjahre. Es sind ihre Träume, die die beiden miteinander verbinden: Sie wollen ausbrechen und in den Westen auswandern, am liebsten nach Deutschland. ...

Karina und Tonya sind Studentinnen im Moskau der Nullerjahre. Es sind ihre Träume, die die beiden miteinander verbinden: Sie wollen ausbrechen und in den Westen auswandern, am liebsten nach Deutschland. Denn dort, glauben sie, wartet ein besseres Leben auf sie.

Vorab: Ich habe das Buch abgebrochen. Meine Einschätzung bezieht sich also nur auf das erste Drittel des Romans.

Maya Rosa reiht in "Moscow Mule" Episoden aus dem Leben ihrer beiden Hauptfiguren aneinander, die sich treiben lassen und von ihren Hoffnungen für die Zukunft beflügelt werden. Ihr Erwachsenwerden ist verknüpft mit gesellschaftlichen Strukturen, mit einem immer autokratischer werdenden Russland, mit familiären Umständen, mit dem Wunsch nach Freiheit und mit dem großen Drang nach Unbändigkeit.

All das wirkt jedoch unausgereift und wird nur oberflächlich wiedergegeben. Der Geschichte fehlt es an Tiefe, an Inhalt und auch in sprachlicher Hinsicht fehlt es meines Erachtens nach an Schliff und Finesse.

Mein Eindruck von den ersten hundert Seiten ist leider von so viel Belanglosigkeit und Langeweile geprägt, dass ich den Roman nicht weiterempfehlen kann.

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