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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Intensiver Psychothriller

Station 9
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Eine Psychologin. Eine Patientin mit Amnesie. Ein bitterböses Spiel. Das sind die Zutaten, aus denen Naomi Williams ihren Psychothriller STATION 9 zusammengerührt hat. Das Ergebnis hat meinen Geschmack ...

Eine Psychologin. Eine Patientin mit Amnesie. Ein bitterböses Spiel. Das sind die Zutaten, aus denen Naomi Williams ihren Psychothriller STATION 9 zusammengerührt hat. Das Ergebnis hat meinen Geschmack getroffen.
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Darum geht’s: Blutüberströmt wird Laura Winters mitten in London auf der Straße gefunden. Das Blut ist nicht ihres. Laura hat keinerlei Erinnerung daran, was passiert ist…
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Okay, mein erster Gedanke war, dass ich so etwas ähnliches doch gerade erst in einem anderen Buch gelesen habe. Schnell hat sich dann aber herauskristallisiert, dass STATION 9 das Thema ganz anders anpackt. Dieser Psychothriller entpuppt sich nicht unmittelbar als rasanter Pageturner. Er setzt vielmehr auf ruhige Intensität.
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STATION 9 kommt eher langsam in die Gänge. Und dem ein oder anderen mag auf dem Lese-Weg vielleicht schon die Luft ausgehen. Mir hat der Stil aber gefallen. Und letztendlich kann ich für meinen Teil nur sagen: Dieser Thriller kommt langsam, aber gewaltig. Die Spannung ist über weite Strecken eher subtil und durch seltsame Ungereimtheiten geprägt. Im Verlauf nimmt die Handlung dann immer mehr an Fahrt auf – und tatsächlich war irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen.
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Ich hatte keinen besonderen Anspruch an das Buch und bin absolut positiv überrascht worden. Mir hat STATION 9 gefallen. Der Erzählton ist leise, das Tempo eher langsam. Beides in einem Maße, wie es mich aber anspricht. Trotz schmaler unter 400 Seiten braucht die Story ein bisschen Anlaufzeit. Gerade die zweite Hälfte hat mir dann aber richtig gut gefallen. Ich bin hier insgesamt echt auf meine Kosten gekommen und hatte eine gute Lesezeit.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Eine meiner liebsten Krimireihen

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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DAS FREMDE GESICHT ist der mittlerweile 7. Band der NORDLICHT-Krimis von Anette Hinrichs. Die Reihe bekommt meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit – vor allem, weil der Autorin hier ...

DAS FREMDE GESICHT ist der mittlerweile 7. Band der NORDLICHT-Krimis von Anette Hinrichs. Die Reihe bekommt meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit – vor allem, weil der Autorin hier die große Kunst gelingt, konstant gute Qualität abzuliefern. Wo andere Reihen im weiteren Verlauf schwächeln, kann hier von einer Durststrecke bislang keine Rede sein. Ich habe jedes Buch der Serie mit 4 bis 5 Sternen bewertet, wobei kleinere Abstufungen in meiner Empfindung durchaus auch mal rein Tagesform-abhängig sein mögen. Fakt ist: Diese Reihe bewegt sich auf einem gleichbleibend hohen Niveau.
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Darum geht’s: Boisen & Nyborg jagen einen Serienmörder. Die Opfer sind qualvoll erstickt. Wo ist die Verbindung? Wo das Motiv? Außerdem ermittelt Nyborg noch in einer ganz persönlichen Sache…
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Das Wiedersehen mit dem deutsch-dänischen Ermittlerduo Vibeke Boisen & Rasmus Nyborg hat mir große Freude bereitet. Ich mag die Charaktere, die Anette Hinrichs im Laufe der Reihe etabliert hat, einfach unheimlich gerne. Die Personen haben ihre typischen Eigenschaften und jeder hat sein ganz persönliches Päckchen zu tragen. Dabei sind sie aber trotzdem realistisch und nicht überzeichnet dargestellt. Potenzielle Reihen-Neulinge werden mit den nötigen Infos versorgt, so dass ein Quereinstieg meiner Meinung nach kein Problem sein dürfte. Aber natürlich ist es bei Reihen ja gerade das Salz in der Suppe, die Personen schon länger zu kennen und zu begleiten. Also gönnt euch diese starke Krimireihe lieber von Anfang an.
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Anette Hinrichs gelingt es neben der guten Charakterzeichnung ihrer Protagonisten einmal mehr Atmosphäre zu erzeugen und einen spannenden Fall zu entwickeln. Ich verfolge die Ermittlungsarbeit der Sondereinheit GZ Padborg jedes Mal sehr gerne. Auch diesmal hat mich überzeugt, wie sich Schritt für Schritt Anhaltspunkte ergeben und Puzzleteile zusammenfügen, bis sich ein Gesamtbild ergibt. Nyborgs andere Ermittlungen mit privatem Hintergrund sorgen für zusätzliche Spannung. Daraus ergibt sich ein Cliffhanger… keine Frage, dass ich jetzt natürlich schon heiß auf die Fortsetzung der Reihe bin.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Modernes und spannendes Re-Telling

Beth is dead
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BETH IS DEAD von Katie Bernet ist ins Genre Jugendthriller einzuordnen. Das matcht mit mir nicht immer. Aber in diesem Fall hat es gepasst. Mir haben Herangehensweise und Umsetzung tatsächlich gut gefallen. ...

BETH IS DEAD von Katie Bernet ist ins Genre Jugendthriller einzuordnen. Das matcht mit mir nicht immer. Aber in diesem Fall hat es gepasst. Mir haben Herangehensweise und Umsetzung tatsächlich gut gefallen. Dass das Buch auf einem geliebten Klassiker aufbaut, macht hier den besonderen Reiz aus.
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Darum geht’s: Vier Schwestern. Eine ist tot. Zunächst stirbt Beth March in „Little Women“, dem Buch ihres Vaters. Dann wird die Jugendliche tatsächlich tot aufgefunden. Ihre Schwestern geraten unter Mordverdacht. Und es gibt noch einige weitere Verdächtige…
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Ich muss gestehen, dass ich ein Faible für Stories mit Meta-Ebene habe. Diese Vorliebe wird hier von Katie Bernet gut bedient. BETH IS DEAD ist dem Klassiker „Little Women“ von Louise May Alcott aus dem Jahr 1868 nachempfunden. Die Figuren sind von diesem Roman inspiriert und Bernet versetzt die March-Schwestern hier kurzerhand in die heutige Zeit. Dass sie das in Form eines Thrillers macht, in dem auch noch ein Roman mit dem Titel „Little Women“ eine Rolle spielt – das hat schon was. Man muss die Vorlage nicht unbedingt kennen, sondern kann mit BETH IS DEAD auch einfach so eine unterhaltsame und spannende Lesezeit haben. Ich würde aber sagen, dass es mit Vorkenntnissen noch mehr Spaß macht. Ich persönlich liebe es ja in solchen Re-Tellings die bekannten Motive, Parallelen und Anleihen zu entdecken.
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Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet und richtig gut in Szene gesetzt. Die Geschichte wird im Wechsel aus den unterschiedlichen Perspektiven der March-Schwestern sowie in Vergangenheit und Gegenwart erzählt. Im Handlungsverlauf stößt man auf viele dunkle Geheimnisse und mehrere Verdächtige. Die Handlung ist raffiniert konstruiert. Für mich war es durchgehend spannend zu verfolgen, wie sich das Puzzle Stück für Stück zusammenfügt.
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Fazit: BETH IS DEAD ist ein Jugendthriller der gelungeneren Sorte, weil er nicht so flach und plump aufgebaut ist, wie manch anderer buchige Vertreter des Genres. Das sorgt dafür, dass dieser Roman in jedem Lesealter Spaß macht.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Einfach stark

All your pretty lies. Glaubst du deinen Lügen?
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Eins vorweg: Wie entspannend ist es bitte, einfach mal wieder ein “normales” Buch in der Hand zu halten? ALL YOUR PRETTY LIES von Amy Tintera hat keinen Farbschnitt. Auch das Cover ist nicht übermäßig ...

Eins vorweg: Wie entspannend ist es bitte, einfach mal wieder ein “normales” Buch in der Hand zu halten? ALL YOUR PRETTY LIES von Amy Tintera hat keinen Farbschnitt. Auch das Cover ist nicht übermäßig auffällig gestaltet. Dafür überzeugt dieses in seiner Einfachheit selten gewordene Buch-Exemplar mit Inhalt. Dafür feiere ich es umso mehr. Ich kann dem Thriller nur wünschen, dass er aufgrund fehlender optischer Besonderheiten nicht übersehen wird, denn das hätte er nicht verdient.

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Darum geht’s: Lucy hat einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit. Vieles spricht dafür, dass sie ihre beste Freundin ermordet hat. Hat sie das wirklich? Rund um die Tat klafft in Lucys Kopf eine Erinnerungslücke. Jetzt will der True Crime-Podcaster Ben Licht ins Dunkel bringen…

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Amy Tintera hat bereits mehrere Jugendbücher veröffentlicht. ALL YOUR PRETTY LIES ist ihr erster Thriller für Erwachsene. Und damit legt sich die Autorin die Messlatte für weitere Werke gleich mal unglaublich hoch. Das Buch klang für mich interessant genug, um es lesen zu wollen. Die lobenden Credits im Innenteil habe ich mehr oder weniger ignoriert, weil diese Lobeshymnen doch meist eh nicht stimmen. Ich habe also weitestgehend ohne besondere Erwartungshaltung losgelesen – und konnte dann kaum aufhören. Ja, dieser Thriller ist ein echter Pageturner!

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„Ein Podcaster hat beschlossen, mein Leben zu zerstören, also kaufe ich mir ein Hühnchen“. Das ist der etwas skurrile erste Satz des Buches. Auf jeden Fall hat er seinen Zweck erfüllt und mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Und er gibt so ein bisschen die Marschroute des Buches vor. Schnell habe ich mich hier in den Schreibstil der Autorin verliebt, bei dem so ein leicht schnoddriger Grundton vorherrscht, den ich einfach als herrlich natürlich und leichtgängig empfunden habe. Das hat sich besonders positiv auf die Dialoge ausgewirkt, die mir wie aus dem Leben gegriffen vorkamen. Der schnelle und temporeiche Schlagabtausch zwischen den Personen liest sich wie geschnitten Brot. An dieser Stelle muss dann auch mal Übersetzerin Larissa Bendl namentlich erwähnt werden, die dieses Lesegefühl so super in die deutsche Sprache transportiert hat.

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Die Story entfaltet sich im Wechsel zwischen Passagen aus der Sicht von Protagonistin Lucy und der Niederschrift von Folgen des True Crime-Podcasts „Listen for the lie“. Eine solche Umsetzung glückt nicht immer. Es gibt auch Negativ-Beispiele. Hier passt es aber. Der Handlungsverlauf ist kurzweilig, abwechslungsreich, dynamisch und garantiert dafür, dass man sich in einen Rausch liest. Das Spannungslevel ist genau mein Fall. Es gibt etliche Spuren zu verfolgen und damit verbunden dann auch immer wieder überraschende Wendungen. Die Plot-Twists kommen auch genau an den richtigen Stellen, so dass ich ständig zum Weiterlesen animiert worden bin.

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Fazit: Amy Tintera hat mich mit ihrem Thriller-Debüt ALL YOUR PRETTY LIES komplett überzeugt. Das Buch liest sich schnell, flüssig, locker, spannend und konnte mich zumindest immer wieder überraschen. Die Autorin hat definitiv Potenzial und hoffentlich noch weitere Ideen für ähnlich gute Bücher. Ich würde es ihr und mir als Leserin jedenfalls wünschen und hoffe also, dass da etwas in dieser Qualität nachkommt.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Nervtötend statt nervenaufreibend

Das Gehöft
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Unter dem Namen Leo Brandt wechselt der Autor Richard Brandes vom Krimi- ins Thriller-Genre. Zu den Krimis habe ich immer wieder positive Resonanz mitbekommen. Das hat mich neugierig gemacht, und so habe ...

Unter dem Namen Leo Brandt wechselt der Autor Richard Brandes vom Krimi- ins Thriller-Genre. Zu den Krimis habe ich immer wieder positive Resonanz mitbekommen. Das hat mich neugierig gemacht, und so habe ich das Thriller-Debüt DAS GEHÖFT sofort auf meine Leseliste gesetzt. In diesem Fall haben sich meine Erwartungen aber leider nicht erfüllt.
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Darum geht’s: Die Biologin Lara zieht mit ihrem Freund, ihrem Bruder und einem befreundeten Pärchen auf die Hallig Westeroog. Kaum dort angekommen, verschwindet Laras Bruder und es geschehen weitere seltsame Dinge…
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Was ich mochte, war das Setting. Eine einsame und sturmumwehte Hallig – in Verbindung mit einer spannenden Story kann das zum Selbstläufer werden. Leider kam es hier aber anders. Der Verlag kündigt das Buch als nervenaufreibenden Thriller an. Hm, ich habe ihn leider in zunehmendem Maße als nervtötend empfunden. Das liegt vor allem an den Charakteren und ihren Handlungsweisen. Es geht hier um Erwachsene, die mir allerdings eher vorkamen wie tiefpubertäre Jugendliche. Vor allem Protagonistin Lara hat mich zunehmend auf die Palme gebracht. Ihre Stimmungen und Gedankengänge habe ich als extrem sprunghaft und naiv empfunden. Anfangs habe ich noch wohlwollend ein Auge zugedrückt. Als es aber munter so weiterging, konnte ich einfach nur noch den Kopf schütteln. Für mich war das einfach unlogisch und nicht nachzuvollziehen. Auch die Dialoge habe ich als sehr gestelzt und künstlich empfunden. Das war für mich einfach nicht schön zu lesen. Die Spannungselemente fand ich für die letztendliche Auflösung überdramatisch.
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Fazit: Das Setting, die Grundstimmung und die Atmosphäre haben mir generell gefallen. Mit dem Rest konnte ich persönlich leider nichts anfangen. Wie immer gilt: Wenn euch das Buch interessiert, solltet ihr euch natürlich eure eigene Meinung bilden.

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