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Veröffentlicht am 20.02.2026

Wenn dem Sturm die Puste ausgeht...

Fünf Fremde
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FÜNF FREMDE von Romy Fölck ist unbesehen auf meiner Leseliste gelandet. Ich mag die Elbmarsch-Krimireihe der Autorin. Klar, dass ich ihr da auch folge, wenn sie einen Stand Alone-Thriller veröffentlicht. ...

FÜNF FREMDE von Romy Fölck ist unbesehen auf meiner Leseliste gelandet. Ich mag die Elbmarsch-Krimireihe der Autorin. Klar, dass ich ihr da auch folge, wenn sie einen Stand Alone-Thriller veröffentlicht. Der Verlag lockt Leser*innen zusätzlich mit einer echten Hingucker-Aufmachung, an der man optisch wirklich nur schwer vorbeikommt.
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Der Schreibstil von Romy Fölck ist immer angenehm zu lesen. Auch FÜNF FREMDE kann damit wieder punkten. Inselatmosphäre, seltsame Ereignisse und eine Gruppe Personen, die irgendwie miteinander verbunden ist – das sind beste Voraussetzungen für einen spannenden Thriller. Der Einstieg hat mich auch direkt gefangen genommen und richtig neugierig auf das weitere Geschehen gemacht. Das Kennenlernen der verschiedenen Protagonisten war für mich aber zugleich auch der erste Stolperstein. Ich mag ja Perspektivwechsel. In diesem Fall habe ich sie aber irgendwie als etwas anstrengend empfunden. Aber ich bin am Ball geblieben und habe mich von dem bedrohlich aufziehenden Sturm durch die Handlung pusten lassen. Dem Sturm ist aber irgendwie mehr und mehr die Luft ausgegangen. Damit ist auch die Spannung auf der Strecke geblieben. Die Wendungen, die die Geschichte im Verlauf nimmt, konnten mich nicht überzeugen. Die Auflösung fand ich persönlich sogar recht einfallslos und damit eher enttäuschend. Damit bleib am Ende ein schaler Nachgeschmack.
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Fazit: FÜNF FREMDE hätte, nun ja, besser sein können. Der Thriller ist nicht schlecht. Er ist aber auch nicht Romy Fölcks stärkstes Buch. Tolle Optik und guter Schreibstil allein können nicht über ein paar Schwächen in Sachen Storytelling und Spannungskurve hinwegtäuschen. Keine Frage, man kann das Buch Zwischendurch gut lesen. Es ist okay, hinterlässt bei mir aber, mal abgesehen von der Optik, keinen wirklich bleibenden Eindruck. Ganz ehrlich: Ich fand jeden Krimi aus der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck stärker.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Starke Fortsetzung

Das Camp
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Oh mein Gott! Mit DAS CAMP bewahrheitet sich, was ich schon bei Band 1 der Donkerbloem-Reihe von Linus Geschke im Gefühl hatte: Wir bekommen hier eine echt starke Thriller-Trilogie geliefert. Was war es ...

Oh mein Gott! Mit DAS CAMP bewahrheitet sich, was ich schon bei Band 1 der Donkerbloem-Reihe von Linus Geschke im Gefühl hatte: Wir bekommen hier eine echt starke Thriller-Trilogie geliefert. Was war es toll, mit dem zweiten Teil liebgewonnen Personen wieder zu begegnen. Die Charaktere sind sehr überzeugend gezeichnet. Ein flüssiger Schreibstil und ein guter Plot-Aufbau tragen ihr Übriges dazu bei, den Thriller zu einem Pageturner zu machen. Geschke spielt damit wieder genau die Stärken aus, die ich bereits bei seiner Born-Trilogie zu schätzen gelernt habe.
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Dankbar bin ich dem Autor fast, dass er bereits im Nachwort von DER TRAILER klargemacht hatte, dass nicht jeder Hauptcharakter diese Trilogie überleben wird. Ich war also gewappnet. Im Verlauf der Handlung habe ich zunehmend eine Ahnung entwickelt, wen es treffen könnte. Das Beklemmungsgefühl hat dadurch stetig zugenommen und die Seiten haben sich quasi von selbst umgeblättert. Der große Knall kam dann zwar nicht ganz so überraschend und aus heiterem Himmel, hat mich aber trotzdem mit voller Wucht getroffen. Ich hätte heulen können!!!
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Wenn ich jetzt den Vergleich zum Reihenauftakt ziehen muss, finde ich Story und Atmo von DAS CAMP vielleicht einen Tick weniger stark – was aber auch mit an den jetzt bereits vorhandenen Vorkenntnissen und den damit automatisch sehr hohen Erwartungen liegen mag. Um ein Beispiel zu nennen: Der Campingplatz kam für meinen Geschmack als Schauplatz erst etwas spät so richtig ins Spiel und hätte gerne viel mehr im Fokus stehen dürfen. Aber hey, das ist Meckern auf hohem Niveau, denn insgesamt zeichnet sich auch dieser zweite Teil durch einen durchweg vorhandenen Lesesog und richtig gut geschlagenen Spannungsbogen aus. Und vor allem auf die Charakterzeichnungen lasse ich hier nun wirklich nichts kommen.
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Linus Geschke kann einfach Trilogien. Punkt. Der bereits zu Band 3 geschlagene Haken lässt ein richtig starkes Herzschlag-Finale erahnen. Ich bin jedenfalls gespannt wie ein Flitzebogen, habe jetzt schon ein Kribbeln im Bauch und verbleibe voller Vorfreude auf DIE SCHLUCHT.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Geheimnisse & Illusionen

Illusion – A Lie Worth Believing
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Mit ILLUSION – A LIE WORTH BELIEVING beginnt Janine Ukena ihre neue NA- Suspense-Dilogie. Der Klappentext konnte mich nicht ganz so überzeugen. Aber weil ich die Sylt-Reihe der Autorin sehr mochte und ...

Mit ILLUSION – A LIE WORTH BELIEVING beginnt Janine Ukena ihre neue NA- Suspense-Dilogie. Der Klappentext konnte mich nicht ganz so überzeugen. Aber weil ich die Sylt-Reihe der Autorin sehr mochte und deren zweiter Band sogar ein Highlight für mich war, wollte ich ILLUSION dann doch eine Chance geben.
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Darum geht’s: Stella wird von dem Illusionisten Levin als Sängerin in seiner spektakulären Las Vegas-Show angeheuert. Stellas Vorgängerin ist auf mysteriöse Art und Weise verschwunden. Ehe Stella sich versieht, steckt sie mittendrin in undurchschaubaren Geheimnissen.
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Zunächst mal ist das Buch wunderschön gestaltet. Cover und Farbschnitt sind ein Hingucker und auch im Inneren setzt sich der ansprechende Eindruck mit liebevollen Details fort. Schon allein mit ihrer Widmung konnte Janine Ukena mich einfangen. Und so ging es weiter. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und habe ich mich hier direkt wieder in Worten und Sätzen verloren. Schnell war klar, dass ich dieses Buch nicht einfach nur im Schnelldurchlauf hinter mich bringen, sondern es ganz bewusst und gerne auch etwas länger genießen will. Genau das war vielleicht ein kleiner Fehler meinerseits, denn ich bin momentan in einer Phase, in der Bücher mich verlieren, wenn ich über einen gewissen Zeitraum hinaus in ihnen stecke. ILLUSION hat mich dann zwar nicht verloren, aber im Verlauf doch etwas von der anfänglichen Faszination eingebüßt. Aber, wie gesagt, das schreibe ich eher mir selbst als dem Buch zu.
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Schnell habe ich im Buch einen gewissen Crush auf Levin entwickelt, wodurch ich Stellas Empfindungen absolut nachvollziehen konnte. Hier war es mal wieder so, dass ich eine andere Buchfigur bzw. den dazugehörigen Schauspieler ständig vor Augen hatte. Das hat Levin für mich zum absoluten Schmachtobjekt gemacht. Passend dazu beinhaltet die Story viel Romance – angereichert durch Geheimnisse, Spannungselemente und Twists. Das Feeling der Show und Bühnen-Performance hätte meiner Meinung nach noch mehr rüberkommen können. Aber insgesamt habe ich die Geschichte gerne verfolgt und bin nach dem Cliffhanger neugierig auf die Fortsetzung, die im Mai erscheint.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Puh!

Das Signal
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Mit DAS SIGNAL ist gerade wieder ein neuer Stand Alone-Thriller von Ursula Poznanski erschienen. Nach DIE BURG dachte ich eigentlich, es könnte nur aufwärts gehen. Aber Pustekuchen. DAS SIGNAL war für ...

Mit DAS SIGNAL ist gerade wieder ein neuer Stand Alone-Thriller von Ursula Poznanski erschienen. Nach DIE BURG dachte ich eigentlich, es könnte nur aufwärts gehen. Aber Pustekuchen. DAS SIGNAL war für mich … tja, leider überraschend langweilig.
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Darum geht’s: Viola verliert bei einem Unfall ein Bein. Sie ist daraufhin erstmal gefangen im eigenen Haus und hat mit vielen Hindernissen zu kämpfen. Sie misstraut ihrer Pflegerin und zunehmend auch ihrem Mann. Viola beginnt Adam zu tracken…
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Ursula Poznanski setzt in ihren Thrillern auf Themen, die am Nabel der Zeit sind. Vergleichbar mit Strobel. Der hat mich in den letzten Jahren allerdings immer mehr verloren. Und dieses Schicksal erleidet jetzt wohl leider auch Ursula Poznanski. Auch ihr will es bisher einfach nicht gelingen mich mit der Herangehensweise an Themen wie KI und GPS-Tracking zu begeistern.
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Was ich Ursula Poznanski nicht absprechen kann und will, ist ihr guter und flüssig zu lesender Schreibstil. Aber darüber hinaus hat mich DAS SIGNAL einfach Null erreicht. Das digitale Katz-und-Maus-Spiel hat auf mich wenig prickelnd gewirkt. Die einbeinige Protagonistin Viola fand ich zu Beginn noch recht interessant, weil einfach mal anders. Aber irgendwie hat sie mich dann mit ihrem insgesamt sehr unterkühlt wirkenden Denken und Handeln überhaupt nicht mitgenommen.
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Für mich war DAS SIGNAL nicht das, was versprochen wurde - weder ein Domestic Noir-Psychothriller vom Feinsten noch ein Technologie-Thriller, der mir vor Spannung den Atem raubt. Auf beiden Ebenen ist nicht viel bei mir angekommen. Ursula Poznanski kann es wirklich besser. Ihre sich stetig steigernde Krimi-Trilogie um die Wiener Mordkommission (STILLE BLUTET, BÖSES LICHT & TEUFELSTANZ) mochte ich zum Beispiel gerne. Die Hoffnung, dass mich also auch ein Stand Alone von ihr begeistern kann, stirbt zuletzt…

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Klufti geht immer (noch)

Lückenbüßer
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LÜCKENBÜßER ist der 13. Band aus der Kluftinger-Krimireihe von Klüpfel/Kobr. Die Reihe verfolge ich von Anfang an – und habe immer noch viel Spaß an ihr. Trotzdem musste dieser Fall stolze eineinhalb Jahren ...

LÜCKENBÜßER ist der 13. Band aus der Kluftinger-Krimireihe von Klüpfel/Kobr. Die Reihe verfolge ich von Anfang an – und habe immer noch viel Spaß an ihr. Trotzdem musste dieser Fall stolze eineinhalb Jahren warten, bis er von mir gelesen wurde. Aber jetzt war es endlich soweit.
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Diesmal geht Kluftinger unter die Politiker und kandidiert für den Gemeinderat – genauso wie sein Intimfeind (oder doch Freund?) Martin Langhammer. Gleichzeitig hat Kluftinger es mit dem Tod eines Kollegen zu tun, der während einer Übung in den Bergen ums Leben gekommen ist…
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Was mag ich nun an den Kluftinger-Krimis? Vor allem den Humor. Und genau von dem habe ich hier wieder jede Menge geliefert bekommen. Ich habe während des Lesens so oft lauthals gelacht. Klufti manövriert sich einmal mehr in unzählige saukomische Situationen… und der Spaß, den es machen muss, sich diese Szenen auszudenken, sprüht aus jedem Wort, dass das Autorengespann hier zu Papier gebracht hat.
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Die Ermittlungen in dem Kriminalfall habe ich auch wieder gerne verfolgt – auch, wenn dieser Handlungsstrang gefühlt nicht mehr als eine nette Zugabe war. Ich könnte tatsächlich auch einen Kluftinger-Krimi nur mit den bekannten Personen und launigen Geschehnissen rund um sie lesen, ohne einen Kriminalfall zu vermissen. Nichtsdestotrotz liefern Klüpfel/Kobr immer ein stimmiges Gesamtpaket. Und auch in der 13. Runde steht am Ende die Erkenntnis, dass der Klufti mir immer noch jede Menge Spaß macht, auch wenn ich ihn und seine Verhaltensweisen mittlerweile in- und auswendig kenne. Der Wiedererkennungswert macht in solchen Reihen ja irgendwie gerade den Reiz aus. Deshalb freue ich mich, dass die Autoren trotz ihrer jeweiligen Einzelprojekte hier nach wie vor an einem Strang ziehen.

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