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Veröffentlicht am 29.06.2021

Luis gegen den Rest der Welt

Wie man seine Eltern sinnvoll beschäftigt (Eltern 5)
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"Ein Junge allein gegen den Rest der Welt. Aber nichts kann Luis aufhalten. Er ist auf der Überholspur."

Dieses Zitat aus dem Buch "Wie man seine Eltern beschäftigt" von Pete Johnson trifft es genau. ...

"Ein Junge allein gegen den Rest der Welt. Aber nichts kann Luis aufhalten. Er ist auf der Überholspur."

Dieses Zitat aus dem Buch "Wie man seine Eltern beschäftigt" von Pete Johnson trifft es genau. Luis muss viel Hürden auf seinem Weg zum Comedy- und VLog-Star nehmen. Aber er ist bereit gegen alles anzukämpfen…

Wäre Luis nur nicht im Unterricht eingeschlafen. Das und seine schlechten Noten veranlassen seine Eltern nach dem Elternsprechtag andere Seiten aufzuziehen. Nachhilfe, Blockflöte lernen … Was für eine Zeitverschwendung, findet Luis. Er verfolgt weiter seine eigenen Pläne und hofft, dass seine Eltern doch noch zur Einsicht kommen.

Auch dieses Buch der Reihe ist wieder witzig und unterhaltsam. Kinder und Eltern erkennen sich hier gleichermaßen wieder. Die Eltern haben Ansprüche und erwarten, dass ihr Nachwuchs diese erfüllt. Dabei haben die Vorstellungen der Erwachsenen mit denen der Kinder wenig gemein. Wichtigste Erkenntnis: Früher war nicht alles besser, aber eben anders. Eltern müssen sich auf die Lebenswirklichkeit ihrer Kinder einlassen und für deren Interessen Verständnis aufbringen. Und wenn die Kinder die verstaubten Ansichten ihrer "alten" Erziehungsberechtigten etwas tolerieren, ist eigentlich alles gut!

Die Leseempfehlung gilt für Jungs und Mädchen ab 10 Jahren. Die Kapitel sind kurz und im Blog-Stil verfasst. Da kommen auch Buchmuffel mal ans Lesen.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Sehr spannendes Krimidebüt

Masken
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"Masken" ist das Krimidebüt von Yvonne Quasdorf. Und damit haut die Autorin gleich mächtig auf die Pauke. Das Wort "Psychokrimi" und der Klappentext haben mich direkt neugierig gemacht. Ich habe nur die ...

"Masken" ist das Krimidebüt von Yvonne Quasdorf. Und damit haut die Autorin gleich mächtig auf die Pauke. Das Wort "Psychokrimi" und der Klappentext haben mich direkt neugierig gemacht. Ich habe nur die ersten Sätze gelesen und war drin. Gleich mit dem Prolog hat die Autorin es geschafft, mich zu fesseln. Mitten rein ins Geschehen. Rauf auf die Gefühlsachterbahn. Und so ging es weiter. Die Story hat gehörig Pfeffer im Arsch. Der Spannungsbogen setzt ganz weit oben an. Und dieses Level wird gehalten.
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Die zentrale Frage: Wer ist der Joe Black-Killer? Was ist das für ein Typ, der seine Opfer auf einem Datingportal findet und bei der ersten Verabredung brutal umbringt? Der Täter hat kein festes Beuteschema. Und er eskaliert zusehends…
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Vor allem haben mir die vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven gefallen. Sie sorgen für Abwechslung. Sie machen die Story vielschichtig. Sie bringen den besonderen Kick und ganz viel Psycho. Im Mittelpunkt stehen Alex, Konstantin und Celine. Die Charaktere haben mich echt begeistert. Psychologisch toll gezeichnet, mit Tiefgang und vielen Dimensionen. Drei Individuen. Drei Leben. Drei Schicksale. Hier kreuzen sich Wege und werden geschickt miteinander verwoben. Viele Fragen kommen auf. Verdächtigungen ergeben sich von ganz allein. Ich bin einer Ahnung hinterhergejagt. Und dann kam der überraschende Twist mit einer rasanten und nervenaufreibenden Auflösung.
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Fazit: "Masken" ist ein gelungenes Debüt. Ein Psychokrimi, der dieses Label auch verdient. Gut geschrieben und durchdacht. Temporeich und spannend. Intensiv und überzeugend. Ich kann gar nicht anders, als eine absolute Leseempfehlung auszusprechen.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Typischer Winkelmann-Thrill

Die Karte
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"Vier tote Frauen und Jens steht da, wie ein Depp" (Zitat Kapitel 6). Und der Leser mit ihm. Andreas Winkelmann legt in "Die Karte" wieder unzählige Fährten, denen man folgt - die sich aber allesamt als ...

"Vier tote Frauen und Jens steht da, wie ein Depp" (Zitat Kapitel 6). Und der Leser mit ihm. Andreas Winkelmann legt in "Die Karte" wieder unzählige Fährten, denen man folgt - die sich aber allesamt als falsch entpuppen. Mehr als einmal ist nichts so, wie es scheint. Und schon findet der Fitness Tracker-Killer sein nächstes Opfer…
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Zunächst verleihe ich Andreas Winkelmann den Titel "Meister des Intros". Jedes seiner Bücher beginnt mit einem grausam-faszinierenden Szenario, dass ihm die volle Aufmerksamkeit der Leser sichert. Auch in "Die Karte" gibt es gleich wieder voll auf die 12. Im weiteren Verlauf setzt Winkelmann genau an den richtigen Stellen Spitzen und Wendungen, um den Leser bei der Stange zu halten. Ermittler Jens Kerner ist ein sympathischer Held, mit dem man als Leser/Hörer richtig mitleidet. Der Story fehlt es nicht an Drama und Action. So wie man es von Winkelmann eben kennt und erwartet.
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Ich habe mich bei "Die Karte" diesmal für die Hörbuch-Fassung entschieden. Gelesen von Charles Rettinghaus, der mich mit seiner charismatischen Stimme durch die Story geführt hat. Rettinghaus intoniert perfekt und spielt die ganze Sprecher-Range aus - von nüchtern-sachlich, über gefühlvoll-empathisch bis hin zu wahnsinnig-kaltblütig. Damit gibt er dem Buch für meinen Geschmack die bestmögliche Hör-Anmutung. "Die Karte" bietet typische Thriller-Spannung a la Winkelmann. Als Hörbuch ist der Thriller ein abwechslungsreich vorgetragenes Hörerlebnis.

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Veröffentlicht am 22.06.2021

Enna Andersen diesmal mit etwas mehr Action

Enna Andersen und der trauernde Enkel
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Enna Andersen und ihr Team ermitteln in ihrem mittlerweile 3. Cold Case. Sie rollen diesmal den Tod eines wohlhabenden Bauunternehmers neu auf. Der Mann galt als kerngesund - und doch ist er drei Jahre ...

Enna Andersen und ihr Team ermitteln in ihrem mittlerweile 3. Cold Case. Sie rollen diesmal den Tod eines wohlhabenden Bauunternehmers neu auf. Der Mann galt als kerngesund - und doch ist er drei Jahre zuvor plötzlich an Herzversagen gestorben. Seinem Enkel kommt an der Sache einiges seltsam vor...

Der Fall nimmt diesmal ungewohnt monströse Ausmaße an. Die Ermittler scheinen es mit einem mächtigen Gegner zu tun zu haben. Sogar Ennas Familie wird bedroht. Anna Johannsen schreibt gewohnt leicht und flüssig - und doch bekommt der Fall diesmal eine andere Qualität. Es gibt mehr Action und mehr Spannung als in den beiden vorangegangenen Krimis. Ein echter Überraschungseffekt, mit dem Anna Johannsen bei mir voll ins Schwarze getroffen hat. Hinzu kommt, dass hier auch das Privatleben der Ermittler sehr interessant weiterentwickelt wird. Alle Charaktere sind wieder toll dargestellt. Die Gesamtatmosphäre stimmt.

"Enna Andersen und der trauernde Enkel" ist wieder solide Krimiunterhaltung für laue Sommerabende. Fans der Reihe können sich diesmal auf mehr Power freuen. Das tut dem Krimi für meinen Geschmack sehr gut.

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Veröffentlicht am 22.06.2021

Ein Krimi wie ein Gemälde

Bretonische Idylle
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Alles Gute zum Dienstjubiläum, Monsieur le Commissaire! In "Bretonische Idylle" ermittelt Kommissar Dupin zum mittlereile zehnten Mal in der malerischen Bretagne.
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Zur Handlung: An der Küste Concarnraus ...

Alles Gute zum Dienstjubiläum, Monsieur le Commissaire! In "Bretonische Idylle" ermittelt Kommissar Dupin zum mittlereile zehnten Mal in der malerischen Bretagne.
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Zur Handlung: An der Küste Concarnraus wird ein Toter aus dem Meer gefischt. Es handelt sich um einen Bewohner der Belle-Île. Dupin macht sich auf den Weg zur "schönsten Insel der Welt". Das Opfer war bei allen unbeliebt. Es mangelt nicht an Verdächtigen und Motiven.
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Die Krimis von Jean-Luc Bannalec liest man nicht der Spannung wegen. Ich mag die Bücher trotzdem. Sie haben nämlich für meinen Geschmack eine geradezu legendäre Atmosphäre. Es ist, als würde man vor einem Gemälde stehen. Bannalec malt mit Worten wunderschöne Bilder. Im einen Moment ist man im dichten Nebel auf dem Wasser unterwegs und einen Augenblick später spaziert man auf der lichtdurchfluteten Belle-Île an pastellfarbenen Häusern vorbei. Als Leser betrachtet man nicht nur, sondern taucht regelrecht ein.
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Mit künstlerischer Präzision zeichnet der Autor neben den Schauplätzen auch seine Charaktere. Der Schreibstil ist fast schon poetisch-fein. Mit leichter Feder wird ganz nebenbei außerdem jede Menge Wissen über Land, Leute und Geschichte vermittelt.
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Fazit: Hier kann man sich als Leser regelrecht verlieren in Landschaftsbildern und Charakterzeichnungen. Der Fall plätschert malerisch-beschaulich dahin. Und dann auf einmal holt Dupin zum großen Schlag aus. Der Commissaire löst den Fall diesmal in bester Agatha Christie-Manier. Insgesamt betrachtet zwar nicht unbedingt spannend, aber sehr schön und entspannt zu lesen. Ich hab Dupin und die eigentümlichen Bretonen einfach gern - und freue mich schon auf die Verfilmung mit Pasquale Aleardi.

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