In Qualityland lautet die Antwort auf alles ok
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Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter ...
Inhalt
Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?
Meine Meinung
Ich fand das Buch wirklich interessant und unterhaltsam.
Die Handlung spielt sich an verschiedenen Orten ab und wechselt dadurch von Kapitel zu Kapitel auch immer die Erzählperspektive. Zum einen ist da Peter Arbeitsloser, der ein niedriges Level hat und in seinem eigenen Leben gefangen zu sein scheint. Dann gibt es den Erzählstrang von Martyn, der ein hohes Level hat, aber mit seinem Leben nicht zufrieden ist. Als letztes gibt es noch den Erzählstrang um John of us, der versucht Präsident zu werden. Die Handlungen laufen alle Parallel ab und haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Aber dadurch, dass die Protagonisten verschiedene Level und Jobs haben, bekommt man als Leser so einen Gesamteindruck, wie es in Qualityland abläuft.
Man wird zunächst langsam an das Geschehen herangeführt, sodass sich erst nach und nach ein Gesamtbild des Lebens in Qualityland ergibt. Genau dann beginnt auch das Buch spannend und fesselnd zu werden. Man möchte immer mehr erfahren und fiebert vor allem mit Peter Arbeitsloser mit, da ihn ein Problem nach dem nächsten verfolgt.
Die Figuren werden genauso grob und oberflächlich dargestellt – nämlich nur mit Fakten – wie das auch in Qualityland generell der Fall ist. Das passte natürlich super zu dem Buch, weswegen einem die Gefühlsebene oder die Wünsche und Absichten der Figuren auch gar nicht gefehlt hat. Dadurch hat es mir als Kontrast dazu (ohne nun zu viel vorweg zunehmen) auch sehr gut gefallen, wie Peter Arbeitsloser manchmal agiert.
Das Buch ist witzig und unterhaltsam geschrieben. Gleichzeitig ist es aber auch sehr neutral und gefühlskalt gehalten, was aber wunderbar zu dem Buch passt, da Gefühle in Qualityland keine große Rolle mehr zu spielen scheinen. Daher spiegelt der Schreibstil ebenfalls das Leben dort optimal wieder.
Gut fand ich auch die Kommentare bzw. Artikel die immer mal wieder zwischendurch abgedruckt werden. Sie zeigen nicht nur, was die Leute denken, sondern vor allem auch wie die Nachrichten/Neuigkeiten von den Journalisten aufbereitet und dargestellt werden.
Gut fand ich auch, dass man auch die Kommentare von dem hellen Buch über einen QR-Code einsehen konnte. Dadurch hatte man das Gefühl nichts verpasst zu haben, indem man sich für eines der beiden entschieden hatte.
Ebenfalls haben mir die Abschnitte gefallen, die einige Abläufe in Qualityland erklären. Sie sollen einen Wegweiser für Qualityland darstellen. Das war zum einen wirklich hilfreich um der Handlung folgen zu können, aber zum anderen auch sehr unterhaltsam und gleichzeitig beängstigend, wie die Gesellschaft dort lebt.
Die Idee von Qualityland finde ich auch mehreren Ebenen sehr beängstigend, weswegen man während dem Lesen auch automatisch sehr viel darüber nachdenkt. Das fand ich gut und man konnte das Buch auch aus mehreren Perspektiven gut betrachten.
Insgesamt also ein tolles und unterhaltsames Buch, was zum Nachdenken anregt.