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Veröffentlicht am 16.05.2022

Eine scheinbar ausweglose Situation

Die siebte Zeugin
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„Die siebte Zeugin“ ist der erste Fall für Strafverteidiger Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer. Das Buch wurde von Florian Schwiecker und Prof. Dr. Michael Tsokos geschrieben und ist ...

„Die siebte Zeugin“ ist der erste Fall für Strafverteidiger Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer. Das Buch wurde von Florian Schwiecker und Prof. Dr. Michael Tsokos geschrieben und ist 2021 als eBook und Taschenbuch im Knaur Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. „Die siebte Zeugin“ ist der erste Band der „Eberhardt & Jarmer ermitteln“ Reihe.

Der erste Fall für Eberhardt und Jarmer war eine riesige Überraschung. Am Anfang reihen sich ein paar Ereignisse aneinander und was auf dem ersten Blick absolut logisch erscheint, entwickelt sich im Laufe der Handlung in eine völlig ungeahnte Richtung. Die unvorhersehbare Wendung in diesem Fall ist nicht nur schockierend, sondern auch hochgradig realistisch. Schwiecker und Tsokos haben sich in ihrem ersten gemeinsamen Werk für ein Thema entschieden, dass in unserer Gesellschaft leider zum Alltag gehört.

Rocco Eberhardt erfüllt in diesem Fall die Rolle des Strafverteidigers, der den Verwaltungsbeamten Nikolas Nölting vor Gericht vertritt. Anfänglich rennt Rocco bei Nölting gegen eine Wand aus Schweigen. Erst nachdem er mit der Hilfe seines besten Freundes Tobias Baumann, der als Privatermittler arbeitet, das Leben von Nölting genauer unter die Lupe genommen hat, stößt er auf den Grund für die Tat.

Dr. Justus Jarmer, der als Facharzt für Rechtsmedizin arbeitet muss in seinem Beruf stets objektiv bleiben. Mit den Rechtsverdrehern, die sich die Wahrheit gerne zurechtbiegen, kann er nicht viel anfangen. Daher ist er beim ersten Zusammentreffen mit Rocco Eberhardt eher skeptisch. Erst im Laufe der Handlung stellt Jarmer fest, dass Rocco im Grunde ein ehrlicher Mensch ist und am Ende gibt er dem Strafverteidiger sogar einen entscheidenden Hinweis.

Florian Schwiecker, der viele Jahre als Strafverteidiger gearbeitet hat und Prof. Dr. Michael Tsokos, der als Rechtsmediziner das Institut für Rechtsmedizin der Charité leitet, gewähren in „Die siebte Zeugin“ ihren Lesern immer wieder detaillierte Einblicke in die Arbeit eines Strafverteidigers und eines Rechtsmediziners. All diese kleinen Details steigern natürlich die Authentizität des Buches. Ich finde es gut, dass das Insiderwissen für einen Laien verständlich umgesetzt wurde.

Dem Autorenduo ist es hervorragend gelungen von der ersten Seite an Spannung aufzubauen und diese bis zum Schluss zu steigern. Etliche unvorhersehbare Wendungen haben dazu beigetragen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Kurze Kapitel sorgen für einen flüssigen Lesegenuss und Ort- und Datumsangaben zum Beginn der Kapitel für eine gute Orientierung innerhalb der Handlung. Der Schreibstil von Schwiecker und Tsokos ließ sich sehr angenehm und flüssig lesen. Erzählt wird die Geschichte aus vielen unterschiedlichen Sichten. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit

Nichts ist, wie es scheint! Ein Krimi, der mich definitiv überrascht hat.

Veröffentlicht am 16.05.2022

Spannender Thriller

Playlist
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In „Playlist“ ermittelt Privatermittler Alexander Zorbach in dem Fall der 15-jährige Feline Jagow, die spurlos verschwunden ist. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Sebastian Fitzek geschrieben. Die ...

In „Playlist“ ermittelt Privatermittler Alexander Zorbach in dem Fall der 15-jährige Feline Jagow, die spurlos verschwunden ist. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Sebastian Fitzek geschrieben. Die ungekürzte Hörbuchfassung wurde 2021 von Audible Studios produziert und wird von dem deutschen Synchron- und Hörspielsprecher Simon Jäger gelesen. „Playlist“ ist der dritte und letzte Band der Augen Trilogie.

Zwar ist der Kriminalfall aus „Playlist“ in sich abgeschlossen und hat im ersten Moment mit dem Kriminalfall aus „Der Augensammler“ und „Der Augenjäger“ nur das Ermittlerduo gemeinsam, doch das ändert sich im Laufe der Handlung. Wer also nicht gespoilert werden möchte und die Gesichte in Gänze verstehen will, der sollte die Trilogie in der richtigen Reihenfolge lesen.

Aus Spoiler-Gründen werde ich auf den Charakter „Alexander Zorbach“ nicht näher eingehen. Ich möchte an dieser Stelle lediglich erwähnen, dass ich manchmal Schwierigkeiten hatte sein Verhalten und seine Entscheidungen nachzuvollziehen und dass er mir nach wie vor nur bedingt sympathisch war.

Bei Krimis bzw. Thrillern kann man sich ja immer darüber streiten, ob der Kriminalfall nun realistisch ist oder nicht. Ich lasse mal außer Acht, dass das Leben immer noch die besten Kriminalfälle schreibt und kein Autor der Welt so abgedreht denken kann wie wahre Täter. Größtenteils würde ich den Kriminalfall als realistisch einstufen zum Ende hin wurde es dann aber auch für meinen Geschmack kein bisschen zu konstruiert. Über die Zufälle, die sich zum Schluss häufen reden ich gar nicht erst, das ist in meinen Augen kein bisschen realistisch.

Fitzek hat sich für dieses Buch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. In Zusammenarbeit mit 18 nationalen und internationalen Künstlern sind 15 Songs entstanden, die in der Gesichte als Felines Playlist eine Rolle spielen. Bereits im Klappentext wird erwähnt, dass die Playlist ein Rätsel ist, das von Feline erstellt wurde. Es soll den Ermittlern ihren Aufenthaltsort verraten. Fitzeks Idee fand ich anfänglich sehr spannend. Die Umsetzung hat mich letzten Endes aber nicht völlig überzeugt. Die Songs haben leider nur eine Nebenrolle gespielt.
Simon Jäger hat eine wundervolle Stimme. Ich könnte ihm stundenlang zu hören. Irgendwie gelingt es ihm die Bücher, die er vorliest zum Leben zu erwecken. Fitzeks Wortwahl hat perfekt zum Genre gepasst und war gleichzeitig gewohnt detailreich. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit

Einfach unvergleichlich Fitzek! Nur zum Ende hin wurde es für meinen Geschmack ein bisschen sehr konstruiert und unrealistisch.

Veröffentlicht am 16.05.2022

Spannender Thriller

Playlist
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In „Playlist“ ermittelt Privatermittler Alexander Zorbach in dem Fall der 15-jährige Feline Jagow, die spurlos verschwunden ist. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Sebastian Fitzek geschrieben und ...

In „Playlist“ ermittelt Privatermittler Alexander Zorbach in dem Fall der 15-jährige Feline Jagow, die spurlos verschwunden ist. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Sebastian Fitzek geschrieben und ist 2021 als eBook und Hardcover beim Droemer Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. „Playlist“ ist der dritte und letzte Band der Augen Trilogie.

Zwar ist der Kriminalfall aus „Playlist“ in sich abgeschlossen und hat im ersten Moment mit dem Kriminalfall aus „Der Augensammler“ und „Der Augenjäger“ nur das Ermittlerduo gemeinsam, doch das ändert sich im Laufe der Handlung. Wer also nicht gespoilert werden möchte und die Gesichte in Gänze verstehen will, der sollte die Trilogie in der richtigen Reihenfolge lesen.

Aus Spoiler-Gründen werde ich auf den Charakter „Alexander Zorbach“ nicht näher eingehen. Ich möchte an dieser Stelle lediglich erwähnen, dass ich manchmal Schwierigkeiten hatte sein Verhalten und seine Entscheidungen nachzuvollziehen und dass er mir nach wie vor nur bedingt sympathisch war.

Bei Krimis bzw. Thrillern kann man sich ja immer darüber streiten, ob der Kriminalfall nun realistisch ist oder nicht. Ich lasse mal außer Acht, dass das Leben immer noch die besten Kriminalfälle schreibt und kein Autor der Welt so abgedreht denken kann wie wahre Täter. Größtenteils würde ich den Kriminalfall als realistisch einstufen zum Ende hin wurde es dann aber auch für meinen Geschmack kein bisschen zu konstruiert. Über die Zufälle, die sich zum Schluss häufen reden ich gar nicht erst, das ist in meinen Augen kein bisschen realistisch.

Fitzek hat sich für dieses Buch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. In Zusammenarbeit mit 18 nationalen und internationalen Künstlern sind 15 Songs entstanden, die in der Gesichte als Felines Playlist eine Rolle spielen. Bereits im Klappentext wird erwähnt, dass die Playlist ein Rätsel ist, das von Feline erstellt wurde. Es soll den Ermittlern ihren Aufenthaltsort verraten. Fitzeks Idee fand ich anfänglich sehr spannend. Die Umsetzung hat mich letzten Endes aber nicht völlig überzeugt. Die Songs haben leider nur eine Nebenrolle gespielt.

Der Schreibstil von Sebastian Fitzek ließ sich wie immer sehr angenehm lesen. Seine Wortwahl hat perfekt zum Genre gepasst und war gleichzeitig gewohnt detailreich. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit

Einfach unvergleichlich Fitzek! Nur zum Ende hin wurde es für meinen Geschmack ein bisschen sehr konstruiert und unrealistisch.

Veröffentlicht am 16.05.2022

Rache kann tödlich sein

Der Totschläger (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 5)
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In „Der Totschläger“ ermittelt Detectiv Robert Hunter und sein Partner Detectiv Carlos Garcia in einem Fall, der sie an ihre moralischen Grenzen bringt. Das Buch wurde von dem US-amerikanischen Autor Chris ...

In „Der Totschläger“ ermittelt Detectiv Robert Hunter und sein Partner Detectiv Carlos Garcia in einem Fall, der sie an ihre moralischen Grenzen bringt. Das Buch wurde von dem US-amerikanischen Autor Chris Carter geschrieben und ist 2014 als eBook und Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch (Ullstein Buchverlage) erschienen. „Der Totschläger“ ist der fünfte Band der „Hunter und Garcia“ Reihe.

Ich habe keine Ahnung was sich der Verlag bei der deutschen Übersetzung des Buchtitels gedacht hat. In diesem Buch wird Niemand totgeschlagen. Der englische Originaltitel passt da schon deutlich besser. „One by One“ heißt übersetzt so viel wie „Einer nach dem anderen“, was sich wahrscheinlich auf die Vorgehensweise des Täters bezieht.

Die „Hunter und Garcia“ Reihe war von Anfang an nichts für zartbesaitet Leser. Die Bücher leben von ihren detailreichen Beschreibungen von Brutalität und menschlichen Abgründen. Ich hätte nicht gedacht, dass es dem Autor gelingt noch besser zu werden, aber Chris Carter hat mich eines Bessern Belehrt. Mit „Der Totschläger“ setzt er definitiv noch eins drauf.

Wie auch schon bei den vier Vorgängerbänden werde ich mich nicht darüber auslassen, wie realistisch der Kriminalfall oder wie glaubwürdig das Verhalten des Täters ist. Der Täter ist auch in diesem Buch ein psychopathischer Serienkiller, der keine Gnade kennt. Und ich bin immer noch ein normaler Mensch, der ganz anders denkt und handelt als ein Psychopath. Das Buch hat mich aber an einer ganz anderen Stelle zum Nachdenken gebracht. Hunter und Garcia werden vom Täter gezwungen eine Entscheidung zu treffen und im Verlaufe der Handlung bezieht der Täter sogar die Öffentlichkeit mit ein. Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, wie ich in dieser Situation gehandelt hätte und ob ich wirklich so moralische gefestigt bin, wie ich glaube.

Die deutsche Übersetzung von Chris Carters Schreibstil ließ gewohnt flüssig lesen und die Wortwahl hat wie immer perfekt zum Genre gepasst. Das Buch wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Die Geschichte wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit

Niemand wird gerne von seiner Vergangenheit eingeholt. Wie immer wundervoll brutal und unvorhersehbar.

Veröffentlicht am 16.05.2022

Menschliche Abgründe

Die stille Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 6)
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In „Die stille Bestie“ ermittelt Detectiv Robert Hunter in seinem persönlichsten Fall. Das Buch wurde von dem US-amerikanischen Autor Chris Carter geschrieben und ist 2015 als eBook und Taschenbuch bei ...

In „Die stille Bestie“ ermittelt Detectiv Robert Hunter in seinem persönlichsten Fall. Das Buch wurde von dem US-amerikanischen Autor Chris Carter geschrieben und ist 2015 als eBook und Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch (Ullstein Buchverlage) erschienen. „Die stille Bestie“ ist der sechste Band der „Hunter und Garcia“ Reihe.

Die „Hunter und Garcia“ Reihe ist für ihre detailreichen Beschreibungen von Brutalität und menschlichen Abgründen bekannt. Die Bücher sind definitiv nichts für zartbesaitet Leser und bisher hatte ich immer gedacht ich wäre abgehärtet. An den letzten Thriller, der mich schocken konnte, kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, weil es so lange her ist. „Die stille Bestie“ hat mich geschockt und ich gebe ehrlich zu, dass ich das Buch mehrmals pausiert habe, weil mir die Beschreibungen zu heftig wurden.

Detectiv Robert Hunter wird in seinem sechsten Fall vom FBI um Unterstützung gebeten. Das FBI hält eine Person fest, die Robert noch aus seiner Studienzeit kennt. Lucien Folter wird des Mordes verdächtigt und ist nur bereit auszupacken, wenn er mit Hunter reden darf.

Neben dem Kriminalfall dreht sich ein durchaus nennenswerter Teil der Geschichte um Hunters Vergangenheit. Viele Momente aus seiner Vergangenheit, die bereits in den fünf Vorgängerbänden immer wieder erwähnt wurden, werden nun deutlich detaillierter erklärt. Besonders interessant fand ich dabei Hunters seelisches Empfinden, das dem Leser wie ein offenes Buch präsentiert wird.

In diesem Buch geht es nicht darum wer der Täter ist. Dieses Frage ist bereits nach einem Viertel des Buches geklärt. Es geht vielmehr um die Frage, warum ein Mensch zum Mörder wird. Chris Carter entführt seine Leser in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und am Ende habe ich mir tatsächlich die Frage gestellt, wie realistisch das Ganze eigentlich ist. Gibt es irgendwo da draußen Menschen wie Lucien Folter? Ich kann mir vorstellen, dass es solche Menschen gibt, weil wissen wir wie Psychopathen ticken?

Die deutsche Übersetzung von Chris Carters Schreibstil ließ gewohnt flüssig lesen und die Wortwahl hat wie immer perfekt zum Genre gepasst. Das Buch wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Die Geschichte wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit

Ein Thriller, der unter die Haut geht und einem schlaflose Nächte bereitet.