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Veröffentlicht am 04.09.2021

Schule in Zeiten von Corona - alles andere als langweilig

Instagrammatik
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„Instagrammatik - Das streamende Klassenzimmer“ ist das neueste Werk von Johannes Schröder. Comedy-Fans wohl eher bekannt als Herr Schröder. Der ehemalige Deutschlehrer, der seit 2017 als Comedian arbeitet, ...

„Instagrammatik - Das streamende Klassenzimmer“ ist das neueste Werk von Johannes Schröder. Comedy-Fans wohl eher bekannt als Herr Schröder. Der ehemalige Deutschlehrer, der seit 2017 als Comedian arbeitet, nimmt seine Leser mit auf eine urkomische Reise durch den Schulalltag in Zeiten von Corona.

Mit viel Humor erzählt Herr Schröder von seinem Lehreralltag an der Helene-Fischer-Gesamtschule (HFG). Das neue Schuljahr bringt so einige Neugerungen mit sich, die das Leben der Schüler und Lehrer ordentlich auf den Kopf stellt. Der Schulalltag, der bisher größtenteils analog stattgefunden hat, ist nun komplett durch digitalisiert. Lehrerbesprechungen werden jetzt per Videokonferenz gehalten, die gute alte Tafel wurde durch Smartboards ersetzt und das Internet samt sozialer Medien ist nun Teil des Unterrichtsmaterials. Wer zu Zeiten des digitalen Wandels Schüler war, der dürfte Live miterleben wie viele Lehrer an der modernen Technik scheitern. Am Ende gab es dann immer diesen einen Schüler, der zwar nicht der Klassenbeste war, der aber für jedes Technikproblem eine Lösung parat hatte.

Das Buch war für mich wie eine Ausflug in meine Schulzeit. Viele der beschriebenen Situationen kamen mir bekannt vor. Immer wieder konnte mich der Autor zum Lachen bringen und ich habe seine verrückten Witze sehr genossen. Auf Anhieb merkt man, dass Herr Schröder eigentlich Deutschlehrer ist, denn er verbindet bekannte Situationen aus dem Deutschunterricht mit den alltäglichen Gewohnheiten seiner Schüler auf humorvolle Art. Aus Spoilergründen werde ich nicht näher auf die etlichen Witze eingehen. Wer in den letzte 10 Jahren seinen Schulabschluss gemacht hat, selber als Lehrer arbeitet, oder ein Schulpflichtiges Kind hat, der wird die Witze ohne Probleme verstehen.

Fazit

Herr Schröder trifft mit diesem Buch genau meinen Humor. Für mich ist „Instagrammatik - Das streamende Klassenzimmer“ eine lustige Reise in meine Schulzeit, die ich manchmal ein bisschen vermisse. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.08.2021

Vertauschte Rollen

The promises we made. Als wir uns wieder trafen
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„The promises we made - Als wir uns wieder trafen“ ist der neuste Liebesroman der skandinavische Queen of Romance Simona Ahrnstedt. Das Buch ist als Taschenbuch und eBook 2021 bei Forever by Ullstein erschienen. ...

„The promises we made - Als wir uns wieder trafen“ ist der neuste Liebesroman der skandinavische Queen of Romance Simona Ahrnstedt. Das Buch ist als Taschenbuch und eBook 2021 bei Forever by Ullstein erschienen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Desirée „Dessie“ Dickson und Sam Amini. Dessie ist eine taffe Frau, die als Security-Expertin arbeitet und der schwedischen Oberschicht angehört. Sam ist ein Mann mit Migrationshintergründen, dem es gelungen ist aus dem Nichts ein erfolgreiches Hotelimperium aufzubauen.

Ich wollte das Buch unbedingt lesen, weil mich die Grundidee neugierig gemacht hat. Normalerweise arbeite der männliche Charakter als Bodyguard. In dieser Geschichte ist es die Protagonisten, die als Bodyguard arbeitet. Ich war gespannt, wie die Autorin diesen Rollentausch umgesetzt hat.

Wenn ich die Liebesgeschichte außen vor lasse, dann würde ich dem Buch ohne lange zu überlegen 5 von 5 Sterne geben. Die Grundidee des Rollentausches wurde für mich hervorragend umgesetzt. Im Laufe der Handlung gab es immer wieder Szenen, die der Geschichte eine Wendung verpasst haben oder für ordentlich Drama gesorgt haben. Beides hat das Buch spannend und unterhaltsam gemacht.

Leider steht die Liebesgeschichte aber im Mittelpunkt der Handlung und bildet somit einen Großteil der Geschichte. Wenn eine Liebesgeschichte gut geschrieben ist, dann kann ich ohne Probleme eine Bindung zu den Protagonisten aufbauen und die Gefühle die zwischen den beiden entstehen, berühren mich. Bei „The promises we made“ war weder das eine noch das andere der Fall. Der Funke wollte einfach nicht überspringen.

Dessie und Sam sind Protagonisten mit Ecken und Kanten. Beide waren mir nicht sympathisch und einen Großteil ihres Verhaltens und ihrer Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen. Sam glich einem liebeskranken Trottel, dessen Verstand ausgesetzt hat, wann immer es um Dessie ging. Anfänglich war das ja vielleicht noch niedlich aber am Ende ging mir das extrem auf die Nerven. Dessie war entweder total gefühlskalt oder so geblendet von ihrer rosaroten Brille, dass sie den Bezug zur Realität verloren hat. Als Dessie dann ihr eigenen Prinzipien über den Haufen wirft, konnte ich nur noch mit dem Kopfschütteln.

Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht von Sam und Dessie erzählt und ist in der dritten Person geschrieben. Die deutsche Übersetzung von Simona Ahrnstedts Schreibstil ließ sich halbwegs flüssig lesen und die Kapitellänge war in Ordnung.

Fazit

Die Grundidee wurde gut umgesetzt. Die Liebesgeschichte war leider ein maßlose Enttäuschung. Von mir gibt es keine Leseempfehlung und nur 2,5 von 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.08.2021

Gruslig

Eskalation
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„Eskalation“ ist das Debüt der deutschen Autorin Nora Benrath. Das Buch ist 2021 als Taschenbuch und eBook in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland erschienen.

Auf dem Cover des Buches steht kein ...

„Eskalation“ ist das Debüt der deutschen Autorin Nora Benrath. Das Buch ist 2021 als Taschenbuch und eBook in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland erschienen.

Auf dem Cover des Buches steht kein Genre. Man erfährt also nicht auf den ersten Blick, ob es sich bei diesem Werk um einen Roman, einen Krimi oder einen Thriller handelt. Ich persönlich finde es gut, dass der Verlag sich für diesen Weg entschieden hat, weil meine Fantasie so mehr Spielraum hatte und meine Erwartungen nicht zu hoch waren. Das Buch kommt definitiv aus dem Bereich der Spannungsliteratur, welchem Genre es aber ganz genau zugehörig ist, werde ich aus Spoilergründen nicht verraten.

Ganz besonders gut gefallen hat mir der Klappentext, weil er einerseits neugierig macht, anderseits aber nicht zu viel verrät. Er fasst die ersten vier Kapitel zusammen. Diese Kapitel bilden auch die Leseprobe. Um niemanden zu spoilern, werde ich nicht näher auf den Inhalt eingehen. Bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, habe ich mir Gedanken über den Verlauf des Kriminalfalls gemacht. Dieser entwickelt sich allerdings in eine Richtung, die mich sehr überrascht hat, weil ich mit dieser Auflösung überhaupt nicht gerechnet habe.

Gute Spannungsliteratur muss spannend sein. Das ist der Autorin hervorragend gelungen. Bereits zum Beginn ist das Buch sehr spannend. Dank einer Menge Cliffhanger, gut gesetzter Wendungen und einer ordentlichen Portion Nervenkitzel steigt die Spannungskurve mit jedem Kapitel weiter an. Der Schluss war dann so extrem spannend, dass ich das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen konnte.

Nora Benrath hat eine gute Mischung aus unterschiedlichen Charakteren erschaffen, die sich alle durch eine erkennbare Persönlichkeit auszeichnen. Ecken und Kanten machen sie authentischer. Obwohl ich während des Lesens die unterschiedlichsten Emotionen empfunden habe, war mir keiner der Charaktere sympathisch.

Der Täter ist ein eiskalter Psychopath, der es liebt mit den Ängsten seiner Opfer zu spielen. Ich werde an dieser Stelle kein Urteil über die Glaubwürdigkeit seines Handelns fällen, weil sich ein Psychopath ganz anders verhält als ein normaler Mensch. Viele Verhaltensweisen des Täters konnte ich nicht nachvollziehen, trotzdem würde ich sie niemals als unrealistisch bezeichnen. Mein einziger Kritikpunkt sind die knapp bemessenen Hinweise auf den Täter. Ein aktives Miträtseln war fast nicht möglich.

Der Schreibstil ließ sich flüssig lesen und die Wortwahl hat gut zum Genre gepasst. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Kapitel maximal 6 Seiten. Erzählt wird das Buch aus unterschiedlichen Sichten.

Fazit

Nora Benrath hat mit „Eskalation“ ein ganz besonderes Buch geschrieben. Dieses Werk ist voller Spannung und Überraschung und konnte mich erstklassig unterhalten. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4,5 von 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2021

Hor­ror­sze­na­rio

Systemfehler
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„Systemfehler“ ist der neueste Thriller von Wolf Harlander. Das Buch ist 2021 als Taschenbuch und eBook im Rowohlt Verlag erschienen und befasst sich mit der Frage was passiert, wenn das Internet ausfällt.

Als ...

„Systemfehler“ ist der neueste Thriller von Wolf Harlander. Das Buch ist 2021 als Taschenbuch und eBook im Rowohlt Verlag erschienen und befasst sich mit der Frage was passiert, wenn das Internet ausfällt.

Als regelmäßiger Nutzer des Internets hat mich die Grundidee natürlich sofort angesprochen. Wer sich bereits mit diesem Thema beschäftigt hat, der weiß, wie abhängig wir vom Internet sind und was sich plötzlich alles ändert, wenn es tatsächlich passiert. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mal zwei Tage ohne Internet auskommen musste, weil unser Internetanbieter Probleme hatte. Allein dieser sehr kurze Zeitraum hat mir vor Augen geführt, wie sehr das Internet meinen Alltag beeinflusst.

Das Szenario „Internetausfall“ dauert im Buch natürlich deutlich länger als zwei Tage. Innerhalb weniger Kapitel wird klar was alles zusammenbricht, wenn das Internet nicht mehr funktioniert. Dem Autor ist es definitiv gelungen ein hochgradig spannendes Hor­ror­sze­na­rio zu erschaffen, das mich sprachlos gemacht hat. Immer wenn ich dachte „noch schlimmer kann es nicht werden“ setzte Harlander noch eins drauf. Verstärkt wird die Spannung durch viele kleine Cliffhanger und unvorhersehbare Wendungen.

Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf den Handlungsverlauf. Das Buch fängt sehr stark an. Es ist spannend und dem Autor ist es hervorragend gelungen die Grundidee umzusetzen. Zum Ende hin entwickelt sich die Geschichte aber in eine Richtung, die mir überhaupt nicht zugesagt hat. Harlander konzentriert sich zunehmend auf ein Thema, das meiner Meinung nach sehr klischeehaft ist und nur mäßig mit der Grundidee zu tun hat. Hinzukommen ein paar unrealistische Situationen, bei denen ich nur noch mit dem Kopfschütteln konnte.

Ich werde nicht detailliert auf die einzelnen Charaktere eingehen, weil das nur unnötig spoilern würde. Dem Autor ist eine gute Mischung aus unterschiedlichen Charakteren gelungen. Sie haben eine erkennbare Persönlichkeit und zeichnen sich durch Ecken und Kanten aus. Sympathisch war keiner von ihnen.

Harlanders Schreibstil ließ sich angenehm lesen. Die Wortwahl hat gut zum Genre gepasst. Das Buch wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Die Kapitellänge war in Ordnung.

Fazit

Die gute Umsetzung der Grundidee kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung sich zum Ende hin in Klischees verliert. Ich gebe dem Buch daher nur 3,5 von 5 Sterne.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Wundervolle Fortsetzung

Kiss the Bodyguard, Band 2 - Kiss Me Twice
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„Kiss Me Twice“ ist der zweite Band der „Kiss the Bodyguard“ Reihe von Stella Tack. Das Buch ist 2020 als Taschenbuch und eBook im Ravensburger Verlag erschienen. Erzählt wird die Geschichte von Silver ...

„Kiss Me Twice“ ist der zweite Band der „Kiss the Bodyguard“ Reihe von Stella Tack. Das Buch ist 2020 als Taschenbuch und eBook im Ravensburger Verlag erschienen. Erzählt wird die Geschichte von Silver und Prescot. Silver arbeitet als Bodyguard, doch Frauen haben es in dieser Branche schwer. Prescot ist Mitglied der Königsfamilie von Nova Scotia.

Silver ist definitiv nicht die typische graue Maus was sie mir auf Anhieb sympathisch gemacht hat. Sie ist weder auf den Mund gefallen noch hält sie sich im Hintergrund, wenn es gefährlich wird. Silver ist ein Mensch, der hervorragend auf sich selber aufpassen kann. Meiner Meinung nach ist sie eine starke Frau, die keine Angst hat und sich bedingungslos für ihre Liebsten einsetzt. Ich konnte ihr Verhalten und ihre Entscheidungen stets nachvollziehen. Ecken und Kanten an den richtigen Stellen haben sie authentisch gemacht.

Prescot ist ein Prinz, der mit seinem royalen Leben völlig überfordert ist und sich daher regelmäßig wünscht ein ganz normaler Mensch zu sein. Die Tatsache, dass er nicht der perfekte Held ist, dem auf Anhieb alles gelingt, hat ihn mir definitiv sympathisch gemacht. Er hat eine Menge Ecken und Kanten, die ihn irgendwie liebenswürdig gemacht haben. Leider konnte ich sein Verhalten und seine Entscheidungen nicht immer nachvollziehen.

Zusammen ergeben Silver und Prescot ein sehr faszinierendes Paar, das für eine Menge lustiger und verrückter Momente gesorgt hat. Die Chemie zwischen den beiden konnte mich von der ersten Seite an packen und hat bei mir für ein wundervolles Kopfkino gesorgt.

Natürlich gibt es in diesem Buch ein Wiedersehen mit Ivy und Ryan und die beiden waren auch dieses Mal urkomisch. Aber auch die anderen Nebencharaktere konnte für etliche grandiose Momente sorgen. Stella Tack ist es erneut gelungen eine wundervolle Vielfalt an Charakteren zu erschaffen.

Was bei einem Buch von Stella Tack niemals fehlen darf, ist ihr unvergleichlicher Humor. Mit einer der Gründe warum ich ihre Bücher so sehr liebe. Hinzu kommt ihr Schreibstil, der sich immer sehr bildhaft und flüssig liest und ihre Wortwahl, die einfach perfekt zur jeweiligen Szene passt. Die Erzählung aus der Ich Perspektive und aus zwei Sichten hat mir gut gefallen. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge.

Fazit

Mir hat die Fortsetzung definitiv besser gefallen und am Ende fiel mir sogar der Abschied von Silver und Prescot schwer, weil mir die beiden so sehr ans Herz gewachsen sind. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 4,5 von 5 Sterne.