Profilbild von Ameland

Ameland

Lesejury Star
offline

Ameland ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ameland über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2025

Edwina Teufel mischt sich ein

Die Schlange von Sirmione
0

Der österreichischen Chefinspektorin Edwina Teufel wurde eine Auszeit verordnet, die sie mit ihrem Lebensgefährten am Gardasee verbringt. Aus Langeweile hilft sie im Fundbüro aus. Mit der Untätigkeit ist ...

Der österreichischen Chefinspektorin Edwina Teufel wurde eine Auszeit verordnet, die sie mit ihrem Lebensgefährten am Gardasee verbringt. Aus Langeweile hilft sie im Fundbüro aus. Mit der Untätigkeit ist es endgültig vorbei als eine Schlange abgegeben wird, deren Überbringer kurz darauf tot aufgefunden wird.

Edwina Teufel ist ein Charakter mit sehr vielen Ecken und Kanten. Sie trägt ihren Spitznamen „Zornnatter“ zurecht. Obwohl ich eigentlich Ermittler mit speziellem Charakter mag, war mir Edwina von Beginn an nicht sonderlich sympathisch und wurde es bis zum Ende auch nicht mehr. Ihre Art sich in die Ermittlungen einzumischen und ihren Lebenspartner ein ums andere Mal vor den Kopf zu stoßen, ging mir nach einer Weile auf die Nerven.

Der Fall selbst ist wenig spannungsgeladen und war für mich hier eher Beiwerk. Mich haben die Beschreibungen der landschaftlichen Schönheiten und Sehenswürdigkeiten in ihren Bann gezogen und begeistert. Ich fühlte mich direkt an den Gardasee versetzt und bin Eis schleckend mit Edwina durch die Gassen von Sirmione geschlendert. Am liebsten wäre ich sofort in den Zug gestiegen, um dort Urlaub zu machen.

Ein Italienkrimi, der sich flott lesen lässt und gut für einen Tag am Meer oder im Liegestuhl geeignet ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.04.2025

Tischler in Not

Prost, auf Brunngries
0

Für diesen Jubiläumsband hat sich Friedrich Kalpenstein etwas Besonderes ausgedacht, denn Kommissar Tischler gerät dieses Mal selbst in Erklärungsnot und wird vorübergehend vom Dienst suspendiert. Aber ...

Für diesen Jubiläumsband hat sich Friedrich Kalpenstein etwas Besonderes ausgedacht, denn Kommissar Tischler gerät dieses Mal selbst in Erklärungsnot und wird vorübergehend vom Dienst suspendiert. Aber nicht nur sein frisch beförderter Kollege Fink glaubt an seine Unschuld und steht ihm in dieser schweren Zeit zur Seite. Natürlich will Tischler sich nicht allein auf die Ermittlungsergebnisse von Fink und Polizeioberrat Schwenk verlassen und so mischt er kräftig mit.

Inzwischen sind mir Tischler, Fink und Co. schon ans Herz gewachsen und selbstverständlich habe ich nicht eine Sekunde an der Unschuld des Kommissars gezweifelt. Aber zu Beginn habe ich doch einige Bedenken gehabt, was die Fähigkeiten von Fink und Schwenk angehen. Aber Fink beweist nicht nur was für ein guter Ermittler er inzwischen geworden ist, sondern zeigt auch Haltung gegenüber dem Polizeioberrat.

Wie gewohnt schreibt Friedrich Kalpenstein flüssig und weiß Spannung zu erzeugen und auch zu halten. Humorvolle Dialoge und Frotzeleien unter den Kollegen lockeren die Geschichte immer wieder auf. Mein Herz aber geht jedes Mal auf, wenn die Dackelhündin Resi in Erscheinung tritt. Ein Krimi der Prost-Reihe ohne diese Dackeldame ist einfach undenkbar.

Mich hat auch der 10. Band dieser Reihe sehr gut unterhalten und ich hoffe, dass dem Autor noch lange nicht die Ideen ausgehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2025

Der perfekte Reiseführer

MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Nürnberg MM-City
0

Bereits bei genauerer Betrachtung der Covervor- und -rückseite weiß ich, dass ich den perfekten Reiseführer für die Erkundung Nürnbergs gefunden habe. Dieser handliche Guide enthält Folgendes: Nürnberg ...

Bereits bei genauerer Betrachtung der Covervor- und -rückseite weiß ich, dass ich den perfekten Reiseführer für die Erkundung Nürnbergs gefunden habe. Dieser handliche Guide enthält Folgendes: Nürnberg im Überblick; 10 Touren durch die Stadt; Essen, Trinken, Ausgehen; Geschichte und Kultur und Service-Infos rund um die Reise.

In der vorderen Klappe finde ich eine Übersichtskarte wie ich Nürnberg erreichen kann: per Flugzeug, mit der Bahn oder über diverse Autobahnen und Bundesstraßen. Wie ich mich in der Stadt mit den Öffis bewegen kann, kann ich dem Plan in der hinteren Klappe entnehmen. Dort finde ich auch einen entnehmbaren Stadtplan, der mich sehr freut, denn ich bin ganz old-school lieber mit Karte und Reiseführer als mit Handy unterwegs. Aber für diejenigen, die es anders lieber mögen, ist auch eine entsprechende App mit Freischaltcode enthalten.

Wenn man Zeit genug hat, kann man die angegebenen 10 Touren gehen und sicher sein, dass man keine Sehenswürdigkeit verpasst hat. Damit man nicht mit Infos überfrachtet wird, kann man sich auch einzelne Touren rauspicken und der Stadt mehrmals einen Beuch abstatten. Sehr nützlich sind die angegebenen Einkehrmöglichkeiten, denn Pausen, um das Treiben zu beobachten, müssen sein. Diese findet man am Ende jeder Tour unter „Praktische Infos“ genau wie Hinweise zu Einkaufsmöglichkeiten. Diese sind neben der Tour selbst auf dem jeweiligen Kartenauszug eingezeichnet. Mir gefallen bei den Touren besonders die farblich abgesetzten Infos unter „Nürnberg im Kasten“, die ein breites Spektrum an zusätzlichen interessanten Informationen umfassen.

Ich kann hier gar nicht alles beschreiben, möchte aber das umfangreiche Nachschlagewerk hinten im Reiseführer noch schnell erwähnen. Meiner Meinung nach dürfte nach dem Studium des Reiseführers kaum noch eine Frage offen sein. Wir haben uns für den Herbst schon ein längeres Wochenende für einen Besuch Nürnbergs ausgeguckt.

Veröffentlicht am 14.04.2025

Macht Lust auf Urlaub in Umbrien

Lieber solo als allein
0

Bewertet mit 3.5 Sternen

Leonie fiebert ihrer Traumhochzeit mit dem Italiener Luca entgegen. Diese soll im familieneigenen Hotel in Perugia stattfinden. Klar, dass zu diesem Ereignis ihre Familie anreist: ...

Bewertet mit 3.5 Sternen

Leonie fiebert ihrer Traumhochzeit mit dem Italiener Luca entgegen. Diese soll im familieneigenen Hotel in Perugia stattfinden. Klar, dass zu diesem Ereignis ihre Familie anreist: Oma Gabriele und ihre getrenntlebenden Eltern Katrin und Oliver. Alles ist bis aufs I-Tüpfelchen geplant, aber manchmal hat das Schicksal etwas anderes im Sin.

Leonie und ihre Oma Gabriele mochte ich sofort, aber auch die anderen Protagonisten machten es mir leicht, sie zu mögen. Schön fand ich, dass aufgrund der größeren und kleineren Katastrophen die Charaktere eine sichtbare Entwicklung durchgemacht haben.

Mir würde dieses dolce Vita jedenfalls auch zusagen. Leckeres Essen, wunderbares Wetter, herrliche Landschaft, pittoreske Dörfer und Städte und das alles in netter Begleitung. Bisher stand Umbrien noch nie auf meiner Urlaubsliste, aber das hat sich jetzt geändert.

Wie gewohnt schreibt Tessa Hennig flüssig und mit einer Prise Humor. Allerdings hätte es von letzterem aber definitiv mehr sein dürfen. Diesem Familienroman fehlte die gewohnte Leichtigkeit der anderen mir bekannten Romane der Autorin. Am besten haben mir noch die Beschreibungen der Landschaft und der Sehenswürdigkeiten gefallen. Insgesamt eine nette Unterhaltung für zwischendurch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2025

Für mich kein Highlight

Die blaue Stunde
0

Ein forensischer Gutachter entdeckt bei einem Kunstwerk von Vanessa Chapmann, dass dort nicht eine tierische Rippe verarbeitet wurde, sondern eine menschliche. Da die Werke der Künstlerin der Fairburn-Stiftung ...

Ein forensischer Gutachter entdeckt bei einem Kunstwerk von Vanessa Chapmann, dass dort nicht eine tierische Rippe verarbeitet wurde, sondern eine menschliche. Da die Werke der Künstlerin der Fairburn-Stiftung vermacht wurden, muss sich der Kurator James Becker um die Angelegenheit kümmern. Zur Klärung begibt er sich nach Eris, wo Vanessa Chapmann zuletzt gelebt und gewirkt hat. Ihre langjährige Weggefährtin Grace Haswell lebt immer noch dort und er hofft mit ihrer Hilfe auf eine Klärung.

Die von Paula Hawkins für diesen Roman erschaffenen Charaktere sind vieles, aber sympathisch sind sie nicht – bis auf vielleicht James Becker. Ich fand sie egozentrisch, bösartig, narzisstisch und verstörend.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Perspektivwechsel, Rückschauen, Zeitungsausschnitte und Tagebucheinträge sorgen für Abwechslung. Aber all das konnte mich nicht wirklich fesseln. Mir fehlte es einfach lange Zeit an Spannung.

Das Buch wurde als literarisches Spannungs-Highlight angekündigt, aber von Spannung und Highlight war es für mein Empfinden weit entfernt. Das Buch bekommt von mir drei Sterne nur wegen des abwechslungsreichen Schreibstils.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere