Profilbild von Ameland

Ameland

Lesejury Star
offline

Ameland ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ameland über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2021

Gelungener Auftakt der Pilger-Trilogie

Das Kreuz des Pilgers
0

Die Geschichte spielt im späten Mittelalter als die Menschen noch ein ganz anderes Verhältnis zum Glauben hatten als heute. Zu dieser Zeit spielten auch Reliquien noch eine große Rolle. Bei dem Kreuz des ...

Die Geschichte spielt im späten Mittelalter als die Menschen noch ein ganz anderes Verhältnis zum Glauben hatten als heute. Zu dieser Zeit spielten auch Reliquien noch eine große Rolle. Bei dem Kreuz des Pilgers handelt es sich um eine Reliquie mit ganz besonderen Fähigkeiten.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig und realistisch angelegt. Ihre Gedanken und Handlungen entsprechen dem Verhalten der damaligen Zeit.

Ich mag den flüssigen Schreibstil von Petra Schier sehr. Alles ist sehr anschaulich beschrieben. Sie hat es wieder geschafft, Fakten und Fiktion zu einer spannenden Geschichte zu verweben. Am Ende fragt man sich wo denn die über 500 Seiten nur geblieben sind.

Gefallen hat mir der Stadtplan der Koblenzer Innenstadt zu Beginn des Buches. Kann man sich doch so noch ein besseres Bild machen. Wirkte das umfangreiche Personenverzeichnis zuerst noch etwas abschreckend, so habe ich doch schnell gemerkt, dass ich es eigentlich nicht gebraucht habe.

Da es sich um eine Trilogie handelt, blieben natürlich am Ende einige Fragen offen und so heißt es warten auf Band zwei. Dieser historische Roman war ganz nach meinem Geschmack und es gibt fünf Sterne dafür.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2021

Komplexer Küstenkrimi

Weißer Sand
0

Dies ist bereits der 11. Band von Jobst Schlennstedt aus der Reihe mit dem Ermittler Birger Andresen. Ich kannte keinen der Vorgängerbände und hatte keinerlei Verständnis-Schwierigkeiten mit diesem Krimi.

Der ...

Dies ist bereits der 11. Band von Jobst Schlennstedt aus der Reihe mit dem Ermittler Birger Andresen. Ich kannte keinen der Vorgängerbände und hatte keinerlei Verständnis-Schwierigkeiten mit diesem Krimi.

Der Umgang mit Birger Andresen ist für keinen leicht, weder für die Kollegen, die Vorgesetzten noch seine Familie. Ich mag solche Ermittler, die auch Ecken und Kanten haben. Dadurch wirken sie für mich wesentlich authentischer.

Zu Beginn des Buches wusste ich als Leser noch gar nicht wohin mich die ersten Kapitel hinführen wollten. Um wen geht es? Aus wessen Perspektive wird hier berichtet? Ich konnte von Beginn an miträtseln und erst nach und nach wurde ich an die Lösung herangeführt.

Gefallen hat mir die Mischung aus Verbrechen, der Aufklärung und aus dem privaten Bereich.

Der Schreibstil ist flüssig und sorgt für einen guten Lesefluss. Der Spannungsbogen wird auch bei den Ausflügen in das Privatleben nicht unterbrochen.

Mir hat dieser Küstenkrimi mit Lokalkolorit sehr gut gefallen und ich bedaure etwas, dass ich diese Reihe erst jetzt kennengelernt habe. Ganz sicher werde ich mir die Vorgängerbände auch zu Gemüte führen. Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung für alle Fans von Küstenkrimis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2021

Ein Buch mit toller Botschaft

Leo und Lucy 1: Die Sache mit dem dritten L
0

Leo und Lucy sind dicke Freunde, haben es eigentlich nicht leicht in ihrem Leben, sind aber im Großen und Ganzen trotzdem glücklich. Leo hat einen großen Wunsch, er möchte einen Vorlese-Wettbewerb gewinnen, ...

Leo und Lucy sind dicke Freunde, haben es eigentlich nicht leicht in ihrem Leben, sind aber im Großen und Ganzen trotzdem glücklich. Leo hat einen großen Wunsch, er möchte einen Vorlese-Wettbewerb gewinnen, um dieses besondere Skateboard zu bekommen. Damit möchte er die Skater-Meisterschaft gewinnen, um von dem Preisgeld seiner aller besten Freundin einen Wunsch zu erfüllen. Allein dadurch hat Leo bereits mein Herz erobert. Hinzu kommt aber noch, dass er ein super schlechter Leser ist und seine Chancen aussichtlos erscheinen.

Lucy und Leo sind zwei tolle und starke Charaktere. Beide kommen aus sozial schwachen Verhältnissen und haben zudem noch mit einer „Behinderung“ zu kämpfen. Es macht mich traurig zu lesen, wie sie von den gesunden und besser gestellten Kindern gemobbt werden. Trotzdem lassen sie sich nicht unterkriegen. Zwei Kinder wie sie uns auch im täglichen Leben begegnen können. Zum Glück haben die beiden sich und es ist schön, ihre unverbrüchliche Freundschaft zu sehen.

Entsprechend der Zielgruppe von ca. 10 Jahren ist der Schreibstil einfach. Kurze Kapitel, große Schrift und größere Zeilenabstände sorgen auch bei den nicht ganz so geübten Lesern für einen guten Lesefluss. Wenige, aber feine schwarz-weiß Illustrationen bereiten eine schöne Abwechslung.

Ein tolles Buch, das nicht nur spannend ist, sondern auch so wichtige Themen wie Ausgrenzung, Mobbing und tiefe Freundschaft behandelt, kann von mir nur fünf Sterne erhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2021

Unterschiedliche Verbrechen in unberührter Natur

Tod in der Schorfheide
0

In den stillen Wäldern Brandenburgs wird in einem Forsthaus ein Mann bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Ermittlerin Carla Stach steht erstmal vor einem Rätsel und ist fassungslos ob dieser grausamen Tat. ...

In den stillen Wäldern Brandenburgs wird in einem Forsthaus ein Mann bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Ermittlerin Carla Stach steht erstmal vor einem Rätsel und ist fassungslos ob dieser grausamen Tat. Am nächsten Tag wird eine Schülerin als vermisst gemeldet, die den Toten kannte. Hängen die beiden Fälle zusammen? Und wenn ja wie?

Mir haben bei diesem Krimi ganz besonders die ermittelnden Beamten gut gefallen. Sie sind sehr realistisch und menschlich dargestellt. Wie im wahren Leben haben sie auch Schwächen und machen Fehler. Vielleicht hätte man nicht unbedingt eine Ermittlerin mit einer Partnerin und dazu noch eine mit anderer Hautfarbe ins Spiel bringen müssen, aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Bei den Ermittlungen ergeben sich immer wieder Sackgassen und andere Ermittlungsansätze fehlen zeitweise, so dass der Eindruck von Längen im Buch entstehen mag. Für mich machte es die Arbeit der Kommissare realistischer und ich fand nicht, dass die Spannung verloren ging. Durch wechselnde Perspektiven, unerwartete Erkenntnisse und Wendungen blieb der Spannungsbogen erhalten.

Sehr bildhaft fand ich die Beschreibungen der scheinbar noch unberührten Natur in der Schorfheide. Ich sah idyllische Seen in teilweise noch unberührten Wäldern vor meinem Auge und der Wunsch dieses leibhaftig zu sehen, war geweckt.

Ein spannender Krimi mit sehr viel Lokalkolorit und kurzen psychologischen Ausflügen in die Gründe und Gedankenwelt des Täters. Mir hat er sehr gut gefallen und daher gibt’s auch fünf Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2021

Paul Colossa und ich waren leider nicht kompatibel

Giftrausch
0

Dies ist der zweite Fall mit dem bayrischen Rechtsanwalt Paul Colossa, aber meine erste Begegnung mit ihm. Nach einem Vorfall im berühmten und erfolgreichen Musikinternat Hirschenhaid wird Paul Colossa ...

Dies ist der zweite Fall mit dem bayrischen Rechtsanwalt Paul Colossa, aber meine erste Begegnung mit ihm. Nach einem Vorfall im berühmten und erfolgreichen Musikinternat Hirschenhaid wird Paul Colossa engagiert, um den Skandal zu vertuschen. Spätestens als ihm der 37 (!) Seiten lange Vertrag präsentiert wird, sollten bei ihm die Alarmglocken läuten … tun es aber nicht laut genug.

Auch nach gut 600 Seiten bin ich mit dem verpeilten Rechtsanwalt, der von einem Fettnäpfchen ins nächste hüpft, nicht warm geworden. Er ist arbeitsscheu, dem großen Geld nicht abgeneigt und sein Verhalten ist oft nur peinlich. In wenigen Momenten zeigt er aber auch eine andere Seite, sein Gewissen meldet sich und er trifft die richtige Entscheidung.

Hendrik Esch kann sehr gut mit Sprache umgehen, keine Frage, aber mir war es zu viel an Ironie, Übertreibung und der Humor entsprach selten dem meinigen. Das und ausführliche Beschreibungen völliger Nebensächlichkeiten gingen zu Lasten der Spannung.

Gut gefallen hat mir das Thema. Der Druck der Schüler überdurchschnittliche Leistungen erbringen zu müssen, war sehr deutlich. Dass dies nur durch Einnahme gewisser Substanzen auf Dauer möglich ist, ist furchtbar, aber wahrscheinlich nicht sehr realitätsfern (hoffentlich nur nicht in diesem Ausmaß). Noch schlimmer fand ich, dass dies sowohl von den Lehrern als auch den Eltern billigenden in Kauf genommen wird obwohl die gesundheitlichen Auswirkungen deutlich erkennbar waren.

Obwohl das Buch dem Genre Krimi zugeschrieben wurde, ist es für mich kein Kriminalroman im eigentlichen Sinne. Da mich Paul Colossa weder in seinen Bann ziehen noch begeistern konnte, gibt es von mir leider nur drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere