tolles Debüt
Marsolleks Morde / Die Achte LinieMeinung: Dieses Buch lag über ein Jahr ungelesen bei mir. Still. Fast vergessen.
Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt nicht leicht. Ich musste mich erst hineinfinden, stolperte stellenweise über den Rhythmus ...
Meinung: Dieses Buch lag über ein Jahr ungelesen bei mir. Still. Fast vergessen.
Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt nicht leicht. Ich musste mich erst hineinfinden, stolperte stellenweise über den Rhythmus und fragte mich kurz, ob die Geschichte mich wirklich packen würde. Doch dann kam dieser Punkt, dieser Moment, an dem ich merkte: Jetzt hat es mich. Ab da ließ mich das Buch nicht mehr los.
Gemeinsam mit Hauptkommissar Lukas Marsollek tauchen wir in einen verstörenden Mordfall ein. Wieder ist das Opfer eine zierliche Brünette. Wieder diese seltsamen, fast schon ritualhaften Schnitte. Und dann diese geometrischen Muster, die sich langsam wie ein dunkler Schleier über den Stadtplan legen. Die Signatur des Täters ist kalt, berechnend und sie kriecht einem unweigerlich unter die Haut. Je mehr sich das Puzzle zusammensetzt, desto beklemmender wird das Gefühl beim Lesen.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, was den Kontrast zur Brutalität der Taten noch verstärkt. Man gleitet förmlich durch die Seiten und merkt oft erst zu spät, wie tief man bereits in dieser düsteren Welt steckt. Besonders intensiv empfand ich die wechselnden Perspektiven zwischen den Ermittlern und dem Täter. Dem Mörder so nah zu kommen, ihn bei seinen Taten zu begleiten, seine Gedanken mitzuerleben, das war verstörend, beklemmend und unglaublich eindringlich. Diese Passagen haben mich stellenweise richtig frösteln lassen.
Die detaillierten Beschreibungen der Morde sind hart, schonungslos und nichts für schwache Nerven. Aber genau diese Konsequenz macht diese Story so wirkungsvoll.
Hier wird nichts beschönigt, nichts abgeschwächt und genau das mag ich.
Auch die Figuren haben mich überrascht. Sie fühlen sich echt an, greifbar, menschlich. Besonders Lukas Marsollek konnte ich schnell nah kommen. Und dann ist da Aki bester Freund, Kollege, Ruhepol. Die Dynamik zwischen den beiden bringt Wärme in eine ansonsten sehr dunkle Geschichte. Ihre Dialoge lockern auf, schenken kleine Atempausen und haben mir mehr als einmal ein Lächeln entlockt.
Das Ende hat mich zufrieden zurückgelassen und fühlt sich stimmig an. Vor allem aber hat es mir gezeigt, welches Potenzial in dieser Autorin steckt.
Kein Buch für Zartbesaitete, aber für alle, die düstere, intensive und schonungslose Krimis lieben, eine klare Leseempfehlung.