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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2023

Pageturner

Die letzte Nacht
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Dr. Sara Linton muss in der Notaufnahme eine Frau behandeln, die wir sie sich ihr noch anvertrauen kann, scheinbar unter Drogen gesetzt und vergewaltigt wurde.
15 Jahre zuvor hat Sara selbst ein ähnliches ...

Dr. Sara Linton muss in der Notaufnahme eine Frau behandeln, die wir sie sich ihr noch anvertrauen kann, scheinbar unter Drogen gesetzt und vergewaltigt wurde.
15 Jahre zuvor hat Sara selbst ein ähnliches Schicksal ereilt, wodurch alte Wunden aufgerissen werden und sie sich nochmals mit den Geschehnissen von damals auseinandersetzen muss.
Währenddessen machen sich Will Trent und Faith auf Täterjagd.


Karin Slaughter ist diesmal spannungstechnisch sicher nicht auf Gipfeljagd unterwegs, dafür überzeugt der neue Band um Sara Lindon und Will Trent gerade auf der persönlichen Ebene. Wer die die Reihe bisher verfolgt hat, erfährt hier die Einzelheiten zu dem Trauma, welches Sara vor vielen Jahren erleiden musste und fiebert sicherlich auch genauso sehr der anstehenden Hochzeit der beiden entgegen. Doch zu lasch wird es nicht, denn wenn die Autorin eins mit Sicherheit beherrscht, dann in jedem Fall eine perfekte Inszenierung menschlicher Abgründe, dessen Ausmaß man sich nicht einmal in Ansätzen ausmalen so würde. Dazu sehr plastisch dargestellten Gewaltexzesse gegenüber den Opfern und gerade da mit grausiger Detailverliebtheit zu agieren, zeichnet sie einfach aus.
Band 11 wird also ohne Frage dem Thriller-Genre vollumfänglich gerecht!
Obwohl ich grundsätzlich empfehlen würde, die Reihe von Beginn an zu lesen, ist das Buch auch ohne etwaige Vorkenntnisse aus den vorherigen Teilen, durchaus gut unabhängig lesbar.

Für mich war es insgesamt wieder brutale Unterhaltung auf gewohnt hohem Niveau und daher ganz klar lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite!
Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Sommergefühl

Sonnenküsse
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Hierbei handelt sich um den 2. Band der Küstenliebe-Reihe, erschienen bei Blanvalet-Verlag.

Illustratorin Alina verliert erst ihre Mutter an Krebs und begibt sich anschließend auf die Suche nach ihrem ...

Hierbei handelt sich um den 2. Band der Küstenliebe-Reihe, erschienen bei Blanvalet-Verlag.

Illustratorin Alina verliert erst ihre Mutter an Krebs und begibt sich anschließend auf die Suche nach ihrem Vater, aus dessen Existenz ihre Mutter zeitlebens ein großes Geheimnis gemacht hat.
Mit Liebesbriefen, die mit J. unterzeichnet sind und den Hinweisen auf eine Brauerei in Flensburg, zieht es Alina aus dem Ruhrpott nun genau dorthin. Wie es der Zufall will, bekommt sie hier sogar einen Job als Kellnerin und auch ihr neuer Chef, Braumeister Tom ist ein sehr charmanter Typ. Leider kann Alina nicht widerstehen und schnüffelt in einem vermeintlich unbeobachteten Moment nach Hinweisen auf ihren Vater im Büro der Brauerei herum. Natürlich wird sie dabei prompt von Tom erwischt, der ihr ab diesem Moment nicht mehr über den Weg traut. Während sie gezwungenermaßen ihr eigentliches Vorhaben erstmal auf Eis legen muss, sorgt Tom’s Kumpel Sören mitsamt Pflegevogel “Hubert” für etwas Ablenkung, da der Beo dringend eine neue Partnerin braucht.

In Band 2 entführt uns die Autorin wieder in die wunderschöne Stadt an der Förde, “Meerfeeling” und einer neuen Wassersportart inklusive. Auch das Cover ist passend zur Reihe gestaltet und für Ortsunkundige sind in die Klappen hübsche Landkartenzeichnungen als Orientierungshilfe integriert. Es freut mich übrigens sehr, dass Bent und Nora aus dem ersten Band mal auf eine Stippvisite im aktuellen Buch vorbeischauen.
Ansonsten erleben wir eine vollkommen neue Geschichte, bei der man von Beginn an mit Hauptprotagonistin Aline mitfühlt, die schließlich einen herben Schicksalsschlag zu verkraften hat. Auch Tom ist ein sympathischer, unkomplizierter Typ und Sören ebenfalls ein netter Kerl und beinahe ebenso frech ist, wie der dreiste Vogel, den er beherbergt. Gerade die beiden sorgen jedenfalls für die richtige Portion Humor und Witz in der Story, ohne dass es skurril oder komisch wirkt.
Natürlich gehören auch ein paar Liebeswirrungen zwischendurch dazu, aber das Drama hält sich in Grenzen und sorgt einfach für die richtige Abwechslung.
Vor allem stellt sich jedoch bis zum Schluss die spannende Frage, ob Aline endlich ihren Vater kennenlernen wird.

Von Anfang bis Ende ist es wieder eine rundum gelungene Mischung aus allem, die nichts vermissen lässt!
Genau der richtige Roman, um noch mal die letzten schönen Sommersonnenstrahlen in diesem Jahr zu tanken und darauf zu warten, dass im November Band 3 (Seesterntage) erscheint.

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Veröffentlicht am 05.09.2023

Gemischte Gefühle zum Buch

Die Butterbrotbriefe
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Nach dem Tod ihrer Mutter scheint Kati Waldstein in ihrem bisherigen Leben aufräumen zu wollen. Sie ist mittlerweile 39 Jahre alt, bereits geschieden, arbeitet bei der Stadtverwaltung.
Kati hat dafür ...

Nach dem Tod ihrer Mutter scheint Kati Waldstein in ihrem bisherigen Leben aufräumen zu wollen. Sie ist mittlerweile 39 Jahre alt, bereits geschieden, arbeitet bei der Stadtverwaltung.
Kati hat dafür 37 Briefe handgeschrieben oder mit der Maschine auf dem von ihrem Vater sorgsam gesammelten Butterbrotpapier abgetippt. Jeder von ihnen muss der Person, für den er bestimmt ist, laut vorgelesen werden. Und so beginnt auch die Geschichte bei Brief Nr. 31, gerichtet an ihre ehemalige Grundschullehrerin, von der sie schwer enttäuscht wurde.
Und bereits an dieser Stelle zeichnet sich eine ungeahnte Wendung in ihrem Leben ab.
Die Butterbrotbriefe sind natürlich der Hauptakteur in der Geschichte und für mich das klare Highlight an diesem Buch. Hochemotional geschrieben, sehr ergreifend sowohl für Kati selbst, die sie verfasst hat, als auch für ihr Gegenüber, dem sie ihre Worte stets persönlich vorliest.
Leider wird die besondere Wirkung der Briefe durch die weniger gelungenen Nebenhandlungen überlagert. Dazu gehören die skurrilen und überspitzt gezeichneten Episoden mit Elch Harald und Rentierdame Bettina, die im Arktismuseum ihres Onkels Martin leben.
Und dann lernt Kati bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Obdachlosen-Friseurin auf dem Wochenenmarkt, den adrett gekleideten, wenn auch streng riechenden, ehemaligen Klavierstimmer Severin kennen.
Er wird von seinem schlechten Gewissen ob eines unverzeihlichen Fehlers verfolgt, der ihm vor Jahren unterlaufen ist.
Severin scheint sich jedoch sicher, just in dem Moment, der Liebe seines Lebens begegnet zu sein. Ich finde seinen Charakter jedoch von Beginn an unangenehm. Er kommuniziert mit ihr über Botschaften und Anmerkungen in Büchern und verfolgt ihre Spuren und verhält sich dadurch wie ein krankhafter Stalker. Da er Kati ständig nachstellt, kann ich der dich anbahnenden Romanze zwischen den beiden nichts abgewinnen.
Aber auch mit ihr selbst werde ich leider kaum warm. Ihr soziales Engagement und das Schicksal ihrer Familie ändern daran bedauerlicherweise nichts. Trotzdem berührt mich der Moment, in dem Kati die Briefe ihrer Mutter entdeckt und begreifen muss, auf welch perfide Weise ihre Schicksale bisher miteinander verknüpft waren.
Spätestens ab diesem Moment hätte ich mir eine entscheidende charakterliche Weiterentwicklung gewünscht und eine Kati, die sich auf ihre wahren Wünsche und Träume zurückbesinnt und sich neue Ziele für ihr Leben steckt.

So bleibe ich am Ende ein wenig enttäuscht zurück, mit einer Geschichte, die stark angefangen und ihre Kraft unterwegs verloren hat.

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Veröffentlicht am 30.08.2023

Ein letzter Strohhalm

Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen
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Es geht wieder zurück nach St. Piran.
Im örtlichen Pub treffen zufällig Student Tom Horsmith und Politiker Monty Causley aufeinander, die kaum unterschiedlichere Ansichten zum Klimawandel haben könnten. ...

Es geht wieder zurück nach St. Piran.
Im örtlichen Pub treffen zufällig Student Tom Horsmith und Politiker Monty Causley aufeinander, die kaum unterschiedlichere Ansichten zum Klimawandel haben könnten. Die Meinungsverschiedenheit endet mit einer waghalsigen Wette, die 50 Jahre später mit nichts Geringerem, als dem Einsatz des Lebens enden soll.

Ich bewundere Autor John Ironmonger dafür, dass er sich immer wieder traut, vermeintlich trockene Themen wie Umwelt- und Klimaschutz zum zentralen Punkt seiner
Romane zu machen. Dabei gelingt es ihm wie keinem Zweiten, die Relevanz dessen unaufdringlich und dennoch in aller Deutlichkeit, in einer unglaublich berührenden und gleichzeitig sehr unterhaltsamen, eingebungsvollen Geschichte zu vereinen.
Und obwohl der Klimawandel als omnipräsentes Thema mir persönlich etwas auf die Nerven geht, habe ich das Buch sehr gern und teilweise auch mit Tränen in den Augen gelesen.
Denn es ist eine Geschichte, die nicht nur Verständnis schafft, sondern wachrüttelt. Auf die Auswirkungen des Klimawandels wird seit Jahrzehnten immer wieder von Experten hingewiesen, doch die Maßnahmen, die seitens der Politik ergriffen werden, reichen bekanntlich erweise nicht einmal ansatzweise aus, um das Phänomen noch aufhalten zu könnten.

Das Szenarium wird durch zahlreiche Zeitsprünge über sieben Jahrzehnte weiter gesponnen und auch die Protagonisten, die sich währenddessen immer wieder begegnen, werden nicht verschont!
Dem Autor schafft es durch seine beeindruckend realistischen bildhaften Schilderungen, und die Auswirkungen und Konsequenzen unseres Nichthandelns auf die Umwelt und auf Spezies wie den Eisbären, der hier als Symbolfigur agiert, vor Augen zu führen.

Die Geschichte ist einfach großartig und umbedingt lesenswert, auch für diejenigen, die das Thema nicht mehr hören/ lesen können!
Ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.08.2023

Fortsetzungshighlight

Kalmann und der schlafende Berg
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Beim erneuten Aufeinandertreffen mit Kalmann, befindet sich dieser in ernsten Schwierigkeiten, genauer gesagt, sitzt er in einem abgeschotteten Verhörraum des FBI.
Wie er dorthin gekommen ist und weshalb, ...

Beim erneuten Aufeinandertreffen mit Kalmann, befindet sich dieser in ernsten Schwierigkeiten, genauer gesagt, sitzt er in einem abgeschotteten Verhörraum des FBI.
Wie er dorthin gekommen ist und weshalb, möchte ich an dieser Stelle keinesfalls vorwegnehmen. Nur soviel sei gesagt, Kalmann wird auch in diesem Teil mit einigen Ereignissen und Widrigkeiten konfrontiert, da er von plötzlichen „Alpträumen“ geplagt wird und sich sein Lebensmittelpunkt von Raufarhövn, dass er nun verlassen muss, nach Akureyri verschiebt, wo er fortan bei seiner Mutter lebt. Dies gestaltet sich als ein weniger leichtes Unterfangen, zumal sich die beiden nicht ganz so nahe stehen.
Und dann sind da ja auch noch Kalmanns berüchtigte Wutausbrüche.

Während es mir im ersten Band zunächst schwer gefallen ist, einen Draht zu der Figur „Kalmann“ aufzubauen, ist die Verbindung dieses Mal schon ab dem ersten Moment vorhanden. Nicht allein, weil es sich anfühlt, als träfe man auf einen alten Bekannten, nein, vor allem ist hier seine spezielle Persönlichkeit mit sämtlichen Fein- und Besonderheiten nochmals viel detaillierter als zuvor dargestellt. Diesmal überrascht er mich mit einer Insel-Begabung, die ich so nicht erwartet habe und ich habe auch den Eindruck, dass er an persönlicher Reife hinzugewinnt und bin begeistert von seiner Entwicklung.
Für mein Empfinden hat Joachim B. Schmidt bei der Fortsetzung seines Erfolgsromans mit diesem brillanten Plot noch eine große Schippe drauflegt.
Denn es passiert so einiges, manches zum Lachen, zum Weinen oder Mitfiebern und endet letztlich mit einem großen Feuerwerk und einem Kalman, der über sich hinauswächst.

Eine unbedingt lesenswerte Fortsetzung für alle Kalmann-Fans und diejenigen, die es noch nicht sind, lernen ihn garantiert zu lieben! Spätestens jetzt!
Ich hoffe an dieser Stelle sehr, dass es nicht die letzte Begegnung mit dem Sheriff von Raufarhövn war.

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