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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2022

Wenn Märchen wahr werden...

Schmerz und kein Trost
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Das gilt einerseits für mich, da ich mit Band 8 der Eric Donner-Reihe endlich und ganz unerwartet mein ganz persönliches Lesehighlight in diesem Jahr gefunden habe.
Andererseits trifft es auf die Geschichte ...

Das gilt einerseits für mich, da ich mit Band 8 der Eric Donner-Reihe endlich und ganz unerwartet mein ganz persönliches Lesehighlight in diesem Jahr gefunden habe.
Andererseits trifft es auf die Geschichte zu, denn in dem neuen Fall von Chemnitzer Kriminalhauptkommissar Erik Donner nimmt der Täter die Erzählungen der Gebrüder Grimm sehr wörtlich und spielt ein besonders perverses Katz- und Maus- Spiel.

Vom bisherigen Leben bereits schwer gezeichnet, hat sich Eric Donner inzwischen auf eine Psychotherapie bei Jana Beyer eingelassen, um die Schatten seiner Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Aber bereits in der zweiten Sitzung kommt es zu einer Wendung, denn sie sind nicht allein, jemand hört mit und dieser Jemand hat nicht nur Janas Sohn Tim entführt, sondern auch noch eine besondere Nachricht an Donner parat, seine Schwester Margit betreffend.

Der Prolog allein hat es schon in sich! Meiner Meinung nach, hätte der Autor den Einstieg gar nicht interessanter gestalten können - getreu dem Motto - „Was soll denn jetzt noch kommen?! - geht es dann in die Story. Wer da nicht schon Gänsehaut bekommen hat, zieht den Erpelparka spätestens nach den ersten Kapiteln an, zimperlich sollte man nicht sein, es geht über alle Kapitel hinweg ordentlich in die Vollen und das ohne Gnade.
Die Phantasie des Autors, die ihn zu den brutal-blutigen Feinheiten in dieser Geschichte inspiriert haben mag, ist jedenfalls beeindruckend abscheulich und zugleich unheimlich faszinierend.
Die Hauptfigur „Eric Donner“ finde ich gemessen an dem, was dieser bisher erlebt hat, wirklich treffend und glaubwürdig dargestellt, nüchtern, abgeklärt und selbst in den Situationen, in den es richtig zur Sache geht, bleibt er klar und fokussiert und trotzdem nicht emotionslos.

Insgesamt ein wahrhaftiger Thriller, wie er im Buche steht, durchweg spannend und fesselnd, mit extrem hohen Unterhaltungswert, der es mir absolut unmöglich machte, das Buch zur Seite zu legen.
Diejenigen die gerne miträtseln, wer der/die wahre Täter(in) in der Handlung ist, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.
Die Auflösung hat mich jedenfalls aus den Socken gehauen, ich habe mit allem gerechnet, nur damit nicht.
Das war ganz großes Kino, daher gibt es von mir eine vollkommen begeisterte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Rückkehr der Kampfmaschine Soto

Carrie Soto is Back
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Die unglaublich ehrgeizige ehemalige Tennisspielerin Carrie Soto, die zu ihren Bestzeiten sogar den Spitznamen „die Kampfmaschine“ verpasst bekommen hat, sieht unerwartet ihr Lebenswerk in Gefahr, als ...

Die unglaublich ehrgeizige ehemalige Tennisspielerin Carrie Soto, die zu ihren Bestzeiten sogar den Spitznamen „die Kampfmaschine“ verpasst bekommen hat, sieht unerwartet ihr Lebenswerk in Gefahr, als es der Britin Nicki Chan gelingt, ihren bisher unangefochtenen Rekord an Grand-Slam-Siegen einzustellen.
Mit der Unterstützung ihres Vaters Javier, der sie von klein auf trainiert hat und gemeinsam mit dem in die Jahre gekommenen Alt-Profi Bowe, wagt sie nach 6 Jahren im Ruhestand nun ein Comeback, um erneut in den Tennis-Olymp aufzusteigen und ihren Rekord zurückzuholen.
Mit ihrer Rückkehr auf den Court lernt sie sich und ihr Umfeld besser kennen und erlangt sie auch schrittweise die Erkenntnis, auf was es ihr im Leben wirklich ankommt.

Man muss kein Faible fürs Tennisspielen haben, um diese Geschichte zu lieben. Autorin Taylor Jenkins Reid hat jedenfalls so etwas wie eine besondere Begabung, was ihren Schreibstil angeht.
Anders kann ich mir nicht erklären, wie sich eine Handlung zu 95% ausschließlich um Tennisspiele drehen kann und meine Augen dabei gebannt an jeder Zeile hängen!
Es ist in sofern bemerkenswert, da es sich bei der Story um reine Fiktion handelt und doch wie die außergewöhnliche Biografie einer real existierenden Tennislegende wirkt.
Carrie ist so, wie man sich eine knallharte, leistungsorientierte Tennisspielerin vorstellt.
Seit frühster Kindheit zu Bestleistungen gedrillt, verschlossen und gnadenlos gegenüber anderen, verbissen, unnachgiebig und doch zunehmend eine Sympathieträgerin, da sie sich nicht verstellt.
Der Blick hinter die Kulissen wirkt authentisch, die einzelnen Charaktere vollkommen umfassend und detailliert gezeichnet und die Handlung absolut glaubhaft.

Das Buch hat insgesamt meine Erwartungen bei Weitem übertroffen und ist ein emotional ergreifender Pageturner mit hohem Unterhaltungswert auch für Leute, die mit Tennis nichts am Hut haben und erhält daher von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.09.2022

Schlechte Zeiten für die Liebe

Leuchtfeuer
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„Leuchtfeuer“ ist die Fortsetzung der erfolgreichen Waldfriede-Saga, die Fans von Band 1 dürfen sich hier auf ein Wiedersehen mit den bereits liebgewonnenen Charakteren Hanna und Dr. Conradi freuen, die ...

„Leuchtfeuer“ ist die Fortsetzung der erfolgreichen Waldfriede-Saga, die Fans von Band 1 dürfen sich hier auf ein Wiedersehen mit den bereits liebgewonnenen Charakteren Hanna und Dr. Conradi freuen, die sich hier einigen Herausforderungen stellen müssen.
Die Nachwehen der noch nicht überstandenen großen Weltwirtschaftskrise machen nämlich vor den Krankenhäusern in Berlin nicht Halt. Während selbst in der Charité Personal entlassen wird, werden anderswo sogar ganze Kliniken geschlossen.
Auch die junge Krankenschwester Lilly ist dankbar, als sie eine Anstellung in Waldfriede auf der Station von Professor Rudolph Kirsch erhält, der sich auf die Behandlung von Knochentuberkulose bei Kindern spezialisiert hat. Mit ihrer freundlichen und offenen Art gewinnt sie im Handumdrehen nicht nur die kleinen Patienten für sich, überdies bahnt sich nämlich auch schrittweise eine besondere Verbindung zwischen Lilly und dem anfangs sehr reserviert wirkenden Professor Kirsch an.
Eingewickelt in ihren wunderbar einnehmenden Schreibstil, wird man von Autorin Corina Bomann auf eine spannende Zeitreise in die 1930er-Jahre entführt und bekommt einen interessanten und umfassenden Einblick in das damalige Leben, in dem die Nationalsozialisten an Einfluss gewinnen, der Hass auf Juden und Kommunisten zunehmend salonfähig wird und die Stimmung innerhalb der Bevölkerung sich zu wandeln beginnt.
Dass sich die Zeiten ändern, bekommt auch das Personal des Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf immer deutlicher zu spüren. Dies wird auf einzigartige Weise, fühlbar glaubhaft und wirklichkeitsnah verpackt, in einem sehr fesselnden und realitätsnahem historischen Roman, der auf Auszügen aus der Chronik des tatsächlich existierenden Krankenhauses „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf fußt.
Die spürbare Lebendigkeit der Protagonisten liegt vermutlich auch der Tatsache zugrunde, dass die Autorin diese an reale Personen aus der Zeit angelehnt hat. Die Detailliebe ist jedenfalls klar zu Erkennen und verleiht der Geschichte das gewisse Etwas, dass die Lesenden gefangen nimmt und die Saga einfach unbedingt lesenswert macht!
Ich für meinen Teil kann den dritten Band nunmehr kaum erwarten und spreche eine uneingeschränkte Leseempfehlung für diese eindrucksvolle Buch-Reihe aus!

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Veröffentlicht am 26.08.2022

Die Leichenflüsterin

Wer mit den Toten spricht
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Cassie Raven, die als Assistentin in der Gerichtsmedizin arbeitet, kommt anfangs ein wenig schräg und überspitzt gezeichnet daher, was einerseits an ihrem eher unkonventionellen Äußeren liegt, andererseits ...

Cassie Raven, die als Assistentin in der Gerichtsmedizin arbeitet, kommt anfangs ein wenig schräg und überspitzt gezeichnet daher, was einerseits an ihrem eher unkonventionellen Äußeren liegt, andererseits an der Tatsache, dass sie mit den Toten spricht.
So auch, als eines Tages der 15-jährige Bradley auf dem Seziertisch landet.
Während Cassie seiner Todesursache schrittweise näher kommt, ist sie dem zuständigen Pathologen stets ein Dorn im Auge.

In Band 2 muss sich Cassie aber hauptsächlich mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen.

Als sie klein ist, sterben ihre Eltern bei einem Autounfall, zumindest wird sie jahrelang in dem Glauben gelassen. Sie wächst bei ihrer polnischen Großmutter Weronika auf und erfährt erst viel später, dass die Wahrheit eine ganz andere ist. Ihr Vater Callum soll ihre Mutter ermordet haben und saß dafür 17 Jahre im Gefängnis.
Als er unerwartet den Kontakt zu ihr sucht, blockt sie ihn zunächst ab.
Stimmt die Behauptung ihres Vaters, unschuldig zu sein?

Mit der Unterstützung von DS Phyllida Flyte begibt sie sich auf Spurensuche und kommt dem Täter unerwartet nah.

Wer Band 1 vorab nicht gelesen hat, kann hier trotzdem gut in die Story einsteigen und bekommt stellenweise sogar einen kleinen Rückblick zum Vorgänger.
Die Charaktere sind authentisch und einnehmend gezeichnet, ohne dabei rollenbedingte Klischees zu bedienen.

Während in Band 2 Geheimnisse nach und nach ans Licht kommen und stückchenweise wie Puzzleteile im Verlauf der Geschichte immer mehr ein logisches Gesamtbild ergeben, verliert die Story bis zum Ende nicht an Spannung und Glaubwürdigkeit.

Und obwohl die Erzählperspektive häufig zwischen Cassie und DS Flyte hin und her wechselt, bleibt die Handlung erfrischend übersichtlich und einnehmend.

Gerade der Anteil über die Vorgänge der Gerichtsmedizin ist anschaulich, interessant und spannend dargestellt.
Hierbei wartet die Autorin ganz klar mit beeindruckender Authentizität durch gut recherchiertes medizinisches Fachwissen auf und lässt damit bei der Leichenschau tief blicken und hat mich gerade an diesen Stellen besonders überzeugen können.

Dank Oma Wenronika gibt es übrigens noch zusätzlich einen Polnisch-Sprachexkurs für den nächsten Urlaub gratis oben drauf!

Abschließend ist „Wer mit den Toten spricht“ ein wahrhaftig formvollendeter, ausgereifter Thriller der nichts vermissen lässt, mich begeistern hat und auch eine starke und gelungene Fortsetzung zu Band 1 darstellt.

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Nichts für schwache Nerven!

Der Insasse
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Nachdem der Sohn von Feuerwehrmann Till Berkhoff spurlos verschwindet, lässt sich dieser unter einem Vorwand und auf der Suche nach Antworten in den Hochsicherheitstakt der Psychiatrie einweisen.
Denn ...

Nachdem der Sohn von Feuerwehrmann Till Berkhoff spurlos verschwindet, lässt sich dieser unter einem Vorwand und auf der Suche nach Antworten in den Hochsicherheitstakt der Psychiatrie einweisen.
Denn dort sitzt seit kurzem ein Kindermörder, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auch seinen Sohn Max auf dem Gewissen hat, bisher aber keine weiteren Taten gestanden hat.


Das erste Kapitel bildet einen genialen Auftakt für das, was in den weiteren noch auf den Lesenden wartet.
Die Entwicklungen in der Story ist voller unvorhersehbarer Kniffs und Wendungen und bis zum Schluss wird man vom Autor schön an der Nase herumgeführt.
Der konstant hochgehaltene Spannungsbogen, der Schreibstil und die recht kurz gehaltenen Kapitel, haben mich das Buch geradezu verschlingen lassen!
Und das, obwohl ich zunächst die Befürchtung hatte, das Buch vorzeitig abbrechen zu wollen, da es in der Handlung auch um einen Kindesmörder geht und mir diese Thematik momentan nicht sonderlich liegt.
Die Sorge erwies sich letztlich als unbegründet, trotzdem ist das Buch nichts für Zartbesaitete!

Mit „Der Insasse“ habe ich nun meine Fitzek-Premiere gefeiert, heißt auch, ich konnte vollkommen unvoreingenommen an die Story herangehen und bin schlussendlich wirklich begeistert!
Ich freue mich auf die weiteren Ausgaben, die bereits auf meinem SuB auf mich warten!

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