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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2024

Nicht der stärkste Teil der Reihe

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Das Ermittlerduo Hunter umd Garcia bekommen es bei ihrem neusten Fall mit einem Mörder zu tun, der seine Opfer auf perfide, widerliche Weise, zu Tode foltert und die Todesursache durch Unfälle zu verschleiern ...

Das Ermittlerduo Hunter umd Garcia bekommen es bei ihrem neusten Fall mit einem Mörder zu tun, der seine Opfer auf perfide, widerliche Weise, zu Tode foltert und die Todesursache durch Unfälle zu verschleiern versucht.
So dauert es, bis bei einer zufälligen Obduktion herauskommt, dass der Tote auf dem Tisch keineswegs an etwaigen Unfallfolgen gestorben sein kann.
Durch Zufall entdeckt eine aufgeweckte Studentin an der Leiche eines anderen Mannes, der von einer Brücke in den Tod gesprungen sein soll, ganz ähnliche Folterspuren.
Obwohl die Opfer kaum Gemeinsamkeiten aufweisen, vermuten Hunter und Garcia dahinter das Werk eines noch unbekannten Serienmörders.

Den Anfang finde ich etwas schwach, weshalb der neue Teil meiner Meinung nach nicht sein bestes Buch der Reihe ist, aber dennoch ein gewohnt solider, lesenswerter Thriller, der mich insgesamt gesehen, sehr gut unterhalten hat. Vor allem der Schluss überzeugt mich wieder voll und ganz! Denn schließlich gelingt es Chris Carter doch immer, dem Bösem am Ende ein Gesicht zu geben, mit dem man wirklich nicht gerechnet hat!

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Veröffentlicht am 12.06.2024

Erwartungen übertroffen!

Schicksalsjahre. Die Frauen vom Neumarkt
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Dresden im Jahr 1939 ist keine gute Zeit für die verbotene Liebe zwischen Lotte und dem jüdischen Dirigenten Leo, der kurze Zeit später spurlos verschwindet. Sechs Jahre und schwere Bombennächte danach, ...

Dresden im Jahr 1939 ist keine gute Zeit für die verbotene Liebe zwischen Lotte und dem jüdischen Dirigenten Leo, der kurze Zeit später spurlos verschwindet. Sechs Jahre und schwere Bombennächte danach, sucht Lotte, die inzwischen als Trümmerfrau beim Wiederaufbau Dresdens mithilft, noch immer vergeblich nach ihrem Geliebten. Stattdessen trifft sie zufällig auf Jakob, der außer seinem Leben, ebenfalls nichts mehr zu verlieren hat.
1993 ist es dann Hannah, die beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche ein altes Foto mit einer Frau darauf findet, hinter dem sich die tragische Lebensgeschichte ihrer eigenen Großmutter verbirgt.

Angesichts der vielen Seiten und der Thematik habe ich keinesfalls erwartet, dass sich dahinter eine derart spannende, mitreißende Geschichte verbirgt. Man spürt das Herzblut und die Sorgfalt bei der Recherche zu den historischen Ereignissen, denn die Geschichte steckt einfach voller Leben.
In zwei Zeitebenen erzählen Lotte und Hannah abwechselnd aus ihren Perspektiven in der jeweiligen gegenwärtigen Lebenssituationen, bis sich ihre Wege im Buch tatsächlich kreuzen.

Obwohl ich mich schon in meiner Schulzeit intensiv mit dem Thema Nationalsozialismus, Antisemitismus und Nachkriegszeit auseinandergesetzt habe, gab es einige interessante Aspekte und Fakten, besonders mit dem Übergang und der Entstehung der DDR, die mir zuvor garnicht bewusst oder bekannt waren.
Die Geschichte selbst ist ebenfalls sehr spannend geschrieben, so dass mir die Seiten nur so davongeflogen sind.
Der Roman hat mich durchweg wunderbar unterhalten, mir zeitweise sogar Gänsehaut beschert und meine inhaltlichen Erwartungen vollkommen übertroffen.
Fans historischer Romane sollten sich den Titel auf keinen Fall entgehen lassen! Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Ein absolutes MUSS!

Windstärke 17
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Seit es Tilda zum Studieren nach Berlin verschlagen hat, sind einige Jahre ins Land gezogen, sie hat inzwischen eine eigene Familie gegründet, während Ida bei der alkoholkranken, depressiven Mutter geblieben ...

Seit es Tilda zum Studieren nach Berlin verschlagen hat, sind einige Jahre ins Land gezogen, sie hat inzwischen eine eigene Familie gegründet, während Ida bei der alkoholkranken, depressiven Mutter geblieben ist.
Mit ihren 19 Jahren steht Ida nun jedoch alleine da, ihre Mama ist tot und sie selbst gefangen in einem Wechselbad aus Trauer, Schuld und Perspektivlosigkeit. Hilfe von ihrer Schwester kann und möchte sie nicht annehmen, nur noch der Situation entfliehen, also kauft sie sich von ihrem letzten Geld spontan ein Zugticket auf die Insel Rügen und strandet dort in Hafenbar von Knut. Hier lernt sie Marianne kennen, bei der sie vorerst unterkommt und das erste Mal in ihrem Leben familiäre Fürsorge erfährt. Auf Rügen macht sie dann auch die Bekanntschaft mit Leif, der ähnlich wie Ida, seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat.

Eine großartige und vollkommen gelungene Fortsetzung des Vorgängers “22 Bahnen”. Kaum angefangen, ist man wieder in dem Sog dieses einnehmenden Schreibstils gefangen.
Wir erfahren endlich, wie sich das Leben von Ida nach dem Auszug ihrer großen Schwester weiterentwickelt hat. Diese andere Perspektive bietet nun den genaueren Blick auf Idas Wesen, das doch sehr an einen Wellengang erinnert. Unstet, rebellisch und wild, absolut gegensätzlich zu der eher ruhigen, besonnen Tilda. Doch nachdem was Ida mitmachen musste, sind ihr Schmerz und ihre Wut auf sich selbst und die Welt um sie herum sind so verständlich, dass ich sie zwischendurch gerne in den Arm nehmen und trösten möchte.
Mit der Reise nach Rügen scheint Ida sich jedoch endlich etwas Gutes zu tun und Schritt in Richtung Selbstfindung und Glück zu gehen. Noch mehr als bei Tilda wünsche ich mir dabei, dass es für Ida ein schönes Ende nimmt.
Weiteres möchte ich an dieser Stelle keinesfalls vorwegnehmen, dafür jedoch unbedingt eine ganz große Leseempfehlung für diese wunderbare und unbedingt lesenswerte Geschichte aussprechen!

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Mord nach Drehbuch

Gestehe
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In einer leerstehenden Wohnung in der Wiener Innenstadt wird die Leiche einer brutal ermordeten Immobilienmaklerin aufgefunden. Mo Moghaddam, der seit dem Abgang von der Polizeischule, trotz Bestnoten ...


In einer leerstehenden Wohnung in der Wiener Innenstadt wird die Leiche einer brutal ermordeten Immobilienmaklerin aufgefunden. Mo Moghaddam, der seit dem Abgang von der Polizeischule, trotz Bestnoten im Innendienst versauert, darf bei diesem Fall erstmals als Tatortermittler arbeiten. Die Freude darüber währt allerdings nur kurz. Denn vor Ort stellt sich heraus, dass sein Partner kein geringerer sein wird, als Johann „Jacket“ Winkler.
Ausgerechnet der vermeintliche Starermittler seiner Abteilung, der sich besonders gern im Blitzlichtgewitter der Boulevardmedien sonnt und seine Energie eher in sein Erscheinungsbild als in gewissenhafte Polizeiarbeit steckt. Statt professionellem Vorgehen, führt sich Jacket schon bei der Begehung eines Tatorts, wie ein Elefant im Porzellanladen auf. Doch als wandelndes Werbemaskottchen der Wiener Polizei, genießt Jacket trotz seines arroganten und regelwidrigen Verhaltens, geradezu Narrenfreiheit. Charakterlich ist er für mich auch nicht gerade ein Sympathieträger und hat dazu offensichtlich noch ein paar -Achtung Wortwitz- Leichen im Keller versteckt.
Damit bildet der ambitionierte und akribisch arbeitende Ermittler Mo Moghaddam den kompletten Kontrast zu ihm. Er hat vor allem mit Vorurteilen und Diskriminierung zu kämpfen, denn trotz vorbildlicher Arbeitsergebnisse wird er vom Abteilungschef nicht gefördert und hat sogar von seinen Kollegen heimlich den Spitznamen „Daten-Momo“ verpasst bekommen.
Besonders gut gefällt mir hier und an anderen Stellen, wie über die Denkmuster und Interaktionen der Protagonisten, den heimlichen Alltagsrassisten in europäischen Gesellschaft, auf spitzbübische Weise, den Spiegel vorgehalten wird.
Vielleicht verhilft die Perspektive von Mo sogar dabei, dem ein oder anderen zu weit nach Rechts geneigten Leser, wieder ins Lot zu kommen
Außerdem stellt sich natürlich noch die Frage, warum Jacket seinem Kollegen die Parallelen zwischen seinem unveröffentlichten Manuskript und dem Mordfall verheimlicht!?

Herr Faber macht es jedenfalls unfassbar spannend und gibt uns Lesern reichlich Zeit und viel Raum für Spekulationen, Motive und Tatverdächtige, sodass der Twist am Ende eine unerwartete und wirklich unvorhersehbare Überraschung bereist hält.

Einfach großartig und daher auch eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.04.2024

Hochspannung pur!

Die Dämmerung (Art Mayer-Serie 2)
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Band 2 der Art Mayer -Reihe

Im Königswald wird die bizarr zugerichtete Leiche einer beliebten Charity-Lady an einen Baum gebunden, aufgefunden. Auf ihrem Kopf thront ein Hirschgeweih.
Die Ermittler ...

Band 2 der Art Mayer -Reihe

Im Königswald wird die bizarr zugerichtete Leiche einer beliebten Charity-Lady an einen Baum gebunden, aufgefunden. Auf ihrem Kopf thront ein Hirschgeweih.
Die Ermittler sind sich sicher, dass ihre Tochter Leo, die als Klimaaktivistin den luxuriösen Lebensstil ihrer Mutter ablehnt, etwas mit dem Mord zutun haben könnte, da das Verhältnis der beiden eher distanziert und von Konflikten geprägt, zu sein scheint.
Lediglich Art Mayer hält Leo für unschuldig, obwohl er sicher ist, dass sie etwas zu verbergen hat. Und auch die Verbindung die Hendrik Westphal in diesem Fall hat, wirft Fragen auf. Weiß er um das Verhältnis von seiner Frau zu Art Mayer?
Polizeipräsident Kauder und er werden nämlich Opfer von brisantem Deepfake.
Und dann ist da noch die kleine Milla, die in Arts Leben immer wieder für Wirbel sorgt.
Seine mittlerweile hochschwangere Kollegin Nele Tschaikowski steckt währenddessen im Zwiespalt zwischen ihren Karriereplänen und der Verpflichtungen der ungeplanten, bevorstehenden Mutterschaft und fühlt sich schon jetzt von den Kollegen aufs Abstellgleis verfrachtet.

Obwohl „Der Morgen“ schon ein spannungsgeladener Thriller auf höchstem Niveau war, ist es Marc Raabe gelungen, mit dem zweiten Teil noch mal eine große Schippe draufzulegen! Denn es bleibt nicht nur bei einem Mord und das Auftauchen einer hochbrisanten Kassette, sowie das, was sich hinter Bells Geschichte verbirgt, die sie in einzelnen Sequenzen erzählt, sorgt letztlich für den wahren Thrill.
Dieses Buch kann man einfach nicht weglegen, bis es zu Ende gelesen ist! Am Schluss angekommen, bin ich jedenfalls vollkommen geflasht und das Herz klopft mir bis zum Hals.
Das ist mit Abstand einer der besten Thriller, die ich je gelesen habe, obwohl ich vermute, dass Marc Raabe mit dem Reihenabschluss einen Showdown servieren wird, der einer Bombenexplosion gleichkommt.

Ganz große Leseempfehlung für die gesamte Reihe und mein persönliches Thriller-Jahreshighlight!

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