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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2025

Auf den Spuren mythischer Wesen

Hidden Creatures (Band 1) - Das Einhorn vom Anbeginn der Zeit
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Dieses Buch ist ganz besonders und hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Einflechten persischer Mythologie in eine moderne Geschichte wurde toll umgesetzt.

Der gewaltvolle Tod ihres Vaters hinterlässt ...

Dieses Buch ist ganz besonders und hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Einflechten persischer Mythologie in eine moderne Geschichte wurde toll umgesetzt.

Der gewaltvolle Tod ihres Vaters hinterlässt die 15-jährige Marjan nicht nur mit Trauer und der Frage nach dessen Mörder sondern auch mit der Verantwortung für eine Tierartzpraxis. Schon bald stellt sie fest, dass ihr Vater ein geheimes Doppelleben führte und sie nun in seine Fußstapfen treten und sich um die Gesundheit mythischer Kreaturen kümmern soll.

Besonders gefallen haben mir die eingestreuten Kapitel, welche das passende Märchen zu den gerade vorkommenden Fabelwesen erzählen. So wurden Einhorn, Greif, Mantikor & Co. In den Kontext gesetzt und erzählerisch wunderbar mit der Handlung verknüpft. Im Verlauf des Buches habe ich gedacht, dass ein paar Illustrationen sehr schön gewesen wären. Insbesondere auch, da es als Kinder-/Jugendbuch veröffentlicht wurde. Die Alterseinstufung ab 12 sollte man vielleicht individuell prüfen. Es gibt sicherlich 12-jährige, die dieses Buch lieben werden, aber ich würde es für diese Altersklasse schon eher als anspruchsvoll kategorisieren. Auch weil es hier und da mal etwas grausam wird.

In Bezug auf den Spannungsbogen beginnt die Erzählung gediegen und nimmt hintenraus ordentlich an Fahrt auf. Man kann sich ja denken, dass die Existenz von Fabelwesen einige - nicht immer ganz uneigennützige - Begehrlichkeiten weckt. Gegen Ende fragt man sich tatsächlich, ob die ganzen offenen Fragen noch befriedigend beantwortet werden können.

Ich persönlich bin sowohl mit den Charakteren als auch mit dem Abschluss dieses ersten Bandes sehr zufrieden und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Ich lag auf jeden Fall mit einigen meiner Vermutungen falsch - dem Autor ist es also sehr gut geglückt geheimnisvoll zu bleiben, was ich als großen Pluspunkt empfinde.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Absolut überzeugend

Endlosschleifentage
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„Endlosschleifentage“ ist ein Buch über den Verlust und die Individualität der Trauer. Es ist ein wunderschönes und emotionales Buch, das eine sehr authentische Geschichte erzählt und noch lange nachwirkt.

David ...

„Endlosschleifentage“ ist ein Buch über den Verlust und die Individualität der Trauer. Es ist ein wunderschönes und emotionales Buch, das eine sehr authentische Geschichte erzählt und noch lange nachwirkt.

David verliert seine Frau tragisch bei einem Autounfall. Mit im Auto war ihre gemeinsame beste Freundin Kinga, die - mit einem schwer verletzten Bein - nun bei ihm wohnt. Zunächst stützen sie sich in ihrer Trauer, doch schon bald zeigt sich, dass beide ganz unterschiedlich mit dem Verlust umgehen.

David findet in Marie, die er auf dem Friedhof kennenlernt, und in der Musik Trost und kann sich im Alltag kleine Lichtpunkte erkämpfen. Die Charaktere und deren Beziehung finde ich absolut authentisch umgesetzt. Dabei spielen Liebe und Verbundenheit ebenso eine Rolle wie Verletzung und Distanz. Die handelnden Personen haben Ecken und Kanten und genau das liefert so viel Identifikationsfläche.

Mit Marie hat der Autor zudem einen etwas unkonventionellen Charakter ins Spiel gebracht, der einen Finger auf gesellschaftliche Konventionen legt und provoziert. Ich empfand das als sehr erfrischend, da es einen zarten Humor mit in die Geschichte bringt, der der Geschichte die Schwere nimmt. Außerdem bekommt man so den Spiegel vorgehalten und setzt sich gedanklich doch sehr intensiv damit auseinander, was Trauer für den einzelnen bedeutet und wie unterschiedlich der Umgang damit sein kann.

Das Buch liest sich einfach gut und ist von Anfang bis zum Ende stimmig. Mir hat es viel Freude bereitet und ich kann es wirklich empfehlen.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Humorvoll und wissenswert

True Crime in Nature
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True Crime in Nature ermöglicht uns einen sehr spannenden und teils skurrilen Blick in die Tier- und Pflanzenwelt. Dabei unterhält es uns prächtig mit einem kurzweiligen Stil, viel - teils flapsigem - ...

True Crime in Nature ermöglicht uns einen sehr spannenden und teils skurrilen Blick in die Tier- und Pflanzenwelt. Dabei unterhält es uns prächtig mit einem kurzweiligen Stil, viel - teils flapsigem - Humor und lustigen Illustrationen.

Ich bin eigentlich kein Sachbuchleser - meistens beginne ich motiviert und verliere nach 1/3 den Atem. Das war bei diesem Buch anders - nicht zuletzt weil es einfach super locker und voller kleiner Wortspiele geschrieben wurde. Mir hat das sehr gefallen.

Dabei kam dennoch die Fachlichkeit nicht zu kurz - und ich habe wirklich sehr viel gelernt. Was noch recht vorhersehbar mit der Geschichte vom Nesträuber Kuckuck begann, stieg schnell in die faszinierende Welt der Parasiten, Insekten, Vögel und Pflanzen ein. Freunde des True Crime kommen hier tatsächlich auf ihre Kosten, denn das kriminelle Potential der Tier- und Pflanzenwelt ist schlichtweg unausschöpflich. Ich musste wirklich mehrfach staunen, was es alles für grausame und skurrile Machenschaften gibt - wenn sie auch am Ende alle dem Arterhalt dienen.

Faszinierend fand ich in dem Kontext auch, was die Menschheit schon alles erforscht hat und das ein oder andere Mal habe ich mich gefragt, wie man solche Dinge an solch kleinen Lebewesen überhaupt feststellen kann.

Etwas unschlüssig bin ich bezüglich des Einsatzes der Fotos. Diese sind schön und wurden von der Autorin selbst aufgenommen - allerdings erscheinen sie mir stilistisch als Störfaktor und ich habe sie bis zum Einsatz des ersten Bildes auf Seite 40 tatsächlich auch nicht vermisst. Vielleicht auch, weil die Illustrationen zwar nicht realitätsgetreu aber sehr lustig und passend sind. Und da die Fotos von der Autorin kommen, konnten auch nur die verwendet werden, die sie gemacht hat. So dachte ich immer mal wieder, dass wenn man schon Fotos verwendet, man dies auch häufiger hätte machen können. Bzw, dass an manchen Stellen eines schön gewesen wäre, wo es dann keines gab.

Insgesamt kann ich das Buch guten Gewissens allen empfehlen, die sich mal auf eine etwas andere Art mit dem Tierreich befassen wollen und die Spaß an einem sehr humorvollen und dennoch lehrreichen Umgang mit dem Thema haben.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Interessanter Öko-Thriller

Die Herde
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In China verlässt eine Herde Elefanten ihr sicheres Revier und zieht nach Norden - eine Spur der Verwüstung hinter sich herziehend. Während der Zoologe Peter versucht, die Elefanten vor einem beauftragten ...

In China verlässt eine Herde Elefanten ihr sicheres Revier und zieht nach Norden - eine Spur der Verwüstung hinter sich herziehend. Während der Zoologe Peter versucht, die Elefanten vor einem beauftragten Großwildjäger zu retten, merkt er, dass die Lage in China sich an anderen Orten der Erde mit anderen Tierarten wiederholt. Die Zeit rennt und es wird nicht leicht, die Mächtigen zu überzeugen, dass es hier Zusammenhänge gibt und die Ursachenforschung bedeutend ist.

In recht schnell wechselnden Kapiteln reisen wir zwischen Mexiko, China und Amerika hin und her. Dieses Tempo nimmt einen mit und erhöht durch die kleinen Cliffhänger auch immer wieder die Spannung.

Die Charaktere haben mir überwiegend sehr gut gefallen. Ich hatte den Eindruck sie gut kennenlernen zu können und jede Person hatte auch ein Päckchen zu tragen, was sie interessanter und authentischer machte. Einzig der „Bösewicht“ war mir etwas zu übertrieben gestaltet. Am Höhepunkt ist er schon arg zu einer Karikatur geworden, hier hätte etwas weniger auch gereicht.

Ich würde das Buch jetzt nicht als klassischen Thriller bezeichnen, aber es bietet auf jeden Fall eine spannende Geschichte und thematisiert wichtige Themen. Es zeigt sehr eindrücklich, dass der Mensch mit seinem Verhalten und seiner Lebensweise Einfluss auf die Natur nimmt und damit auf den Lebensraum der Tiere. Es ist ein Buch, das definitiv Denkanstöße liefert.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Distanzierter Schreibstil

Yoko
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Yoko, Inhaberin einer Glückskeksmanufaktur und mehrfaches Opfer von Vergewaltigungen tritt aus ihrer Opferrolle heraus und wird zum Racheengel. Dafür muss sie sich mit der chinesischen Mafia anlegen - ...

Yoko, Inhaberin einer Glückskeksmanufaktur und mehrfaches Opfer von Vergewaltigungen tritt aus ihrer Opferrolle heraus und wird zum Racheengel. Dafür muss sie sich mit der chinesischen Mafia anlegen - kein ungefährliches Unterfangen.

Insgesamt muss ich schon sagen, dass mich das Buch irgendwie gepackt hat. Ich habe es sehr zügig durchgelesen, fand es sehr spannend und sowohl in Sachen Story als auch vom Schreibstil her originell. Der Autor war mir bis dato noch nicht bekannt.

So ist das Buch sehr arm an Dialogen und wenn es welche gibt, sind diese listenartig notiert. Das Buch arbeitet komplett ohne Anführungszeichen. Kann man machen, konnte ich mich gut drauf einlassen. Was mir allerdings gefehlt hat, ist die Nahbarkeit der Charaktere, allen voran von Yoko. Durch den sehr erzählenden und distanzierten Stil ist sie mir irgendwie fremd geblieben, ebenso wie alle anderen. So gingen mir die diversen tragischen Szenen auch nicht so wirklich ans Herz.

Da mir Charaktere, Psychologie und Emotionen insgesamt sehr wichtig sind, fehlte mir hier etwas. Aber als eine etwas andere Spannungslektüre zwischendurch hat es für mich gut funktioniert und ein bisschen neugierig bin ich nun doch auf die Fortsetzung: 3,5 Sterne.

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