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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2025

Hätte etwas mehr Ecken und Kanten vertragen können

Blossoms of Fire
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„Blossoms of Fire“ ist eine moderne und wirklich süße Fantasy-Geschichte rund um Hexen, Drachen und gehörig Magie. Das Buch legt seinen Schwerpunkt auf eine harmonische Romantasy mit ordentlich Spice. ...

„Blossoms of Fire“ ist eine moderne und wirklich süße Fantasy-Geschichte rund um Hexen, Drachen und gehörig Magie. Das Buch legt seinen Schwerpunkt auf eine harmonische Romantasy mit ordentlich Spice. Mir persönlich ging bei diesem starken Fokus die Handlung etwas unter. Ich hätte mir stellenweise mehr Spannung und eine intensivere Auseinandersetzung mit Briars Rolle auf der Dracheninsel als Heilerin gewünscht

Was mir sehr gut gefallen hat war die thematische Auseinandersetzung mit der Pflanzenwelt - konkret mit den diversen Heilkräutern. Die Liebe zu den Pflanzen kam sehr deutlich durch, hat sich als schöner roter Faden durch die Geschichte geschlängelt und das Leben der Kräuterhexe schön umrahmt.

Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und Protagonistin Briar ist herrlich frech und sympathisch. Allerdings war mir auch hier alles zu glatt geschmirgelt. Zwar gab es ein paar zwischenmenschliche Konflikte, diese haben die Handlung aber kaum mit Spannung aufgeladen sondern wurden recht schnell beseitigt.

Für mich war das Buch eine schöne Lektüre für zwischendurch. Es lässt sich wunderbar lesen, fesselt und nimmt einen mit in eine magische Welt. Insgesamt wünsche ich mir beim lesen aber mehr Ecken und Kanten, Konflikte und Intrigen.

Für alle, die gerne harmonische Liebesgeschichten lesen, Sexszenen nicht scheuen und die ein phantastisches Setting in der modernen Zeit erleben möchten, kann das Buch empfohlen werden.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Sehr authentisch

Anschlussfehler
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„Anschlussfehler“ ist ein tolles und sehr authentisches Buch, dass uns tief mit hinein nimmt in den Trauerprozess des Protagonisten.

Als junger Mensch, zu Beginn der Pubertät, verliert der Prota seinen ...

„Anschlussfehler“ ist ein tolles und sehr authentisches Buch, dass uns tief mit hinein nimmt in den Trauerprozess des Protagonisten.

Als junger Mensch, zu Beginn der Pubertät, verliert der Prota seinen Vater - zu einem Zeitpunkt, an dem er gerade anfängt sich für diesen zu interessieren. Doch jetzt ist er nicht mehr da und diese Leerstelle hinterlässt einen Cocktail an Emotionen, welche den Protagonisten in eine lang anhaltende Trauerphase stürzen. Wut, Schuld, Verdrängung, toxische Beziehungen - er driftet durch sein Leben und muss sich Stück für Stück seinen Weg erkämpfen… zur Akzeptanz und zu sich selbst.

Mir hat die sehr direkte Art gefallen, in der die Themen Verlust und Trauer hier adressiert werden. So geht es auch um die Frage, wie sieht „richtige“ Trauer aus und gibt es die überhaupt. Ich fand, dass dieses junge Leben mit all den Vorwürfen, Ängsten und Zweifeln sowohl in Bezug auf die Handlung als auch sprachlich sehr authentisch umgesetzt wurden.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Sommer, Sonne & ordentlich Geknister

Der Sonne entgegen
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„Der Sonne entgegen“ ist ein sehr schöner und super kurzweiliger Liebesroman, der uns nach Bella Italia entführt und mit sehr originell-individuellen Charakteren überzeugt.

Romy muss einfach nur weg und ...

„Der Sonne entgegen“ ist ein sehr schöner und super kurzweiliger Liebesroman, der uns nach Bella Italia entführt und mit sehr originell-individuellen Charakteren überzeugt.

Romy muss einfach nur weg und Valentin schnellstmöglich mit einer wertvollen Fracht nach Italien. Durch puren Zufall finden die beiden sich plötzlich als gegenseitige Begleiter auf einem verrückten Roadtrip wieder.

Als Leser folgt man den beiden auf ihrer Reise bis nach Neapel und bekommt sowohl das Gefühl von Sommer und Freiheit als auch die Schönheit Italiens verdeutlicht - eine perfekte Sommerlektüre.

Jeder ist auf seine Weise einzigartig und hat bereits ein paar Erfahrungen im Gepäck. Durch ihre teils unkonventionelle Art und ihre mehr oder weniger kleinen Geheimnisse reichern sie die Geschichte durchaus mit ein paar spannenden Szenen an. Ich hatte auf jeden Fall das Gefühl, Romy und Valentin gut kennen zu lernenden sie waren mir durchaus sympathisch. Freche Dialoge und eine etwas verrückt-spannende Nebenhandlung machen das Buch zu einer spaßigen Lektüre, die doch auch mit tiefgreifenden Gedanken zu Liebe, Glück und Partnerschaft aufwarten kann.

Mir hat das Buch Spaß gemacht und es hat seinen ganz eigenen Sog entwickelt.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Liebe gegen Widerstände

Maikäferjahre
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Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen - anhand der Geschichte der Zwillinge Anne und Tristan tauchen wir ein in die 1940er Jahre. Dort erleben wir die letzten Monate des zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit ...

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen - anhand der Geschichte der Zwillinge Anne und Tristan tauchen wir ein in die 1940er Jahre. Dort erleben wir die letzten Monate des zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit in Deutschland und England mit.

Die Bombardierung Dresdens, der Einmarsch der Alliierten, die Aufteilung Deutschlands an die Besatzungsmächte sowie die Zustände in englischer Kriegsgefangenschaft werden thematisiert und Schauplatz für zwei einfühlsam und emotional erzählte Liebesgeschichten. Zwei Liebesgeschichten, die sich gegen alle Widerstände versuchen, ihr Recht auf Existenz zu erkämpfen und auf viel Ablehnung stoßen.

Die Protagonisten des Buches waren mir sehr sympathisch und es ist mir leicht gefallen, mit ihnen zu fühlen. Auch stilistisch lässt sich das Buch sehr gut und zügig lesen und fesselt einen durch kleine Cliffhanger und die wechselnde Perspektive zwischen den Geschwistern.

An der Stelle muss ich aber sagen, dass es immer mal Stellen gab, die man noch etwas spannungsgeladener hätte erzählen können. Oft wurde schon zum Ausgang einer kniffligen Situation vorgesprungen und dann im Rückblick erzählt, was bis dahin passiert ist. So würde ich den Roman eher als seichte Lektüre - wenn auch mit ernsten Themen - bezeichnen.

Gut gefallen hat mir die historische Einordnung zu Beginn einiger Kapitel, in denen ein Zeitsprung stattgefunden hat. Dies hat geholfen, ein historisch authentisches Setting zu schaffen.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Frauenschicksale - feministischer Roman

Dream Count
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Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut - es war mein erster Roman der gefeierten Autorin und eine meiner ersten feministischen Lektüren.

Leider fiel mir der Einstieg dann extrem schwer. Die ersten ...

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut - es war mein erster Roman der gefeierten Autorin und eine meiner ersten feministischen Lektüren.

Leider fiel mir der Einstieg dann extrem schwer. Die ersten 50 Seiten haben sich sehr gezogen, was aber nicht am Stil oder der literarischen Qualität lag sondern eher am Inhalt, der mich zunächst nicht überzeugen konnte. Zum Glück wurde das dann immer besser.

Insgesamt erhalten wir Einblick in das Leben von vier Frauen. Sie sind alle Schwarze und zeigen auf verschiedene Weise auf, wie patriarchale Systeme funktionieren und Frauen auf die eine oder andere Weise unterdrückt, eingeschränkt oder gar verletzt werden. Die Themen sind vielfältig - von toxischen Beziehungen über Verantwortungslosigkeit, Rassismus, Gewalt und Betrug bis hin zu Korruption und Verbrechen. Mit Omelogor wird aber auch eine alleinstehende und starke Frau gezeichnet, die entgegen gesellschaftlicher Konventionen ein selbstbestimmtes Leben führt und es vermag, die patriarchalen Strukturen zum Wohle von Frauen auszunutzen.

Meiner Meinung nach variieren die Schicksale sehr stark in der Stärke ihrer Ausdruckskraft - sie konnten mich nicht alle gleichwertig begeistern. Gerade zu Beginn liegt der Fokus auch sehr stark auf dem „bösen Mann“. Klar gibt es hier einen feministischen Anspruch und es geht der Autorin auch darum, Missstände zu beleuchten, aber etwas mehr Ausgewogenheit bei der Charakterwahl hätte ich mir hier und da gewünscht. So besteht doch die Gefahr in eine Schwarz-Weiß-Sicht zu verfallen.

Hinzu kommt, dass mir der übergreifende Kit gefehlt hat - dieser eine erzählerische rote Faden, der alle vier Frauen verbindet und das Buch zu einem gelungenen Roman formt.

Literarisch ist das Buch aber auf jeden Fall stark geschrieben und die Autorin beweist eine gute Beobachtungsgabe und versteht es, den Finger in die Wunde zu legen. Es werden sehr wichtige Themen aufgegriffen und dazu lernt man auch einiges über Nigeria. Und auch wenn dieser Roman für mich kein Highlight war, werde ich der Autorin definitiv noch eine Chance geben.

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