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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2025

Liebe gegen Widerstände

Maikäferjahre
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Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen - anhand der Geschichte der Zwillinge Anne und Tristan tauchen wir ein in die 1940er Jahre. Dort erleben wir die letzten Monate des zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit ...

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen - anhand der Geschichte der Zwillinge Anne und Tristan tauchen wir ein in die 1940er Jahre. Dort erleben wir die letzten Monate des zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit in Deutschland und England mit.

Die Bombardierung Dresdens, der Einmarsch der Alliierten, die Aufteilung Deutschlands an die Besatzungsmächte sowie die Zustände in englischer Kriegsgefangenschaft werden thematisiert und Schauplatz für zwei einfühlsam und emotional erzählte Liebesgeschichten. Zwei Liebesgeschichten, die sich gegen alle Widerstände versuchen, ihr Recht auf Existenz zu erkämpfen und auf viel Ablehnung stoßen.

Die Protagonisten des Buches waren mir sehr sympathisch und es ist mir leicht gefallen, mit ihnen zu fühlen. Auch stilistisch lässt sich das Buch sehr gut und zügig lesen und fesselt einen durch kleine Cliffhanger und die wechselnde Perspektive zwischen den Geschwistern.

An der Stelle muss ich aber sagen, dass es immer mal Stellen gab, die man noch etwas spannungsgeladener hätte erzählen können. Oft wurde schon zum Ausgang einer kniffligen Situation vorgesprungen und dann im Rückblick erzählt, was bis dahin passiert ist. So würde ich den Roman eher als seichte Lektüre - wenn auch mit ernsten Themen - bezeichnen.

Gut gefallen hat mir die historische Einordnung zu Beginn einiger Kapitel, in denen ein Zeitsprung stattgefunden hat. Dies hat geholfen, ein historisch authentisches Setting zu schaffen.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Frauenschicksale - feministischer Roman

Dream Count
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Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut - es war mein erster Roman der gefeierten Autorin und eine meiner ersten feministischen Lektüren.

Leider fiel mir der Einstieg dann extrem schwer. Die ersten ...

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut - es war mein erster Roman der gefeierten Autorin und eine meiner ersten feministischen Lektüren.

Leider fiel mir der Einstieg dann extrem schwer. Die ersten 50 Seiten haben sich sehr gezogen, was aber nicht am Stil oder der literarischen Qualität lag sondern eher am Inhalt, der mich zunächst nicht überzeugen konnte. Zum Glück wurde das dann immer besser.

Insgesamt erhalten wir Einblick in das Leben von vier Frauen. Sie sind alle Schwarze und zeigen auf verschiedene Weise auf, wie patriarchale Systeme funktionieren und Frauen auf die eine oder andere Weise unterdrückt, eingeschränkt oder gar verletzt werden. Die Themen sind vielfältig - von toxischen Beziehungen über Verantwortungslosigkeit, Rassismus, Gewalt und Betrug bis hin zu Korruption und Verbrechen. Mit Omelogor wird aber auch eine alleinstehende und starke Frau gezeichnet, die entgegen gesellschaftlicher Konventionen ein selbstbestimmtes Leben führt und es vermag, die patriarchalen Strukturen zum Wohle von Frauen auszunutzen.

Meiner Meinung nach variieren die Schicksale sehr stark in der Stärke ihrer Ausdruckskraft - sie konnten mich nicht alle gleichwertig begeistern. Gerade zu Beginn liegt der Fokus auch sehr stark auf dem „bösen Mann“. Klar gibt es hier einen feministischen Anspruch und es geht der Autorin auch darum, Missstände zu beleuchten, aber etwas mehr Ausgewogenheit bei der Charakterwahl hätte ich mir hier und da gewünscht. So besteht doch die Gefahr in eine Schwarz-Weiß-Sicht zu verfallen.

Hinzu kommt, dass mir der übergreifende Kit gefehlt hat - dieser eine erzählerische rote Faden, der alle vier Frauen verbindet und das Buch zu einem gelungenen Roman formt.

Literarisch ist das Buch aber auf jeden Fall stark geschrieben und die Autorin beweist eine gute Beobachtungsgabe und versteht es, den Finger in die Wunde zu legen. Es werden sehr wichtige Themen aufgegriffen und dazu lernt man auch einiges über Nigeria. Und auch wenn dieser Roman für mich kein Highlight war, werde ich der Autorin definitiv noch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Wiedersehen mit Sepia & Co.

Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall
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Der zweite Teil der Tinten-Trilogie kommt meiner Meinung nach nicht ganz an den Auftakt ran - bietet aber auch wieder ein magisches und tintenspaßiges Abenteuer für Kinder ab 10.

Schon in Band eins haben ...

Der zweite Teil der Tinten-Trilogie kommt meiner Meinung nach nicht ganz an den Auftakt ran - bietet aber auch wieder ein magisches und tintenspaßiges Abenteuer für Kinder ab 10.

Schon in Band eins haben mich der sehr atmosphärisch-bildhafte Schreibstil der Autorin und die reichhaltige Phantasie bezaubert. Flohall ist eine trubelige Stadt in der Tintenwelt, in der es hinter jeder Ecke von Geheimnissen und magischen Wesen wimmelt. Die Konsequenz mit der die Idee einer Tintenwelt sowohl bei seinen Bewohnern aber auch bei allen anderen Dingen des Lebens umgesetzt wurde macht wirklich Spaß.

Auch Sepia und ihre Freunde sind ein tolles Trio. Aufgeweckt und mutig stellen sie sich der neuen Bedrohung. Dabei wird nicht zuletzt ihre Freundschaft auf die Probe gestellt. Die Spannung baut sich sehr langsam auf und es dauert etwas, bis die Handlung Fahrt aufnimmt - dann wird die Geschichte aber wieder sehr aufregend. Das Geheimnis um Sepia lüftet sich etwas, aber es gibt noch genug zu tun für einen hoffentlich gelungenen Abschluss der Trilogie.

Diesmal habe ich das Buch selbst gelesen - aber auch die Hörbuchversion des zweiten Bandes wurde wieder von Uve Teschner gelesen. Ein Sprecher den ich uneingeschränkt empfehlen kann und der mich bei Band 1 voll überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Reihenweise überraschende Wendungen

Ein ungezähmtes Tier
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Dieses Hörbuch hat mir sehr gut gefallen - Schicht für Schicht blättert hier der Lack von der angeblich heilen Welt ab und wir blicken in die Abgründe der Protagonisten.

Das Cover greift das Thema des ...

Dieses Hörbuch hat mir sehr gut gefallen - Schicht für Schicht blättert hier der Lack von der angeblich heilen Welt ab und wir blicken in die Abgründe der Protagonisten.

Das Cover greift das Thema des Buches wunderbar auf - sowohl grafisch als auch bezüglich der Wahl des Titels. Dieses ist wirklich sehr gelungen.

Die Geschichte zeichnet sich durch einen sehr ruhigen Erzählstil aus, der uns zunächst das wohlhabende Vorzeigepaar Sophie und Arpad sowie den Polizisten Greg und seine Frau Karine vorstellt. Schnell stellen wir fest, dass der Schein hier größer ist als das Sein und gekonnt nimmt der Autor uns mit in eine Geschichte voller menschlicher Abgründe. Neid und Eifersucht, Sehnsucht nach mehr, Obsession, kriminelle Machenschaften… die Anzahl der Themen ist vielseitig. Immer wenn man denkt, jetzt weiß man wie der Hase läuft, deckt der Autor wieder ein kleines Detail auf, das man nicht erwartet hat und das den Blick auf die Handlung und die Charaktere grundlegend verändert. So wird man Stück für Stück hinein gezogen in eine wunderbar vertrackte Kriminalgeschichte voller menschlicher Emotionen.

Das Hörbuch wurde wundervoll gelesen von Torben Kessler. Mit seiner schönen, tiefen Stimmfarbe liest er herrlich unaufgeregt und untermalt die Handlung von Joël Dickers Buch so absolut passend.

Etwas herausfordernd sind allerdings die zahlreichen Zeitsprünge. Es wird nicht chronologisch erzählt sondern springt vor und zurück in einem Zeitraum von 15 Jahren vor bis kurz nach dem Raubüberfall. Hier ist schon aufmerksames Hören gefragt, auch um die nach hinten raus immer häufigeren, überraschenden Enthüllungen nicht zu verpassen. Ist man darauf gefasst, macht das Hörbuch wirklich viel Spaß und kann absolut empfohlen werden.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Eindrucksvoller, komplexer Roman

Frau im Mond
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An „Frau im Mond“ haben mich insbesondere die komplexe, gut recherchierte Handlung und die gut ausgearbeiteten Figuren überzeugt.

Filmemacherin Lilit begibt sich in diesem Roman auf die Suche nach ihren ...

An „Frau im Mond“ haben mich insbesondere die komplexe, gut recherchierte Handlung und die gut ausgearbeiteten Figuren überzeugt.

Filmemacherin Lilit begibt sich in diesem Roman auf die Suche nach ihren Wurzeln - ganz konkret versucht sie, mehr über ihre verstorbene Großmutter herauszufinden. Es ist eine Reise, in der wir uns von Montréal über Jordanien bis nach Armenien begeben. Mit im Gepäck allerhand große Themen, welche der Autor wunderbar stimmig zu einer vielschichtigen Geschichte verknüpft. So geht es um Herkunft und Familie aber auch um gesellschaftliche und wissenschaftliche Themen wie den Völkermord an den Armeniern und das Schicksal armenischer Waisenkinder, die Raumfahrt und in diesem Zusammenhang die Forschung der Lebanese Rocket Society, aber auch die wirtschaftliche Krise in Jordanien und die große Explosion im Beiruter Hafen 2020.

Der Stil des Autors hat mir super gefallen. Es ist aufgrund seiner Komplexität sicherlich kein einfaches Zwischendurch-Buch, lässt sich aber sehr flüssig lesen. Die Charaktere sind sympathisch, gut ausgearbeitet und es schwingt auch immer ein leiser Humor mit. Ich war immer wieder beeindruckt von der umfangreichen Recherchearbeit und den komplexen, geschilderten Lebensläufen, die bei einer Familiengeschichte ja auch immer miteinander verwoben sind, was hier einfach eindrucksvoll stimmig umgesetzt wurde.

So vereint der Roman spannende Themen, wissenswerte Informationen und eine unterhaltsame Familiengeschichte, die mir persönlich Lust auf weitere Bücher des Autors gemacht hat.

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