Profilbild von Ann-liest

Ann-liest

Lesejury Star
offline

Ann-liest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ann-liest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2024

Sehr inspirierend

12 Neue Leben
0

„Wer bist Du wenn niemand zuschaut?“ Mit dieser Fragestellung nimmt uns der Autor mit auf eine einjährige Reise voller spannender Selbstversuche. Ob Fruktarier, Selbstversorger, Pilger oder Muskelmann ...

„Wer bist Du wenn niemand zuschaut?“ Mit dieser Fragestellung nimmt uns der Autor mit auf eine einjährige Reise voller spannender Selbstversuche. Ob Fruktarier, Selbstversorger, Pilger oder Muskelmann - jedes Experiment für sich ist super spannend und der Autor schafft es, sich dabei nicht zu schonen, sondern es auf die ein oder andere Weise immer bis auf die Spitze zu treiben. Diesem Durchhaltevermögen und Willen muss ich vollsten Respekt zollen.

Es macht richtig Spaß dieses Buch zu lesen, denn der Schreibstil ist flüssig, der Autor berichtet sehr ehrlich - auch über schwache Momente und Scheitern. Dabei werden viele Erkenntnisse und auch philosophische Fragen entwickelt und geteilt, die nicht nur Augen öffnend und inspirierend sind sondern einen auch durchaus selbst noch eine Weile beschäftigen.

Zu dem Buch dazu gibt es noch eine kleine Box mit vielen liebevoll erdachten Fragen und kleinen Aufgaben, die einem in kleinen Schritten helfen, selbst Veränderungen in seinen Alltag einfließen zu lassen oder angeregte Gespräche mit Familie und Freunden entfachen können.

Ein tolles Buch - absolute Empfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2024

Mitreißende Geschichte um Autonomie und Liebe

Zwei Welten
0

Charlotte, eine junge Frau kurz vor ihrem 18. Geburtstag, wird von ihrem Bruder aus der gewaltsamen Bevormundung ihrer gemeinsamen Mutter ‚gerettet‘ und in eine geheime Gesellschaft eingeführt.

Diese ...

Charlotte, eine junge Frau kurz vor ihrem 18. Geburtstag, wird von ihrem Bruder aus der gewaltsamen Bevormundung ihrer gemeinsamen Mutter ‚gerettet‘ und in eine geheime Gesellschaft eingeführt.

Diese zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Mitglieder über die verschiedensten magischen Gaben verfügen. Auch Charlotte ist mit Gaben gesegnet und nicht nur das - sie zeigt besondere Begabungen, die nur in jeder 10. Generation auftreten.

Wir begleiten die Protagonistin nun, gemeinsam mit alten und neuen Freunden und Liebschaften, bei ihrem Leben in der Gesellschaft, die noch stark an alten Traditionen festhält und nach und nach die Rebellin in ihr weckt.

Das Buch liest sich sehr flüssig und hat sehr schnell einen richtigen Sog auf mich ausgeübt. Die Geschichte ist sehr spannend und voller magischer, phantasievoller Ideen. Um ehrlich zu sein, hat Charlotte mir relativ lange einiges abverlangt, denn es dauert, bis sie aus ihrer unterwürfigen und passiven Rolle erwacht und Stärke und Mut beweist. Die Gaben der Menschen sind sehr vielfältig und stecken voller Ideenreichtum.

Sprachlich ist das Buch überwiegend flüssig zu lesen - es gibt ein paar Formulierungen, die für mich gewöhnungsbedürftig und ungewohnt waren (z.B. wenn es um die Augen geht oder die Blicke, die die Personen sich zuwerfen). Aber das hat meinem Lesespaß keinen Abbruch getan und das fulminante Ende lässt mich jetzt voller Ungeduld auf die Fortsetzung warten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2024

Vorhersehbar mit schlechter Rahmenhandlung

Versunken
0

Ein Seemann ist nach einem Mord auf der Flucht und musste alles zurücklassen - so trifft er in Italien ohne Identität und ohne Geld auf einen Schiffsbesitzer und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Wie gewohnt ...

Ein Seemann ist nach einem Mord auf der Flucht und musste alles zurücklassen - so trifft er in Italien ohne Identität und ohne Geld auf einen Schiffsbesitzer und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Wie gewohnt verknüpft die Autorin auch in diesem Band ihrer Reihe um Comissario Donato Neri Personen aus ihrer Deutschen Heimat mit Italien, genauer gesagt der Toscana.

Die Handlung des Thrillers an sich ist ok, teilweise vielleicht etwas vorhersehbar oder gar arg konstruiert. Kaum zu ertragen finde ich allerdings den stumpfsinnigen Comissario und die Rahmenhandlung, in der man sich immer wieder mit seinen Unzulänglichkeiten und der nervigen Schwiegermutter auseinandersetzen muss. Ich musste diese Stellen tatsächlich überblättern und bin relativ schnell über das Buch hinweggeflogen.

Als ich vor Jahren die ersten Bücher aus der Reihe gelesen habe (Der Kindersammler und Hexenkind) war ich begeistert und habe mir noch einige weitere Bücher für mein Bücherregal organisiert. Ich weiß nicht, ob meine Ansprüche damals niedriger waren oder ob der Erzählstil tatsächlich schwächer geworden ist, aber ich habe noch einigen Büchern der Reihe eine Chance gegeben und stolpere immer über die gleichen Dinge. Für mich hat die Reise mit dem Comissario leider ein Ende.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2024

Gelungener Reihenauftakt

Maeve - Sand und Stein
0

Das Cover des Buchs/Hörbuchs hat mich direkt angesprochen. Es ist sehr ausdrucksstark und verspricht eine interessante Science Fiction Geschichte.

Die Leserin des Hörbuchs hat eine sehr angenehme, warme ...

Das Cover des Buchs/Hörbuchs hat mich direkt angesprochen. Es ist sehr ausdrucksstark und verspricht eine interessante Science Fiction Geschichte.

Die Leserin des Hörbuchs hat eine sehr angenehme, warme Stimme und auch ihr Spiel mit den verschiedenen Stimmlagen empfinde ich als sehr passend und nicht überzogen. Leider lässt sie etwas lange Pausen zwischen den einzelnen Sätzen, so dass der Lesefluss etwas gestört ist und es auch manchmal etwas schwieriger ist, einen tatsächlichen Abschnittwechsel mitzubekommen.

Die Geschichte selbst gefällt mir außerordentlich gut. Sie hat mich gleich gefesselt und ich habe das Hörbuch sehr zügig durchgehört.

Mir hat insbesondere gefallen, dass die Protagonistin, Maeve, eine sehr intelligente Persönlichkeit ist, die viele Dinge fragt und hinterfragt - Dinge, die man sich als Leser auch fragt und die dadurch aufgelöst werden. Insgesamt nimmt sich die Autorin Zeit für die Entwicklung der Charaktere und ihre Beziehungen untereinander, was ich als sehr angenehm empfinde, da man so richtige Sympathien entwickeln kann.

So erfährt man im ersten Teil der Reihe viel über Maeve und ihre Familie, über die Geheimorganisation „das Auge“ und die Ausbildung der Charaktere zu Kämpfern, über alte und neue Freundschaften und Rivalitäten… Außerdem entwickelt sich langsam aber stetig eine schöne Liebesgeschichte.

Darüber hinaus gibt es viele Geheimnisse, die es zu lüften gilt: Was ist mit Maeves Mutter passiert? Was will die Geheimorganisation wirklich? Was hat es mit dem Stein auf sich?

Ich werde auf jeden Fall weiterlesen und Maeve und ihr Team weiter auf ihrer Reise begleiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2024

Authentisch und mitreißend

Essex Dogs
0

Schon die Gestaltung des Buchumschlags katapultiert einen in die Vergangenheit. Es erinnert von den Farben und dem Motiv an ein englisches Kriegsbanner. Besonders angetan hat es mir der Buchrücken, ...

Schon die Gestaltung des Buchumschlags katapultiert einen in die Vergangenheit. Es erinnert von den Farben und dem Motiv an ein englisches Kriegsbanner. Besonders angetan hat es mir der Buchrücken, der wie ein hochwertiges, altes ledergebundenes Buch gestaltet ist.

Wir befinden uns im Jahr 1346 und dürfen eine Gruppe von zehn britischen Söldnern begleiten, die mit der Armee des britischen Königs Edward III. in der Normandie landen und sich brandschatzend durch das Land vorarbeiten.

Dabei merkt man von Anfang an, dass der Autor ein erfahrener Historiker ist, der es versteht zu schreiben. Von der ersten Seite an taucht man ein in die Zeit und das Geschehen rund um Loveday und seine Essex Dogs. Dabei wird viel Wert auf Authentizität gelegt. Die Bilder und Beschreibungen sind drastisch, man kann sich die Zustände in dem Lager, mit all dem Dreck, dem Gestank und der Gewalt sehr gut vorstellen. Die Sprache ist derb, gespickt mit Kraftausdrücken. Und die Handlungen sind brutal und nicht beschönigend.

Die Handlung orientiert sich an der Geschichte des entsprechenden Feldzugs der britischen Armee im hundertjährigen Krieg und ist doch absolut mitreißend geschrieben und ist bis zuletzt sehr spannend.

Gut gefallen hat mir, dass man wechselnd Loveday, den Anführer der Essex Dogs und Romford, einen 16 jährigen Bogenschützen begleitet und einem als Leser somit unterschiedliche Einblicke in das Geschehen ermöglicht werden. So liegt der Fokus auf den Erlebnissen der einfachen Männer und doch erhält man etwas Einblick in die Handlungen und Entscheidungen der Heeresführer und des Königs.

Wer einen historischen Roman mit einem Helden, der „seiner Zeit voraus ist“ - wie man es in historischen Romanen oft vorfindet - sucht oder gar eine romantische Liebesgeschichte in den Wirren des 100 jährigen Krieges erwartet, ist hier falsch.

Mit „Essex Dogs“ begibt man sich auf eine spannende Reise auf den Spuren einer Reihe „kaputter“ Söldner, die versucht, die Geschehnisse authentisch wiederzugeben - ohne den Leser zu schonen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere