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Annafrieda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Drei Frauen auf Mördersuche

Ein guter Blick fürs Böse
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In diesem Krimi gegeben wir uns in den 1960er Jahren nach Kalifornien. Beverly, Margot und Elsie teilen sich das gleiche Schicksal, jahrelang ahnungslos an der Seite eines Frauenmörders gelebt zu haben. ...

In diesem Krimi gegeben wir uns in den 1960er Jahren nach Kalifornien. Beverly, Margot und Elsie teilen sich das gleiche Schicksal, jahrelang ahnungslos an der Seite eines Frauenmörders gelebt zu haben. Durch diese Gemeinsamkeit haben sie sich gefunden und versuchen nun, die Traumata ihrer Vergangenheit zu bewältigen und sich zu behaupten, jede auf ihre Art und Weise. Das ist keine leichte Aufgabe, sie fühlen sich ausgegrenzt und Mitschuld-Zuweisungen an den Taten ihrer Männer sind an der Tagesordnung. Jetzt treibt wieder ein Frauenmörder sein Unwesen und die drei Frauen setzen alles daran, ihn zu entlarven. Drei mutige Frauen, zu der Zeit eher ungewöhnlich, da die Rolle der Frau noch eine ganz andere war.
Mir hat die Figurenentwicklung richtig gut gefallen. Es ist der Autorin gut gelungen, die unterschiedlichen Charaktere der Frauen herauszuarbeiten und konsequent zu halten. Das Zusammenspiel und Ziel der drei ist trotz ihrer Andersartigkeit und mit Höhen und Tiefen immer erkennbar. Der psychologische Aspekt war für mich gut erkennbar.
Der Plot hat mich neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Außergewöhnlich die Vorgehensweise, den Krimi auf diesen drei Frauen aufzubauen die Polizeiarbeit spielt eher eine untergeordnete Rolle. Es ist viel Aufmerksamkeit in die Figurentwicklung geflossen, daher dauert es ein bisschen, bis die Story an Tempo gewinnt. Für mich war das in Ordnung. Es gab tolle Twists und zum Ende hin eine überraschende Auflösung.
Klare Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Ein Buchladen mit Charme

Nordwindworte
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Der Schauplatz der Geschichte ist Emden, einem traditionellen Ort an der Nordsee in Ostfriesland. Mila ist in ihre Heimat zurückgekehrt, um den Buchladen ihres Vaters zu übernehmen. Zeitgleich soll in ...

Der Schauplatz der Geschichte ist Emden, einem traditionellen Ort an der Nordsee in Ostfriesland. Mila ist in ihre Heimat zurückgekehrt, um den Buchladen ihres Vaters zu übernehmen. Zeitgleich soll in Emden gerade ein Film gedreht werden. Der Konflikt ergibt sich aus Milas zwiespältigen Ansichten: Buch vs. Film. Auf unterschiedlichliche Art wird sie und ihr Buchladen immer weiter in den Sog der Filmindustrie hineingezogen. Natürlich spielt auch die Liebe eine große Rolle dabei. Die Konfrontation mit ihrer Erzfeindin Pia wirbelt ihr Leben zusätzlich durcheinander.

Das Buch entfaltet seinen Zauber in den schönen Beschreibungen der norddeutschen Landschaft, ihrer Bewohner und deren Dialekt und dem heimeligen Buchladen, in dem Menschen jeder Couleur willkommen sind. Da ist Jelte, ein Junge, der an dem Ort ein zweites geschütztes Zuhause und Halt findet. Auch Nora, eine Angestellte, entfaltet in ihrer liebevollen Art dort einen Zauber. Zwei Figuren, die mir im Buch besonders an's Herz gewachsen sind. Beide besitzen eine gute Figurenzeichnung. Mir hat auch die Idee sehr gut gefallen, Buch und Film miteinander in Verbindung zu bringen. Aber leider haben mir an anderen Figuren ein paar Ecken und Kanten gefehlt, unter anderem bei Mila selbst und ihrer Familie. So durchgängig positiv kann kein Mensch sein. Das ist für mich unglaubwürdig. Das schließt auch Milas Begegnungen mit Pia ein. Sie schluckt deren verbale und fast körperlichen Attacken ohne Konter, das hat einen unterwürfigen Beigeschmack, der ihr nicht gerecht wird. Auch das Zeitmanegement passte irgendwie nicht, ich habe es so empfunden, als hätten Milas Tage durchgängig 48 Stunden.

Dennoch ein gut zu lesendes Buch, der gut ausgearbeitete regionale Schreibstil hat mir gut gefallen und ich fühlte mich entführt in eine wunderschöne Region in Deutschland. Die Atmosphäre des Buchladens zu beschreiben ist der Autorin super gelungen.
Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses Buch mit Wohlfühlcharakter.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Das Ende der Welt wie wir sie kennen?

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Das Gleichgewicht der Natur ist in Schieflage geraten. An vielen Ecken der Erde droht sie umzukippen. Da alles miteinander verbunden ist, löst das eine Kettenreaktion aus. Von vielen Menschen verharmlost, ...

Das Gleichgewicht der Natur ist in Schieflage geraten. An vielen Ecken der Erde droht sie umzukippen. Da alles miteinander verbunden ist, löst das eine Kettenreaktion aus. Von vielen Menschen verharmlost, nimmt das Unheil seinen Lauf. Manche sehen nur ihren Profit, andere haben Angst um ihre Position. Doch es gibt auch die, die kämpfen. Marc Elsberg ist bekannt als Autor solcher Szenarien und hier schöpft er aus dem Vollen.

Das Buch macht es uns am Ende nicht leicht. Wenn man auf eine Lösung dieser globalen Probleme gehofft hatte, wird man enttäuscht. Aber ich denke so ist nicht gewollt und wäre an den Haaren herbeigezogen gewesen. Somit ist der kleine Lichtblick am Ende hier schon ein Hoffnungsschimmer. Dafür wären Politiker mit Rückgrat notwendig. Doch wie wir hier gesehen haben, nützt Goodwill auch nichts, wenn alle anderen in eine andere Richtung schauen. Der Appell des Autoren könnte lauten: Alles ist Fiktion und doch so nah an der Realität. Jetzt ist der Zeitpunkt, um noch was abzuwenden, lasst uns den nicht verpassen.

Fazit: Die Story macht betroffen, da so nah an der Realität, an dem, was werden kann. Sie macht aufmerksam und wir tun gut daran, die Welt als Ganzes zu sehen und dementsprechend zu handeln.

Dennoch ist die Story für mich nicht ganz rund, es waren mir zu viele aneinandergereihte Katastrophen, viele Infos, die für mich zum Teil schwer verständlich waren. Ein bisschen weniger davon und mehr Auseinandersetzung mit der jeweiligen Sache hätte dem Ganzen gut getan. Die ziemlich kurzen Kapitel standen jedes für sich und mir fehlte der Zusammenhang. Auch war die Entwicklung der Protagonisten sehr voraussehbar und der fehlende Gefühlsanteil machte diese eindimensional. Somit bin ich etwas zwiegespalten, der Plot ist toll, die Umsetzung in meinen Augen over the top.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Wenn Rache tötet

Warum sie sterben musste
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Bei einer Sturmflut stirbt auf bestialische Art ein junges Mädchen in der Ostsee. Der Verdächtige flüchtet und wird nach vielen Jahren auf derselben Weise am selben Ort getötet. Die Ermittlungen decken ...

Bei einer Sturmflut stirbt auf bestialische Art ein junges Mädchen in der Ostsee. Der Verdächtige flüchtet und wird nach vielen Jahren auf derselben Weise am selben Ort getötet. Die Ermittlungen decken hinter gutbürgerlicher Fassade ein Geflecht aus Lügen, Korruption und Machenschaften auf. Das Ermittlerteam wird mit jahrelanem systematischen Missbrauch junger Mädchen konfrontiert, der bis in höchste Kreise reicht.
Am Ende wartet eine tolle Auflösung mit unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Es ist wirklich eine komplexe Story mit frischen Ideen und einem straff gezogenen Spannungsbogen, das hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und mir gefielen besonders die sehr gegensätzlichen Figuren von den Ermittlern Beddenbrooks und Cinzia, sie machen Lust auf Mehr. Der Schreibstil ist toll, er hat mich fesselnd durch das Buch geführt.
Am Ende gab es mir zugegebenermaßen zu viel Infodump, es forderte viel Aufmerksamkeit, den ganzen unterschiedlichen Namen, Handlungen und Verflechtungen zu folgen. Das mag der sehr breit gefächerten Story geschuldet sein, für mich stoppte es zum Schluss hin ein bisschen den Lesefluss.
Das Buch hat mir aber im ganzen sehr gut gefallen, der Plot hebt sich angenehm ab. Die Autorin hat ein komplexes, düsteres Thema beleuchtet, das betroffen macht.

Unter anderem haben mich die Orte des Geschehens auf eine Reise an Orte mitgenommen, die ich kenne. Ich bin neugierig auf Beddenbrooks und Cinzias neuen Fall an der Nordsee.
Fazit: Ich kann das Buch jedem wärmstens empfehlen, der einen ungewöhnlichen Plot zu schätzen weiß.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Suizid in der Kanzlei

Der unsichtbare Elefant
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Thomas Siebenmorgen, ein aufstrebender Anwalt einer großen Kanzlei, begeht auf seiner Arbeitsstelle Selbstmord. Man beauftragt Simon, einen internen Anwalt, und Viktor vom Kriseninterventionsstab mit der ...

Thomas Siebenmorgen, ein aufstrebender Anwalt einer großen Kanzlei, begeht auf seiner Arbeitsstelle Selbstmord. Man beauftragt Simon, einen internen Anwalt, und Viktor vom Kriseninterventionsstab mit der Untersuchung des Falls. Vorrangig, um die Kanzlei reinzuwaschen.

Es ist berührend, wie das Leben des Thomas Siebenmorgen, und damit sein Weg in die Depression, langsam aufgeschlüsselt wird. Auch die Beleuchtung des Falls durch verschiedene Augen ist sehr interessant, es wird deutlich, dass so manch einer mit unterschiedlichen familiären Traumata zu kämpfen hat. Das Klassentreffen war mir dann ein bisschen zu viel des Guten. Zu viele Geschichten, die von dem Hauptstrang abgelenkt haben und eher verwirrten. M. E. hätte es gereicht zu zeigen, welche Auswirkungen Siebenmorgens Suizid auch auf die Menschen hatte, die mit diesem Fall betraut worden waren.

Das Augenmerk in diesem Buch lag auf der Suche nach Gründen für Thomas Siebenmorgens Suizid und macht am Ende deutlich, daß wir alle ein Produkt unserer Vergangenheit sind und wie wichtig es ist, dieses zu erkennen. Denn nur dann haben wir die Chance, uns damit auseinander zu setzen und vielleicht sogar zu heilen. Und wenn nötig, Hilfe anzunehmen. Das ist etwas, was mir hier gefehlt hat. Die Auseinandersetzung der Personen in diesem Buch mit ihren eigenen Schatten, die nun im Raum stehen.

Die Bezüge zu Kunst (besonderes zu Joseph Beuys), Literatur und Musik sind passend, auch wenn ich einige nicht zuordnen kann.

Der Schluss war für mich nicht ganz vollendet und abrupt. Mir fehlt hier der Lösungsansatz. Daher würde ich mir eine Fortsetzung in diese Richtung sehr wünschen.
"Der unsichtbare Elefant" liefert uns am Ende keine endgültige Lösung, doch er macht eindrucksvoll deutlich, wie vielfältig das Thema der transgenerationalen Traumata sein kann.
Der Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen, eine tolle Erzählsprache.

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