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Veröffentlicht am 03.03.2026

Die Fohlenschau

Judiths kleine Farm, Band 3,
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Für Charlie geht es in diesem Band zur Fohlenschau und auf der ganzen Farm herrscht Aufregung, kann Charlie überzeugen? Davon wollen sich Kater Jack und Katze Lotti live überzeugen und reisen als blinde ...

Für Charlie geht es in diesem Band zur Fohlenschau und auf der ganzen Farm herrscht Aufregung, kann Charlie überzeugen? Davon wollen sich Kater Jack und Katze Lotti live überzeugen und reisen als blinde Passagiere mit.

Judiths kleine Farm ist ein Kinderbuch der Moderatorin Judith Rakers, deren tierische Charaktere auch im echten Leben zusammen leben. Die Illustrationen von Julia Weinmann sind wunderschön gezeichnet und verdeutlichen den Textinhalt wunderbar für die zuhörenden Kinder.

Das Buch selbst wird ab vier Jahren empfohlen und daher eher als Vorlesebuch gesehen, außerdem gibt es über eine App die Möglichkeit, sich die Geschichte von der Autorin vorlesen zu lassen. Auch ich sehe das Buch als Vorlesebuch und würde es eher nicht zum Erstlesen empfehlen. Denn der Text ist auf den Seiten doch relativ klein gedruckt, was das Lesen erschwert. Zudem wurde der Text in die Zeichnungen integriert, was dem Schriftbild weniger zu Gute kommt, auch haben sich ein paar Schreibfehler eingenistet. Für gekonnte Leser:innen ist das sicherlich kein Problem, für Erstleser:innen jedoch eine weitere Herausforderung.

Die Geschichte konnte uns leider nicht so überzeugen, vor allem als Charlie am Strick gezogen wurde und sein Hals immer länger wurde, was die Illustration auch noch extrem verdeutlicht hat, war hier ein enormes Gefühl von Unwohlsein vorhanden und der Spaß verpuffte. An der Stelle hätte ich mir eher gewünscht, dass Charlie entweder wirklich Spaß am Lernen hat und sich auf diesen Tag freut oder dass Kritik an den von Menschen gemachten ‚Shows‘ aufkommt (was als Vorlesebuch vielleicht etwas zu früh wäre), aber die gewählte Darstellung finde ich unpassend. Ebenso die Erkenntnis, dass Judith erst dann Stolz ist, wenn Charlie den Trab perfekt beherrscht und einen Preis abräumt. Eine Botschaft, die Druck erzeugt.

Spannender hätte ich es auch gefunden, wenn Lotti und Jack den Rückweg nicht über Himmelsrichtungen erkannt hätten, sondern wie für Katzen üblich durch sich selbst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Katzen absolut kein Problem haben, solche Strecken zurückzugehen (auch wenn sie diese vorab gefahren sind).

Gut gefallen haben mir die eingebauten Tipps, vor allem jene mit den Kartoffeln, die für alle Kinder umsetzbar sind. Doch der dritte Band von Judiths kleiner Farm ist leider einer, den ich nicht weiterempfehlen kann. Das hat in dem Fall aber natürlich ganz klar etwas mit der eigenen Einstellung zu solchen Themen zu tun und der individuellen Reaktion meines Lesekindes auf die angesprochene Szene.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Da baut sich was auf.

Das Camp
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Wout Meertens hat das Camp Donkerbloem gekauft und der neue Verwalter Tayfun möchte das Dunkle aus diesem Ort vertreiben. Der Frieden scheint endlich einzukehren, doch dann treibt ein Killer in Deutschland ...

Wout Meertens hat das Camp Donkerbloem gekauft und der neue Verwalter Tayfun möchte das Dunkle aus diesem Ort vertreiben. Der Frieden scheint endlich einzukehren, doch dann treibt ein Killer in Deutschland sein Unwesen und versetzt Frieda Stahnke in Schrecken. Kann sie sich vor dem Killer retten?

Das Camp ist der zweite Band der Donkerbloem-Triologie, die unbedingt in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden sollte, da alles aufeinander aufbaut. Wie den ersten Band erleben wir auch diesen aus mehreren Perspektiven, dieses Mal empfand ich dabei keine besonders stark ausgeprägt, wir wechseln mehrfach zwischen Frieda, Tayfun, Kathinka, Wout und der Täterperspektive. Im Gegensatz zum ersten Band haben mich die Charaktere dieses Mal jedoch teilweise verloren, z.B. empfand ich Wout Meertens nicht mehr ausgewogen genug dargestellt, um ihn noch sonderlich sympathisch zu finden, einzig gegenüber Kathinka habe ich das noch wahrgenommen, ansonsten war er mir deutlich zu ‚drüber‘ dargestellt.

Der Schreibstil ist jedoch wie immer super gut, man fliegt durch die Geschichte und selbst etwas ruhigere Passagen liest man schnell weg. Auch das Konstrukt um den Täter fand ich super dargestellt und hätte gerne noch präsenter vorhanden sein dürfen.

Inhaltlich konnte mich Das Camp leider kaum begeistern. Der Klappentext nimmt unheimlich viel vorweg, da sich das meiste auf die Vier bezieht und ihre Entwicklung bezieht. Einzig die Täterperspektive konnte etwas Spannung reinbringen, wobei auch ziemlich schnell eine Idee für diesen kommt und auch hier etwas die Luft rausnimmt. Weswegen ich die Geschichte eher als ruhig empfand und glaube, dass hier viel für den Abschlussband aufgebaut wurde. Ich hoffe, dass mir die Protagonist:innen dann auch wieder etwas sympathischer sind und ich mehr mit ihnen mitfiebern kann, das Ende verspricht auf jeden Fall nochmal eine interessante Fortsetzung.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Das Flussmädchen

Die Jagd nach den magischen Münzen
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Bo findet eine schimmernde Münze im Schlamm der Themse, sie scheint nicht nur unheimlich wertvoll zu sein, sondern auch magisch, denn Bo hat das Gefühl, dass der Fluss zu ihr spricht. Und plötzlich ist ...

Bo findet eine schimmernde Münze im Schlamm der Themse, sie scheint nicht nur unheimlich wertvoll zu sein, sondern auch magisch, denn Bo hat das Gefühl, dass der Fluss zu ihr spricht. Und plötzlich ist da der Billy, ein Junge von der anderen Seite des Ufers, der Bo versteht und die Besonderheit der Münze erkennt und er weiß, dass es noch eine zweite Münze gibt. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihr, doch sie müssen schnell sein, denn auch Frederick Muncaster möchte die beiden Münzen unbedingt besitzen. Können sie die zweite Münze finden und wird sie ihnen den wertvollsten Verlust zurückbringen?

Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton ist ein atmosphärisches Abenteuer für Klein und Groß. Kinder ab zehn Jahren können das Buch durchaus lesen, allerdings ist es nicht für jede:n etwas, denn Themen wie Verlust, Krieg, Tod und Sterblichkeit sind allgegenwärtig und sorgen für eine düstere Stimmung.

Ich muss gestehen, dass ich aufgrund des Klappentextes und Titels niemals auf die Idee gekommen wäre, dass es in dem Buch primär um diese Themen geht. Ich finde jedoch, dass die Themen durchaus kindgerecht erzählt werden und vor allem eine wunderschöne Botschaft mitgeben. Es geht nicht nur um den Verlust, sondern auch die Akzeptanz dessen und die Erkenntnis, dass die Erinnerungen an die Verstorbenen bleiben und immer im Herzen getragen werden. Der Krieg wird mir hingegen zu oberflächlich behandelt, er existiert, wird erwähnt, aber die Bedeutung kann man nicht erahnen (und wird bei Kindern im Altern von zehn Jahren auch noch nicht durch Geschichtswissen vorhanden sein) und dabei spielt er für Bo und ihre Familie eine tragende Rolle.

Außerordentlich gut hat mir jedoch die Beschreibung des Settings gefallen. Ich konnte mir alles unglaublich gut vorstellen, weswegen auch die Atmosphäre gut rüberkam. Die Charaktere sind toll, vor allem die Freundschaft zwischen Bo und Billy entwickelt sich wunderschön. Auch die Beziehung zwischen Bo und ihrem großen Bruder Harry wird unglaublich toll beschrieben, nur die Freundschaft zu Eddie war für meinen Geschmack nicht ganz so fein ausgearbeitet. Auch Billy Background ist unfassbar gut durchdacht, lässt sich zwar erahnen und dennoch bleibt eine Spur Überraschung nicht aus, die der Geschichte eine ganz andere Tiefe gibt.

Die Jagd nach den magischen Münzen ist ein atmosphärisches Abenteuer, das nicht nur das starke Band zwischen Freunden und Geschwistern herausstellt, sondern auch den Verlust und die Akzeptanz dessen beleuchtet. Ein Thema das bei einem Kinderbuch durchaus vorab angemerkt werden könnte, das von der Autorin jedoch sehr bedacht erzählt wird.

Veröffentlicht am 26.02.2026

Die Evers

House of Blight
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Edira Brillwyn besitzt die besondere Threadmender-Gabe, viele Jahre konnte sie ihr Geheimnis bewahren, doch dann traf ein Schicksalsschlag sie, der ihr Handeln dringend benötigte. Kaum hat sie ihre Gabe ...

Edira Brillwyn besitzt die besondere Threadmender-Gabe, viele Jahre konnte sie ihr Geheimnis bewahren, doch dann traf ein Schicksalsschlag sie, der ihr Handeln dringend benötigte. Kaum hat sie ihre Gabe eingesetzt, wird die mächtige Familie Fernglove auf sie aufmerksam und das Oberhaupt Orin bietet ihr ein verlockendes Angebot an.

Auf dem Anwesen der Familie gerät Edira nicht nur beim Kampf gegen die Seuche in Gefahr, auch die Familienangehörigen und andere Evers werden auf die Threadmenderin aufmerksam und wollen Ediras Gabe zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Wem kann Edira vertrauen und ist es ihr möglich, die Seuche zu bekämpfen?

House of Blight von Maxym M. Martineau ist der Auftakt einer Reihe um die Threadmenderin Edira Brillwyn. Der Einstieg war für mich etwas zäh, was vor allem am Klappentext des Buches liegt, der mir schon zu viel vorweg nimmt und gute 50 Seiten spoilert. Doch dann zog das Tempo und die Spannung an.

Die Amtosphäre ist düster und an jeder Ecke erwartet man einen neuen Intriganten, der Edira das Leben schwermachen möchte. Martineau beschreibt die Szenarien sehr detailliert und erschafft so eine Welt, die man sich sehr gut vorstellen kann. Wenige actionreiche Szenen waren für meinen Geschmack, gerade im Vergleich, dann etwas zu schnell abgehandelt, dennoch gefielen mir vor allem diese, denn sie boten auch Überraschungen.

Edira als Protagonistin war mir etwas zu unrund dargestellt. Einerseits hegt sie von Beginn an große Zweifel an den Evers, andererseits wirkt sie dann ihnen gegenüber doch meistens eher naiv und ihr Handeln entspricht nicht immer ihrem Denken. Dennoch ist sie über weite Strecke eine Protagonistin, in die man sich gut hineinversetzen und deren Last, aufgrund ihrer eigene Gabe, man verstehen kann.

Das Ende hat mich positiv überrascht, viele aufkommende Fragen werden beantwortet und nehmen dennoch absolut keine Vorfreude auf den nächsten Band. Im Gegenteil, durch spannende Nebenfiguren ist die Lust auf den nächsten Band besonders groß! Ein toller Auftakt mit kleinen Schwächen.

Veröffentlicht am 26.02.2026

Für Samir!

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Während einer Black-Lives-Matter-Demostrantion soll Cooper Schmiere stehen, während sein bester Kumpel Jason einen Laden plündert. Bereits dazu hat Cooper sich nur schwer überreden lassen, aber nun zieh ...

Während einer Black-Lives-Matter-Demostrantion soll Cooper Schmiere stehen, während sein bester Kumpel Jason einen Laden plündert. Bereits dazu hat Cooper sich nur schwer überreden lassen, aber nun zieh Jason ihn auch noch in den Laden. Dann geschieht etwas furchtbares und Schüsse ertönen in der Nähe: eine Frau stirbt. Einen Tag später sind vier Verdächtige in den Nachrichten: Cooper und seine Freunde. Jason landet im Gefängnis und Cooper ist klar, dass er den Schuldigen finden muss, um nicht nur Jason zu retten, sondern auch sich selbst. Gemeinsam mit Jasons Schwester Monique macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt von Nick Brooks ist ein packender Jugendthriller(/-krimi). Die Geschichte wird durch den Autor sehr durchdacht aufgebaut und durch den Perspektivwechsel zwischen Monique und Cooper bekommt er eine besondere Tiefe. Der Schreibstil ist angenehm und eignet sich perfekt für Jugendliche!

Besonders gefallen hat mir, dass wir durch die beiden Protagonist:innen die Perspektive schwarzer Jugendlicher in Amerika einnehmen und ihre komplette Gefühlswelt durchleben. Das öffnet Perspektiven, zeigt auf beeindruckende und beklemmende Weise, wie sehr ihr Leben von Rassismus geprägt wird. Selbst wenn sie ihn nicht erfahren, ihre Handlungen sind von möglichen Reaktionen ihnen gegenüber geprägt. Und genau das bekommen wir vor allem durch Cooper und seinen Vater mit. Eine Perspektive, deren Sichtbarkeit unheimlich wichtig.

Der Fall selbst ist spannend dargestellt und verspricht ein paar interessante Momente, außerdem zeigt sich auch hier wieder die Ängste, welche die Jugendlichen haben müssen. Die Auflösung hat mir gut gefallen, wenngleich es mir am Ende etwas zu schnell ging und auch die Aktionen von Monique und Cooper teilweise etwas bedenklich sind. Etwas bedenklich finde ich auch, dass der Satz „Besser um Vergebung bitten als um Erlaubnis fragen“ von beiden Protagonist:innen gedacht wurde und keinerlei Gegenkraft erfährt. Da sich der Roman vor allem an Jugendliche richtet, ist das eine Botschaft, die aus meiner Sicht nicht unbedingt geteilt werden muss.