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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

Weltraumabenteuer

Albert & Einstein, Band 2 - Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn
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Ein riesiger Asteroid droht auf der Erde einzuschlagen. Ein Fall für den Hobbywissenschaftler Albert und seine Hündin Einstein, die beiden setzen alles daran, um den Asteroiden aufzuhalten. Doch die beiden ...

Ein riesiger Asteroid droht auf der Erde einzuschlagen. Ein Fall für den Hobbywissenschaftler Albert und seine Hündin Einstein, die beiden setzen alles daran, um den Asteroiden aufzuhalten. Doch die beiden haben nicht mit der jungen Astronautin Venus und ihrem Kater Mars gerechnet.

Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn ist der zweite Band aus der Albert & Einstein Reihe von Tim Collins. Die Geschichte wechselt zwischen Fließtext und Comic und gewinnt dadurch an Tempo. Außerdem wird das Buch mit über 40 Knobelaufgaben ausgeschmückt, den meisten Kindern im Alter von acht Jahren (Altersempfehlungen) dürften diese teilweise zu schwer sein. Durch einen Hinweis zu Beginn des Buches wird den Leser:innen jedoch der Druck genommen, dass alle Aufgaben gelöst werden müssen, dennoch werde einige Kinder möglicherweise den Anspruch haben und könnten dann enttäuscht sein. Dennoch machen die Aufgaben auch Spaß und geben neues Wissen mit.

Der Zeichenstil des Comics und der Illustratorin Louise Forshaw bereiten Freude und sind schön anzuschauen. Die Geschichte ist interessant und zeigt, dass man erfolgreicher ist, wenn zusammen und nicht gegeneinander arbeitet.

Veröffentlicht am 11.11.2025

(Zu) Anspruchsvoll!

¡Buenas noches, Barcelona!
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Laut Verlag eignet sich ¡Buenas noches, Barcelona! für Anfänger:innen auf A1 Niveau. Mein Gefühl (B2) und das meines Mannes (A1) würden dem widersprechen. Die Sätze sind simpel aufgebaut und grammatikalisch ...

Laut Verlag eignet sich ¡Buenas noches, Barcelona! für Anfänger:innen auf A1 Niveau. Mein Gefühl (B2) und das meines Mannes (A1) würden dem widersprechen. Die Sätze sind simpel aufgebaut und grammatikalisch durchaus verständlich für Sprachanfänger:innen, jedoch ist das Vokabularium anspruchsvoller. Zwar werden auf jeder Seite ein paar Vokabeln übersetzt, diese konnten aber kaum den fehlenden Wortschatz ersetzen oder waren teilweise unglücklich gewählt (Vokabeln, die sich aus dem Kontext verstehen lassen, wurden übersetzt, andere nicht). Hier bestätigt sich meine persönliche Skepsis, denn bei Sprachanfänger:innen finde ich Texte von nicht Muttersprachler:innen im Wortschatz meist besser. Vorteile sind aber natürlich, dass ganz besondere Ausdrucksformen direkt gelehrt/gelernt werden und die erlernte Sprache dadurch schneller authentischer wirken kann.

Der Aufbau einer Seite ist mir zu voll. Das Schriftbild zu klein, weswegen viel Text auf einer Seite ist und erstmal einen erdrückenden Eindruck hinterlässt. Gerade zu Beginn einer Sprachlehre sind Geschichten dann einfacher zu lesen, wenn sie mehr künstliche Pausen durch Absätze, ein großes Schriftbild etc. besitzen und dadurch das Tempo verlangsamen.

Gut gefallen haben mir die Infokästchen, die etwas mehr zum entsprechenden Vokabular erzählt haben. Auch die Grammatikübungen sind hilfreich, aber ohne Kontext eingebettet (hier ist Vorwissen dringend nötig). Das Quiz am Ende fand ich toll, hätte ich mir aber eher nach jeder Geschichte gewünscht und nicht am Ende aller Geschichten, weil die Fragen teilweise sehr ins Detail gingen und drei Geschichten später nicht unbedingt der Barname der ersten Geschichte noch präsent ist. Dafür wird den Anfänger:innen zu viel auf anderer Ebene abverlangt.

So bleibt am Ende das Fazit, dass mir ¡Buenas noches, Barcelona! für Anfänger:innen zu anspruchsvoll ist oder durch diese Deklaration bei jenen für Demotivation sorgen kann, weil die Geschichten sich nicht 'einfach' lesen lassen und nur gelegentlich etwas zum Nachschlagen oder Verarbeiten benötigen, sondern viel Konzentration und Geduld in Anspruch nehmen. Wer sich auf A1 Niveau gerne fordert, es liebt sich mit einem Buch zu beschäftigen und fehlende Wörter oder Grammatikfragen anderweitig nachzuschlagen, der hat hier sicher seinen Spaß und ist danach auch nicht mehr auf A1-Niveau unterwegs. Wer jedoch am Anfang gerne an die Hand genommen wird, ein Buch mit viel Wissensvermittlung neben den Geschichten sucht, die in den Kontext eingebettet sind, der ist hier an der falschen Adresse und könnte schnell gefrustet sein.

Veröffentlicht am 30.10.2025

Die Haghexe

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Cassandra ‚Cassie‘ Morgan lebt seit sieben Jahren im Internat, seitdem Tag an dem ihre Mutter Rose spurlos verschwand. Angekommen ist Cassie dort nie, ihre Mitschülerin Lizzie macht ihr das Leben schwer, ...

Cassandra ‚Cassie‘ Morgan lebt seit sieben Jahren im Internat, seitdem Tag an dem ihre Mutter Rose spurlos verschwand. Angekommen ist Cassie dort nie, ihre Mitschülerin Lizzie macht ihr das Leben schwer, sie findet keine Freunde und unter der Leiterin, die alle nur die Grimmige nennen, darf Cassie sich auch nicht in die Welt ihrer liebsten Bücher träumen, denn das Lesen solcher Bücher ist strengstens verboten.

Doch die sieben Jahre warten auf ihre Mutter sollen eine Veränderung bringen, Rose wird für tot erklärt und Cassie soll vom Internat in ein Waisenhaus umziehen. Einen Ort, der noch viel schlimmer ist als das Internat jemals sein könnte und so beschließt Cassie zu fliehen. Auf ihrer Flucht gerät sie in Gefahr und wird von einem besonderen Kater gerettet. Montague bringt Cassie zu ihrer Tante Miranda nach Hartwood Hall, einem Ort, der Cassies Leben drastisch verändern soll. Denn dort erfährt sie, dass ihre Vorfahren Hexen sind und dass das Leben voller Magie steckt. Nur lauern auch Gefahren in ihrem neuen Leben, am Rande des gefährlichen Walds dem Hag, passieren ungewöhnliche Dinge.

Der goldene Schlüssel von Skye McKenna ist der erste Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen besonderen Humor auf, ist aber auch nicht zu überspitzt dargestellt, so dass er sich ganz langsam ins Herz schleicht. Besonders gelungen fand ich jedoch auch jene Wesen, die nicht durchweg böse oder gut dargestellt wurden und dadurch einen tollen Platz in der Geschichte gefunden haben, so u.a. der Goblin Burdock.

Der Schreibstil der Autorin ist detailliert und macht den Weltenaufbau sehr leicht, an einigen Stellen wurde dadurch das Tempo jedoch auch sehr langsam und die Geschichte etwas langatmiger und erst im letzten Viertel kommt richtig Spannung auf, bis dahin ist der Fokus eher auf das Ankommen in der Welt und dem System gelegt. Dies gelingt gut, denn schnell versteht man das Weltensystem, das dem Alter der Rezipienten entsprechend auch nicht zu komplex ist. Auch die Protagonistin Cassie wird toll eingeführt, sodass man sie nicht nur sehr schnell mag, sondern auch ihre Ängste und Wünsche nachvollziehen kann und dadurch auch ihre zukünftigen Handlungen versteht. Die drei Junghexen Rue, Tabitha und Ivy sorgen für die perfekte Mischung an Spannung untereinander, die Fragen bezüglich Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt aufweisen.

Das Buch selbst ist ein phänomenaler Hingucker, der Erwartungen schürt, das Cover, der Farbschnitt, aber vor allem die Seitengestaltung sind unglaublich detailverliebt und passen hervorragend zur Geschichte. Ein Äußeres, das definitiv anlockt und der Inhalt hält, was das Äußere verspricht. Cassandra Morgan - Der goldene Schlüssel ist ein toller Start einer fantastischen Reihe für Kinder ab zehn Jahren. Eine Geschichte, die jedoch auch Erwachsene verzaubern kann, vor allem, wenn man ruhigere, atmosphärischere Einstiege bevorzugt.

Veröffentlicht am 20.10.2025

Smugaid

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Die letzte Stunde von Stella Tack ist der Abschlussband der Märchen-Fantasy-Trilogie Ever & After.

Rain Wunsch, Alles auf Anfang zu setzen, geht in Erfüllung und nun muss sie sich mit den Konsequenzen ...

Die letzte Stunde von Stella Tack ist der Abschlussband der Märchen-Fantasy-Trilogie Ever & After.

Rain Wunsch, Alles auf Anfang zu setzen, geht in Erfüllung und nun muss sie sich mit den Konsequenzen rumschlagen. Der letzte Teil der Trilogie knüpft damit unmittelbar am zweiten Band an, durch das geschickte Ende des zweiten bzw. Anfang des dritten Bands, fiel mir der Einstieg deutlich leichter als damals mit dem zweiten Teil. Die ersten 100 Seiten habe ich dementsprechend schnell weggelesen, doch dann kam für mich langsam etwas zähes in die Geschichte. Die Szenen waren mir phasenweise zu langwierig und gaben kaum etwas Neues. Gefühlt hat sich an manchen Stellen viel wiederholt oder es gab ähnliche Abläufe. Ich wurde zudem nicht besonders warm mit den fantastischen Elementen, die für mich wenig mit Märchen zutun haben und in den Vorgängerbänden nicht so präsent waren. Das ist aber natürlich Geschmacksache.

Die Grundidee der Trilogie finde ich nach wie vor überragend, jedoch hätte ich mir für den dritten Band noch etwas mehr ‚Neues‘ gewünscht, vor allem der erste Band hatte durch die verschiedenen Geschichten der Charaktere und ihren Verbindungen etwas tolles, das ging mir hier etwas verloren. Am spannendsten fand ich dahingehend den Charakter der Madame Champagne, die vielschichtig war und von der ich gerne noch mehr erfahren hätte.

Die Weiterführung der Geschichte konnte mich auch nur semi abholen. Ich mochte die Idee der Veränderung der Geschichte, jedoch konnte ich nicht nachvollziehen, warum hier ständig eine gewisse Sicherheit seitens Rain herrschte, auf die ich aus Spoilergründen gar nicht näher eingehen möchte. Auch das Ende hat mich total enttäuscht zurückgelassen.

Sodass Die letzte Stunde mich leider nicht vollends überzeugen konnte, auch wenn ich die Welt und Charaktere, die Stella Tack erschaffen hat, wirklich geliebt habe.

Veröffentlicht am 16.10.2025

Ankunft in Lower Whilby

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Jude kommt für die Hochzeit ihrer jüngeren Schwester nach Jahren zurück in das kleine Städtchen Lower Whilby. Das Städtchen, das sie so sehr hasst und ihre schlimmsten Erinnerungen aufwühlt.

Doch Lower ...

Jude kommt für die Hochzeit ihrer jüngeren Schwester nach Jahren zurück in das kleine Städtchen Lower Whilby. Das Städtchen, das sie so sehr hasst und ihre schlimmsten Erinnerungen aufwühlt.

Doch Lower Whilby hat sich verändert, da ist dieser Barista James, der seit zwei Jahren seine Heimat in dem Örtchen gefunden hat und der Jude vollkommen aus der Fassung bringt und auch noch der Sohn einer berühmten ehemaligen Band ist. Ein gefundenes Fressen für Jude, die nebenbei an einem Musikpodcast arbeitet und unbedingt mit seinen Eltern reden möchte. Nur kommen da noch ganz andere Gefühle in ihre hoch.

The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh entführt und in das englische Kleinstädtchen Lower Whilby. Grohs Bücher sind für mich seit Fake Dates and Fireworks ein Must-Read und dementsprechend habe ich mich auch schon auf den ersten Band dieser Reihe gefreut. Eins vorweg, Grohs Schreibstil ist wie immer erste Klasse, der Humor, die zahlreichen Metaphern und die Atmosphäre sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Lower Whilby hat mir ausgesprochen gut gefallen und wirklich Herbstvibes versprüht, die nicht nur auf den Pumpkin Spice Latte zurückzuführen sind. Die Bewohner:innen Lower Whilbys und ihre Strukturen konnte man bereits zu Beginn gut erahnen und einige Nebencharaktere spielen sich schnell ins Herz, sei es der vorlaute Penn oder die toughe Deb. Schnell hat man das Gefühl, dass man selbst in Lower Whilby angekommen ist.

Die Geschichte um Jude und James konnte mich leider aus einigen Gründen weniger abholen. Da haben wir einerseits Jude, die vor allem zu Beginn sehr anstrengend ist. Ihre Gedanken sind wirr, ihr Verhalten teilweise einfach too much. Auch wenn ich sie durchaus verstehen konnte, war die Chemie zwischen ihr und mir nicht die Beste. Das hat sich im Laufe der Geschichte jedoch durchaus gebessert, weil Jude eine Entwicklung durchgemacht hat. James gefiel mir generell besser und ich wurde schneller mit ihm warm, allerdings fand ich seine Gedanken teilweise einfach viel zu früh, viel zu sexuell geladen. Gefallen haben mir jedoch die Dialoge zwischen den beiden, die schlagfertig waren und immer wieder etwas zum Schmunzeln boten.

Schwierig fand ich auch den Fokus der Geschichte. Auch wenn wir die Perspektiven Judes und James’ einnehmen, habe ich das Gefühl, dass es vor allem um das Ankommen in Lower Whilby ging und während des Lesens wurde mir schnell klar, welche Frauen in den Folgebänden ihre Geschichte bekommen, weil sie einen extremen Anspruch an Seiten bekommen (vor allem eine von ihnen) und nur wenig für die Entwicklung zwischen James und Jude, bzw. deren eigene Entwicklung, getan haben. Gefehlt haben mir diese Seiten dann im Bezug auf James und Judes ‚Probleme‘ und so bleibt das Gefühl, dass die beiden sich noch gar nicht richtig kennen, weil kaum darüber gesprochen wurde, warum sie so sind, wie sie sind.

The Pumpkin Spice Latte Disaster konnte mich zwar im Hinblick auf die Lovestory zwischen James und Jude nicht komplett überzeugen, aber am Ende habe ich das Gefühl, dass ich unbedingt in das Städtchen zurückkehren möchte, weil mir dir Dorfgemeinschaft gefällt und ich gerne ihre Entwicklung verfolgen möchte.