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Annikii

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2026

Ein fantasievolles Abenteuer mit Herz – kleine Schwächen, großer Zauber

Heute fahren wir nach Anderswo
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„Heute fahren wir nach Anderswo“ ist ein Bilderbuch, das die Kraft der kindlichen Fantasie sehr liebevoll in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte beginnt mit Oscars Langeweile – ein alltäglicher Moment, ...

„Heute fahren wir nach Anderswo“ ist ein Bilderbuch, das die Kraft der kindlichen Fantasie sehr liebevoll in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte beginnt mit Oscars Langeweile – ein alltäglicher Moment, der sich schnell in ein buntes Abenteuer verwandelt, als Elfi mit ihrer „Elfenkreide“ auftaucht und ein rotes Kreideauto malt. Schon dieser Einstieg vermittelt viel Magie und Leichtigkeit.

Die gemeinsame Reise der beiden Kinder durch eine gemalte Welt ist fantasievoll, abwechslungsreich und mit vielen kleinen Abenteuern gefüllt. Sie begegnen seltenen Tieren, einem Drachen und einem freundlichen Riesen – genug, um schon junge Zuhörer*innen zu fesseln. Besonders schön ist der visuelle Kontrast: realistisch gezeichnete Kinder bewegen sich in einer komplett gemalten Landschaft, was Kindern sehr zugutekommt, die selbst gerne malen und imaginieren.

Der zweite Teil der Geschichte – Oscars Zweifel, ob das Kreideauto auch ohne Elfi funktioniert, und der Regen, der alles verwischt – bringt eine leicht nachdenkliche Note hinein. Genau diese Mischung macht das Buch ausgewogen: Es ist nicht nur eine Abenteuergeschichte, sondern spricht auch Mut, Selbstvertrauen und Freundschaft an.

Kritisch anmerken lässt sich allerdings, dass manche Szenen recht schnell vorbeiziehen. Für ein Bilderbuch mit 36 Seiten ist das verständlich, aber die Fülle an Begegnungen und Erlebnissen wirkt stellenweise etwas gedrängt. Außerdem hätte der emotionale Konflikt am Ende – Oscars Unsicherheit – ein kleines bisschen mehr Raum verdient. Insgesamt bleibt die Botschaft aber klar und schön: Fantasie funktioniert nicht nur mit anderen, sondern auch in uns selbst.

Fazit: Ein warmherziges, kreativ illustriertes Bilderbuch, das Kindern ab vier Jahren eine wunderbare Fantasiereise bietet. Kleine erzählerische Hektik schmälert den Gesamteindruck nur leicht. Insgesamt ein sehr liebevolles Vorlesebuch.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Bilder/Illustrationen
  • Cover
Veröffentlicht am 09.03.2026

Atmosphäre top, Erzählfluss holprig – zu viel Ballast im Watt

Einsames Watt
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Der zwölfte Fall für John Benthien startet verheißungsvoll: ein herrenloses Segelboot vor Amrum, eine Tote mit Kopfverletzung, dazu Spuren in einen alten Cold Case von 2005 – eigentlich perfektes Krimistoff. ...

Der zwölfte Fall für John Benthien startet verheißungsvoll: ein herrenloses Segelboot vor Amrum, eine Tote mit Kopfverletzung, dazu Spuren in einen alten Cold Case von 2005 – eigentlich perfektes Krimistoff. Die Grundidee ist spannend und die Nordsee‑Atmosphäre funktioniert. Man spürt die Kulisse, das raue Setting und den Reiz der Inselwelt.

Was mich gestört hat, ist die Überfrachtung: Der Roman ist sehr umfangreich (je nach Ausgabe 450–590+ Seiten) und wirkt dadurch zerfasert. Das Tempo hängt immer wieder durch, weil Rückblenden und Ermittlungsstränge in die Vergangenheit ausufern. Statt Sog entsteht Leerlauf. Für einen Regionalkrimi hätte hier Kürzen gutgetan.

Hinzu kommen häufige Perspektivwechsel (u. a. Kapitel aus Sicht von „John“ bzw. „Lilly“) und Zeitsprünge. Das ist grundsätzlich okay, aber die Übergänge sind nicht immer klar, wodurch der rote Faden verloren geht. Gerade Leser*innen, die die Reihe nicht in jedem Detail präsent haben, könnten sich streckenweise orientierungslos fühlen.

Positiv bleiben die Atmosphäre und einzelne emotionale Momente rund um Benthiens Vergangenheit. Die Parallelen zum ungeklärten Fall aus 2005 bringen Tiefe, aber sie werden zu breit ausgewalzt. Weniger wäre mehr gewesen – dann hätte der Fall um das Segelboot deutlich mehr Wucht entfaltet.

Fazit: Ein stimmungsvoller Küstenkrimi mit starkem Setup, der sich im eigenen Plot verheddert. Wer die Reihe liebt und Geduld für lange Erzählbögen mitbringt, findet seine Momente. Für alle anderen ist das zu viel Watt unter den Füßen und zu wenig Grip.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 06.03.2026

Ein fröhliches und motivierendes Erstlesebuch

Die Lese-Rakete
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„Die Lese‑Rakete“ ist ein liebevoll gestaltetes Erstlesebuch, das Kinder Schritt für Schritt ans Lesen heranführt. Besonders gelungen finde ich die Mischung aus sehr kurzen, einfachen Texten und den später ...

„Die Lese‑Rakete“ ist ein liebevoll gestaltetes Erstlesebuch, das Kinder Schritt für Schritt ans Lesen heranführt. Besonders gelungen finde ich die Mischung aus sehr kurzen, einfachen Texten und den später etwas längeren Geschichten, die Kinder nicht überfordern, sondern ihnen kleine Erfolgserlebnisse ermöglichen. Die Struktur mit fünf Kapiteln und einer kleinen Rakete am Seitenrand sorgt für Orientierung und zeigt spielerisch den Fortschritt der jungen Leserinnen an.

Die Geschichten selbst sind humorvoll, teils gereimt und angenehm kindgerecht. Dank der Silbenschreibweise und farblich markierter „Stolperwörter“ fällt das Lesen leichter – gerade zu Beginn eine große Unterstützung. Auch die Illustrationen sind fröhlich und bieten kurze Pausen beim Lesenlernen. Das macht das Buch für Kinder abwechslungsreich und motivierend.

Insgesamt ist „Die Lese‑Rakete“ ein durchdachtes und warmherziges Erstlesebuch, das Kindern Mut macht und gleichzeitig Spaß bringt. Besonders geeignet für Leseanfänger
innen ab der 1. Klasse und ideal für Eltern, die ihre Kinder beim Lesestart begleiten möchten.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Ein spannender, witziger und atmosphärischer dritter Band

Die Schiffsgeister (Band 3) – Der magische Kompass
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„Der magische Kompass“ knüpft direkt an die vorherigen Abenteuer der Schiffsgeister an und bietet wieder eine Mischung aus Spannung, Humor und nordischem Flair. Die Suche nach dem Kompass beginnt sofort ...

„Der magische Kompass“ knüpft direkt an die vorherigen Abenteuer der Schiffsgeister an und bietet wieder eine Mischung aus Spannung, Humor und nordischem Flair. Die Suche nach dem Kompass beginnt sofort mit einem Geheimnis – der rätselhaften Postkarte von Opa Hannes – und entwickelt sich schnell zu einer Schatzsuche voller kleiner Wendungen. Besonders schön fand ich die Reise zum Schloss an der irischen Küste, denn dieser Ortswechsel bringt eine neue, leicht mystische Stimmung in die Reihe.

Luna, Jonte, Fregaz und Faugaz sind erneut ein sympathisches Team. Die Geister sorgen mit ihren Eigenheiten für viele lustige Momente. Gleichzeitig wird es an mehreren Stellen richtig spannend, weil der Zauberkrake Octavolus den Kindern und Geistern dicht auf den Fersen ist. Für junge Leser*innen entsteht dadurch ein tolles Abenteuergefühl, das dennoch nie zu unheimlich wird.

Die Kombination aus Feenpfaden, Geheimverstecken und dem Schlossgespenst macht die Handlung abwechslungsreich. Alles bleibt leicht verständlich, sodass sich das Buch sehr gut für die Zielgruppe eignet. Auch sprachlich liest es sich angenehm flüssig und mit einem kindgerechten Humor.

Wer die ersten beiden Bände mochte, wird auch hier viel Freude haben. Der Band hat ein abgeschlossenes Abenteuer, fügt sich aber spürbar in die Gesamtgeschichte rund um die Schiffsgeister ein. Ein schönes, fantasievolles Kinderbuch mit Herz und Spaß.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Krieg, Macht und menschliche Abgründe

Flut aus schwarzem Stahl
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„Flut aus schwarzem Stahl“ hat mich von der ersten Seite an in eine wilde, raue und faszinierende Welt gezogen. Anthony Ryan versteht es sehr gut politische Intrigen, Kriegsgeschehen und sehr persönliche ...

„Flut aus schwarzem Stahl“ hat mich von der ersten Seite an in eine wilde, raue und faszinierende Welt gezogen. Anthony Ryan versteht es sehr gut politische Intrigen, Kriegsgeschehen und sehr persönliche Konflikte miteinander zu verknüpfen. Die Geschichte spielt in einer von Kriegen zerrissenen Welt, in der jede Entscheidung Konsequenzen hat – und genau das macht das Buch für mich so spannend.

Die Figuren sind glaubwürdig gezeichnet. Besonders die unterschiedlichen Perspektiven auf Macht und Loyalität fand ich interessant: Es gibt keine klaren „guten“ oder „bösen“ Charaktere, sondern Menschen, die versuchen, in schwierigen Zeiten das Richtige zu tun, auch wenn sie selbst nicht immer wissen, was das ist. Ich mochte, wie der Autor diese inneren Konflikte zeigt, weil sie den Figuren Tiefe und Leben geben.

Der Handlung gelingt eine gute Balance zwischen groß angelegten Schlachten und persönlichen Momenten. Die Kämpfe wirken eindringlich und bildhaft, ohne zu blutig zu sein, und die politischen Verstrickungen halten die Spannung über viele Seiten hinweg aufrecht. Gleichzeitig gibt es auch ruhigere Passagen, in denen sich Figuren weiterentwickeln, Beziehungen entstehen oder sich Ziele verändern.

Der Schreibstil ist klar und kraftvoll, sodass man leicht in die Welt eintauchen kann. Trotz der komplexen Zusammenhänge bleibt die Erzählung gut nachvollziehbar, und ich habe auf jeder Seite gemerkt, wie durchdacht die Welt aufgebaut ist.

Insgesamt ist “Flut aus schwarzem Stahl“ ein großartiger erster Band einer Reihe, der mich stark unterhalten hat. Er bietet epische Fantasy, viel Tiefgang und Figuren, die man nicht so schnell vergisst.

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