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Veröffentlicht am 09.01.2026

Fachlich kompetent und feinfühlig über vorausschauende Versorgungsplanung

Leben und Sterben
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Das Buch „Leben und Sterben“ von Alena Buyx hat bei mir großes Interesse geweckt.
Denn darin spricht die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates über die Themen, die uns alle betreffen. In dem Buch ...

Das Buch „Leben und Sterben“ von Alena Buyx hat bei mir großes Interesse geweckt.
Denn darin spricht die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates über die Themen, die uns alle betreffen. In dem Buch geht es um unsere Gesundheit und um Krankheiten, die unser Leben von einem auf den anderen Tag ändern können. Und es geht hier auch um das Lebensende; um das Sterben und den Tod, mit dem wir alle konfrontiert werden. In jedem dieser Fälle müssen wir wichtige Entscheidungen treffen; bei diesen möchte uns die Autorin, eine Professorin für Medizinethik, mit diesem Buch behilflich sein.

Anhand von zahlreichen Beispielen aus der Praxis spricht sie über die Herausforderungen, die uns im Verlauf unseres Lebens begegnen. Sie macht es deutlich, wie wichtig dann ist, neben der medizinischen auch die ethischen Entscheidungen zu treffen. Und sie stellt anschaulich dar, welche Rolle dabei der Patient selbst übernehmen kann: eine vorausschauende Versorgungsplanung hält sie für sehr wichtig und notwendig. Klar und eindeutig ist ihre Meinung dazu: würde ich am liebsten vorausschauende Versorgungsplanung verpflichtend machen für alle Menschen, die eine Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung erhalten…“ (128)
An die Leser und Leserinnen ihres Buches appelliert sie: „Schauen sie voraus.“ (128)

Das Buch umfasst unter anderen solche wichtigen Themen, wie künstliche Befruchtung, Frühgeburten, Sterbehilfen, Palliativmedizin, Sorgerecht, Ethikberatung und die Voraussetzungen für ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis. Auch die Medizin der Zukunft mit dem Einsatz von KI und Robotik wurde angesprochen. Alle Themenbereiche wurden mit den anschaulichen Beispielen erläutert und mit dem Verweis auf die weiterführende Literatur versehen.

Das Buch ist trotz der oft schweren Thematik leicht zu lesen; klar, verständlich und feinfühlig ist die Sprache der Autorin. Die wirklichkeitsnahe Darstellung der Problematik und anschauliche Beispiele regen zum Nachdenken an. Ein lesenswertes Sachbuch, ein sehr guter, kluger Ratgeber.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Walzerblut – gut recherchiert und fesselnd geschrieben

Die Welt in Meran - Walzerblut
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Im Frühling 1872 reisen wir in Gesellschaft von drei feinen Damen aus England nach Meran, einen angesagten Kurort im Südtirol. Während Helen von Burt, eine passionierte Reiterin, sich auf die Ausritte ...

Im Frühling 1872 reisen wir in Gesellschaft von drei feinen Damen aus England nach Meran, einen angesagten Kurort im Südtirol. Während Helen von Burt, eine passionierte Reiterin, sich auf die Ausritte und die mögliche Teilnahme an einer Parforcejagd freut, hoffen ihre Tante Lady Greville und Mrs. David, eine Schutzbefohlene der Queen Victoria II, auf Erholung, Kuranwendungen und Linderung ihrer Leiden.
Für Helen von Burt hat ihre Tante auch ein anderes Reiseziel vor Augen: Helen muss endlich einen passenden Ehemann finden, denn als Witwe eines Earls kann sie behaupten:
„Nichts gibt uns Frauen mehr Sicherheit als Vermögen und Titel.“ (20)
An geeigneten Heiratskandidaten dürfte es in der gerade beginnenden Faschingszeit unter den adligen Gästen in Meran nicht fehlen. Denn bald erscheinen hier unter anderen auch der Erbgraf Maximilian von Montalban und der Vicomte Jean de Benedetti aus Korsika. Bald sind beide Männer von Helen sehr angetan.

Ausführlich schreibt die Autorin über die Aktivitäten der feinen und illustren Gesellschaft im Kurort Meran in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Umfassend und präzise berichtet sie über die Probleme im Gesundheitssystem des Kurortes; schildet genau die Probleme mit denen die Kurärzte tagtäglich konfrontiert sind, erwähnt die Krankheiten, die damals - noch nicht erforscht - auf dem Vormarsch waren.
Angela Marina Reinhardt lässt uns auch durch die Gassen des Armenstadtviertels wandern, die schäbigen Unterkünfte der armen Bevölkerung, Zimmermädchen und der Arbeiterinnen einer Spinnerei betreten. Es sind bewegende Bilder, welche die enormen Unterschiede zwischen den Gesellschaftsklassen des damaligen Merans verdeutlichen.
Der Roman hat mich auf vielen Stellen tief berührt; etwa die Beschreibungen der Arbeit in einer Spinnerei, wo nur Frauen und Kinder die schwere, oft gefährliche Arbeit verrichten mussten oder das Schicksal eines Kostkinds, das verschiedenen Gefahren ausgesetzt wurde.
Die Autorin liefert hier interessante Bilder des damaligen Kurortes Meran. Den gut recherchierten Roman hat sie mit der Karte der Stadt Meran um 1875, einem Glossar und der Auflistung der weiterführenden Literatur ergänzt. Ebenso behilflich bei der Lektüre war für mich das genaue Personenverzeichnis.
„Walzerblut“ ist das erste Buch aus der Reihe „Die Welt in Meran“. Auf die bereits von der Autorin angekündigte Fortsetzung freue ich mich sehr.
Der fesselnde Roman bekommt meine wärmste Empfehlung.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Fesselnd über die Bedeutung von Erinnerungen

Das Buch der verlorenen Stunden
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Alles beginnt wie ein Märchen: mit der elfjährigen Lisavet begeben wir uns in eine mysteriöse Bibliothek, in der die Bücherregale vollgestopft mit unzähligen Büchern sind. Diese Bücher sind kostbar, denn ...

Alles beginnt wie ein Märchen: mit der elfjährigen Lisavet begeben wir uns in eine mysteriöse Bibliothek, in der die Bücherregale vollgestopft mit unzähligen Büchern sind. Diese Bücher sind kostbar, denn dort wurden die menschlichen Erinnerungen aufbewahrt und nur die Zeithüter können über diesen magischen Ort bestimmen.

Sehr spannend und emotional ist der Anfang der Geschichte, in der sowohl die wichtigen historischen Ereignisse, wie auch die bewegenden Menschenschicksale bedeutende Rolle spielen. 1938 versteckt ein jüdischer Uhrmacher seine Tochter Lisavet in dem Zeitraum; so rettet er ihr das Leben. Viele Jahre später wurde ein anderes Mädchen, Amelia, in den Zeitraum geschickt, um eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.

Hayley Gelfuso kreiert in ihrem Roman einen mystischen Ort, der außerhalb von Zeit und Raum existiert: einen Zeitraum, der zwar für normale Menschen nicht zugänglich ist, aber ihr Leben und das Zeitgeschehen bedeutend beeinflussen kann. Es ist ein mysteriöser und gleichzeitig ein magischer Ort, an dem Lisavet die Zeit flüstern hört, gute Geister und Zeithüter trifft. Hier begegnet sie dem Zeithüter Ernest, hier sammelt sie in ihrem eigenen Buch Erinnerungen, die nicht in die Vergessenheit geraten sollten.

In einer bildhaften, oft poetischen Sprache erzählt die Autorin diese außergewöhnliche Geschichte. Die lebendige Erzählung erzeugt Bilder im Kopf, die viele Emotionen wecken, berühren und verzaubern.
Der parallele Handlungsstrang, in dem die Geschichte nach dem Krieg weiterspielt, verliert etwas von dem magischen Zauber. Der Roman entwickelt sich zu einem temporeichen Mystery-Thriller mit vielen überraschenden Wendungen. Und auch dieser Teil der Geschichte fesselt und ließ mich um das Schicksal der Protagonisten bangen. Das Buch endet mit einer unerwarteten Lösung, die mich nicht vollständig überzeugen konnte.

Den phantasievollen, fesselnden Roman habe ich jedoch sehr gerne gelesen. Den Fantasy-Teil habe ich genossen, die Idee mit den Erinnerungen in einem Zeitraum fand ich faszinierend. Das gesamte Buch bietet gute Unterhaltung und ist absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Venedigs schaurige Geschichten

Schatten der Gondeln
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Sechs Monaten nach der Hochzeit, im Winter 1899 reisen der Schriftsteller Evelyn Dolman und Laura Rensselaer nach Venedig. Ihre verspäteten Flitterwochen wollte Laura unbedingt in Venedig verbringen.
Der ...

Sechs Monaten nach der Hochzeit, im Winter 1899 reisen der Schriftsteller Evelyn Dolman und Laura Rensselaer nach Venedig. Ihre verspäteten Flitterwochen wollte Laura unbedingt in Venedig verbringen.
Der Aufenthalt in der Lagunenstadt endet jedoch für Evelyn Dolman fatal. Laura, nachdem er sie sexuell missbraucht hat, verschwindet am nächsten Tag spurlos. Danach kommt es zu mehreren unerklärten Vorfällen, Dolman selbst beginnt an seinem Verstand zu zweifeln und letztendlich muss er die Stadt verlassen.

Zurück in England erzählt Evelyn selbst über den Aufenthalt in der winterlich kalten, düsteren Stadt. Ausführlich berichtet er über einige unheimliche Ereignisse, die bereits bei der Ankunft in dem Palazzo Dioscuri am Canal Grande ihren Anfang hatten.
Die schaurigen Geschichten über den kalten, geräumigen Palazzo, die sein dubiöser Besitzer seinen Gästen gleich am ersten Abend servierte, die unheimlichen Gestalten welche in den sonst leeren Räumen des Gebäudes plötzlich erschienen und die kalte, von Nebel umhüllte Stadt, machten dem verwirrten Schriftsteller zu schaffen. Er fühlte sich verfolgt und zweifelte an seinem Verstand. Doch all diese unheimlichen Vorfälle hinderten ihn nicht nach heimlichen Abenteuern in den Gaststätten der verhassten Stadt zu suchen.

Fast hätte ich Mitleid mit dem in einer fremden, unheimlichen Stadt verlassenen Ehemann, der sich laut über sein ungerechtes Schicksal beschwerte. Aber kann ich der Erzählung des gekränkten, geschwätzigen Ehemannes und gleichzeitig eines enttäuschten Mitgiftjägers Glauben schenken?

Evelyn Dolman ist kein sympathischer Protagonist des Romans. Mit Zweifel und Misstrauen habe ich seine unglaubliche Geschichte verfolgt, in der er vor allem als selbstgefälliger Snob glänzt.

Der Roman ist hochspannend. Nicht nur die merkwürdigen Geschehnisse in der Stadt der Gondeln lassen viel Raum für Spekulationen, auch der unzuverlässige Erzähler Evelyn trägt mit seiner Erzählung erheblich dazu bei. Für viel Spannung sorgen einige interessante Wendungen und das spektakuläre Ende, für welches der Autor einige Überraschungen parat hält.

Nicht nur die interessante Handlung hat mich für diesen Roman begeistert. Vor allem die fesselnde Sprache des Autors, mit der er meisterhaft die schaurige Atmosphäre vermittelt und das düstere Bild der Stadt Venedig gekonnt zeichnet, haben mich fasziniert.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Streitschrift zum Thema Deutschlands Energiepolitik

Die Sicherheitslüge
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Über Deutschlands Abhängigkeit von den Öl- und Gasimporten schreiben Susanne Götze und Annika Joeres in dem Buch „Die Sicherheitslüge“, das Anfang Oktober 2025 im Verlag oekom erschienen ist.

Die Autorinnen ...

Über Deutschlands Abhängigkeit von den Öl- und Gasimporten schreiben Susanne Götze und Annika Joeres in dem Buch „Die Sicherheitslüge“, das Anfang Oktober 2025 im Verlag oekom erschienen ist.

Die Autorinnen beschreiben die aktuelle geopolitische Lage Europas und Deutschlands, kritisieren die aktuelle Energiepolitik, die zu Abhängigkeit von Öl- und Gaslieferanten führt. Dadurch wäre die Deutschlands Sicherheit besonders gefährdet.
In dem Buch wurden die erneuerbaren Energien befürwortet, etwa Energie aus Sonne und Wind: _„Was wir zur Genüge hätten, wären Wind und Sonne“: (Zitat S.(8), behaupten die Autorinnen - was viele Fragen aufwirft und das Land und die Menschen von neuen erheblichen Herausforderungen stellt.

Kritisiert wurde auch die steigende Aufrüstung, die keine Konflikte lösen würde und darüber hinaus enorme Mengen an Rohstoffen und Energie verschlingt. Irrelevant scheint dagegen zu sein, dass wir uns aktuell nicht mal gegen feindliche Drohnen wehren können.

Die Autorinnen deklarieren ihr Buch als eine Streitschrift in Sachen Energieversorgung, Klimaschutz und Politik. Und so ist ihr gut recherchiertes Werk interessant, kritisch, kontrovers und vor allem polemisch. Mich konnte das Buch nicht in allen Punkten überzeugen.

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