Profilbild von Arbade

Arbade

Lesejury Star
offline

Arbade ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Arbade über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

Spannender zweiter Teil der Krimireihe mit Lanza und Zeitler

Salute - Die letzte Fahrt
0

Der zweite Band der Salute-Krimireihe lädt uns erneut nach Bardolino am Gardasee ein, wo Paul Zeitler sich inzwischen als Barista in seinem Café sehr wohl fühlt. Doch als Ex-Kommissar kann er nicht aus ...

Der zweite Band der Salute-Krimireihe lädt uns erneut nach Bardolino am Gardasee ein, wo Paul Zeitler sich inzwischen als Barista in seinem Café sehr wohl fühlt. Doch als Ex-Kommissar kann er nicht aus seiner Haut und mischt sich gerne in die laufenden Ermittlungen der hiesigen Polizei ein.
Bei einem Spaziergang am See wurde er zum Zeuge eines vermeintlichen Schwimmunfalls. Für den im Seewasser treibenden Körper kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Noch bevor die Polizei eintrifft, entdeckt Zeitler einige Hinweise dafür, dass es sich hier nicht um einen Unfall handelt. Auch Commissario Lanza vermutet, dass der Ertrunkene das Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Die Ermittlungen verlaufen äußerst spannend.
Commissario Lanza entdeckt einige drastischen Ereignisse aus dem Leben des Opfers. Sowohl sein Privatleben, wie auch sein Bootsbauerunternehmen stecken in Schwierigkeiten.

Auch Paul Zeitler stellt Nachforschungen, welche die Auflösung des Falles wirksam beschleunigen. Der unerschrockene Ex-Kommissar scheut keine Mittel und Wege, um der Wahrheit näherzukommen. Und riskiert dabei sehr viel.
Beide Ermittler kommen verborgenen Machenschaften auf die Spur, entdecken Wahrheiten, die bis in die Vergangenheit reichen. Hochspannend ist das dramatische Finale.

Für den gemütlichen Teil des Romans sorgen die unterhaltsamen Szenen im Café Monaco.

Der spannende Krimi überzeugt mit seiner temporeichen Handlung und dem hochspannenden Finale. Authentisch wirkende Charaktere und die gekonnt dargestellten Schauplätze sorgen für gute Unterhaltung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein besonderes Leseerlebnis

Rom sehen und nicht sterben
0

„Rom sehen und nicht sterben“: bewusst wählt Peter Wawerzinek diesen Titel für seinen neuesten Roman, in dem er über den bewegenden Teil seiner Lebensgeschichte erzählt. Die Geschichte fängt in Rom an, ...

„Rom sehen und nicht sterben“: bewusst wählt Peter Wawerzinek diesen Titel für seinen neuesten Roman, in dem er über den bewegenden Teil seiner Lebensgeschichte erzählt. Die Geschichte fängt in Rom an, wo der Autor als Stipendiat in der berühmten Villa Massimo zehn Monate verbringen darf. Er will dort einen neuen Roman schreiben; die Eindrücke dafür sammelt er während der langen Spaziergänge durch die Ewige Stadt.

Doch die Corona-Pandemie durchkreuzt diese Pläne; ab sofort herrscht die Ausgangssperre und durch eine technische Panne geht seine bisherige Arbeit an dem neuen Roman verloren. Doch der Autor gibt nicht auf, nach dem Aufenthalt in der Villa zieht er nach Trastevere um, und beginnt von neuem zu schreiben.

Bereits bei der Ankunft in Rom gab es die ersten Anzeichen des drohenden Unheils. Roms Stadtteil Trastevere, wo die Krankheit endgültig ausbricht, bekommt vom Autor den Namen „Trostwerdemir“. Sein guter Arzt in Berlin stellt die verheerende Diagnose fest: Es ist Krebs.

Für Peter Wawerzinek beginnt ein langer Leidensweg: unzählige Untersuchungen, Chemotherapie und eine riskante OP. Er berichtet darüber ausführlich, detailreich. Spricht offen über seine Gefühle und Ängste, verrät seine „einfache“ Methode mit der Krankheit umzugehen:
„Es ist Krebs und nichts weiter als ein Wort. Du musst dem Schlimmen nur einen neuen Namen verpassen, schon nimmst du ihm den Schrecken.“ (58)

Und er ist entschlossen gegen den Feind in seinem Körper zu kämpfen:
„Verbanne das Wort aus meinem Leben. Tilge es aus meinem Sprachgebrauch. Setze den unerwünschten Begriff vor die Tür. Spreche ihm seine Allmacht ab.“ (59)

Die Geschichte definiert er als einen Brief an eine ihm nahestehende Person, deren Identität er nicht preisgibt. Dafür erwähnt er liebevoll seine Großmutter, deren kluge Sprüche und einfache Weisheiten er oft zitiert.

Der Roman ist in einer eigenständigen, ungewöhnlichen Sprache gehalten: Kurze temporeiche Sätze, in denen oft Personalpronomen fehlen, Wortwitze und Wortspielereien, emotionale Gedanken und anschauliche Beschreibungen verleihen seiner Erzählung eine sehr persönliche Note. Er schreibt mit viel Optimismus und voller Hoffnung, er will nicht sterben, er will die Ewige Stadt nochmal sehen. Er kämpft gegen den Krebs und schreibt darüber. Das Schreiben gibt ihm die Kraft um zu kämpfen und überleben. Genauso wie die neue Liebe, der er zufällig begegnet.

Peter Wawerzinek hat den Kampf gegen den Krebs gewonnen. Und ein Buch geschrieben, das Mut und Trost spenden kann. Er hat uns eine Geschichte erzählt, die bewegt und nachdenklich stimmt.
Für mich war der Roman ein besonderes Leseerlebnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2025

Verstörende Nachrichten von den spurlos verschwundenen Frauen

The Business Trip
0

Stephanie und Jasmine, die einander fremd sind, fliegen mit demselben Flugzeug nach Denver. Beide Frauen würden mit dem bisherigen Leben gerne abschließen, beide träumen von einer besseren Zukunft.
Die ...

Stephanie und Jasmine, die einander fremd sind, fliegen mit demselben Flugzeug nach Denver. Beide Frauen würden mit dem bisherigen Leben gerne abschließen, beide träumen von einer besseren Zukunft.
Die 44-jährige Jasmine, die bisher als Servicekraft in einer Kneipe jobbte, will vor ihrem gewalttätigen Freund fliehen und ein besseres, sicheres Leben anfangen. Die 45-jährige Stephanie, Nachrichtenchefin des lokalen Fernsehsenders, ist geschieden und lebt allein. Sie will ihrem stressigen Alltag und ihrer Einsamkeit entfliehen.
Der Flug ist für Stephanie eine Dienstreise, für Jasmine: ein gefährliches Abenteuer. Noch ahnt Stephanie nicht in welche Gefahr auch sie sich begibt.

So beginnt der spannende Thriller, deren kurze Leseprobe mich sofort in den Bann gezogen hat. Fesselnd erzählt die Autorin über den Flug nach Denver, nach und nach verrät sie Details aus dem Leben der beiden Frauen. Die Sprache ist flüssig, die Handlung fesselnd.

Die Spannungskurve steigt rapide nach oben, als beide Frauen plötzlich spurlos verschwinden und ihre Freunde und Bekannte seltsame Nachrichten von ihnen bekommen. Eine direkte Kontaktaufnahme scheint unmöglich zu sein.
Ab dem Moment konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Denn die folgenden Ereignisse sind so frappierend, dass es mir schwerfiel, sie für möglich zu halten. Die Spannung hält kontinuierlich an, viele falsche Fährten und überraschende Wendungen sorgen für den ständigen Nervenkitzel. Zum Schluss wurde die ganze Geschichte plausibel aufgeklärt.

Mich hat der spannende Thriller bis zum Schluss in Atem gehalten. Eine klare Leseempfehlung!
Der Thriller ist im Oktober 2025 im dtv Verlag erschienen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2025

Ein eigener Garten Eden

Wilder Honig
0

In ihrem neuesten Roman „Wilder Honig“ erzählt Caryl Lewis über drei Frauen, die nach schicksalhaften Lebensereignissen einen Neuanfang wagen.

Eine davon ist Hannah, die gerade um ihren verstorbenen ...

In ihrem neuesten Roman „Wilder Honig“ erzählt Caryl Lewis über drei Frauen, die nach schicksalhaften Lebensereignissen einen Neuanfang wagen.

Eine davon ist Hannah, die gerade um ihren verstorbenen Mann trauert. John war ihre große Liebe, mit ihm hat sie viele Jahre in einer glücklichen Ehe verbracht - dachte sie. Aber dann erfährt sie aus den Briefen, die John ihr hinterlassen hat, sein großes Geheimnis. Und ihre Welt gerät ins Wanken.

Sadie, Hannahs Schwester, unterstützt sie in der schweren Zeit. Sie selbst ist vor langer Zeit aus dem Elternhaus ausgezogen und hatte den Kontakt mit der Familie abgebrochen. Auch sie hütet ein Geheimnis, auch sie ist vom ihren bisherigen Leben enttäuscht.

Und dann ist noch Megan, eine junge Frau, die von den Schwestern auf den Hof in Berllan Deg eingeladen wurde. Ihr eigenes Geheimnis verrät Megan erst zum Schluss.

In seinen Briefen an Hannah erzählt John, der Schriftsteller und Imker war, viel über Bienen und ihr Leben, zieht in diesen Erzählungen Parallelen zur Ehe mit Hannah. Mit diesen Metaphern versucht John sein Handeln und seine Gefühle zu erklären.
Dieses Buch hat mich vor allem mit seiner Sprache überzeugt. Die bildhaften Beschreibungen der Natur, des Bienenlebens und des lebenden Gartens haben mir sehr gefallen. Anstrengend jedoch fand ich die detaillierten Schilderungen der einzelnen Arbeitsschritte bei der Gartenpflege oder in der Imkerei. Viel lieber hätte ich mehr über die Vergangenheit von Megan oder Sadie erfahren; darüber fallen nur gelegentlich am Rande kurze Bemerkungen.

„Wilder Honig“ ist eine ruhige Geschichte, die vielen Emotionen weckt und zum Nachdenken anregt. Manches in dem Roman bleibt – genauso wie im wahren Leben - bis zum Schluss unerklärt, offengelassen.

Und manche weisen Botschaften -wie diese von Hannah - sollte man sich merken, und am besten befolgen:
…in letzter Zeit denke ich immer wieder darüber nach, wie es wäre, wenn man seinen eigenen Garten Eden, nach seinen Vorstellungen, erschaffen würde…und all das, was man ererbt hat, vergessen würde.“ (179)

Ein schöner Satz, ein schöner Traum! Eine schöne Lebensaufgabe!
Der Roman „Wilder Honig“ – lehrreich, lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2025

Sehr gerne gelesen

Salute - Das letzte Gebet
0

Paul Zeitler, der Ex-Hauptkommissar aus München und aktuell der Barista und Inhaber des Cafés Monaco in Bardolino, trauert um seine Vermieterin und gute Freundin Sofia Barone. Im Andenken an sie will er ...

Paul Zeitler, der Ex-Hauptkommissar aus München und aktuell der Barista und Inhaber des Cafés Monaco in Bardolino, trauert um seine Vermieterin und gute Freundin Sofia Barone. Im Andenken an sie will er noch vor der Trauerfeier eine Kerze in der San Nicolo Kirche anzünden, als er dort einen toten Mann, im Taufbecken ertrunken, vorfindet.
Sowohl für den erfahrenen Ex-Polizisten Paul, wie auch für Commissario Lanza von der örtlichen Polizei, ist es offensichtlich, dass es sich hier um einen brutalen Mord handelt. Die von der Spurensicherung gesichtete Beweismittel deuten zweifellos darauf hin.
Bei dem Opfer handelt es sich um Marcello Ferratti, den Mitinhaber einer neugegründeten Firma, die für ihr innovatives Projekt Werbung in Bardolino machen wollte. Ihre Erfindung, die Filtermatten, könnten die Wasserqualität des Gardasees deutlich verbessern.
Die Motive für den Tat bleiben vorerst unklar, auch die Vermutungen über den Tathergang sind verwirrend. Kann Paul auch diesmal bei der Lösung des Falles behilflich sein?

Der spannende Anfang hat mich sofort in das aktuelle Geschehen in Bardolino eintauchen lassen. Zusammen mit Paul Zeitler trauere ich um die sympathische, herzensgute Sofia, und kann Pauls Sorgen um seine Zukunft nachvollziehen. Wie geht es weiter mit dem Café Monaco und Pauls Verbleib in Bardolino?

Und dann der mysteriöse Mord in der gut besuchten Kirche, der viele Fragen aufwirft. Auch diesmal ist Paul noch vor der Polizei am Tatort, was den sowieso misstrauischen Commissario Lanza nicht gerade milde für ihn stimmt.

Dank dem bildhaften Schreibstil des Autors kommen das Café Monaco und die Umgebung vom Gardasee mir vertraut vor. Dieses Gefühl wurde noch bei Begegnungen mit allen bisher bekannten Protagonisten der Reihe verstärkt. Ein neues interessantes Gesicht kommt dazu; Emil aus Ingolstadt, der als Aushilfe in Monaco jobben und das Angebot des Cafés erweitern will.

Die Szenen im Café, hier und da mit viel Humor verfeinert, verleihen dem Krimiroman die Leichtigkeit und Gemütlichkeit. In dem Buch fehlt es jedoch nicht an sehr spannenden, dramatischen Ereignissen, vor allem bei der Aufklärung des Mordfalles.
Anders als in den ersten zwei Büchern liegen hier die Ermittlungen im Mittelpunkt der Handlung. Der Autor erzählt viel mehr über den Verlauf der Ermittlungen, die von Commissario Lanza geführt wurden. Die Sprache in diesen Teilen des Buches ist ernster, sachlicher. Dies tut dem Krimi jedoch keinen Abbruch, denn auf diese Weise kann man bei den Ermittlungen „dabei sein“ und den bisher distanzierten Commissario Lanza besser kennenlernen.

Das Buch „Salute – Das letzte Gebet“ ist ein gemütlicher Teil der Krimireihe mit viel Lokalkolorit, lebendigen Charakteren und vielen spannenden Szenen. Das Buch lädt förmlich zu einem Urlaub am Gardasee, macht einem schmackhaft den guten italienischen Caffé und das gute italienische Essen, sowie den See mit all seinen Attraktionen.
Vor dem Urlaub aber unbedingt Salute-Krimis lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere