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Veröffentlicht am 27.07.2025

Kampf gegen das Vergessen

Himmelerdenblau
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Im September 2003 verschwindet die 16-jährige Julie Novak und wird nie gefunden. 20 Jahre später rollt die True‑Crime‑Podcasterin Liv Keller den Fall wieder auf und nimmt Kontakt zu Julies Vater Theo auf, ...

Im September 2003 verschwindet die 16-jährige Julie Novak und wird nie gefunden. 20 Jahre später rollt die True‑Crime‑Podcasterin Liv Keller den Fall wieder auf und nimmt Kontakt zu Julies Vater Theo auf, der trotz beginnender Demenz die Suche nach seiner Tochter nicht aufgegeben hat.

Für mich war es das erste Buch von Romy Hausmann und ich bin mir unsicher, wie ich es einordnen soll. Im Zentrum der Geschichte steht Theo, der früher mal ein renommierter Arzt war und in der Charité gearbeitet hat. Seine Geschichte hat mich berührt und schockiert, man fiebert und leidet mit ihm mit. Auch Daniel ist eine sehr tragische Figur, den man für sein Durchhaltevermögen und seine Kraft nur bewundern kann. Das Ende bzw. die Auflösung macht die ganze Geschichte nur noch tragischer. Es gab in meinen Augen nur Verlierer bei dieser bewegenden Geschichte.

True-Crime-Podcasts stehe ich eher kritisch gegenüber. Die meisten sind weder ehtisch noch tragbar und dienen mehr den Betreibern als den involvierten Menschen, die auf einen Abschluss und Frieden hoffen.

Das Cover ist jetzt nicht wirklich aufregend, doch es gefällt mir unheimlich gut, ein Eyecatcher. Der Schreibstil war fesselnd und gut verständlich. Es gab allerdings einige Längen und Spannung kam eigentlich nie auf, was auch daran lag, dass Theo eben die Hauptfigur war. Dazu war das Buch für mich kein Thriller und konnte mich nicht so überzeugen, wie ich es mir erhofft hatte.

Fazit: Ein schwieriges Buch, bei der eher die Demenz-Thematik im Fokus steht als Julies Schicksal. Und der Kampf gegen das Vergessen, was nicht nur auf Theo zutrifft.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Schwach

Madame le Commissaire und die gefährliche Begierde
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Madame le Commissare Isabelle Bonnet erfährt von einer Frau mit Gedächnisverlust, die in eine Psychiatrie eingeliefert wurde und muss schockiert feststellen, diese Frau ihre Freundin Clodine ist. Dann ...

Madame le Commissare Isabelle Bonnet erfährt von einer Frau mit Gedächnisverlust, die in eine Psychiatrie eingeliefert wurde und muss schockiert feststellen, diese Frau ihre Freundin Clodine ist. Dann recherchiert Apollinaire von einem ähnlichen Fall mit Todesfolge und die beiden fangen an, offiziell zu ermitteln.

Dies ist bereits der zwölfte Fall für Madame le Commissaire Isabelle Bonnet und ihren Kollegen Apollinaire.

Ich dachte, ich gebe der Reihe noch eine Chance, aber das hätte ich mir sparen können. Die Luft ist einfach raus und da es überhaupt keine Charakterentwicklung gibt, werde ich diese Reihe aufgeben. Unglaubwürdig war für mich Clodines Verhalten. Ich weiß, es ist schlimm, was ihr passiert ist, aber ihr war einfach egal, ob es andere Frauen gibt und wollte nichts mehr danit zu tun haben. Das war so egoistisch.

Ausserdem hat mich erschreckt, dass Isabelle den Fall abgetan hat, als nur Clodine als Opfer bekannt war und erst als weitere Frauen identifiziert werden konnten, hat sie den Fall ernster genommen. Als ob Clodine nichts wert ist.

Fazit: Leider habe ich das Gefühl, dass alles erzählt wurde in dieser Reihe. Und ich finde es schade, dass es keinerlei Charakterentwicklung gibt.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Das Internet vergisst nie

Gerächt sein sollst du
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Im Küstenort Kristinestad bei den Kanuunakallio-Klippen wird die Leiche des jungen Mannes Jonas Snellman gefunden. Die Journalistin Eevi Manner und der Kriminalkommissar Mats Bergholm mit seinem Team versuchen ...

Im Küstenort Kristinestad bei den Kanuunakallio-Klippen wird die Leiche des jungen Mannes Jonas Snellman gefunden. Die Journalistin Eevi Manner und der Kriminalkommissar Mats Bergholm mit seinem Team versuchen gemeinsam, diesen Fall aufzuklären.

Dies ist der Auftakt zu der neuen finnischen Kriminalreihe über die Die Morde von Kristinestad.

Wir lernen die Journalistin Eevi Manner und den Kriminalkommissar Mats Bergholm kennen. Beide sind sehr sympathisch gezeichnet und ich habe sie sofort ins Herz geschlossen. Mats und Eevi haben eine Vergangenheit und fühlen sich nach all den Jahren immer noch zueinander hingezogen. Alles wurde diesbezüglich noch nicht offenbart, da wird noch einiges kommen in den folgenden Teilen. Bezüglich Eevi wird angedeutet, dass sie sexuell missbraucht wurde, aber halt nichts konkretes auf den Punkt gebracht. Und dass beide eigentlich nicht in ihre Heimat zurückkehren wollten, sagt ja auch einiges aus. Sie müssen sich ihrer Vergangenheit stellen. Neben den wechselnden Perspektiven gibt es ebenfalls Tagebucheinträge, bei denen erst relativ zum Schluss klar wird, von welcher Person diese stammen.

Die Autorin konzentriert sich vor allem auf die Themen Suizid, Missbrauch und Kinderlosigkeit und die damit einkehrenden Gefühle und Gedanken. Der Schreibstil war fesselnd, sehr einfach und gut verständlich, was mir gut gefallen hat. Das Cover passt zur Geschichte und ist irgendwie typisch für nordische Krimis.

Fazit: Der Reihenauftakt hat mir gut gefallen und ich bin gespannt auf die kommenden Teile. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Nichts ist wichtiger als die Familie

Merciful Death - Erbarme dich ihrer
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Mehrere Prepper werden getötet und ihnen wurden ihre Waffenlager gestohlen. Wegen der nationalen Sicherheit wird die FBI-Agentin Mercy Kilpatrick hinzugezogen. Gemeinsam mit dem örtlichen Polizeichief ...

Mehrere Prepper werden getötet und ihnen wurden ihre Waffenlager gestohlen. Wegen der nationalen Sicherheit wird die FBI-Agentin Mercy Kilpatrick hinzugezogen. Gemeinsam mit dem örtlichen Polizeichief Truman Daly und ihrem Partner Eddie Peterson versucht sie, den Fällen auf den Grund zu gehen. Nebenbei muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen.

Dies ist der Auftakt zu der Thriller-Reihe von Kendra Elliot rund um die FBI-Agentin Mercy Kilpatrick und Polizeichief Truman Daly.

Mich hat das Buch mit den spannenden Fällen und sympathischen Figuren total begeistert. Dazu gibt es eine langsam aufbauende Romanze und von Mercys Seite aus eine interessante und bewegende Familingeschichte. Was will man mehr? Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichten erzählt, hier stehen insbesondere Truman und Mercy im Mittelpunkt. Dazu bekommt man als Leser noch Rückblicke in ihre Vergangenheiten geliefert. Für Mercy und Truman werden die Fälle sogar persönlich, da ihre Familien Bestandteil davon sind.

Der Schreibstil ist klar und einfach, fesselnd und sehr bildhaft. Das Cover ist nett, aber wenig kreativ. Das stört mich aber nicht, denn auf den Inhalt kommt es an.

Fazit: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich bin gespannt auf den zweiten Fall. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Willkommen in North Falls

Dunkle Sühne
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Madison Dalrymple und ihre beste Freundin Cheyenne Baker verschwinden während der Feierlichkeiten am 4. Juli. Deputy Emmy Clifton und ihr Vater Gerald, der Sheriff, folgen den Spuren und schnell steht ...

Madison Dalrymple und ihre beste Freundin Cheyenne Baker verschwinden während der Feierlichkeiten am 4. Juli. Deputy Emmy Clifton und ihr Vater Gerald, der Sheriff, folgen den Spuren und schnell steht fest, dass die beiden Mädchen entführt wurden. Für Emmy wird der Fall persönlich, da Madison die Stieftochter ihrer besten Freundin Hannah ist.

Dies ist der Reihenauftakt zur neuen Thriller-Reihe von Karin Slaughter, die in der Kleinstadt North Falls spielt.

Ich mag es gar nicht zugeben, aber für mich war es das erste Buch von Karin Slaughter. Da es ein Auftakt ist, dachte ich mir, es wäre eine gute Gelegenheit, endlich mal ein Thriller von ihr zu lesen. Und was soll ich sagen... Einfach nur wow!

Die Geschichte war von Anfang an schockierend und sehr temporeich. Ich kann eine Erzählung versprechen, in der es um Schuldzuweisungen, Verzweiflung und Schuldgefühle geht. Des Weiteren aber auch um den Missbrauch von Machtpositionen, was der erschütterndste Teil dieser Geschichte war. Menschen in Positionen, von denen aus sie Menschen unterstützen und helfen sollten, aber das Gegenteil machten. Neben der erschreckenden Story um die beiden Mädchen und den Geheimnissen einer verschwörten Gemeinde, rückt auch die Familie von Emmy immer wieder in den Mittelpunkt. Und innerhalb dieser Familie kommt ebenfalls einiges zu Tage.

Emmy war mir sehr sympathisch. Sie ist eine starke, aber ebenso verletzliche Frau. Dazu eine ausgezeichnete Polizistin. Ihre verletzliche Seite wurde immer wieder deutlich in Zusammenhang mit ihrer Freundin Hannah oder der verschwundenen Madison. Die Szenen mit ihrem Vater Gerald fand ich sehr berührend. Sie verstanden sich quasi blind.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn er mir hin und wieder zu ausschweifend war. Er war fesselnd, gut verständlich, vor allem sehr lebendig und bildhaft.

Fazit: Ein sehr spannender Thriller mit ständigen Wendungen und Überraschungen, aber auch einigen Längen. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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