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Veröffentlicht am 18.12.2019

Der Hype ist der Umsetzung nicht gerecht

Das Labyrinth des Fauns
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Ein Märchen in einer realen kalten Welt, mitten im spanischen Bürgerkrieg. Eine so tolle Vorlage, leider durch Frau Funke nicht so überragend umgesetzt

Wir schreiben das Jahr 1944. In Spanien herrscht ...

Ein Märchen in einer realen kalten Welt, mitten im spanischen Bürgerkrieg. Eine so tolle Vorlage, leider durch Frau Funke nicht so überragend umgesetzt

Wir schreiben das Jahr 1944. In Spanien herrscht Bürgerkrieg unter dem General Franco. Die junge Ofelia und ihre verwitwete Mutter sind auf dem Weg in die tiefen Wälder Spaniens wo Capitan Vidal den Krieg vor Ort leitet. Er jagt Aufständler und tötet, ohne mit der Wimper zu zucken Menschen. Ofelias Mutter ist schwanger von ihm und er erwartet in großer Gewissheit einen Sohn, welcher sein Nachfolger sein soll.

Ofelia, überfordert mit dem Tod ihres Vaters und der neuen Situation, klammert sich an ihre Mutter und ihre Bücher. Da ihre Mutter jedoch schwer mit der Schwangerschaft zu kämpfen hat, wird diese zur dauerhaften Bettruhe beordert.

So kommt es das Ofelia viel Zeit für ihre Bücher hat und sich im nahen Umfeld der Mühle umzuschauen. So trifft sie auf den Pan und seine Feen. Er verspricht ihr eine Reise in ein magisches Königreich. Sie muss Prüfungen bestehen und dann wird alles besser für sie. So lässt sich Ofelia auf Abenteuer und Gefahren ein, mit der Hoffnung sich und ihre Mutter damit zu retten.

Wer nun glaubt, ihm erwarte ein schönes liebes Kindermärchen der täuscht. Ich selbst kenne den Film, hatte in meiner alten Wohnung sogar ein sehr großes Kinoplakat und habe so ziemlich alle Bilder von damals noch vor Augen. Somit war für mich sofort klar das es leider ein sehr wahres Märchen des Spanischen Bürgerkrieges in Verbindung mit den Ängsten und Sehnsüchten eines Kindes sind und die Bilder gleich dem Film nicht rosarot und lieb sein werden.

Somit bin ich ein bisschen voreingenommen an das Buch herangegangen aber habe dennoch versucht es wiederum abzugrenzen.

Positiv am Buch haben mir gefallen:

Die Skizzen und Bilder sind sehr schön geworden und lockern das Buch auf und geben ihm den Märchencharm. Ein Märchenbuch ohne Bilder geht nämlich einfach nicht.

Vom Inhalt her habe ich nichts verpasst, ich konnte alle Szenen vor dem innerlichen Auge sehen, so wieder Film auch gewesen ist.

Schön fand ich die kleinen Märchenausschnitte und den Bezug zu den Personen. Die Hexe, die Kröte, die Uhr und das Messer.

Was mir weniger gut gefallen hat:

Es ist schwer für mich zu beschreiben, aber ich denke, wenn ich den Film nicht kennen würde, so gäbe es für mich zu viele Szenen, welche zu schwammig sind. Die trotz vieler Fantasie nicht greifbar sind. So der Menschenfresser mit dem riesigen Buffet und den Augen in den Händen. Im Film habe ich mich beim ersten Mal vor Schreck einer Szene beinahe hinter die Couch geschmissen. Im Buch kam mir die Szenerie nicht stark genug rüber. Die Flucht Ofelias, das Wesen fast schon zu „harmlos“. Klar kann man ein Buch und einen Film nicht gleichsetzten, aber ein Buch muss mir einfach die Gewichtung der Szene näherbringen und dies war eine von vielen die mir nicht stark genug war. Auch die Alraune, welche im Feuer verbrannte, man konnte sich das nicht richtig vorstellen.

Ein anderer Punkt ist für mich, wie das Buch von Marketingseiten her verkauft wurde. Als Jugendbuch, wenn nicht sogar Kinderbuch. Ist ja immerhin von der Tintenherz-Schreiberin. Ja aber wenn man Guillermo Del Toro kennt, dann weiß man das den Horror pur ist. Der Mann ist bekannt für seine Horrorfilme und nicht für Einhörner und Happy Ends. Somit ist dies mein Kritikpunkt an den Verlag. Das Buch hat für mich ganz klein ein FSK 16.



Ich habe somit ein Buch, welches eher für Erwachsene als für Kinder oder Jugendliche gedacht ist. Es spiegelt den Spanischen Bürgerkrieg wider und wie die Menschen wie Tiere abgeschlachtet wurden. Dazwischen ein Kind, welches seelisch und psychisch leidet, mit einer schwangeren Mutter, welche ihr nicht den Trost geben kann, welches es braucht. Die immense Vorstellungskraft eines Kindes, welches versucht mit all dem zurecht zu kommen. Alles in allem ein solides Buch. Im Vergleich zum Film ist es schlechter und in meinen Augen zu sehr gehypt. Funke hatte eine solide Vorlage hat für mich aber nicht die Tiefe erreicht, welche dieses Buch noch mehr hätte haben können. Dabei geht es nicht mal um Blut und Tod, sondern um die Emotionen, welche sie meines Erachtens nicht stark genug rübergebracht hat. Daher für mich nur 3 von 5 Sternen. Ich hätte da lieber andere Autoren gesehen, welche sich diesem Projekt gewidmet hätten.

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Veröffentlicht am 18.12.2019

Leider ist das Buch auch mehr tot als lebendig

Das tote Mädchen
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Zwischen Realität und Wahn, oder ist doch alles so wie es scheint, weiß man nur eins: Emily ist tot, aber das ich auch die einzige Gewissheit welche das Buch mit sich bringt.

Es gibt Bücher die so spannend ...

Zwischen Realität und Wahn, oder ist doch alles so wie es scheint, weiß man nur eins: Emily ist tot, aber das ich auch die einzige Gewissheit welche das Buch mit sich bringt.

Es gibt Bücher die so spannend und fesselnd sind, dass man noch Jahre später weiß worum es geht. Mir fällt schon nach einem Monat, nach dem ich das Buch beendet habe, es echt schwer diese Rezension zu schreiben.

Das Buch verspricht einen Thriller mit mysteriösen Stellen in der Geschichte. Leider ist die Geschichte im Ganzen sehr langweilig und streckenweise geht es gefühlt er rückwärst als vorwärts.

Es ist die übliche Kleinstadt irgendwo in Amerika wo nichts los ist. Eines Tages wird die 16-jährige Emily tot im See gefunden. Alle sind erschüttert, man geht aber von einem Unfall aus. Bei ihrer Beerdigung lernen wir den Mitschüler Daniel kennen. Er hat bis dato nicht wirklich viel mit der toten Mitschülerin zu tun gehabt. Sein Vater ist Polizist und ebenfalls bei der Beerdigung dabei. Vor dem Sarg stehend, bekommt er eine Vision, Erscheinung, einen Auenblick, der einfach unmöglich erscheint. Niemand der anderen Anwesenden bekommt diese Situation mit. Hier haben wir den Mysterieeffekt welcher immer mal wieder im Buch vorkommen wird. Daniel glaubt nicht an einen Unfall und macht sich auf die Suche nach Beweisen dafür das Emily ermordet wurde. Drumherum ist der tägliche Schulstress, das allein Leben mit dem Vater, sein bester Kumpel, der Sport und die Mädchen, welche an ihm ein Interesse entwickeln.

Leider hat mich die Geschichte nicht so recht überzeugen können. Ich habe sie sehr schnell gelesen da das Buch recht einfach geschrieben wurde. Man überlegt mit Daniel mit, was Wirklichkeit ist, was er sich einbildet, wo die Realität endet. Das Buch hat daher seine Hochphasen aber auch Tiefpunkte wo das Lesen wirklich mühselig war und man hoffte es geht schnellstens wieder in die Entgegengesetzte Richtung.

Wer einen einfachen und wenig blutigen Thriller sucht, der mal etwas anders ist, ist hier richtig aufgehoben. Das Ende war recht überraschend und gut, aber der Weg war leider doch etwas steinig.

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Veröffentlicht am 18.12.2019

Viel Luft um nichts

Der Bücherdrache
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Bei Büchern von Walter Moers ist man es gewohnt, und es gehört schon zum guten Ton, dass diese ausschweifend sind und detailreich. Leider ist diese Schreibweise diesem Buch zum Verhängnis geworden. So ...

Bei Büchern von Walter Moers ist man es gewohnt, und es gehört schon zum guten Ton, dass diese ausschweifend sind und detailreich. Leider ist diese Schreibweise diesem Buch zum Verhängnis geworden. So dümpelt die Geschichte im Sumpf vor sich hin. Der Bücherdrache, welcher sich so oft wiederholt und gefühlt alle zwei Seiten dasselbe sagt wie davor. Wo er sich eine Seite lang über Jungfrauen auslässt und sagt er hatte noch nie eine verspeist, um dann zwei Seiten später wieder das Thema aufzugreifen. Nach gefühlten 30 % des Buches ist eigentlich nichts passiert und so verläuft es im ganzen Buch.

Wunderschöne Zeichnungen lockern die sehr großen Seiten auf und sind schön anzusehen. Aber es täuscht einfach nicht darüber hinweg, dass das Buch eine gefühlte Mogelpackung ist. Viele Bilder und wenig Inhalt. Schade eigentlich. Jeder Fan würde sich eher um ein großes Buch wie damals das Labyrinth freuen als so ein aufgebauschtes und somit überteuertes Buch.

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Veröffentlicht am 18.12.2019

Ein Buch für die Welt

Der kleine Prinz
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Der kleine Prinz ist eines der Bücher, welches zu jedem Zeitpunkt eines Lebens gelesen werden kann. Einfach weil die Sprache wunderschön und vielschichtig ist. Zitate die Kinder verstehen aber auch andere ...

Der kleine Prinz ist eines der Bücher, welches zu jedem Zeitpunkt eines Lebens gelesen werden kann. Einfach weil die Sprache wunderschön und vielschichtig ist. Zitate die Kinder verstehen aber auch andere die man vielleicht erst im erwachsenen Alter versteht.

Die Reise des kleinen Prinzen, wie eine Reise, welche wir alle mal vor uns haben oder in der wir uns befinden. Allein das Zitat: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“. ist Jedem bekannt und aus der Geschichte der Bücher nicht mehr wegzudenken.

Sollte für ein Kind das Buch als solches zu schwer zu verstehen sein, so kann man die Geschichte als Erwachsener diesem „leichter“ näherbringen und dennoch die Botschaften überbringen. Lediglich das Ende mit dem Schlangenbiss ist in meinen Augen etwas zu hart gewählt.

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Veröffentlicht am 18.12.2019

Interessanter Einstieg in eine neue Reihe

Der Mann, der kein Mörder war
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Wenn der Mann kein Mörder war, wer war es dann?

Der Mann, der kein Mörder war. Für mich das erste Buch mit Sebastian Bergmann in der Hauptrolle. Als Kriminalpsychologe gefeiert, als Mensch gehasst. Er ...

Wenn der Mann kein Mörder war, wer war es dann?

Der Mann, der kein Mörder war. Für mich das erste Buch mit Sebastian Bergmann in der Hauptrolle. Als Kriminalpsychologe gefeiert, als Mensch gehasst. Er sieht super aus und nutzt dies aus, um jede Frau rum zu bekommen, auf die er Lust hat. Den Verlust seiner Frau und seines Kindes hat er nie verkraftet.

In einer kleinen Stadt erbt er nun das Haus seiner Eltern, wo er vor fast dreißig Jahren den Kontakt abgerochen hatte. So rutscht er in das Team der Polizei hinein, welche auf der Suche nach dem Mörder eines 16-jährigen Jungen sind.

Eine Geschichte mit vielen Wendungen und Geheimnissen welche aufgedeckt werden. Sebastians Denken lernen wir kenne, so wie wir über eine Affäre erfahren und Menschen, welche sich verloren in ihrem Job empfinden. Die Charaktere sind abwechslungsreich und sehr unterschiedlich. Schicksale werden erklärt, Hoffnungen aufgezeigt und zerstört. Jeder der Charaktere hat sein Päckchen zu tragen und in alle kann man sich hineinversetzen.

Die Geschichte fängt ruhig an, geht dann seicht weiter und schließt zum Ende schlüssig ab. Sebastian ist der einzige Charakter, der es über das ganze Buch hinweg einfach unsympathisch zu wirken, bis es zum Ende des Buches eine Stelle gibt, wo er sieht das nicht alles so ist wie er denkt. Wer Krimis mit einem Anti-Helden mag, ist hier genau richtig.

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