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Veröffentlicht am 24.04.2026

Die Wurzeln der Riessbergerinnen

Die Riesinnen
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Die Riesinnen von Hannah Häfner ist ein sehr bewegender und heimatverbundener Generationenroman dreier Frauen.

Liese, Cora und Eva - drei verschiedene Schicksale, doch eines haben sie gemeinsam - ihre ...

Die Riesinnen von Hannah Häfner ist ein sehr bewegender und heimatverbundener Generationenroman dreier Frauen.

Liese, Cora und Eva - drei verschiedene Schicksale, doch eines haben sie gemeinsam - ihre Heimat in Wittenmoos im Schwarzwald.

Der Roman beleuchtet die Geschichten jeder Riessbergerin. Die Großmutter Liese hat es nicht leicht, wächst in der Nachkriegszeit auf, heiratet den Metzger Bernhard, von einer glücklichen Ehe weit entfernt, wird ungewollt schwanger mit Tochter Cora, das „Ding“ wie sie es nennt. Die Dorfbewohner reden über sie. Liese ist groß, rothaarig und vielleicht auch nicht die hübscheste. Doch ein wegziehen ist für sie keine Option. Hier sind ihre Wurzeln. Liese ist dennoch eine starke Frau die man nicht unterschätzen sollte.

Cora ist allerdings schon mutiger und selbstbewusster als ihre Mutter. Begibt sich auf Reise und stürzt sich von einem Abenteuer ins nächste. Und doch zieht es sie letztendlich zurück in die Heimat, schwanger mit Eva. Sie tut sich schwer daran Mutter zu werden und so kümmert sich Liese um alles.

Das Eva Kind hat es im Dorf auch nicht einfach, ist dem Kindergarten schon zu anstrengend. Als sie älter ist verlässt sie Wittenmoos für ein Studium, zieht mit ihrem Freund zusammen, doch die Beziehung scheitert, zu unterschiedlich sind ihre Leben. Auch sie kehrt zurück zu ihren Wurzeln.

„Zu Hause ist schließlich etwas anderes als daheim. Zu Hause kann sich ändern, daheim bleibt.“ S. 295

Das Buch ist einfach großartig und ich kann leider nicht alles verraten…

Auch dieses Buch ist eines meiner bisherigen Highlights und gebe hierfür eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Aus Spielen wird Erzählen

Sie wollen uns erzählen
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Dies ist mein erstes Buch von Birgit Birnbacher und mir hat dieses Literarische Werk „Sie wollen uns erzählen“, sowie die Sprache und die bildlichen Beschreibungen sehr gut gefallen. Der Erzählstil wirkt ...

Dies ist mein erstes Buch von Birgit Birnbacher und mir hat dieses Literarische Werk „Sie wollen uns erzählen“, sowie die Sprache und die bildlichen Beschreibungen sehr gut gefallen. Der Erzählstil wirkt teilweise etwas ungewohnt und durcheinander was aber denke ich sogar Absicht der Autorin war und Thema ADHS in den Vordergrund rückt. Auch das Cover passt hervorragend zur Geschichte und wirkt sehr dynamisch.

Ich selbst habe einen Sohn mit AD(H)S und der Alltag kann manchmal so verdammt anstrengend und herausfordernd sein. Daher wollte ich diese Geschichte unbedingt lesen.

„Mutter und Sohn sind im Spielen nicht gut. Sie hassen Regeln, …die Unausweichlichkeit des Verlierens. Ihre Spiele sind eher Gespräche und ihre Gespräche sind ein Erzählen. Ihr Erzählen hat begonnen, als Ozzy zu sprechen begann.“S.33

„Gerade hat sie ihn geboren,…, jetzt kriegt er Diagnosen.“S.51

Ozzy ist der 9-jährige Sohn von Ann und hat es nicht leicht in der Schule, gilt teilweise sogar als Unbeschulbar, ist aber auch nicht geeignet für einen Sonderpädagogischen Förderbedarf. Ann lebt getrennt, hat eine Schwester die ein völlig unbeschwertes Leben führt, eine Mutter die plötzlich in den Bergen verschwunden ist und da ist noch der Leipziger…eine irre Fahrt beginnt.

Dieser Roman ist absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Ungefiltertes Bauernleben

Melken
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Melken, der Debütroman von Sanna Samuelsson ist sehr außergewöhnlich. Ihre Sprache ist schonungslos detailliert.

Hier wird explizit über die Kühe und das melken, ihrer Person als Bauernkind, dem Geruch ...

Melken, der Debütroman von Sanna Samuelsson ist sehr außergewöhnlich. Ihre Sprache ist schonungslos detailliert.

Hier wird explizit über die Kühe und das melken, ihrer Person als Bauernkind, dem Geruch und der schwer körperlichen Arbeit, über die Schulzeit, die Eltern, sowie über ihr jetziges Leben, überwiegend aber über ihr Liebesleben erzählt. Manche Details hätte ich allerdings nicht unbedingt gebraucht.

Ellen steckt in einer verzwickten Beziehung und kehrt nach Jahren zurück zum Elternhaus, auf den Bauernhof. Doch Kühe gibt es dort schon lange nicht mehr. Neue Besitzer sind eingezogen und glücklicher Weise gerade nicht anwesend. Der Nachbarsjunge aus ihrer Kindheit lebt noch immer in dem kleinen Dorf, direkt gegenüber. Schon bald träumt sie sich zurück in ihre Kindheit. Diese sind allerdings nicht immer mit schönen Momenten verbunden.

Für den ein oder anderen könnte dies vielleicht ein literarisches Highlight sein. Sprachlich ist dieser Roman auf jeden Fall speziell, konnte mich aber nicht komplett begeistern. Das Cover ist ein Hingucker und passend zur Erzählung gestaltet.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Bewegender Debütroman

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Ich war absolut begeistert von Lilli Tollkiens Debütroman. Es ist so bewegend, aber auch sehr bedrückend und tiefgründig. Einfach total Emotionsgeladen. Ich konnte es nicht weg legen. So gern hätte ich ...

Ich war absolut begeistert von Lilli Tollkiens Debütroman. Es ist so bewegend, aber auch sehr bedrückend und tiefgründig. Einfach total Emotionsgeladen. Ich konnte es nicht weg legen. So gern hätte ich Lale mal in den Arm genommen.

Lale kommt in den 80er Jahren zur Welt, ihre Mutter Drogenabhängig, selbst in der Schwangerschaft, ihr Vater im Knast, bei ihrem Onkel in einer Wohngemeinschaft aufgewachsen.

Lale muss in ihrer Kindheit schon so viel durchmachen, das es einem das Herz bricht. In einem Umfeld von Drogen, Alkoholkonsum, sexuellen Missbrauch. Teilweise fehlen einem die Worte, man wird wütend.

„Leider konnte ich heute Morgen nicht am Unterricht teilnehmen, weil meine Erziehungsberechtigten alle besofen waren.“ S. 84

Sie denkt sogar an einen Selbstmord, ist Verzweifelt. Als sie älter wird geht sie einen anderen Weg und kommt bei sich an.

„Ich stütze den Himmel mit beiden Händen. Während die Sonne zwischen den Wipfeln der Kastanien…aufgeht, heben wir die Arme nach oben,…,atmen ein und aus,…“. S. 238

Auch das Cover finde ich total schön. Dieser Blick spricht Bände!

Ich kann nur sagen…Lest es!!!
5 von 5 Sternen für diesen unglaublich tollen Roman.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Nachts am Lost Place

Giftiger Grund
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Nachts am Lost Place

Mir hat der Kriminalroman Giftiger Grund von Thomas Knüwer richtig gut gefallen. Spannend bis zur letzten Seite und doch irgendwie ein offenes Ende. Auch das giftgrüne Cover ist klasse ...

Nachts am Lost Place

Mir hat der Kriminalroman Giftiger Grund von Thomas Knüwer richtig gut gefallen. Spannend bis zur letzten Seite und doch irgendwie ein offenes Ende. Auch das giftgrüne Cover ist klasse und sehr auffällig. Grün ist sowieso meine Farbe :) Den Schreibstil fand ich ebenfalls sehr flüssig.

Was habe ich mit Joran mitgefiebert, der nach einigen Jahren Knast nun wieder in Freiheit ist und noch nicht so recht in seinem neuen Leben zurecht kommt bzw. ihm unentwegt Steine in den Weg gelegt werden. Ich fand ihn sehr sympathisch. Joran, ein keines Mädchen Namens Edda das in Gefahr ist und Charu die Social-Media Influencerin haben etwas Gemeinsam und doch kennen sie sich gar nicht. Sie kommen jede Nacht an die verlassene Lost Place Tankstelle. Jeder mit einer anderen Absicht.
Ich möchte an dieser Stelle nicht so viel Spoilern. Es ist auf jeden Fall ein absoluter Page-Turner und kann diesen Krimi nur empfehlen.

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