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Veröffentlicht am 09.01.2026

Von Büchern und Pflanzen

Botanic Hearts
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Das Cover von „Botanic Hearts“ von Melanie Sweeney macht Lust auf eine süße, gemütliche Geschichte.
Bibliotheksleiterin Tansyn verliert bei einem Hurricane über Houston nicht nur ihre geliebte Bibliothek, ...

Das Cover von „Botanic Hearts“ von Melanie Sweeney macht Lust auf eine süße, gemütliche Geschichte.
Bibliotheksleiterin Tansyn verliert bei einem Hurricane über Houston nicht nur ihre geliebte Bibliothek, sondern auch noch ihr Zuhause, das sie sich mit ihrer Tochter Briar teilt.
Während des Hurricanes eilt ihr Jack zu Hilfe, dem sie fortan häufiger begegnen wird, denn ihre Bibliothek wird vorübergehend in den botanischen Garten verlegt, dessen angehender Direktor er ist. Eigentlich scheint sie nichts mit dem zurückhaltenden Jack zu verbinden, trotzdem klopft ihr Herz jedes Mal schneller in seiner Nähe.
Die Kombination aus Büchern und Pflanzen hat mir wirklich gut gefallen. Tansyns herzlicher Charakter scheint grumpy Jack gleich zu bezaubern, auch wenn er anfangs nur in seiner Liebe zu Pflanzen eine gewisse Offenheit zeigt. Das war wirklich süß zu lesen.
Allerdings hat sich die Geschichte dann doch für mich gezogen. Es braucht nicht immer Drama und darf auch mal ruhiger sein, aber hier gab es des Öfteren nicht so den richtigen Anreiz weiterzulesen. Das Setting und die Figuren gefielen mir aber sehr.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Olympia und Fake Dating

One Date to Gold
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„One Date to Gold“ hat mich sofort angelacht. Wenn man Lesestoff braucht, um sich auf die olympischen Winterspiele im Februar in Mailand einzustimmen, dann ist dieses Buch ja wohl die perfekte Geschichte!

Amie ...

„One Date to Gold“ hat mich sofort angelacht. Wenn man Lesestoff braucht, um sich auf die olympischen Winterspiele im Februar in Mailand einzustimmen, dann ist dieses Buch ja wohl die perfekte Geschichte!

Amie tritt als Snowboarderin bei den Olympischen Spielen an. Sie spürt den Erfolgsdruck, möchte aber unbedingt beweisen, dass sie gut genug für Gold ist. Als sich ihre größte Konkurrentin verletzt, gerät sie ungewollt in den Fokus der Öffentlichkeit. Eishockeykapitän Hunter bietet ihr an, sie vor der Presse abzuschirmen, solange sie sein Image als Fake-Freundin aufbessert. Amie stimmt zu und das Geplänkel zwischen ihnen scheint bald gar nicht mehr so gespielt.
„One Date to Gold“ hat einen super schönen, flüssigen Schreibstil, der mich leicht in das Setting rund um Olympia entführt hat. Amie ist eine sympathische Protagonistin und man merkt auf jeder Seite die Tension zwischen ihr und Hunter. Den Trope Fake Dating mag ich sowieso sehr gerne. An einige Stellen hat sich die Geschichte ganz leicht für mich gezogen, ansonsten hat die Kombi aus Leistungssport und Lovestory echt für gute Unterhaltung gesorgt.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Absolute Wohlfühlgeschichte

New Beginnings
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Als Lena sich als Au-Pair in den USA bewirbt, hat sie eine große Stadt wie New York City oder L.A. im Sinn. Stattdessen verschlägt es sie nach Green Valley in den Rocky Mountains.
Obwohl Lena skeptisch ...

Als Lena sich als Au-Pair in den USA bewirbt, hat sie eine große Stadt wie New York City oder L.A. im Sinn. Stattdessen verschlägt es sie nach Green Valley in den Rocky Mountains.
Obwohl Lena skeptisch ist, wird sie herzlich von Jack, Amy und dem kleinen Liam aufgenommen und verliebt sich auch immer mehr in das kleine Städtchen Green Valley.
Einziger Wehrmutstropfen ist die Anwesenheit von Ryan, dem jüngeren Bruder von Jack. Er hatte einen schweren Ski-Unfall und musste daraufhin seine Karriere beenden. Auf seine geplatzten Träume reagiert er mit Rückzug und einer ablehnenden Art, die Lena auch sofort zu spüren bekommt. Als sie Ryan jedoch immer wieder Kontra gibt, scheint dieser langsam aufzutauen und sie nähern sich unweigerlich an ...

Jedes von Lillys Büchern hat sich bisher mit seinen Wohlfühl- und Sehnsuchtsorten in mein Herz geschlichen und natürlich war es bei "New Beginnings" nicht anders.

Lena ist eigentlich eine Berliner Großstadtpflanze, die dem Charme von Green Valley dann doch ganz schnell erliegt - genauso wie ich beim Lesen!
Die Geschäfte, die BewohnerInnen, das Bed & Breakfast der Familie Cooper und die wunderschöne Natur wurden so anschaulich beschrieben, dass ich mich selbst auch nach Green Valley gewünscht habe.

Eine mögliche Beziehung von Lena und Ryan steht wegen Ryans Schicksalsschlag und Lenas nur einjährig geplantem Aufenthalt in Colorado vor einigen Herausforderungen und ihr Kennenlernen ist deswegen ab und zu eine Achterbahn der Gefühle, die ich sehr gerne mitgefahren bin!

Ich freue mich schon so darauf, im 2. Band nach Green Valley zurückzukehren und neue und altbekannte Figuren wiederzutreffen 💘

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Eine blutige Geschichte über Sirenen

Das Lied der Tiefe
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Imogen lebt als Mündel eines grausamen Königs in einem abgelegenen Königreich. Dass sie eine Sirene ist, muss sie unbedingt verbergen, denn in ihrem Königreich sind Sirenen verhasst und werden gejagt.
Auch ...

Imogen lebt als Mündel eines grausamen Königs in einem abgelegenen Königreich. Dass sie eine Sirene ist, muss sie unbedingt verbergen, denn in ihrem Königreich sind Sirenen verhasst und werden gejagt.
Auch der Kapitän, ihr Verlobter, jagt und verachtet Sirenen.

Imogen hat trotzdem versucht, sich möglichst gut in diesem Leben einzurichten. Dann trifft sie zu ihrer Verlobungsfeier Theodor, den König eines benachbarten Reiches. Als ihr in der gleichen Nacht ein verhängnisvoller Fehler passiert, hilft er ihr zu fliehen. Dafür müssen sie ein folgenreiches Band knüpfen ...

Ich möchte die aufgebaute Atmosphäre in "Das Lied der Tiefe" gerne. Imogen sehnt sich sehr nach dem Wasser, das sie gleichzeitig ihr Leben lang gemieden hat, um die Sirene in sich zu unterdrücken.

Es gibt stellenweise allerdings brutale oder gruselige Szenen - ihr Verlobter ist ihr gegenüber beispielsweise gewalttätig.
Theodor hilft Imogen dabei, die Rätsel ihrer Herkunft zu lösen und mehr für sich einzustehen. Dabei nähern sie sich unweigerlich an, denn weit voneinander entfernen können sie sich nicht.
Ich muss sagen, dass ich die Verbindung zwischen den beiden lange als zu gewollt empfunden und nicht wirklich gefühlt habe.

Auch das Worldbuilding scheint nicht wirklich ausgereift.

Dafür passiert in der Handlung immer etwas. Fragen werden aufgeworfen und beantwortet, nur um wieder vor dem nächsten Rätsel zu stehen. Das war gut gemacht.

Imogen wird zudem vor eine große Entscheidung gestellt. Obwohl sie ihre Gründe hatte, handelt sie gegen den Willen oder Ratschlag verschiedener Figuren und ich konnte ihr Handeln ebenfalls nicht ganz nachvollziehen.

Das Ende des Buches lässt mit einem Cliffhanger abermals Fragen offen.

"Das Lied der Tiefe" hatte einen schönen, atmosphärischen Erzählstil, aber doch auch einige Schwächen.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Berührend, verbindend und ganz viel female rage

NEMESIS' TÖCHTER
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Nemesis ist die Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit und des gerechten Zorns – eigentlich. Denn Nemesis ist geschehen, was so vielen weiblich gelesenen Personen in der Geschichte passiert ist: Sie wurde ...

Nemesis ist die Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit und des gerechten Zorns – eigentlich. Denn Nemesis ist geschehen, was so vielen weiblich gelesenen Personen in der Geschichte passiert ist: Sie wurde Opfer falscher Narrative, ihr Handeln wurde als rachsüchtig, gemein oder verrückt umgedeutet, damit sie das Bild der verzeihenden, weiblichen Unterwürfigkeit nicht gefährdet.

Und damit befinden wir uns in einer der zahlreichen Erzählungen von Frauen, deren Stärke, Selbstermächtigung und Unabhängigkeit unter dem patriarchalen System nicht geduldet, dämonisiert oder bestraft wurde. 

Die gebündelte Wut all der Ungerechtigkeiten, die Frauen unter dem Patriarchat erfahren haben und auch noch immer erfahren, drückt sich in female rage aus.

„Female rage ist oft genau das – neben all dieser großen, riesigen Wut auch im Kleinsten.“ (S.30)

Tara macht nicht nur die unzähligen Momente sichtbar, in denen sich female rage manifestiert und die doch alltägliches Geschehen sind. Sie zeigt auch auf, wie female rage sich durch die Jahrhunderte und Jahrtausende zieht, in denen Frauen diffamiert und unterdrückt wurden.

Da sind Nemesis und die Furien, die als bösartige Wesen und „Crazy Ex-Girlfriends der Antike“ dargestellt werden.

Da ist die Hexenverfolgung, bei der es sich eigentlich um eine Frauenverbrennung handelt, denn vor allem Frauen wurden gefoltert und ermordet. Und trotzdem werden Orte der Hexenverfolgung als touristische Attraktion oder die Hexe als simples Halloween-Kostüm behandelt. Eine Aufarbeitung dieses Krieges gegen die Frauen, dieses historischen Femizides gab es nie.

Die Aufklärung darüber, dieses deutliche Benennen von lange verschwiegenen Tatsachen ist für mich eine der vielen Stärken dieses Buches.

Im Wechsel zwischen historischen Erzählungen und persönlich Erlebtem zeigt Tara zudem auf, wie sehr uns die patriarchale Sozialisierung in der Wahrnehmung unseres Selbst beeinflusst, wie die Körper von Frauen kontrolliert und Frauen konstant dehumanisiert wurden und werden. Ein trauriges Beispiel dafür sind die Tripperburgen und Magdalenenheime, die ein Instrument der Kontrolle und Abwertung weiblicher Sexualität waren. (Und historisch anscheinend so unbekannt, dass Word mir beide Wörter als falsch anstreicht.)

In all den im Buch genannten Geschichten wurden Frauen denunziert, belächelt kleingehalten, verbrannt, weggesperrt, getötet und gequält. 

Doch female rage ist da, sie lässt sich nicht mehr so einfach unterdrücken und eine der größten Stärken dieser Wut ist die Solidarität, mit der wir Frauen sie fühlen.

„Ich schreibe dieses Buch, weil ich Frauen liebe“.

So steht es gleich in der Innenklappe des Buches und man spürt es in jeder Zeile. Solidarität und Schwesterlichkeit (Kennt Word schon wieder nicht) ist das, was Frauen stärkt und manchmal sogar Überlebensstrategie ist. Wenn ich spät abends im Dunkeln nach Hause muss, kann ich darauf zählen, dass andere Frauen sich mit mir oder um mich Gedanken machen – und umgekehrt genauso. Dass Frauen nicht meine Konkurrenz sind, dass ich internalisierte Misogynie reflektieren und loslassen musste, habe ich auch erst mit der Zeit gelernt. Dafür ist es jetzt ein umso schöneres Gefühl, Frauen zu unterstützen und ein Miteinander zu leben, in dem Platz für jede ist.

Zu diesem Gefühl des Zusammenhalts gehört für Tara auch die generationsübergreifende Verbindung zu unseren Vorfahrinnen und Ahninnen, deren Erfahrungen und Geschichten in uns allen weiterleben und uns bis heute beeinflussen.

Viele Stellen haben mich emotional bewegt – jeden zweiten Tag passiert inzwischen ein Femizid.

Nemesis' Töchter war eine Lektüre für mich, die ein inneres Begreifen und die Erkenntnis schenkt: „Darum fühle ich mich also so.“ 

Ich empfehle Nemesis' Töchter sehr.

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