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Veröffentlicht am 08.03.2025

Märchen-Retelling mit guten Ansätzen und teilweise schwieriger Umsetzung

Never
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Daphne ist die Enkelin von Wendy Darling und deswegen von klein auf mit dem Wissen aufgewachsen, dass Peter Pan sie eines Tages besuchen und ins magische Neverland holen wird.

Tag für Tag lassen ihre ...

Daphne ist die Enkelin von Wendy Darling und deswegen von klein auf mit dem Wissen aufgewachsen, dass Peter Pan sie eines Tages besuchen und ins magische Neverland holen wird.

Tag für Tag lassen ihre Urgroßmutter Mary oder ihre Großmutter Wendy das Fenster offen, damit Peter hineinschlüpfen und Daphne mitnehmen kann. Doch er kommt nicht - bis zu ihrem 17. Geburtstag.
Es ist dann auch kein Junge, der ihr nachts in ihrem Zimmer entgegenblickt, sondern ein junger Mann. Daphne ist gleichermaßen erschrocken und fasziniert und begleitet Peter Pan schließlich in sein Reich hinter den Sternen. Doch dort ist nichts so, wie Daphne es sich vorgestellt hat ...

Peter Pan wird als Charakter beschrieben, der nun dem Aussehen nach in der Altersspanne eines 18- bis 20-Jährigem liegt. Sein Verhalten ist jedoch häufig noch das des 13-Jährigen Jungen, der er über die Jahrhunderte war.
Laut diesem Buch eine bewusste Entscheidung, da der Jungbrunnen zwar das Aussehen einfriert, jedoch nicht an emotionalem Wachstum hindert.

Auch ansonsten lässt die Handlung Peter selten gut dastehen: Er ist naiv und egozentrisch bis zu dem Punkt, dass jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze nur existiert, um seinem Leben dienlich zu sein oder seinen Zwecken zu nutzen.

Im direkten Umgang beschreibt Daphne dennoch, welchen Charme Peter ausstrahlen kann, wenn er denn möchte.

Peter Pan ist jedoch nicht der einzige Mann, der um Daphnes Herz buhlt: Auch zu Jameson Cook, dem Sohn des berüchtigten Piraten James Cook, verspürt Daphne eine Anziehung.

Er macht sie darauf aufmerksam, dass es nicht normal ist, dass sie in Neverland ständig alles vergisst oder dass Peters Verhalten von Egozentrik getrieben wird.

Und auch wenn die Chemie an sich zwischen Daphne und Jameson so stimmt, wie es zwischen ihr und Peter nie der Fall war, so endet doch fast jedes ihrer Treffen in einem Streit.

Während der Handlung geht es wie in einem Ping-Pong Spiel hin und her: Wenn einer der beiden Männer sie verletzt, flüchtet sie zu dem anderen.

Gefallen hat mir der Schreibstil von Jessa Hastings, der Neverland als magisches Abenteuerparadies erscheinen lässt, in dem mehr dunkle Geheimnisse lauern, als man für möglich gehalten hätte.
Zudem ist Daphne durchaus zur Reflexion der gesellschaftlichen Umstände und ihrer eigenen Situation in der Lage: Sie gibt Peters sexistischem Weltbild "nur ein Mädchen zu sein" Kontra und beschreibt, dass ihre Berufswahl als Geologin in ihrem konservativem Umfeld im London der 1960er auf wenig Verständnis stößt.

Doch letztendlich gibt es wenig Emanzipation von ihrer Situation - was auch dadurch bedingt ist, dass es für Daphne in Neverland eher ein Überleben als ein Leben ist.

Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut, weil ich auch einfach die Magnolia Parks-Reihe der Autorin sehr liebe.

Leider hat mich dann doch sehr gestört, dass dieses Märchen-Retelling so düster ist und zudem schwierige Werte oder Verhaltensweisen vermittelt, die nicht richtig erklärt oder aufgearbeitet werden.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Magie und Intrigen

The Courting of Bristol Keats
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Bristol Keats führt mit ihren beiden Schwestern ein bescheidenes Leben im kleinen Städtchen Bowskeep.

Ihre Eltern sind verstorben und das Geld ist stets knapp.
Als mysteriöse, an Bristol adressierte ...

Bristol Keats führt mit ihren beiden Schwestern ein bescheidenes Leben im kleinen Städtchen Bowskeep.

Ihre Eltern sind verstorben und das Geld ist stets knapp.
Als mysteriöse, an Bristol adressierte Briefe auftauchen, versprechen diese eine Lösung der Geldprobleme: Eine unbekannte Tante möchte sich mit ihr treffen und ihr ein seltenes Kunstwerk zum Geschenk machen.

Bristol ignoriert jeden dieser Briefe, geht aus Verzweiflung jedoch schließlich auf ein Treffen in einem Gasthaus ein. Dort wird ihre komplette Weltsicht auf den Kopf gestellt: Es existiert ein ganzes, für die meisten Menschen unbekanntes Reich, das von Feenwesen bevölkert und beherrscht wird. Elfenkönig Tyghan sucht in der Menschenwelt nach Rekrutinnen mit einer verborgenen magischen Gabe, die zur Rettung der Reiche von Elfheim benötigt wird.

Bristol weigert sich zunächst, mit nach Elfheim zu kommen. Doch dann erfährt sie, dass ihr Vater vielleicht noch lebt und sich in Elfheim befinden könnte. Also reist sie zum Hof der Tuatha De Danann, um sich auf die Suche nach ihm zu machen und gleichzeitig dort in verschiedenen Fertigkeiten trainiert und auf ihre mögliche Mission vorbereitet zu werden.

Doch der Hof der Tuatha De Danann ist voller Intrigen, Dramen und Geheimnisse - einige dieser Geheimnisse reichen bis weit vor Bristols Geburt zurück, holen sie aber von Tag zu Tag schneller ein. Und während Bristol nichtssahnend in ein Netz aus Intrigen gerät, hadert sie zudem mit ihren fehlenden magischen Fertigkeiten. Und dann ist da auch noch Elfenkönig Tyghan, für den Bristol bald ganz andere Gefühle hegt als die ursprüngliche Abneigung ...

Mary E. Pearson entführt uns mit "The Courting of Bristol Keats" ein weiteres Mal in eine magische Welt voller Intrigen.

Bristol ist ein starker Charakter. Zwar ist sie die mittlere der drei Schwestern, hat sich aber am meisten Verantwortung aufgebürdet und hat einen starken Beschützerinstinkt ihren beiden Schwestern gegenüber.

Die Welt in Elfheim wurde anschaulich von der Autorin beschrieben. Zu gerne würde ich die verschiedenen Feenwesen mit eigenen Augen sehen und diese bunte Welt erkunden.

Im Großteil der Geschichte liegt der Fokus auf den Figuren. Der Plot wird stets vorangetrieben, ist zuweilen aber recht spannungsarm, auch wenn Bristol mit beständigen Herausforderungen kämpft und bald alles in Frage stellen muss, was sie je zu wissen glaubte.

Die Liebesgeschichte mit Tyghan ist Slow Burn - beide bemühen sich, die gegenseitige Anziehung nicht weiter zu befeuern oder sogar zu verdrängen, finden sich aber schließlich immer wieder in der Nähe des anderen wieder. Das war wunderbar während des Lesens zu verfolgen.

"The Courting of Bristol Keats" ist eine Geschichte, die ihren Zauber durch eine magische Atmosphäre und liebenswerte Figuren entfaltet. 100 Seiten weniger hätten der Handlung einige Längen genommen. Ansonsten hat es mir wirklich Freude bereitet, Bristol Keats durch Elfheim zu begleiten.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Kurzweilige und süße Unterhaltung

The Unexpected Meet-Cute
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"The Unexpected Meet-Cute" ist eine Sammlung aus sechs Kurzgeschichten, die alle ihren Handlungsmittelpunkt um den Valentinstag liegen haben.

Das Autorinnenduo unter dem Pseudonym Christina Lauren kannte ...

"The Unexpected Meet-Cute" ist eine Sammlung aus sechs Kurzgeschichten, die alle ihren Handlungsmittelpunkt um den Valentinstag liegen haben.

Das Autorinnenduo unter dem Pseudonym Christina Lauren kannte ich bereits durch Bücher wie "The Unhoneymooners" oder "Soulmate Equation", in denen die Figuren mit viel Witz und Charme durch ihre Liebesgeschichte führen und dabei auch das ein oder andere Fettnäpfchen nicht auslassen.

"Die Ausnahme von der Regel" von Christina Lauren macht in dieser Kurzgeschichtensammlung nun auch den Anfang mit einem Pärchen, das sich über Email kennenlernt. Sie leben zwar in der gleichen Stadt, ziehen jedoch für das College um oder müssen wegen Corona ihre Pläne über Bord werfen. Trotzdem schreiben sie sich jahrelang weiter - immer pünktlich zu Valentinstag. Werden sie ihr Happy End finden?

Die Geschichte war kurzweilig und zuckersüß. Eine ganze Weile lernen wir die beiden nur über den Mailaustausch kennen, bevor es tiefere Charaktereinsichten gibt. Für einen langwierigen Handlungsaufbau ist in einer Kurzgeschichte naturgegeben kein Platz - für mich haben Länge und Plot aber gut miteinander harmoniert.

Auch die nächsten Geschichten erzählten alle ihre jeweils eigene, kleine Lovestory. Bei "Der schlechteste Wingman aller Zeiten" von Abby Jimenez gab es einige Szenen, die ich total witzig fand (etwa der Ratschlag, dass man auf Männersuche im Baumarkt auf diejenigen mit rotem Werkzeug achten solle). Andererseits werden aber auch durchaus traurige Themen behandelt, genauso wie bei Christina Lauren übrigens auch.

In der Kurzgeschichte von Jasmine Guillory kommt es in San Francisco zu einem Erdbeben - was dazu führt, dass Daisy in ihrer Lieblingsbäckerei mit dem Chefbäcker eingeschlossen ist und die Enemies eventuell zu Lovers werden.

Auch die anderen drei Geschichten waren sowohl unterhaltsam, als auch süß.

Alle Geschichten sind zudem durch kleine Easter Eggs miteinander verbunden.

Wer ein paar süße, leichte Liebesgeschichten lesen und dabei noch neue Autorinnen entdecken möchte (ich muss unbedingt bald ein Buch von Abby Jimenez lesen!), dem lege ich "The Unexpected Meet-Cute" gerne ans Herz.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Wieder ein absoluter Wohlfühlroman

This could be home
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"This could be home" ist der zweite Band der Hawaii-Love-Trilogie von Lilly Lucas.

Im ersten Band durften wir bereits die Liebesgeschichte zwischen Tennisprofi Louisa und Surferboy und Hostel-Besitzer ...

"This could be home" ist der zweite Band der Hawaii-Love-Trilogie von Lilly Lucas.

Im ersten Band durften wir bereits die Liebesgeschichte zwischen Tennisprofi Louisa und Surferboy und Hostel-Besitzer Vince Greenfield verfolgen.
Im zweiten Band steht nun seine Schwester Laurie im Fokus der Geschichte.

Laurie studiert eigentlich gerade noch und möchte später was im Marketing machen. Doch ihre Auszeit auf Hawaii bringt sie zum Nachdenken, ob sie sich nicht doch etwas anderes im Leben wünscht. Zufällig stößt sie auf eine Anzeige, in der RettungsschwimmerInnen gesucht werden und ihr Interesse ist geweckt.

Über ihren Kumpel Chip gelangt sie an ein Praktikum bei den Rettungsschwimmern. Betreuen soll sie Chips Bruder Tristan - doch der ist mehr als skeptisch, ob Laurie den harten Bedingungen an der rauen North Shore standhält. In Laurie steckt jedoch mehr, als er zuerst vermutet hatte. Und auch Laurie überdenkt bald ihren ersten negativen Eindruck von Tristan, scheint ihm doch etwas auf der Seele zu lasten, dass ihn so unnahbar erscheinen lässt ...

Es hat nur wenige Seiten gebraucht, um mich innerlich ins sonnige Hawaii zu transportieren. Durch Lauries Tätigkeit als Rettunsschwimmerin befinden wir uns in der Geschichte viel am Strand und lernen auch einiges über die Bedingungen als Lifeguard dort. Diese sind härter als gedacht und gerade deswegen gibt es nur wenige Frauen in dem Beruf.

Laurie lernt man im ersten Band als etwas schüchterne oder unsichere Schwester von Vince kennen. Es war schön, sie im zweiten Band besser kennenzulernen und mitzuerleben, wie sie im Gespräch mit Tristan für sich einsteht und als Rettungsschwimmerin an den Herausforderungen wächst.

Die Liebesgeschichte mit Tristan beinhaltete die Tropes Grumpy x Sunshine, Enemies-to-Lovers und Slow Burn. Laurie und Tristan nähern sich langsam an, es gibt einige Missverständnisse, aber auch immer eine unbestreitbare Anziehung. Es wird zudem versucht, viel über Kommunikation zu lösen. Es gab einen Punkt, den ich leider als moralisch fragwürdig und nicht ganz nachvollziehbar empfunden habe - falls ihr das Buch schon gelesen habt, wisst ihr vielleicht, welche Szene ich meine.

Ansonsten war es eine wunderschöne cozy Lovestory, die für mich sogar noch größere Hawaii-Vibes hatte, als Band eins. Immer wieder wird es auch emotional oder berührend, wenn Schicksalsschläge thematisiert werden.

Laurie selbst war eine liebenswerte Protagonistin und auch die Nebenfiguren bekommen ihre eigenen kleinen Geschichten - wie bei Kay und Gabe. Ich freue mich darauf, im dritten Band noch einmal zu allen liebgewonnenen Figuren nach Hawaii zurückzukehren.


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Veröffentlicht am 08.02.2025

Spicy RomCom

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
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Assistenzärztin Mackenzie hat einfach kein Glück in der Liebe. Jedes Date der vergangenen Zeit scheint ein Reinfall.
Insbesondere ihre Oma wünscht ihr eine glückliche Beziehung, setzt Mackenzie dadurch ...

Assistenzärztin Mackenzie hat einfach kein Glück in der Liebe. Jedes Date der vergangenen Zeit scheint ein Reinfall.
Insbesondere ihre Oma wünscht ihr eine glückliche Beziehung, setzt Mackenzie dadurch aber auch unter Druck.

Und so beschließt sie zusammen mit dem Kardiologen Noah, dass eine Fake-Beziehung die ideale Lösung wäre. Als Alpha ohne Partnerin hat auch er einen Grund zum Fake-Dating. Ziemlich schnell wird es spicy zwischen den beiden.

Bei diesem Buch muss man mit den richtigen Erwartungen rangehen, dann wird es eine unterhaltsame Lektüre.

The Fake Mate ist zuweilen oberflächlich, das Setting nicht großartig ausgebaut. Der Großteil der Handlung spielt im Krankenhaus. Aber dafür legt die Autorin großen Wert auf die knisternde Beziehung von Mackenzie und Noah. Dass sie Werwölfe sind, hat gut zur Unterhaltung beigetragen. Wer Bride von Ali Hazelwood kennt, der sollte nicht überrascht werden.

Ansonsten gibt es Spice und viel davon. Es soll einfach Spaß beim Lesen machen, ohne viel Wert auf eine tiefere Handlung zu lesen. Das hat aber super so für mich funktioniert.

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