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Brombeere

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2026

interessanter Aufbau

Fünf Fremde
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Worum geht es?
Mehrere Personen besuchen die ruhige Insel Neuwerk, vor Hamburg liegend. Jede*r ist aus einem anderen Grund hier und doch hängen ihre Geschichten näher miteinander zusammen als sie ahnen.

Worum ...

Worum geht es?
Mehrere Personen besuchen die ruhige Insel Neuwerk, vor Hamburg liegend. Jede*r ist aus einem anderen Grund hier und doch hängen ihre Geschichten näher miteinander zusammen als sie ahnen.

Worum geht es wirklich?
Geheimnisse, Freundschaften und Schicksal.

Lesenswert?
Ja. Trotzdem konnte es mich nicht so überzeugen, wie ich gehofft habe. Die Idee ist spannend und gut umgesetzt, denn man begegnet recht unterschiedlichen Personen, die der Insel einen Besuch abstatten. Alles passiert wahnsinnig schnell, die erzählte Zeit ist recht kurz und Handlungen greifen ineinander. Manche Szenen werden aus mehreren Blickwinkeln erzählt und eingeordnet.
Die Personen sind interessant und voller Persönlichkeit. Psychologische Aspekte und Gründe spielen eine große Rolle. Dies wird verstärkt durch die kleine Insel auf der es nicht viele Personen gibt und der beklemmenden Atmosphäre eines nahenden Sturms.
Sprachlich (wie auch sonst bei der Autorin) hat mir das Buch gefallen. Die Insel wirkt richtig lebendig und man kann sich das ganze wunderbar vorstellen.
Auch die wechselnden Kapitel aus Sicht der verschiedenen Personen sind gelungen und trotz der unterschiedlichen Perspektiven findet man gut in die Geschichte hinein und kann die Figuren auch schnell auseinander halten. Das hat mich in Anbetracht der Menge positiv überrascht.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber die ganze Handlung war weniger spannend als erwartet. Generell hätte ich mir mehr Nervenkitzel gewünscht. Die Auflösung und das Ende sind dann eher unterdurchschnittlich und wirken nicht überzeugend.
Daher kann ich das Buch zwar empfehlen, würde es jedoch nicht als atmosphärischen Thriller bezeichnen und hier eher Abstriche machen.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2026

eine Frau zwischen den Welten

Zugwind
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Worum geht es?
Mira, ursprünglich aus der Ukraine, ist vieles: Frau, Ärztin, Poetin, Mutter, Jüdin. Ihre Poesie verliert sie, dadurch auch ein bisschen sich selbst. Sie schwebt zwischen den Welten und ...

Worum geht es?
Mira, ursprünglich aus der Ukraine, ist vieles: Frau, Ärztin, Poetin, Mutter, Jüdin. Ihre Poesie verliert sie, dadurch auch ein bisschen sich selbst. Sie schwebt zwischen den Welten und verliert ihren Halt.

Worum geht es wirklich?
Trauer, Identität und Sehnsucht.

Lesenswert?
Ja, auch wenn ich zu Beginn Schwierigkeiten hatte, in die Lektüre reinzufinden. Zu Beginn erschien es mir eher belanglos und uninteressant, da der Fokus viel auf Miras Leben als Ärztin in Deutschland liegt. Sie arbeitet in einer Hausarztpraxis und viele Ukrainerinnen kommen in ihre Sprechstunde. Einerseits für Gesundheitsthemen, andererseits um über den Krieg und die Angst zu sprechen.
Diesen Aspekt fand ich sehr bewegend, da er ganz nebenbei einfließt und immer mehr Raum einnimmt, so wie er auch in der Protagonistin immer mehr Raum benötigt.
Trotzdem sind die medizinischen Kurzerklärungen auf Dauer etwas ausufernd und teilweise inhaltlich auch nicht korrekt (aufgefallen ist mir dies am Beispiel der Blasenentzündung und ihrer Behandlung).
Im Verlaufe des Buchs verlagert sich Miras Schwerpunkt und sie träumt von ihrer Zeit in Odessa, spürt einen ständigen Sog, den titelgebenden Zugwind.
Mira ist eine vielschichtige und daher sehr lebensnahe Figur, die vieles in sich vereint. Nicht jede ihrer Entscheidungen kann man nachvollziehen, aber das macht sie noch realistischer.
Sprachlich (Übersetzung Jakob Walosczyk) ist das Buch angenehm und gut lesbar, je mehr sich Mira mit ihrer Poesie beschäftigt desto poetischer werden auch einzelne Passagen.
Die Geschichte und all die Geschichten der Ukrainier
innen sind bewegend und hinterlassen ein dumpfes schmerzhaftes Gefühl bei der Lektüre.
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man vielleicht auch eine Person zwischen verschiedenen Welten ist und nicht vor schwereren Themen zurückschreckt.

Veröffentlicht am 08.03.2026

mysteriöse Vorkommnisse in einer Kleinstadtidylle

Middle of the Night
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Worum geht es?
Vor 30 Jahren verschwand Billy beim Zelten mit seinem Freund in der Nacht. Nun kehrt eben jener Freund in sein Elternhaus zurück. Das Haus, in dessen Garten das Verschwinden stattfand.

Worum ...

Worum geht es?
Vor 30 Jahren verschwand Billy beim Zelten mit seinem Freund in der Nacht. Nun kehrt eben jener Freund in sein Elternhaus zurück. Das Haus, in dessen Garten das Verschwinden stattfand.

Worum geht es wirklich?
Suche nach einem Abschluss und geheimnisvolle Dinge in der Nacht.

Lesenswert?
Ja, auch wenn es mich nicht ganz überzeugen konnte.
Die Handlung ist eher langsam und beginnt ruhig, aber unheimlich. Ethan beobachtet in dem Straßenzug, dem Hemlock Circle, merkwürdige Dinge und etwas seltsames scheint in der Luft zu liegen.
Gerade diesen Beginn habe ich als sehr atmosphärisch und unheimlich empfunden, die Stimmung wurde sehr gut aufgebaut. Dazu habe ich Vergleiche zu Stephen King oder Stranger Things gehört - da ich beides nicht kenne, kann ich dazu keine Aussage treffen.
Der eine Handlungsstrang spielt in der jetzigen Zeit mit dem erwachsenen Ethan, der zurückgekehrt ist und noch immer mit dem ungelösten Verschwinden nicht abschließen kann. Ein zweiter Erzählstrang mit kürzeren Kapiteln spielt in der Vergangenheit vor 30 Jahren und lässt die lesende Person schrittweise erfahren, wie der Tag vor dem Verschwinden verlaufen ist. Auch diese Stimmung ist sehr gut eingefangen und dargestellt.
Positiv ist mir definitiv die Fähigkeit von Sager aufgefallen, unheimliche oder realistische Szenen und Stimmungen zu erzeugen. Sprachlich (Übersetzung Christine Blum) ist das Buch einfach und schnell zu lesen.
Nicht richtig überzeugt hat mich dann die weitere Entwicklung der Handlung, da es mir zu unrealistisch und übertrieben vorkam und auch die schlussendliche Auflösung zwar stimmig, aber irgendwie nicht befriedigend war.
An einigen Stellen verlief die Handlung dann zu glatt und gewollt und die Figuren sind zu sehr schwarz-weiß dargestellt und verfügen über nicht so viele Facetten.
Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, wenn man Interesse an einer langsamen und leicht unheimlichen Spannungsgeschichte Interesse hat und vielleicht in den 90ern groß geworden ist.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

ruhig und berührend

Moosland
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Worum geht es?
Elsa kommt nach dem zweiten Weltkrieg mit anderen deutschen Frauen nach Island, da es der Insel an Frauen fehlt. Ohne Sprachkenntnisse muss sie sich in dieser neuen Umgebung einleben.

Worum ...

Worum geht es?
Elsa kommt nach dem zweiten Weltkrieg mit anderen deutschen Frauen nach Island, da es der Insel an Frauen fehlt. Ohne Sprachkenntnisse muss sie sich in dieser neuen Umgebung einleben.

Worum geht es wirklich?
Freiheit, Vergangenheit und vorsichtige Bande.

Lesenswert?
Ja, habe ich sehr gerne gelesen. Die Handlung beginnt mit Elsas Ankommen auf Island, in einem kleinen Boot und fremden Menschen anvertraut. Sie soll sich als Magd / Haus- und Hofhilfe bei einer Familie nützlich machen.
Elsa ist eher zurückhaltend, scheu und von der eignen Vergangenheit traumatisiert. Sie spricht die Sprache nicht und zeigt auch nicht wirklich Interesse daran, auch wenn sich die Familie mit Handzeichen oder langsamen Erklärungen bemüht.
Allgemein ist der Umgang und die Situation auf dem Hof eher rau, doch meist wohlwollend.
Vor allem die Söhne und der Knecht versuchen Elsa zum reden zu motivieren, während die Mutter eher pragmatisch vorgeht und Elsa Dinge zeigt.
Mir hat Elsas Art sehr gefallen und die Art, wie man beim lesen zuerst genau so ratlos ist wie sie und dann immer mehr Worte versteht und auch sehr geschickt an die Schreibweise herangeführt wird. Diesen Aspekt fand ich wunderbar gelöst.
Elsa ist eine Beobachterin mit herzlichen Werten. Schritt für Schritt, wenn auch langsamer als manch andere Frau in der gleichen Situation, kommt sie in ihrem neuen Leben an.
Doch es gibt auch dunkle Momente, wenn alles über sie hereinbricht und sie sich ahnungslos und zurückgelassen fühlt.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind sehr fein gewoben, werden schön aufgebaut.
Eigentlich passiert in diesem Buch handlungstechnisch nicht sehr viel und trotzdem geht im Inneren der Protagonistin viel vor sich.
Zu Beginn habe ich mich mit der Lektüre noch etwas schwer getan, aber dann war sie berührend und interessant zugleich und auch der geschichtliche Hintergrund hat mich interessiert.
Ich kann dieses Buch empfehlen, wenn man Rauheit mag, man sich für Sprache interessiert und vielleicht nebenbei auch über Dinge nachdenken möchte.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Thriller mit Fantasy

Böser, böser Wolf
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Worum geht es?
Eine Autorin wird entführt und muss schaurige Märchenadaptionen verfassen - die dann zur Realität werden. Eine Polizistin findet Gemeinsamkeiten, wo sonst niemand diese sieht. Ermittlerin, ...

Worum geht es?
Eine Autorin wird entführt und muss schaurige Märchenadaptionen verfassen - die dann zur Realität werden. Eine Polizistin findet Gemeinsamkeiten, wo sonst niemand diese sieht. Ermittlerin, Autorin oder Täter - Wer ist schneller?

Worum geht es wirklich?
Verlust, Literatur und Fantasie.

Lesenswert?
Eher nein, weil man hier eine Genremischung erhält - kann spannend sein oder auch enttäuschend. Während zu Beginn die ganze Handlung nach einem normalen Thriller wird, entpuppt sich die Geschichte nach und nach als ein fantastisches Stück.
Prinzipiell bin ich diesen Mischungen nicht abgeneigt und schätze gerade ein klein wenig unerklärbares sehr in Spannungsromanen.
Ich fand die Umsetzung an dieser Stelle nur nicht gut. Es ist keine fein ausgedachte Geschichte, sondern wirkt eher wie ein Film mit mehreren Wendungen und Einblendungen. Es wirkt eher danach, dass auf diese Weise Ungereimtheiten und Unlogik erklärt werden können/wollen weil man gerne die Handlung umsetzen wollte.
Die Figuren sind okay - mehr aber auch nicht. Ich habe keine Bindung aufbauen können und ihnen gegenüber eher Gleichgültigkeit empfunden. Sie haben keine Tiefe und handeln auch nicht sehr nachvollziehbar.
Die Sprache (Übersetzung Henning Ahrens) sorgt zwar für eine rasche Lektüre, jedoch kamen mir die ganzen popkulturellen Andeutungen nicht stimmig vor und die teilweise Umgangssprache passt auch nicht.
Das Cover ist ein Hingucker und hat mich direkt nach dem Buch greifen lassen und auch andere Bücher der Autorin hatten mich in der Vergangenheit durchaus überzeugt - dieses hier war für mich aber eher nichts.
Wenn man eine kurzweilige Unterhaltung sucht und (wichtig!) sowohl Fantasy als auch Thriller mag, dann könnte dieses Buch aber eine gute Wahl sein.

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