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Veröffentlicht am 09.09.2025

Verlust, Trauer, Tod – einfühlsam, eindrücklich, vielschichtig

Café Finito
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Einfühlsam, eindrücklich und klar ist Sybil Volks‘ Schreibstil in ihrem Roman „Café Finito“. Das gleichnamige Café lässt sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin erstehen. Hier lebt und wirkt ...

Einfühlsam, eindrücklich und klar ist Sybil Volks‘ Schreibstil in ihrem Roman „Café Finito“. Das gleichnamige Café lässt sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin erstehen. Hier lebt und wirkt Kristof Fährer, die gute Seele - für die Toten, wie für die Lebenden - des liebevoll genannten „Doro“. Kern des Buches ist eine von ihm geleitete Trauergruppe, die sich langsam zusammenfindet, mit jedem Treffen näher rückt und sich mehr öffnet. Die Geschichten der einzelnen Teilnehmer sind so verschieden, wie das Leben sie schreibt. Dabei wird Vieles nur angerissen, Anderes sehr eindrücklich und mit viel Gefühl für die Situation und Menschen beschrieben.

Am Ende bleibt: Trauer ist vielschichtig und einzigartig. Niemand kann beurteilen, wie groß oder stark diese für den Betroffenen ist und wie lange jemand benötigt, um den Trauerprozess zu gehen und dann abzuschließen. Gemeinsam, im Gespräch und gegenseitigen Öffnen, liegt die Chance, diesen schmerzvollen Weg nicht alleine gehen zu müssen. Um Frieden zu finden, wird es notwendig sein, nicht nur den Verstorbenen zu verzeihen, sondern auch sich selbst.

Sehr gefreut hat mich, dass verschiedene Künstler und Persönlichkeiten vorgestellt wurden, die auf dem Doro ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auch geschichtliche Hintergründe rund um die DDR, sowie gesellschaftliche Gegebenheiten sind unaufgeregt aber eindrücklich in die Geschichten eingewoben.

Die feinen Nuancen, die Sensibilität und der sanfte Humor sind klare Stärken dieses Romans. Dabei lässt die Autorin dem Lesenden ausreichend Platz für eigene Gefühle und Reflexionen. Manche Schicksale sprechen einen dabei mehr an als andere.

Ein oft mit Schweigen belastetes Thema, das einen gefühlvollen, nicht be- oder verurteilenden Raum bekommt. Dabei werden nicht alle Konflikte vollständig aufgelöst, was die Nähe zur Realität verdeutlicht. Deshalb gibt es auch kein klassisches Happy End, sondern die Offenheit, dass jeder seinen eigenen Weg findet, mit dem Geschehenen umzugehen.

Das von Sybil Volks für den Schluss gewählte „Fest der Toten“ war mir persönlich zu fantastisch, schrill und übertrieben. Leider kein Abschluss, der zum Buch gepasst hat. Die Thematik des Verlustes Leonies fand ich sehr gut, jedoch ihre Figur und deren Entwicklung denkbar ungeeignet zum Transport derselben, was mich sehr gestört hat. Deshalb gibt es von mir eine 4-Sterne-Bewertung, verbunden mit einer Leseempfehlung für alle, die keinen klassischen Roman erwarten und bereit sind, sich mit den vielschichtigen Thematiken Verlust, Trauer und Tod zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Familiengeschichte mit Eichhörnchen

Eichhörnchenglück
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Passend zum Titel "Eichhörnchenglück" ziert das Cover ein hübsches Eichhörnchen. Dieses ist der Star des Buches und als Leser schließt man es ins Herz.

Die recht verzwickte Familiengeschichte um die ...

Passend zum Titel "Eichhörnchenglück" ziert das Cover ein hübsches Eichhörnchen. Dieses ist der Star des Buches und als Leser schließt man es ins Herz.

Die recht verzwickte Familiengeschichte um die 44-jährige Annike, die Zeit ihres Lebens ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter hatte, ist an einigen Stellen recht konstruiert und nicht immer nachvollziehbar. So bleibt immer wieder das Gefühl: ist die Hauptprotagonistin 44 oder 14? Eine wirkliche Entwicklung hin zur Erwachsenen hat bisher gefühlt nicht statt gefunden. Natürlich hängt dies auch mit dem schwierigen und zunächst undurchschaubaren Verhalten ihrer Mutter zusammen.

Einige Stellen des Romans sind recht unterhaltsam und die Charaktere von Theo und Manou sind sehr sympathisch.

Eine wirkliche tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Mutter-Tochter-Konflikt findet nicht statt. Viele Interpretationen bleiben dem Leser überlassen, auch welche Schlüsse daraus zu ziehen sind.

Die Tierliebe der Autorin ist deutlich zu spüren und rettet den Roman. Als Eichhörnchen-Liebhaber sicher lesenswert, ansonsten eher überladen, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Lokalkolorit trifft spannende Ermittlungen

Was der See birgt
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"Was der See birgt" ist der erste Fall für Gianna Pitti, die neue Ermittlerin des Autors Lenz Koppelstätter. Eigentlich ist Gianna Polizeijournalistin, doch als ihr Date vom vergangenen Abend plötzlich ...

"Was der See birgt" ist der erste Fall für Gianna Pitti, die neue Ermittlerin des Autors Lenz Koppelstätter. Eigentlich ist Gianna Polizeijournalistin, doch als ihr Date vom vergangenen Abend plötzlich tot ist, recherchiert sie mit vollem Einsatz. Als goldene sowie bunte Fische eine immer wichtigere Rolle bei den Ermittlungen spielen, wird auch klar: hinter dem Ganzen steht noch viel mehr, auch Persönliches, als zunächst angenommen.

Lenz Koppelstätter beschreibt den Gardasee, seine Menschen, ihre Lebensweise und die Region mit viel Liebe zum Detail. An manchen Stellen mutet der Krimi so fast als Reiseführer an. Man spürt hierbei jedoch, wie verbunden der Autor der Gegend ist. Auch das Italienische fließt immer wieder ins Buch ein. Mancher Satz bleibt ohne entsprechende Sprachkenntnisse zwar im Dunkeln, unterstreicht aber das Lokalkolorit.
Die Spannung nimmt kontinuierlich zu und manche Entwicklung ist unerwartet, andere allerdings vorhersehbar.
Gianna ist ebenso wie ihr Onkel sehr authentisch gezeichnet, wobei mir vom Charakter Francesco fast noch ein bisschen sympathischer ist.

Ein zunächst gemütlicher Auftakt zu Lenz Koppelstätters neuer Gardasee-Krimi-Reihe, der es an persönlichen und spannenden Verwicklungen nicht fehlt. Den Folgeband werde ich sicher lesen. Von mir gibt es für Gardasee-Fans und Krimi-Begeisterte eine recht deutliche Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

liebevoll aus Sicht des Katers Louis geschrieben, mit einer großen Portion Humor und Abenteuern einer charakterlich bunten Katzenfamilie

So ein Theater mit dem (Muskel-) Kater
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Mit „So ein Theater mit dem (Muskel-) Kater!“ legt Ina Rom, das Pseudonym der Autorin, ein humorvolles Buch vor, in dessen Mittelpunkt der charmante Kater Louis steht. Aus seiner Sicht ist das Buch geschrieben ...

Mit „So ein Theater mit dem (Muskel-) Kater!“ legt Ina Rom, das Pseudonym der Autorin, ein humorvolles Buch vor, in dessen Mittelpunkt der charmante Kater Louis steht. Aus seiner Sicht ist das Buch geschrieben und es wird schnell klar, dass er, seine Katzenfamilie sowie sein Freund eine absolut unterhaltsame Truppe sind. Auch wenn sie bei dem einen oder anderen Nachbarn aufgrund ihrer teils spektakulären Aktionen nicht immer ganz so willkommen sind. Echte Stars sind sie, wenn sie ihre Besitzerin Doris bei deren Pilatesstunden unterstützen und für reichlich Abwechslung sorgen. Und wie es sich für eine echte Familie gehört: wenn es drauf ankommt, stehen die Katzen füreinander ein, wie in einigen zu Herzen gehenden Abenteuern deutlich wird.

Wunderbar flüssig und leicht liest man sich durch die Kapitel und ist gespannt, was die Vierbeiner als nächstes Erleben. Nicht nur ein Mal musste ich herzhaft lachen.
Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich sogar etwas über Pilates gelernt habe, denn bisher wusste ich nicht, dass dies mit Hilfe von Geräten praktiziert wird. So erschließt sich auch das Cover, das in der Gestaltung für mich ebenso doppeldeutig ist wie der Titel. Zunächst hatte ich angenommen, dass die fünf Katzen, deren unterschiedliche Charaktere wunderbar abzulesen sind, eine sportbegeisterte Dame mit Fisch und Hilfe beim korrekten Ausrichten des Kopfes, in ihre Mausefalle locken. Auch wenn die vermeintliche Mausefalle ein Pilatesgerät ist – dass dieses Buch zum Lachen animiert, ist nicht nur am Cover sondern auch am Titel erkennbar. Das Spiel mit den Worten Muskelkater, der den achtlosen Sportler ereilen kann, und muskulösem Kater, für den sich Louis zweifelsfrei hält, ist sehr gelungen. Im Inneren des Buches finde ich es toll, dass jedes Kapitel unter der Überschrift mit einem Katzenkopf versehen ist.

Für dieses humorvolle und charmante Buch spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus – und das nicht nur für Katzenfreunde und –liebhaber. Besonders geeignet finde ich es als kleines Geschenk zu Nikolaus oder Weihnachten. Der perfekten Zeit, sich gemütlich einzukuscheln und sich von den einfallsreichen Katzen zum Lachen bringen zu lassen.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

ein lesenswerter Abschluss der Trilogie der einige Steine nicht nur zum Stolpern bereit hält

Wo die Liebe dich küsst
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Mit "Wo die Liebe dich küsst" endet die Trilogie von Jana Lukas rund um die alte Schule am See. Dieser lesenswerte Band dreht sich um Lina, die mit ihrem Nanny-Service vielen Eltern aus der Patsche hilft. ...

Mit "Wo die Liebe dich küsst" endet die Trilogie von Jana Lukas rund um die alte Schule am See. Dieser lesenswerte Band dreht sich um Lina, die mit ihrem Nanny-Service vielen Eltern aus der Patsche hilft. In dieser sitzt sie jedoch dank des Geologen Eric selbst, denn die Frage "Kinder - ja oder nein?" bringt die beiden auf ganz unterschiedliche Weise gehörig ins Stolpern.

Ein Mal mehr nahm mich der flüssige und gefühlvolle Schreibstil der Autorin gefangen. Die meist bunt gekleidete Lina muss man als Charakter mit ihrer Fröhlichkeit einfach gern haben, weshalb man umso mehr mitleidet, als ihr Herz ins Stolpern gerät. Eric als zweite Hauptperson ist sympathisch, wenn auch stellenweise recht kauzig.

Im Vergleich zu den beiden anderen Bänden der Reihe hat dieser ein paar Längen, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass es über die Mitbewohner der alten Schule nicht mehr so viel Neues zu erzählen gibt. Umso schöner, dass dafür Sam und Marie einen kleinen - wenn auch vorhersehbaren - Nebenstrang erhalten. Dem Lesevergnügen tut dies jedoch keinen gravierenden Abbruch. Deshalb spreche ich für den dritten Band der Reihe gerne eine Leseempfehlung aus, denn mit diesem erhält die "Alte-Schulhaus-Reihe" einen schönen wenn auch nötigen Abschluss.

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