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Veröffentlicht am 12.04.2021

war mir als wäre ich in einer Endlosschleife

Mit dir bin ich unendlich
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Olivia ist die Tochter einer Politikgröße. Sie soll funktionieren und die Bilderbuchtochter für Vaters Wahlkampf sein. Leider ist sie nicht so wie vom Vater erwartet und er und seine Frau scheinen sie ...

Olivia ist die Tochter einer Politikgröße. Sie soll funktionieren und die Bilderbuchtochter für Vaters Wahlkampf sein. Leider ist sie nicht so wie vom Vater erwartet und er und seine Frau scheinen sie mit ihren Wünschen und Vorstellungen überhaupt nicht mehr wahrzunehmen. Alles was ihr Spaß macht wird ihr vom diktatorisch anmutenden Vater untersagt. Ihr Selbstwertgefühl ist am Boden. Dann kommt sie an eine neue Schule. Ob sich hier etwas ändern wird?

Das Cover des Buches hat mich gleich angesprochen. Es ist für das Thema und die dunkle Gefühlswelt in der Olivia gefangen ist jedoch eindeutig zu farbenfroh, finde ich. Da kommt das triste und eher furchtbare Leben gar nicht rüber.

Olivia ist ein Opfer psychischer Gewalt. Ihr Eltern leben in einer Scheinwelt, in der es nur zählt wie andere einen sehen. Olivia hat hier zu funktionieren, tut sie es nicht hagelt es Sanktionen. Durch dieses jahrelang unter hohem psychischen Druck stehen ist ihr Selbstwertgefühl total zu nichte gemacht. Sie traut sich nichts mehr zu und denkt das andere nur das schlechteste von ihr denken.

Schlimm, wenn ein Kind so groß werden muss und selbst zu Hause kein Nest hat in das man sich flüchten kann, wenn der Wind in der Welt draußen mal rauer weht.

Schön, das sie in Arie eine gute Freundin findet, auch wenn es sich schwer anlässt, da sie das Gute zunächst gar nicht annehmen kann und schlimmes dahinter vermutet.

Diese ständigen Ängste sind sicherlich für ihre Situation typisch, aber irgendwann ging es mir auch auf den Geist, das so gar nichts weiter ging und alles irgendwie in Endlosschleife fest hing.

Das Thema ist es sicherlich wert angesprochen zu werden, doch mir war es eindeutig zu lange gezogen. Es schien alles wie in Echtzeit abzulaufen und ich habe ehrlich gesagt zwischendrin und auch gegen Ende mehr quergelesen als Wort für Wort.

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Ein toller Besuch in Italien

Conni und die große Eiszeit (Meine Freundin Conni - ab 6)
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Billi hat ihre Freundinnen Anna und Conni zu einer Italienreise eingeladen. Sie sollen alleine hin fliegen. Zunächst denken ihre Eltern das sie dafür noch zu jung sind, aber Billis Eltern können ihre Bedenken ...

Billi hat ihre Freundinnen Anna und Conni zu einer Italienreise eingeladen. Sie sollen alleine hin fliegen. Zunächst denken ihre Eltern das sie dafür noch zu jung sind, aber Billis Eltern können ihre Bedenken zerstreuen.
Sie erfahren viel von Rom,seinen schönen und vielleicht auch unschönen Seiten und dem Vatikan, dann geht die Reise weiter zu Billis Nonna ans Meer. Dort lernen sie auch die Cousins von Billi kennen, die allerhand Schabernack mit ihnen treiben. Ob ihnen die Reise trotzdem gefallen wird?

Conni allein on tour könnte man hier sagen. Es ist schon ein richtiges Abenteuer, als die Mädels ganz ohne einen Erwachsenen nach Rom fliegen. Wie gut das sie dort von Billis Verwantschaft direkt in Empfang genommen werden.
Als sie dann mal alleine unterwegs sind wird es für Conni recht brenzlig, denn sie will im Eiscafe bezahlen und ihr Portemonnaie ist verschwunden und ihre Freundinnen auch. Das wird schon echt knapp und man macht sich beim Lesen echt Sorgen und will nicht in ihrer Haut stecken. Wie gut das sich alles noch zum Guten wendet. Sie sehen viele Sehenswürdigkeiten und lernen Rom und die Vatikanstadt ein bisschen kennen, wie auch der kleine Leser der ihnen folgt.

Bei der Nonna ist es dann wie Urlaub. Relaxen, schwimmen, lesen. Wenn da nicht die drei Jungs wären die sich einen Spaß daraus machen ihnen Streiche zu spielen. Das hätte ein Mal ganz schön ins Auge gehen können. Aber zum Glück naht Rettung.
Das sie dann auch noch lernen wie man echte italienische Pasta macht ist natürlich toll. Auch der Besuch auf dem Vesuv ist natürlich großartig.

Ein schönes Buch über Rom und Sizilien, sowie die Italiener als solches.

Auf den Inneneseiten des Einbands sind übrigens alle Personen die in der Geschichte vorkommen noch mal in Farbe abgedruckt und zu jedem gibt es eine kleine Einleitung. Das hat uns auch sehr gut gefallen.

Wir können es für kleine Leserinnen ab 10 Jahren empfehlen. Es hat schon viel Text und ist nur hin und wieder mal durch eine kleine Skizze unterbrochen. Da sollte man schon gut lesen können.

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Warum sollten die Meeresbewohner Weihnachten feiern?

Alea Aquarius. Weihnachten mit der Alpha Cru
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Alea und die AlphaCru sind nun schon lange zusammen und feiern ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest. Alea macht sich auf den Weg ins Meer um zu schauen, ob dort auch Weihnachten gefeiert wird.
Danach ...

Alea und die AlphaCru sind nun schon lange zusammen und feiern ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest. Alea macht sich auf den Weg ins Meer um zu schauen, ob dort auch Weihnachten gefeiert wird.
Danach müssen die Kinder erst einmal Geld verdienen, damit sie sich überhaupt ein Weihnachtsessen leisten können. Ob sie mit ihren Liedern nicht nur weihnachtliche Stimmung, sondern auch genug Geld dafür zusammen bekommen?

Das Cover ist ansprechend gestaltet und man erkennt sofort das auf der Crusis ein anderes Weihnachtsfest stattfindet, da eine geschmückte Yukapalme an Bord steht.

Was bitte will Alea im Meer finden? Weihnachten ist für mich das Fest der Geburt Jesu. Wir gedenken an diesem Tag das Gott seinen menschgewordenen Sohn auf die Erde schickte. Das können die Meeresbewohner nicht wissen.
Das man Weihnachten nicht alleine sein soll und es in der Familie begeht ist ja nur der nächste Gedanke.

Das hat für mich als Christ nicht zusammen gepasst und deshalb würde ich es den Kindern nicht vorlesen. Ein gemeinsames Fest, damit keiner einsam sein muss hätte man sicherlich auch anders angehen können.
Die Ideen der Crumitglieder zu einem alternativen Weihnachtsfest ohne Baum, den man nach ein paar Wochen wegwirft, und Plastikmüll der entsteht sind natürlich gut. Auch das sie der FindeFinja einen gemeinsamen Abend ermöglich ist ein schöner Gedanke.

Das Buch für die 3. Stufe Lesestarter finde ich von der Technik her geeignet. Ich denke in der 3. Klasse sollten Kinder es schon lesen können. Die Bilder sind schön gestaltet und auf jeder Doppelseite taucht mindestens ein Bild auf, das den Text auflockert.

Wo die 16 Seiten Leserätsel, die auf der Rückseite angekündigt sind, sein sollen , konnte ich allerdings nicht entdecken. In meiner Ausgabe gab es lediglich auf einer Doppelseite am Schluss ein Finja Findespiel. In der Beziehung ist es leider eine Mogelpackung, was in meinen Augen auch nicht sein sollte.

Deshalb ziehe ich hier für die fehlenden Seiten, die groß angekündigt sind und der Idee von Weihnachten, die ich nicht so nachvollziehen kann zwei Sterne ab.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Das Fliedermädchen

Die Hofgärtnerin − Frühlingsträume
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Marleene ist die Tochter eines Gärtners und erhält schon früh Einblick in die Technik der Fliederzucht. Leider ist sie schon früh auf sich gestellt und muss um ihren Lebensunterhalt kämpfen. Da sie davon ...

Marleene ist die Tochter eines Gärtners und erhält schon früh Einblick in die Technik der Fliederzucht. Leider ist sie schon früh auf sich gestellt und muss um ihren Lebensunterhalt kämpfen. Da sie davon träumt eine Gärtnerlehre zu machen, was Ende des 19. Jahrhunderts noch nicht möglich ist, muss sie ihr Leben als junge Frau aufgeben und sich als Junge ausgeben. Das führt natürlich zu Verwicklungen und Marten, wie sie sich ab da nennt, riskiert jeden Tag aufzufliegen. Als sie sich auch noch verliebt muss sie eine Entscheidung treffen.

Das Cover des Buches ist haptisch für mich ein Genuss gewesen. Obwohl es ein dicker Wälzer ist, liegt das Buch gut in der Hand und das dickere Papier mit den besonderen Prägungen und der Hervorhebung der rosa Fliederblüten machten es für mich auch zu einem Augenschmaus.

Der 1. Teil dieser Saga um die Hofgärtnerin hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich habe es regelrecht durchsuchtet.

Marleene hat es schon als Kind nicht leicht und muss sich gleich zu Beginn des Buches behaupten. Durch den frühen Tod des Vaters werden die Privilegien die sie bis dahin zeitweise genoss gestrichen und sie musste ihren Traum kurzerhand auf Eis legen.
Das Leben der Frauen und besonders das der Frauen aus der Unterschicht war Ende des 19. Jahrhunderts alles andere als rosig. Das kann man hier im Roman gut nachverfolgen. Man konnte als Frau nicht frei entscheiden und war immer vom Gutdünken der Männer abhängig.
Deshalb hat mir der Roman sicherlich auch so gut gefallen, denn die Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft wird hier an Hand von Personen der Unterschicht und der privilegierteren Schichten aufgezeigt.
Als Marleene kurzerhand in die Rolle des Marten schlüpft, um eine Gärtnerlehre anzufangen steht sie zunächst ziemlich alleine. Durch ihr Wissen und ihre Art die Dinge anzugehen gewinnt sie aber immer mehr Zuversicht in ihrer Rolle. Als dann aber neben dem Kopf auch das Herz ins Spiel kommt fällt es ihr immer schwerer mit ihrer Rolle als junger Lehrling zurecht zu kommen. Diesen Zwiespalt in der jungen Frau bringt die Autorin Rena Rosenthal sehr gekonnt rüber.

Außer der Geschichte der Marleene findet man im Buch noch verschiedene Nebenstränge.
So erfährt man auch viel über Frieda, die Cousine von Marleene, mit der sie sich aus Kostengründen eine Unterkunft teilt. Sie hat sich schon mal in den falschen Mann verliebt und macht nun eine Ausbildung im Blumengeschäft von Frau Maader, die ihr manches mal arg zusetzt. Hier galt noch zu 1000 % der Spruch Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

Oder aber auch Bruno, der Bauerssohn, der recht einfach gestrickt ist und nicht gerade der Hübscheste der Gärtnergehilfen, aber das Herz am rechten Fleck hat und Marleene zwar hin und wieder in die Bredoullie bringt, es aber auch wieder versucht auszubügeln. Auch er ist verliebt, doch seine große Liebe scheint ihn einfach nicht erhören zu wollen.

Alexander Goldbach und seine Kinder Konstantin, Julius und Rosalie setzen Marleene oft ordentlich zu. Das macht ihr Leben in der Hofgärtnerei nicht wirklich einfach. Aber auch hier hat jeder seine eigene Geschichte und versucht seinen Traum zu leben. Wie weit es ihnen gelingt, kann man im Laufe der Geschichte erfahren.

Außerdem gibt es noch etliche Anekdoten die eigentlich Erwähnung finden könnten, wenn sie nicht zu sehr spoilern würden.

Für mich auf jeden Fall eines der Bücher, die es in mein Lieblingsbücherregal geschafft haben.
Ich freue mich schon darauf im Frühjahr 2022 zu erfahren, wie es mit den, mir liebgewonnen, Charakteren weiter gehen wird und kann die Zeit kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 09.04.2021

spannende letzte Kriegszeiten in England

Die Nadel
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Henry Faber, auch genannt die Nadel, ist Ende des Krieges ein deutscher Agent in Großbritannien. Er macht eine brisante Entdeckung, deren Inhalt er nicht per chiffrierter Nachricht, sondern dem Führer ...

Henry Faber, auch genannt die Nadel, ist Ende des Krieges ein deutscher Agent in Großbritannien. Er macht eine brisante Entdeckung, deren Inhalt er nicht per chiffrierter Nachricht, sondern dem Führer persönlich überbringen möchte.
Seine Rückkehr nach Deutschland gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht.
Das Netz um ihn herum zieht sich immer mehr zu und er muss schnell Entscheidungen treffen.
Ob dies immer die richtigen sind wird sich am Ende zeigen.

Das Hörbuch Die Nadel hat mir gut gefallen. Der Sprecher Ulrich Pleitgen hat eine angenehm sonore Stimme, die für mich die dunklen Zeiten und auch die Spannung um die Verfolgung der Nadel ins rechte Licht rückt.

Zur Geschichte muss ich sagen, das sie mich direkt in ihren Bann gezogen hat. Von der ersten Minute an war sie spannend für mich, auch wenn es zunächst zwei völlig verschiedene Erzählstränge gab.

Toll fand ich das man immer die Gedanken der Darsteller auch "zu Wort" kommen ließ. So konnte man sich sehr gut in die prekäre Situation des Henry Faber hineinversetzen, der um seines Lebens Willen vermeiden musste das man sein Gesicht erkennt.
Das er dabei nicht zimperlich sein durfte scheint von vorneherein klar. Wie er dann aber vorgeht, und was das mit ihm als Mensch macht, fand ich sehr interessant.

Der Spannungsbogen ist toll aufgebaut. Follett schafft es ihn immer weiter zu ziehen und zu spannen, so das ich als Leser gegen Ende das Gefühl hatte es fast nicht länger aushalten zu können. So krass war die Situation.

Auch die beiden Agenten auf britischer Seite waren sehr gut dargestellt. Wie so ein Spionagenetz funktionierte und was man an Fake News so rausließ um den Gegner zu verwirren fand ich schon sehr interessant.

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen und ich fühlte mich während der gesamten 6 CD´s bei einer Spielzeit von ca. 6,5 Stunden sehr gut unterhalten.

Es hat mir genau so gut gefallen wie schon die Leopardin von Ken Follett

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