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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2022

Ein Hoch auf die Hausmannskost!

Ihr könnt doch noch nicht satt sein!
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Kannst Du Grünkohl kochen? So einen richtig ehrlichen Grünkohl mit Mettwurst? Oder einen Kartoffelauflauf ohne Schischi? Und Eierlikör selber machen kannst Du auch nicht? Perfekt, ich nämlich auch nicht, ...

Kannst Du Grünkohl kochen? So einen richtig ehrlichen Grünkohl mit Mettwurst? Oder einen Kartoffelauflauf ohne Schischi? Und Eierlikör selber machen kannst Du auch nicht? Perfekt, ich nämlich auch nicht, zumindest nicht, bis ich das Kochbuch der Online-Omi Renate Bergmann bekommen habe.
Das Kochbuch könnte auch Sammelsurium der ehrlichen Hausmannskost heißen und das meine ich nicht negativ, sondern positiv im besten Sinn. Von schnellen Gerichten, über Suppen bis hin zu Sonntagsgerichten und dem dazugehörigen Kuchen für nachmittags ist alles vertreten, was man von einer Oma lernen kann. Die Gerichte sind dabei gut und leicht verständlich in ihrer Zubereitung beschrieben, mit einer übersichtlichen Auflistung der Zutaten und einer Portionsanzahl versehen – da kann auch für uns Küchenneulinge nicht viel schiefgehen. Die ansprechenden Bilder zu jedem Rezept sorgen dann für das nötige Wasser im Mund, damit man so richtig schön Appetit und Lust zum selberkochen bekommt.
Oma Renate führt uns luftig leicht an die Geheimnisse der Hausmannskost heran und hat dabei noch den ein oder anderen nützlichen Tipp parat, der uns zu den Rezepten serviert wird.
Ein rundherum gelungenes Kochbuch, das niemandem fehlen darf, der früher gerne bei Oma gegessen hat und sich die Gerichte nun in die heimische Küche holen möchte!

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Veröffentlicht am 01.11.2022

Zwei starke Schwestern zwischen Beruf und Familie

Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts (Die Kinderärztin 3)
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Manchmal läuft es richtig gut und man schwebt so durch den Tag. So geht es zu Beginn unseren Schwestern Emma und Marlene. Emma, die gerade erst ihren Erfolg der Beförderung zur Oberschwester feiert und ...

Manchmal läuft es richtig gut und man schwebt so durch den Tag. So geht es zu Beginn unseren Schwestern Emma und Marlene. Emma, die gerade erst ihren Erfolg der Beförderung zur Oberschwester feiert und sich mit ihrer kleinen Familie nun eine schicke, größere Wohnung leisten kann, und Marlene, die als Ärztin erfolgreich im gleichen Kinderkrankenhaus wie ihre Schwester arbeitet und die Medizin genau wie ihren Mann über alles liebt.
Doch die Welle des Erfolgs und Glücks ebbt auch für die beiden nach schicksalshaften Begegnungen und unerfüllten Wünschen ab und wir begleiten die Schwestern auf ihrem Alltag, durch die alltäglichen Probleme und durch Sorgen und Nöte, die wir auch in der heutigen Zeit gut nachvollziehen können.
Auch in Band 3 der Reihe Kinderklinik Weißensee, sind wir als Leser ganz nah dran an Emma und Marlene, deren Familien und ihrem Alltag. Auch hier ist man wahnsinnig schnell drin in der Geschichte und kann die beiden einfach nur lieben. Mir hat das Buch aber nicht nur wegen der beiden Schwestern so gut gefallen, sondern vor allem auch wegen des Perspektivwechsels zwischen den beiden aber auch zu Emmas Sohn Theo hin, der einen schönen Einblick in die damalige Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln ermöglicht. Zudem mag ich den Schreibstil sehr, der es ermöglicht, sich alles bildhaft vorzustellen und der einen eintauchen lässt, fast, als wäre man wirklich dort. Außerdem bleibt an der ein oder anderen Stelle Raum für Vermutungen, wie es wohl weitergehen mag, weil es gewisse Andeutungen gibt, was mich sehr im Weißensee-Fieber gehalten hat.
Wer historische Romane mit starken Frauen mag und sich gerne mit in die Zeit der 30er Jahre und von ein bisschen Medizingeschichte mitziehen lassen möchte, ist hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Je weiter weg in der Vergangenheit, desto schöner die Erinnerung

Maybe this year - Dieser eine Tag im Winter
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Vermutlich kennt das jeder von uns: Wir haben diese eine Erinnerung an einen ganz besonderen Moment in der Vergangenheit und je häufiger man diese Erinnerung hervorholt, desto besser wird sie. Und ja manchmal ...

Vermutlich kennt das jeder von uns: Wir haben diese eine Erinnerung an einen ganz besonderen Moment in der Vergangenheit und je häufiger man diese Erinnerung hervorholt, desto besser wird sie. Und ja manchmal vergleichen wir auch die Gegenwart mit dieser Erinnerung und nichts und niemand kann mehr mit ihr mithalten.
So geht es der Protagonistin Norah in Maybe this Year auch. Sie wird zu Weihnachten von ihrer Mutter mit einer flapsigen Absage abgespeist, weiß nicht, was sie stattdessen machen könnte und plötzlich tauchen die wunderschönen Erinnerungen mit Andrew wieder auf. Ach Andrew… Den hatte sie auf einer Italienreise mit ihren Freundinnen vor 10 Jahren kennengelernt, eine wunderschöne Woche mit ihm verbracht und sie hatten sich geschworen, sollten sie einmal den Kontakt verlieren, würden sie sich in 10 Jahren in Dublin zu Weihnachten treffen. Und nun sind die 10 Jahre um und Norah beschließt nach einigem Hadern tatsächlich hinzufahren. Doch so ganz alleine ist das nicht ihr Ding, sodass sie sich umso mehr freut, als ihr alter Freud Joe sich bereit erklärt, sie zu begleiten. Und so machen Joe und Norah eine Reise nach Dublin zu Weihnachten.
Die Geschichte lässt sicherlich schon erahnen, in welche Richtung es gehen wird. Doch das ist überhaupt nicht schlimm. Schließlich lesen wir hier keinen nervenaufreibenden Thriller, sondern eine süße Liebesgeschichte zu Weihnachten. Und diese hier ist auf eine besondere Art erzählt, denn Norah bringt uns nicht nur ihre aktuellen Gefühle und Gedanken näher. Nein, sie nimmt uns bei jeder Erinnerung mit in die Vergangenheit und so werden wir mitten im Textfluss mitgenommen zum Kennenlernen mit Joe, zum Italienurlaub mit den Mädels, zur unvergleichlichen Woche mit Andrew und und und. Dabei fühlen sich sowohl Schreibstil als auch die Zeitblenden so natürlich an, als würde man sich selbst erinnern und Situationen erleben. An manch einer Stelle hätten es für meinen Geschmack noch etwas mehr Emotionen sein dürfen, doch vielleicht ist dies auch bewusst so gewählt. Denn die Liebe zu einem langjährigen Freund kommt wahrscheinlich eher schleichend und nicht mit Geigen und Trompeten.
Schön war, wie Norah nicht nur ihre Liebe findet, sondern wie sie im Rückblick auch einiges über sich, über die Beziehung zu ihrer Mutter und über den Umgang mit dem Tod ihres Vaters lernt. Norah tut die Reise nach Dublin in vielerlei Hinsicht gut und das hat Maybe this Year für mich als Leser zu einem sehr befriedigenden Leseerlebnis gemacht, das mir ebenfalls gutgetan hat. Es ist eine süße weihnachtliche Geschichte, die ich für den Abend vorm Kamin mit Weihnachtsbaum und Glühwein durchaus empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Der kleine Mäuseprinz hat mich wirklich berührt

Der kleine Mäuseprinz
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In Anlehnung an den kleinen Prinzen hat der kleine Mäuseprinz seine Reise mit ähnlichen Botschaften angetreten – aber in die heutige Zeit transferiert. Darüber hinaus kommt er mit wunderschön bebilderten ...

In Anlehnung an den kleinen Prinzen hat der kleine Mäuseprinz seine Reise mit ähnlichen Botschaften angetreten – aber in die heutige Zeit transferiert. Darüber hinaus kommt er mit wunderschön bebilderten Dialogen daher, die dazu anregen, sich direkt in die Geschichte hineinzuträumen.
Anders als man es vielleicht erwarten würde, hat die Geschichte Tiefgang. Sie hat mich wirklich berührt, denn der kleine Mäuseprinz zeigt auf seiner Reise, was wir so oft vergessen: Den Moment zu leben, das Hier und Jetzt zu genießen und zu spielen. Und dabei sind die Comic-Bilder nicht einfach gestaltet, sondern muten eher wie aufwendige Aquarelle an. Ich habe das Buch zweimal gelesen und man findet in den aufwendigen Bildern immer wieder neue Details. Auch die bekannten Disneyfiguren, die dem kleinen Mäuseprinz auf seiner Reise begegnen, begeistern und sind so bunt und detailreich wie eh und je.
Der kleine Mäuseprinz ist kein gewöhnlicher Comic: Er ist mehr ein Appell für Kinder und Erwachsene, das Leben zu genießen und die Augen für das Wesentliche zu öffnen. Wirklich toll gemacht und ich kann es nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Frau mit Träumen, die ihrer Zeit voraus ist

Gut Erlensee - Margaretas Traum
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Eine junge Frau, die sich für das Familienunternehmen interessiert, sich einbringt und sich ihren Mann selbst aussuchen will? Klingt doch wenig außergewöhnlich oder? Wie sagt man so schön: Dafür würde ...

Eine junge Frau, die sich für das Familienunternehmen interessiert, sich einbringt und sich ihren Mann selbst aussuchen will? Klingt doch wenig außergewöhnlich oder? Wie sagt man so schön: Dafür würde heutzutage keiner mehr ein Fenster aufmachen. Doch Margaretes Geschichte spielt nicht im Hier und Jetzt sondern unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg auf Gut Erlensee.
Und hier patriarchaler Vater möchte von seiner Tochter weder Interesse am Unternehmen, noch räumt er ihr Mitspracherecht bei der Männersuche ein. Denn Herrmann ist das, was man wohl landläufig als Ekel bezeichnen würde. Naja und ein Ekel braucht auch eine fiese Ehefrau, die mehr damit beschäftigt ist, alles an ihren Kindern zu kritisieren, als die liebende Mutter zu geben. Immerhin gibt es Oma Ilsegard, die ihren Sohn Herrmännchen auf sehr unterhaltsame Art immer wieder zur Ordnung ruft. Sie hat alles fest im Griff und ist eine patente Frau, die in den Kriegswirren mit ihren Enkelinnen die Familiendruckerei geführt hat.
Und in dieser Zeit hat auch Margarete ihre Liebe zum Unternehmen und für die BWL entdeckt, sie bringt sich ein und wünscht sich, dass ihre Ideen gehört werden. Denn sie ist ihrer Zeit weit voraus: Sie möchte einem Beruf nachgehen, sich selbst verwirklichen und wünscht sich darüber hinaus ein Leben mit einem Mann an ihrer Seite, den sie liebt. Nur leider möchte ihr Vater lieber den Ehemann nach dessen Vermögen aussuchen. Margarete ist dabei sehr sympathisch und man fühlt mit ihr mit, schüttelt aus heutiger Sicht oft den Kopf, weil ihre Wünsche doch selbst verständlich erscheinen und freut sich für sie, wenn es am Ende doch nicht alles so dunkel bleibt, wie es scheint.
Ich habe das Hörbuch zu Gut Erlensee gehört und ich mochte die Figuren von Margarete, Oma Ilsegard und irgendwie auch Herrmann sehr – letzteren natürlich einfach nur, weil es einen Bösen für die Geschichte braucht. Sie sind so unterschiedlich, aber dabei auch total authentisch und man kann sich gut in sie hineinversetzen oder sie eben, wie in Herrmanns Fall, abgrundtief auf den Mond wünschen. In jedem Fall ist man sofort drin in der Geschichte und erlebt ein Stück Historie direkt nach dem ersten Weltkrieg.
Die Sprecherin hat mir auch gut gefallen. Mit ihrer fast rauchigen Stimme kann man ihr angenehm zuhören. Vielleicht hätte es nur an der ein oder anderen Stelle noch etwas mehr Pepp und Spielerei mit der Stimme vertragen können. Aber wer historische Romane mag und sich gerne etwas Gutes für die Ohren tun möchte, sollte bei Gut Erlensee zugreifen.

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