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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2025

Historisch, Packend, Unterhaltsam!

Die Akte Schneeweiß
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Unter dem Pseudonym Felicitas Fuchs hat die Autorin Carla Berling den historischen Roman „Die Akte Schneeweiß“ gemeinsam mit dem Verlag Heyne im Mai 2025 herausgebracht. Das Cover zeigt eine zeitgemäß ...

Unter dem Pseudonym Felicitas Fuchs hat die Autorin Carla Berling den historischen Roman „Die Akte Schneeweiß“ gemeinsam mit dem Verlag Heyne im Mai 2025 herausgebracht. Das Cover zeigt eine zeitgemäß frisierte und gekleidete Frau. Der Titel des Buches und der Name der Autorin sind gut lesbar. Von Carla Berling habe ich bereits einige Romane gelesen. Dies ist mein erster historischer Roman mit ihr und so starte ich gespannt in die Geschichte.
Es ist das Jahr1963. Die vierzehnjährige Katja möchte gerne Ärztin werden. Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf. Ihre Eltern halten ihren Berufswunsch überkandidelt. Nur ihr Großvater glaubt an sie und ihre Träume. Als ihr Großvater spurlos verschwindet, versteht sie die Welt nicht mehr. Vor allem deshalb nicht, weil ihre Familie schweigt. Viele Jahre später kommt Katja dahinter, was mit ihrem Großvater geschah. Und was für eine Geschichte sich hinter seinem Verschwinden verbirgt.
Es hat nur wenige Sätze gedauert und schon ist mein Geist tief in die Geschichte versunken. Einmal mit dem Lesen begonnen, ist es mir kaum noch möglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer möchte ich wissen, wie es denn nun weitergeht. Felicitas Fuchs erzählt über ca. 415 Seiten ihre Geschichte in verschiedenen Zeitsträngen. Sie hat ihre Kapitel durchnummeriert. Sie nennt uns die Hauptperson und das Jahr, in dem wir uns befinden. Je weiter ich mich in die Geschichte einlese, je intensiver nimmt sie mich mit.
So lese ich über einen charakterstarken Mann, den seine Familie Opa Dom nennt. Je mehr ich über ihn lese, desto neugieriger werde ich. Auch Mathilde Schneeweiß weckt meine Aufmerksamkeit. Als Sprechstundenhilfe an der Seite des Frauenarztes Dr. Bönisch. Die Autorin führt mich mit ihrer Geschichte gedanklich zurück bis in die NS-Zeit und beschäftigt mich mit den heute noch umstrittenen Frauenrechten.
Katja finde ich sofort sympathisch und fiebere intensiv mit ihr, als sie für ihren Wunsch kämpft, Ärztin werden zu dürfen. Lorbeeren verdient sie sich, als sie ihrer Schwester in ihrer schwersten Zeit zur Seite steht. Je mehr Seiten ich lese, desto mehr verdichtet Felicitas Fuchs ihre Geschichte. Zum Schluss löst die Autorin sauber auf und ich darf wieder durchatmen.
Alles in allem hat Carla Berling unter dem Pseudonym Felicitas Fuchs einen historischen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf eine intensive Geschichte aus der NS-Zeit hat, sich für charakterstarke Persönlichkeiten interessiert und Sinn für Gerechtigkeit, der ist hier richtig. Die Autorin bekommt von mir 5 polierte Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Spannend, Historisch, Unterhaltsam!

Zypressensommer
1

Im Mai 2025 hat Teresa Simon gemeinsam mit dem Verlag ROWOHLT den historischen Roman „Zypressensommer“ herausgebracht. Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin Brigitte Riebe. Das Cover ...

Im Mai 2025 hat Teresa Simon gemeinsam mit dem Verlag ROWOHLT den historischen Roman „Zypressensommer“ herausgebracht. Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin Brigitte Riebe. Das Cover ist schon mal ´ne Wucht. Beim ersten Anblick strahlte mein ganzes Gesicht: Es sieht wunderschön aus. Die Farbgebung mit Grün, Gelb und Braun wirkt frühlingsfrisch und spätsommerlich zugleich. Die toskanische Landschaft erkenne ich auf einen Blick. Die Frau ist wunderschön. Der Olivenzweig macht mir gleich Lust auf die italienische Küche. Den Titel und den Namen der Autorin kann ich auf Anhieb lesen.
Von Teresa Simona habe ich jedes Buch gelesen, dass ich auf dem Büchermarkt gefunden habe. Sie haben alle eines gemeinsam. Sie sind wundervoll, intensiv, spannend, hervorragend recherchiert, gefühlvoll, informativ und immer lesenswert. So habe ich gleich zugegriffen, als ich „Zypressensommer“ gesehen habe.
Julia Matthiesen ist Goldschmiedin in Hamburg. Sie reist in die Toskana und verliebt sich auf Anhieb in die Landschaft. Ihr verstorbener Nonno kam von hier. Seine Familie baut seit jeher Oliven an. Doch Julia weiß nichts über seine Vergangenheit. Julia macht sich auf die Suche. Sie bekommt Unterstützung von Matteo. Ihre gemeinsame Recherche führt sie in die Vergangenheit und in die Zeit um 1940, als die Partisanen sich in den Bergen versteckten und gegen die Faschisten kämpfen. Und zu zwei Brüdern. Und zu einer tragischen Liebesgeschichte.
Mit modernen Worten erzählt Teresa Simon ihre Geschichte. Es ist die Geschichte von Julia Matthiesen und ihrer Familie. Die Autorin startet mit einem Prolog, der mich neugierig macht und nicht zu viel verrät. Er geht mir unter die Haut. Jedes Kapitel ist nummeriert, informiert über den Erzählort, die Erzählzeit und über die Person, aus deren Sicht ich gerade lese. So weiß ich immer genau, wo ich gerade bin und welches Jahr wir gerade haben.
Der Schreibstil von Teresa Simon ist einzigartig und hat einen Wiedererkennungswert. Er liest sich leicht und flüssig. Dennoch rate ich zum langsamen Lesen, denn die Autorin fordert die Aufmerksamkeit ihrer Leser. Dabei ist die Geschichte so spannend, dass ich da Buch kaum aus den Händen legen möchte. Über ca. 450 Seiten klebe ich an den Buchstaben und bin immer auf der Suche nach neuen Informationen. Während ich lese, freue ich mich an den Charakteren, die immer mehr Tiefe bekommen, und an der Geschichte, die sich nach und nach verdichtet. Am Ende führt die Autorin alles zusammen und es bleibt ein runder Abschluss. Ganz nebenbei habe ich viel über einen Teil der fast vergessenen italienischen Geschichte rund um 1945 gelernt, die auf keinen Fall vergessen werden darf.
Alles in allem hat Teresa Simon einen grandiosen historischen Roman über einen Teil der fast vergessenen italienischen Geschichte herausgebracht. Eingepackt in die wunderbare Landschaft der Toskana und in eine wunderschöne Liebesgeschichte. Es gibt Bücher, für die müsste man 6 Sterne geben dürfen. Dieses hier ist eines davon. Aus diesem Grund gibt es von mir 5 hochpolierte Lesesterne und eine glasklare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Schräg, Skurril, Cozy!

Napoli am Ostseestrand
1

Mitte April 2025 hat Leo Hansen gemeinsam mit dem Ellert & Richter Verlag den Regionalkrimi „Napoli am Ostseestrand“ herausgebracht. Titel und Cover passen gut zur Geschichte und in das Genre.
Die Musikerin ...

Mitte April 2025 hat Leo Hansen gemeinsam mit dem Ellert & Richter Verlag den Regionalkrimi „Napoli am Ostseestrand“ herausgebracht. Titel und Cover passen gut zur Geschichte und in das Genre.
Die Musikerin Jessie und der Koch Diego sehnen sich nach Ruhe. Jessie hat ein hochsensibles Gehör und Diego eine übermäßig empfindliche Nase. Er nimmt Gerüche übermäßig wahr. Sie treffen sich durch einen Zufall an der Ostsee und es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie beschließen fortan die Reise gemeinsam in Jessies Campingbus fortzusetzen. Jessie hat den Bus von ihrem Stiefvater geschenkt bekommen. Was beide nicht wissen, ist, dass im Bus Diamanten von einem Raub versteckt sind und dass die italienische Mafia sie gerne wieder haben möchte.
Leo Hansen kenne ich schon aus anderen Regionalkrimis und da liegt es für mich nahe, sein neues Werk zu lesen. Auf den ersten Blick ist es als Cozy-Krimi erkennbar. Mein Start in die Geschichte gelingt mir schnell und ich freue mich über den amüsanten Humor zwischen den Zeilen. Detailliert und mit viel Liebe beschreibt der Autor die Landschaften, die Leute und die Szenerie. Besonders gut hat mir die Stippvisite mit dem Rollenspiel gefallen. Die Reise der beiden liest sich wie ein Roadmovie und erinnert mich ein wenig an „Thelma und Louise“. Der Autor geizt nicht mit unerwarteten Wendungen und so passiert am wenigsten das, was ich gerade denke. Am Ende ist der Fall gelöst und meine Fragen sind beantwortet.
Der Schreibstil von Leo Hansen liest sich leicht und locker. Der Krimi ist in 5 Abschnitte aufgeteilt. Er kann gut in Teilen oder an einem Stück gelesen werden. Ich habe die ca. 300 Seiten an zwei Abenden gelesen.
Alles in allem hat Leo Hansen mit „Napoli am Ostseestrand“ einen kurzweiligen Cozy-Krimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Freunde von unerwarteten Wendungen, schrägen und skurrilen Persönlichkeiten und Roadmovies kommen hier auf ihre Kosten. Von mir bekommt der Autor 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Spannend, Abenteuerlich, Unterhaltsam!

Über Stock und Mörderstein
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Im März 2025 hat Carla Capellmann gemeinsam mit dem Verlag emons: den Wanderkrimi „Über Stock und Mörderstein“ herausgebracht. Das Cover ist liebevoll gestaltet. Es passt zur Geschichte und in das Genre.

Von ...

Im März 2025 hat Carla Capellmann gemeinsam mit dem Verlag emons: den Wanderkrimi „Über Stock und Mörderstein“ herausgebracht. Das Cover ist liebevoll gestaltet. Es passt zur Geschichte und in das Genre.

Von Carla Capellmann habe ich bereits „Miesmuschelmord“ gelesen und war hellauf begeistert. Umso gespannter bin ich auf ihr neues Werk. Wandern gehört zu meinen Hobbies und so bin ich gespannt in ihre Erzählung gestartet. Schnell habe ich Zugang zu Ellen gefunden. Als Privatdetektivin begleitet sie eine Gruppenwanderung über den Eifelsteig. Ihre Auftraggeberin hat den Verdacht, ihr Ehemann will sich mit seiner Geliebten und gestohlenen Diamanten absetzen. Gleich am ersten Abend erwischt Ellen ihn mit einer Frau. Doch noch in der Nacht stürzt er in den Tod. Ellen fragt sich, ob das wirklich ein Unfall war und wo die Diamanten geblieben sind? Sie macht sich auf die Suche und diese gestaltet sich gar nicht so einfach, denn Ellen ist nicht die Einzige, die die Diamanten sucht.

Carla Capellmann hat nur wenige Sätze gebraucht, um meinen Geist in ihre Geschichte zu ziehen. Gemeinsam mit Ellen mache ich mich auf den Weg. Wunderbar sind die Beschreibungen der Landschaft zu lesen. Die Gegend baut sich in meinem Kopf vor meinen Augen auf und die Beschreibungen der Leute gefällt mir. Viel Spaß machen mir die Schuhbäume und die Idee, einen kleinen Sack mit etwas zu packen, was die Wanderer im Urlaub loslassen möchten. Auch mit Spannung spart die Autorin nicht und präsentiert früh die erste Leiche. Seite für Seite lese ich gebannt, wie es denn nun weitergeht und auch hier passiert allerhand unerwartetes. Während ich fleißig am Rätseln bin, fliege ich nur so durch die ca. 260 Seiten. Ehe ich mich versehe, löst die Autorin ihren Kriminalroman sauber auf. Meine Fragen sind beantwortet und ich bin voll zufrieden.

Alles in allem hat Carla Capellmann mit „Über Stock und Mörderstein“ einen amüsanten Wanderkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf eine Wanderung über den Eifelsteig hat, ist herzlich eingeladen, das Buch zu lesen. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Spannend, Historisch, Unterhaltsam!

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Im Mai 2025 hat Maria Nikolai gemeinsam mit dem Verlag Penguin den historischen Roman „Little Germany, Der Duft der Neuen Welt“ herausgebracht. Es handelt sich um den Auftaktroman einer zweiteiligen Reihe. ...

Im Mai 2025 hat Maria Nikolai gemeinsam mit dem Verlag Penguin den historischen Roman „Little Germany, Der Duft der Neuen Welt“ herausgebracht. Es handelt sich um den Auftaktroman einer zweiteiligen Reihe. Das Cover ist in den Farben einer alten Fotografie gehalten. Es zeigt ein verliebtes Paar und die Freiheitsstatue von New York im Hintergrund. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.
Von Maria Nikolai habe ich bereits die Reihen um die Schokoladenvilla und die Töchter gelesen. Ich liebe den wunderbaren Schreibstil dieser Autorin. In modernen Worten erzählt sie sanft und einfühlsam bestens recherchierte Geschichten, die mir noch lange nach dem Lesen in Erinnerung bleiben. Nun halte ich ihr neues Werk in den Händen und schlage neugierig das Buch auf.
Im Jahr 1901 starten zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten in ein neues Leben. Das Dienstmädchen Lissi hat sich auf eine Liaison mit dem Sohn des Hauses eingelassen und ist schwanger. Entgegen seiner Zusage Lissi gegenüber leugnet er die Liaison gegenüber seiner Familie. Lissi bleibt nichts anderes übrig, als in ein neues Leben aufzubrechen.
Julia von Varrell wurde mit falschen Versprechungen in eine arrangierte Ehe gelockt. Ihr wurde zugesagt, sie dürfe in der Gestütsleitung ihres Mannes Frederick mitarbeiten. Doch schnell wird klar, sie soll die Rolle der Gutsherrin übernehmen und ihrer Schwiegermutter zur Hand gehen. Als Frederick ihr Pferd Achill verkauft, flieht Julia und macht sich auf den Weg in ein neues Leben.
Lissi und Julia lernen sich an Bord eines Schnelldampfers nach New York kennen. Schnell entwickelt sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden Frauen, die Maria Nikolai in wunderschönen Worten beschreibt. Die Reise ist abenteuerlich und ihr gemeinsamer Neustart in Amerika riskant. Beide Persönlichkeiten sind fein gezeichnet und gewinnen mit jedem Buchstaben an Format. Es macht mir Spaß ihren Erlebnissen zu folgen.
Maria Nikolai berührt mich mit ihren zarten Worten tief im Inneren. Dabei erzählt sie bildgewaltig und spannend über ca. 656 Seiten in einem feinen Ton. Einmal mit dem Lesen gestartet, ist es mir nicht mehr möglich, dieses Buch aus der Hand zu legen. Immer will ich wissen, wie es denn nun weitergeht und so lese ich und lese ich und lese ich. Bis ich zu ihrem letzten Satz komme. Es ist ein Cliffhanger. Er macht mich so neugierig, dass ich mich jetzt schon auf den Herbst freue, wenn der zweite Teil erscheinen wird.
Alles in allem hat Maria Nikolai mit „Little Germany, Der Duft der neuen Welt“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, der bestens recherchiert und wunderschön erzählt ist. Diesen Roman muss man einfach lieben. Von mir bekommt die Autorin 5 auf Hochglanz polierte Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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