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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2025

Wundervoll geschrieben

Flusslinien
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Dies ist ein leises Buch, aber ein sehr kraftvolles, das lange nachklingt. Jedes Wort, jeder Satz ist gekonnt gesetzt und der bildhafte, aber dennoch unsentimentale Schreibstil lässt die Bilder sehr eindringlich ...

Dies ist ein leises Buch, aber ein sehr kraftvolles, das lange nachklingt. Jedes Wort, jeder Satz ist gekonnt gesetzt und der bildhafte, aber dennoch unsentimentale Schreibstil lässt die Bilder sehr eindringlich im Kopf entstehen. Dabei handelt es sich um einen sehr gefühlvollen, berührenden Roman. Im Mittelpunkt stehen drei Hauptfiguren: Margrit, Luzie und Arthur. Margrit hat die 100 Jahre überschritten und lebt in einer Seniorenresidenz. Dort wird sie oft von ihrer Enkelin Luzie besucht, die die Schule abgebrochen hat und künftig Senioren tätowieren will. Arthur, der Fahrer der Senioren, sucht in seiner Freizeit mit einer Sonde den Strand ab und verkriecht sich in einer Strandhütte. Was kurios klingt, verbindet sich zu einer sehr eindringlichen und fesselnden Geschichte um Schicksalsschläge, Trauer, Mut, Schuld und den Kampf um ein selbstbestimmtes Leben. Ich kann gar nicht sagen, welche Geschichte mich am meisten berührt. Der Leser erfährt aus wechselnden Perspektiven mehr über die Vergangenheit der Figuren. Insbesondere Margrit taucht tief in die Familiengeschichte ein. Auch kleinere Figuren sind sehr gekonnt gezeichnet, insbesondere Gregor, aber auch Luzies Freundin Rana. Am eindrucksvollsten finde ich allerdings die Wortwahl und Sprache. Ich war oft verblüfft von Mehrdeutigkeit und Klang der Worte. Ein wirklich wundervoller Roman, der mich sicher nicht so schnell loslässt.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Mitreißende Reise

In einem Zug
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Ich bin auf das Buch durch eine Lesung wirklich aufmerksam geworden. Ein wunderbar geschriebener, kurzweiliger Roman über die Liebe ohne eine klassische Liebesgeschichte zu sein. Im Zentrum steht dennoch ...

Ich bin auf das Buch durch eine Lesung wirklich aufmerksam geworden. Ein wunderbar geschriebener, kurzweiliger Roman über die Liebe ohne eine klassische Liebesgeschichte zu sein. Im Zentrum steht dennoch eine große Liebe, nämlich die der Hauptfigur Eduard Brünhofer und seiner Frau Regina. Regina begegnen wir allerdings nur in der Erzählung. Doch zurück zur Abfahrt des Zuges. Zwei Fremde, ein etwas in die Jahre gekommener Autor und eine Frau mittleren Alters, jüngeren mittleren Alters, begegnen sich im Zug. Die Dame verwickelt den Herrn in ein Gespräch über die Liebe, Freiheit, Glück, Ehe und das Schreiben. Das ist sehr kurzweilig erzählt. Der Leser fühlt sich als Beobachter und stummer Gast im Abteil, der dem Gespräch lauscht. Dabei treffen verschiedene Weltbilder aufeinander. Der glücklich verheiratete Autor und die freiheitsliebende junge Single-Frau. Dabei passiert bis auf den verbalen Schlagabtausch nicht wirklich viel. Von Station zu Station nähern sich beide an, bis bei der Ankunft in München ein Geheimnis gelüftet wird. Die Auflösung finde ich etwas schnell erzählt und die Idee mit dem Podcast auch nicht unglaublich originell, aber der Rest des Buches begeistert mich und unterhält mich auf sehr anregende Weise. Die Lektüre vergeht wie im Flug.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Hochaktuell

Von Schafen und Wölfen
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Das ist mein erster Thriller von Achim Zons. Das macht aber nichts. Im Laufe der Lektüre habe ich mir zwar gedacht, dass es wahrscheinlich schon eine Handlung rund um den charismatischen Journalisten David ...

Das ist mein erster Thriller von Achim Zons. Das macht aber nichts. Im Laufe der Lektüre habe ich mir zwar gedacht, dass es wahrscheinlich schon eine Handlung rund um den charismatischen Journalisten David gegeben hat, aber das ist für die Lektor dieses Buches nicht wirklich wichtig. Die Geschichte ist schnell zusammengefasst: die Zeitung DAZ ist an einer brisanten Story dran. Der Präsidentschaftskandidat der USA leidet an einem schweren Gendeffekt. Um dieses Geheimnis zu schützen, sterben seine unehelichen Kinder und deren Mütter. Nach und nach versterben immer mehr Zeugen. Doch wird die Zeitung, die kurz vor der Übernahme durch ein amerikanisches Medienhaus ist, die Geschichte veröffentlichen? In Rückblenden erlebt der Leser die Wochen und angespannten Tage vor der alles entscheidenden Redaktionskonferenz. Seite um Seite enthüllen sich die Geheimnisse. Die junge Journalistin Emma gerät ungewollt immer tiefer in die Verstrickungen und Lügen rund um den Fall. Der Schreibstil ist packend und die Stimmung spitzt sich immer mehr zu. Die Charaktere gefallen mir, sie sind facettenreich und überraschen mit Tiefe. Ein rasanter Thriller, der sicher nicht die Realität abbildet, aber zeigt, was alles im Spiel um Macht und Nachrichten möglich ist.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Jedes Wort trifft genau den richtigen Nerv

22 Bahnen
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Ein klasse Buch. Berührend, mit tollen Figuren, lustig, traurig, wahrhaftig und ohne Kitsch. Tilda, eine junge Studentin, ein Mathegenie, sitzt in ihrer Heimatstadt fest. Während ihre Freunde nach Berlin ...

Ein klasse Buch. Berührend, mit tollen Figuren, lustig, traurig, wahrhaftig und ohne Kitsch. Tilda, eine junge Studentin, ein Mathegenie, sitzt in ihrer Heimatstadt fest. Während ihre Freunde nach Berlin oder in die weite Welt ziehen, ihre Träume leben, sitzt sie an der Supermarktkasse und rät anhand der Artikel auf dem Band die Käufer. Dieses kleine Ritual ist beim Lesen sehr witzig, wenn es nicht auch wieder traurig und berührend wäre. In genau diesem Zwiespalt bewege ich mich während der gesamten Lektüre. Auf der einen Seite Lebensfreude und Energie, auf der nächsten Wut, Dunkelheit und Angst. Angst um ihre kleine Schwester Ida, die sehr schlau und sehr kreativ ist, aber leider kaum Freunde hat. Die nur beim Regen ins Schwimmbad geht. Die Schwesternbeziehung ist sehr liebevoll. Tilda kümmert sich um Ida, ohne sie zu bemuttern. Sie beschützt sie, fördert sie, trägt sie durch ihre schwere Kindheit mit der alkoholabhängigen Mutter. Auch das Verhältnis der Töchter zu ihrer Mutter ist ambivalent und sehr nüchtern eingefangen. Da sind die wenigen liebevollen Momente und die große Zahl verzweifelter, wütender und einsamer Momente. Die Besuche im Schwimmbad sind eine Konstante. Tilda schwimmt meist 22 Bahnen, manchmal auch 23. Ida taucht, wenn es regnet. Eines Tages gesellt sich der ebenso schlaue Viktor zu den beiden. Auch er trägt ein tragisches Schicksal. Tilda und Viktor verlieben sich, auch diese Beziehung ist wieder sehr berührend beschrieben, ohne sentimental zu sein. Als Tilda das Angebot erhält, in Berlin zu promovieren, muss sie sich entscheiden. Kann sie Tilda mit der suchtkranken Mutter allein lassen? Beide Mädchen emanzipieren sich nach und nach und für mich als Leserin war es wunderbar, sie auf dieser Reise zu begleiten. Das wunderschöne Cover möchte ich auch noch betonen. Selbst im Taschenbuch sind die Pinselstriche, mit der die Schwimmerin gezeichnet ist, sehr gut zu erkennen. Ein Buch, das mich noch lange begleiten wird und deren Figuren ans Herz gehen. Ich freue mich schon darauf, Ida auf ihrer Reise im neuen Buch von Caroline Wahl zu begleiten.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Zauberhafter Abschluss der triloz

Die Hexe und der Winterzauber
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Ich hatte den dritten Teil der magischen Geschichte um Wasja schon etwas länger in meinem Bücherregal, habe aber auf winterliche Tage für die richtige Stimmung gewartet. Ich wurde nicht enttäuscht. Schon ...

Ich hatte den dritten Teil der magischen Geschichte um Wasja schon etwas länger in meinem Bücherregal, habe aber auf winterliche Tage für die richtige Stimmung gewartet. Ich wurde nicht enttäuscht. Schon von der ersten Seite fühle ich mich mitten im Geschehen. Die Handlung knüpft nahtlos an den zweiten Teil an. Moskau ist gerettet, aber Wasja wird als Hexe bezichtigt und von Priester Konstantin und einer aufbrausenden Menge auf den Scheiterhaufen gezerrt. Es gelingt ihr, sich zu befreien, doch der Bär wurde befreit und verbreitet Angst und Schrecken. Auf einer magischen Reise durch Mitternacht, verzauberte Wälder und Seen lernt Wasja weitere Geister kennen und es gelingt ihr den Winterkönig zu befreien. Dieser Teil der Geschichte, der tief in die Welt der Tschyerti und Mythen Russlands eintaucht, gefällt mir sehr gut und hat mich sehr berührt. Gemeinsam retten Wasja und Morosko Moskau erneut. Es wird viel gekämpft in diesem dritten Teil. Kaum ist eine Schlacht geschlagen, wartet der nächste Kampf. Doch nur gemeinsam wird es gelingen, die Feinde zu besiegen. Der Schreibstil ist genauso bildhaft und packend wie in den ersten beiden Büchern. Ich musste mich schon etwas anstrengen, um mich an Details aus dem schon etwas zurückliegenden ersten und zweiten Teil zu erinnern, auf die auch oft Bezug genommen wird. Dennoch war die Lektüre wie ein Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Eine wundervolle Reise in eine magische Welt und das obwohl ich gar kein großer Fan von Fantasy oder Mystery Themen bin. Aber die Trilogie erinnert mich an ein großes Märchen mit liebgewonnenen Figuren.

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