Mrs. Potts mischt wieder mit
Mrs Potts’ Mordclub und der Tote in der ThemseMit "Mrs. Potts Mordclub und der Tote" in der Themse liegt nun schon der vierte Fall für das lieb gewonnene Trio aus Marlowe vor. Diesmal dreht sich alles um Schauspiel und Theater – denn das Opfer ist ...
Mit "Mrs. Potts Mordclub und der Tote" in der Themse liegt nun schon der vierte Fall für das lieb gewonnene Trio aus Marlowe vor. Diesmal dreht sich alles um Schauspiel und Theater – denn das Opfer ist ein Regisseur!
Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört, gelesen von Christine Prayon, die erneut eine fantastische Sprecherin ist. Ihre Art, die Figuren lebendig werden zu lassen, macht das Hören für mich zu einem echten Herbst- und Winterritual. Allein wegen ihr fühle ich mich sofort in der Geschichte zuhause.
Der Fall selbst ist wieder eine gelungene Mischung aus Gemütlichkeit und Spannung. Besonders gefallen haben mir die überraschenden Wendungen und die insgesamt nachvollziehbare Aufklärung. Das war beim letzten Roman leider nicht der Fall gewesen, weshalb ich diesmal sehr erleichtert war, dass die Aufklärung wieder realistisch wirkte. Bis zum Ende blieb offen, wer wirklich hinter der Tat steckt, und die Vielzahl an Verdächtigen sorgte für knifflige Momente, wenn auch mitunter etwas Verwirrung durch die hohe Personenanzahl (speziell im Hörbuchformat).
Was mich allerdings gestört hat, war, dass Judith trotz gegenteiliger Ankündigungen der ermittelnden Polizistin Tannika ständig in die Quere kommt und ihr den Job erschwerte. Auch ihre „Superhero“-Attitüde, bei der sie immer alles besser weiß, wirkt auf mich inzwischen etwas überzogen. Hier würde ich mir mehr Ecken und Kanten wünschen.
Sehr schön fand ich dagegen die Entwicklung bei Becks: Ihre Familiengeschichte tritt stärker in den Vordergrund, da ihre Tochter samt Freund wieder ins Elternhaus zieht. Diese persönlichen Einblicke geben der Reihe zusätzliche Wärme und Tiefe.
Das Ende hält schließlich einen fiesen Cliffhanger bereit, der verheißungsvoll andeutet, dass wir im nächsten Band endlich mehr über Judiths eigene Vorgeschichte erfahren werden, worauf ich schon lange gespannt bin!
Fazit: Ein spannender, wendungsreicher Krimi mit gewohntem Cozy-Flair, der von Christine Prayon großartig gelesen wird. Kleine Schwächen in der Figurenzeichnung von Judith trübten mein Vergnügen zwar, doch insgesamt bleibt die Reihe für mich ein gemütlicher Pflichttermin in der dunklen Jahreszeit.