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Veröffentlicht am 11.10.2025

Magie im Teebecher

Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint
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Schon das Äußere von Thea Magica ist ein echter Hingucker: Das Cover ist wunderschön gestaltet, der Farbschnitt macht das Buch zu einem Schmuckstück im Regal und die kleinen Illustrationen, die den Text ...

Schon das Äußere von Thea Magica ist ein echter Hingucker: Das Cover ist wunderschön gestaltet, der Farbschnitt macht das Buch zu einem Schmuckstück im Regal und die kleinen Illustrationen, die den Text begleiten, runden das Leseerlebnis perfekt ab.

Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Robin, die mir von Anfang an sehr sympathisch war. Sie kommt neu an eine Schule in Port Mint, entdeckt dort nicht nur ihre magischen Fähigkeiten, sondern findet mit Mailin und Cornelius auch zwei neue Freunde. Gemeinsam gehen sie mysteriösen Ereignissen im Ort auf den Grund – während Robin ihre magische Gabe geheim halten muss, weil diese eigentlich als gefährdend erachtet wird. Die Dynamik zwischen den drei Freunden ist süß und angenehm zu lesen.

Besonders gut hat mir die Idee gefallen, Magie mit Tee zu verbinden – eine originelle und charmante Idee, die hervorragend zur cozy Stimmung passt. Die Geschichte selbst ist insgesamt rund erzählt und verliert sich nicht in endlosen Erklärungen. Ich mochte, dass Robin nicht naiv ist, sondern Dinge direkt anspricht und hinterfragt.

Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen – besonders am Anfang und im Finale – etwas mehr Tiefe und Erklärungen gewünscht. Die Handlung wird dort recht schnell abgehandelt, was schade ist, da die Grundidee so viel Potenzial bietet. Auch stilistisch hätte es an einigen Stellen noch ein wenig ausgefeilter sein dürfen.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist Thea Magica für mich eine richtig gemütliche Jugendgeschichte mit einem schönen Setting, einer sympathischen Heldin und einer spannenden Idee. Das offene Ende macht definitiv Lust auf Band 2 und ich freue mich schon darauf, wieder in Robins magische Welt einzutauchen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Zwischen Pelzmänteln und Panettone: Grado im Winter

Alle weg
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Schon beim Aufschlagen dieses Buches hatte ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Ich liebe die Italienbücher von Stefan Maiwald und dieses hier, das sich der Nebensaison in Grado, dem Wohnort des Autors, ...

Schon beim Aufschlagen dieses Buches hatte ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Ich liebe die Italienbücher von Stefan Maiwald und dieses hier, das sich der Nebensaison in Grado, dem Wohnort des Autors, widmet, war wieder ein echtes Lesevergnügen! Nach den bunten, lebhaften Sommerbildern aus dem Vorgängerband "Mein Leben am Strand" war ich sehr gespannt, wie Grado wirkt, wenn die Touristen weg sind, der Wind frischer wird und sich das Leben entschleunigt.

Doch auch wenn es touristisch gesehen ruhiger wird, das italienische Temperament kennt keine Pause. Der feine Humor, die plastischen Schilderungen, die eingestreuten Fun Facts und die vielen vertrauten Gesichter — allen voran Pino und Maiwalds Familie — sorgen dafür, dass man sofort wieder mitten im Geschehen ist. Ich mag es sehr, wie in jedem Buch neue Eigenheiten der Menschen auftauchen, die man ins Herz schließt.

Neben vielen humorvollen Episoden wie ein Krokodil in der Lagune sowie amüsante Fußball-Anekdoten hat mich besonders auch das große Tennis-Projekt des Autors gegen seine Frau sehr erheitert. Wer wissen will, ob der Autor endlich seine Frau im Tennis besiegen kann, muss das Buch lesen ;)

Der Blick auf den Winter in Italien hat viele charmante Details ans Licht gebracht: Wohnungen ohne Heizungen, Schwiegermütter im Pelzmantel, während der Autor im T-Shirt flaniert — das alles ist so herrlich bildhaft erzählt, dass man direkt ein Kopfkino bekommt. Neben dem Witz gibt es aber auch nachdenkliche Momente, etwa wenn Unterschiede zwischen Kulturen spürbar werden. Besonders schön fand ich die Schilderungen rund um Weihnachten: Die Verbindung von deutschen und italienischen Traditionen in der Familie des Autors, das gemeinsame Kochen und Schlemmen, das warme Miteinander — das hat mich sehr berührt.

Auch wenn einige Abschnitte kürzer sind, gelingt es dem Autor durch seine leichte, charmante Erzählweise, mich jedes Mal mitten ins Geschehen zu holen. Ich habe die Nebensaison in Grado mit ihm miterlebt — ohne Winterjacke, dafür mit vielen Schmunzelmomenten.

Fazit:
Ein humorvolles, stimmungsvolles und sehr liebevoll erzähltes Buch über das Leben der Menschen in Grado, Italien abseits der touristischen Hochsaison. Perfekt für alle, die Italien lieben, leichte, feine Alltagsbeobachtungen mögen und gerne beim Lesen schmunzeln. Ich hoffe sehr, dass es noch viele weitere Italienbücher von Stefan Maiwald geben wird!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

In den Fängen des Werwolfhofes

Bitten
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Eigentlich wollte Vanessa mit ihrer besten Freundin Celeste einfach nur eine Party besuchen. Doch als sie von Werwölfen angegriffen werden und Celeste dabei stirbt, ist nichts mehr so wie zuvor. Als "Gebissene" ...

Eigentlich wollte Vanessa mit ihrer besten Freundin Celeste einfach nur eine Party besuchen. Doch als sie von Werwölfen angegriffen werden und Celeste dabei stirbt, ist nichts mehr so wie zuvor. Als "Gebissene" muss Vanessa sich als Teil des Werwolfshofes etablieren und neben dem Kampf ums Überleben zwischen feindlich gesinnten Werwölfen, Unterrichtsstunden an der Academy und der Suche nach dem Mörder ihrer Freundin, bleibt eigentlich kaum Zeit, um durchzudrehen. Doch kann sie wirklich ein vollwertiges Mitglied des Hofes werden, um zu überleben, und zeitgleich ihre Freundin rächen?

Schon beim ersten Anblick dieses Buches war ich begeistert: Das wunderschöne Wendecover, der detailverliebte Farbschnitt (, der vermutlich im Zusammenspiel mit dem Folgeband einen ganzen Mondzyklus abbilden wird,) hat mich als Bücherjunkie völlig abgeholt.

Doch Bitten überzeugte mich nicht nur optisch: Auch inhaltlich hat mich die Geschichte sofort gepackt. Der Einstieg war atmosphärisch dicht, düster und gleichzeitig voller faszinierender Details. So wurde zum Beispiel die Wolfsverwandlung eindringlich und bildhaft beschrieben – brutal, aber nicht übertrieben, genau in der richtigen Dosis, um Spannung aufzubauen (und nachts noch gut schlafen zu können).

Auch das Worldbuilding hat mich absolut begeistert: magisch versteckte Zimmer, lebendige Glasfenster mit fantastischen Motiven, eine geheimnisvolle Akademie voller Regeln und Intrigen. Die Autorin schafft es, Action, Dialoge und Hintergrundinformationen sehr ausgewogen zu verbinden, sodass man völlig in die Welt des Wolfshofes eintaucht.

Vanessa empfand ich dabei als eine glaubwürdige und vielschichtige Protagonistin. Ihre Trauer, ihre Wut und ihre Suche nach Antworten wurden nachvollziehbar dargestellt. Sie ist keine Heldin, die alles widerspruchslos hinnimmt, sondern oftmals impulsiv und emotional getrieben handelt – was sie mir umso greifbarer machte.

Die Nebenfiguren sind klar gezeichnet und bieten unterschiedliche Perspektiven. Von Figuren, die ich wie Zimmermädchen Oona direkt ins Herz geschlossen habe, über charmante Figuren wie den Prinzensohn Sin bis hin zum klassischen Gegenspieler Werwölfin Evie, war alles dabei.

Die Figuren sind nicht leicht zu durchschauen, was bei mir die Neugier erhöhte. Lediglich Vanessas starke Abneigung gegenüber einer wichtigen Nebenfigur wirkte auf mich etwas zu forciert und auch die durchgehend überirdische Schönheit aller Figuren ist ein Klischee, das die Erzählung meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte.

Zwar gab es zwischendurch auch ein paar Szenen, die etwas sprunghaft wirkten oder in denen Vanessa zu sehr aus dem Affekt handelte, aber das schmälerte mein Leseerlebnis nur minimal. Inhaltlich besonders gelungen fand ich z.B. die Krimi-Elemente: Vanessa sucht nach Celestes Mörderin, und man ermittelte als Leserin quasi mit. Zahlreiche Andeutungen, unerwartete Wendungen und Geheimnisse hielten die Spannung hoch. Gegen Ende überschlugen sich die Ereignisse: Intrigen, Machtkämpfe, grausame Enthüllungen und ein Showdown, der mich sprachlos zurückgelassen hat. Viele Twists haben mich wirklich überrascht!

Was ich besonders schätze: Die Liebesgeschichte drängte sich, insbesondere zu Beginn, nicht zu sehr in den Vordergrund. Vanessa wurde nicht sofort von romantischen Gefühlen überrollt, sondern konzentrierte sich auf ihr Überleben und ihre Suche nach Antworten.

Fazit: Bitten ist ein atmosphärischer, spannender Auftakt mit modernen Twilight-Vibes, einer faszinierenden Werwolfwelt, clever platzierten Twists und einem starken Fokus auf Handlung und Spannung. Trotz kleiner Schwächen bei manchen Figurenentscheidungen und der etwas stereotypen Schönheit aller Charaktere hat mich das Buch sehr begeistert.

Ich freue mich jetzt schon riesig auf Band 2, denn es sind noch viele Fragen offen – und die Geschichte hat definitiv das Potenzial, noch größer zu werden.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Eine Gabe, die alles verändert

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Schon die ersten Seiten von "The Last Bloodcarver" haben mich vollkommen in ihren Bann gezogen! Vanessa Le gelingt es, eine faszinierende Mischung aus medizinischer Fantasy, Spannung und emotionaler Tiefe ...

Schon die ersten Seiten von "The Last Bloodcarver" haben mich vollkommen in ihren Bann gezogen! Vanessa Le gelingt es, eine faszinierende Mischung aus medizinischer Fantasy, Spannung und emotionaler Tiefe zu schaffen. Ich habe den Einstieg regelrecht inhaliert.

Im Mittelpunkt steht Nhika, eine junge Frau mit einer außergewöhnlichen Gabe: Sie kann durch Hautkontakt in die Körper anderer Menschen „eintreten“ und heilen – oder schaden - eine Fähigkeit, die daher extrem gefürchtet wird. Nhika ist daher eine im Verborgenen lebende, toughe, komplexe Hauptfigur, die ihre Verluste mit sich trägt und dadurch kaum Nähe zulässt. Ihr moralisch ambivalentes Handeln machte sie umso spannender. Trotz der Ausgrenzung, die sie erfährt, möchte sie helfen – selbst wenn ihr das zum Verhängnis wird. Als sie im Geheimen erwischt und nachfolgend auf dem Schwarzmarkt wie ein Gegenstand feilgeboten wird, wird sie von einem Mitglied der mächtigsten und reichsten Familie der Stadt ersteigert. Diese benötigt dringend ihre Hilfe, um einen Zeugen eines Mordfalls zu retten. Nach und nach wird Nhika in die düsteren Vorkommnisse verstrickt und gerät dabei selbst in Gefahr.

Die Autorin schafft es, zwischen düsteren, teilweise blutigen Momenten und leisen, hoffnungsvollen Szenen zu balancieren. Auch die Nebenfiguren sind vielschichtig angelegt, wenn auch manche freundschaftliche Entwicklungen für mich etwas zu abrupt kamen.

Das Setting (eine asiatisch angehauchte Technokratie voller sozialer Gegensätze) hebt sich angenehm vom typischen Fantasy-Standard ab. Durch Nhikas Flucht und Aufträge lernt man die Welt auf natürliche Weise kennen, was das Worldbuilding besonders gelungen machte. Der Mix aus Wissenschaft, Magie und gesellschaftlicher Hierarchie ist spannend und unverbraucht.

Zwar gab es im Mittelteil ein paar Längen, doch das Finale hat mich komplett überrascht und emotional mitgenommen. Das Ende verspricht eine ebenso ungewöhnliche wie intensive Fortsetzung.

Fazit: "The Last Bloodcarver" ist ein fesselnder Auftakt voller Emotion, moralischer Fragen und beeindruckender Ideen. Vanessa Le verbindet medizinische Magie mit gesellschaftskritischen Untertönen und einer Heldin, die einem lange im Gedächtnis bleibt. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es weitergeht – und hoffe auf Antworten zu all den offenen Fragen.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Wenn Außerirdische das Menschsein entdecken

Earthventure in Las Vegas
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Josh fällt aus allen Wolken, als er auf den Angrodaner Odiklu trifft. Noch kaum realisiert geschweige denn verarbeitet, dass es Außerirdische gibt, schlägt ihm dieser einen Deal vor: für das Beherbergen, ...

Josh fällt aus allen Wolken, als er auf den Angrodaner Odiklu trifft. Noch kaum realisiert geschweige denn verarbeitet, dass es Außerirdische gibt, schlägt ihm dieser einen Deal vor: für das Beherbergen, Unterhalten und Betreuen einer Touristin vom Planeten der Angrodaner erhält er im Gegenzug eine außerirdisch hohe Bezahlung in irdischer Währung. Josh lässt sich dennoch auf den Deal ein und erwartet Angrodanerin Ulionk, die sich insbesondere auf den versprochenen illegalen Hahnenkampf freut... Wird schon schief gehen!

Beatrice Sonntag entführt uns mit „Earthventure in Las Vegas“ in eine charmant-abgedrehte Geschichte, in der Außerirdische im Rahmen eines Urlaubs auf die Eigenheiten der Menschheit treffen – mit jeder Menge Situationskomik, Herz und Augenzwinkern.

Schon im ersten Abschnitt habe ich den intergalaktischen "Reiseveranstalter" und gebürtigen Angrodaner Odiklu ins Herz geschlossen. Seine neugierige, offene Art und die unbeholfenen, aber herzerwärmenden Versuche, mit Menschen in Kontakt zu treten, waren einfach zu goldig. Auch Josh als menschlicher Reiseführer ist ein sympathischer, bodenständiger Charakter, dessen eintöniges Leben durch den touristischen Besuch der Angrodaner ordentlich durcheinandergewirbelt wird.

Die Geschichte lebt von vielen kleinen, humorvollen Details. Dabei schafft es die Autorin, aus scheinbar banalen Alltagsbeobachtungen immer wieder witzige oder liebevolle Momente zu zaubern. Besonders schön empfand ich, wie sich das Außergewöhnliche mit dem Alltäglichen vermischt z.B. wenn Angrodanerin und "Touristin" Ulionk auf kindliche Weise fasziniert auf menschliche Eigenheiten reagiert.

Ab dem Eintreffen von Ulionk aka "Tante Uli" nahm die Geschichte spürbar Fahrt auf. Die Szenen mit ihr, Josh und weiteren Figuren waren nicht nur komisch, sondern oft auch herzallerliebst. Ulionk brachte eine ansteckende Energie in die Handlung und ihre offene Sicht auf die Welt sorgte für viele charmante Missverständnisse. Besonders gelungen fand ich, dass trotz aller Albernheiten immer auch eine warmherzige Botschaft über Neugier, Toleranz und das Miteinander verschiedener Wesen (oder eben Kulturen) mitschwang.

Natürlich blieb die Handlung eher seicht und humorvoll, was auch ihren Reiz ausmacht. Man sollte keine tiefgehende Science-Fiction oder komplexe Charakterstudien erwarten, doch genau diese Mischung aus sanftem Witz, liebevoller Skurrilität und positiver Grundstimmung macht das Buch so besonders.

Das Finale war für mich ein rundes, versöhnliches Ende mit einem Augenzwinkern und der Aussicht auf eine Fortsetzung, die ich gerne lesen möchte. Besonders mochte ich, wie sich Josh im Verlauf des Buchs entwickelte, ohne seine Bodenständigkeit zu verlieren.

Ein kleiner Kritikpunkt: Bei den irdischen Figuren hätte ich mir manchmal etwas mehr Tiefe gewünscht. Vor allem bei Josh, dessen Hintergrund und Motivation noch Raum für Entwicklung bieten. Aber die Geschichte funktioniert auch so als humorvolle, charmante Alltagsflucht mit einem Hauch intergalaktischer Lebensfreude.

Fazit: Ein liebevoll-verrücktes Abenteuer mit leichtem Witz, Herz und einem Schuss Gesellschaftssatire. Die Angrodaner muss man einfach liebhaben! Kurzweilige Wohlfühllektüre für alle, die Lust auf sympathische Figuren, charmante Absurditäten und sanften Humor haben.

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