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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2025

Richtig starker Krimi

Der Gourmet
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Die Washington Poe Reihe von M.C. Craven gefällt mir einfach richtig gut, denn sie ist clever, originell, nerdig und unendlich cool. Und dieser zweite Band ist ein unfassbar perfider, stark geplotteter ...

Die Washington Poe Reihe von M.C. Craven gefällt mir einfach richtig gut, denn sie ist clever, originell, nerdig und unendlich cool. Und dieser zweite Band ist ein unfassbar perfider, stark geplotteter Thriller. Ich habs ab der ersten Seite absolut geliebt und war während des Lesens wie im Tunnel. Suchtgefahr!

Zum Inhalt: vor sechs Jahren hat Washington Poe den Sternekoch Jared Keaton für den Mord an seiner Tochter ins Gefängnis gebracht. Doch nun marschiert Elizabeth Keaton, aufgewühlt aber scheinbar lebendig in die Polizeisprechstunde. Für Poe beginnt dir Uhr zu ticken bevor Keaton freikommt und er selbst zur Verantwortung gezogen wird.

Das Ermittler-Duo Poe/ Bradshaw ist unkonventionell, aber genau darin liegt seine Stärke. Während Tilly hier wieder ihren analytischen, wachen Verstand und ihre bezaubernd naive Art spielen lässt, hat Poe was von der rohen Coolness und Badass-Attitüde von Antihelden und Einzelgängern wie Jack Reacher.

Der Fall ist absolut spektakulär und die Durchführung aufsehenerregend. Ich hab versucht mitzurätseln, aber mit diesen Wendungen und Täuschungen konnte ich nicht mithalten. Das liebe ich so an der Reihe von Craven: sie ist überraschend und die Fälle eher skurril, aber alles wird wissenschaftlich aufbereitet und logisch geplottet. Das lässt mein nerdiges Wissenschaftler-Herz höher schlagen.

Die Auflösung bewegt sich zwischen makaber und brutal, passt hier aber absolut ins Szenario. Hat mir tatsächlich wieder richtig gut gefallen und mich mit seiner Sogwirkung in den Bann geschlagen. Und dass Poe mit seiner Art aneckt und für Ärger sorgt, sich aber wie eine Schlange aus der Misere windet, war für mich die Sahnekirsche.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Die letzten Stunden der Menschheit

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Ich bin ja großer Fan der Bücher von Stuart Turton, weil er diese unnachahmliche Art zu schreiben hat und mich eine Geschichten meist erstaunt und begeistert zurücklassen. Das dargestellte Szenario fand ...

Ich bin ja großer Fan der Bücher von Stuart Turton, weil er diese unnachahmliche Art zu schreiben hat und mich eine Geschichten meist erstaunt und begeistert zurücklassen. Das dargestellte Szenario fand ich super interessant und generell hat der Plot sehr viel schönes. Mochte ich wieder sehr.

Zum Inhalt: Im Mittelmeer liegt die letzte besiedelte Insel der Menschheit, abgeschirmt von dem Nebel, der die Welt auslöschte. Das Leben dort ist streng reguliert, jeder erfüllt die ihm zugeteilten Aufgaben. Als ein Mord passiert, ist plötzlich die gesamte Insel und die Existenz der Menschheit ein Gefahr.

Der Leser wird ohne viele Vorinformationen direkt in die Handlung und das dystopische Setting geworfen. Eine verlassene Militärkaserne erscheint mir ein idealer Handlungsspielort für einen dystopischen Sci-Fi-Krimi und trotz anfänglicher Startschwierigkeiten, so richtig in die Geschichte zu finden, mochte ich den Vibe von Anfang an.

Was mich anfangs etwas irritiert hat: Es gibt einen auktorialen Ich-Erzähler, dessen Identität sich erst nach und nach offenbart, sowie der größere Zusammenhang, der sich daraus ergibt. Ich hatte zwar von Beginn an eine Ahnung, das ganze Ausmaß dessen, was Turton hier erschaffen hat, hat mich aber völlig verblüfft.

Nachdem der Mord passiert ist, wurde die Geschichte deutlich übersichtlicher. Ich fand es super spannend gemeinsam mit Emory die Geheimnisse der Insel und ihrer eigenen Existenz zu lüften. Polytechnisch fand ich es ziemlich stark, wie hier mit Andeutungen und Hinweisen gearbeitet wird.

Mich hat diese Geschichte wirklich bestens unterhalten und einige der Twists haben mich wirklich kalt erwischt. Ich mochte dieses Buch wieder sehr, man muss sich einfach drauf einlassen, dass anfangs vieles eher schwammig ist- die Erklärungen kommen und sind absolut grandios.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

sehr skurril, aber auch sehr unterhaltsam

Es werden schöne Tage kommen
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Finde den Titel für das Buch und die enthaltenen Stories sehr treffend gewählt und bei mir hast auch total gewirkt, mich damit neugierig zu machen. Das Buch ist eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten ...

Finde den Titel für das Buch und die enthaltenen Stories sehr treffend gewählt und bei mir hast auch total gewirkt, mich damit neugierig zu machen. Das Buch ist eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten und episodisch erzählter Schlaglichter unterschiedlicher Schicksale. Sie alle zeichnet aus, dass es um Begegnungen, Zusammenleben und menschliche Interaktionen geht. Die Geschichten sind unterschiedlich lang und die in der Buchbeschreibung angeteaserten sind schon auch neben einer anderen für mich die Hauptgeschichten gewesen, bzw. die, die am meisten Eindruck hinterlassen haben.

Es geht um Schicksale fernab der Norm, fragile Beziehungskonstrukte, um Interaktion und Vermeidungstrategien, aber auch um skurrile Situationen, die sich nicht rational erklären lassen. Ich mochte die kurzen Einblicke, diese kleinen voyeuristischen Ausflüge in Situationen, die Schlüsselmomente im absurden alltäglichen Leben der Figuren darstellen.

Die kurzen Geschichten lassen sich angenehm lesen und folgen Grob dem selben Schema: umreißen der Situation, menschliche Interaktion, ein Moment der Klarheit/ Konfrontation, Abschluss. Dabei stehen sie in keinem Bezug zueinander und können unabhängig von einander gelesen werden.

War mal was anderes, als das was ich sonst so lese, aber ich mochte diese schrägen kleinen Geschichten wirklich gern und fand auch den Schreibstil sehr einnehmend. Natürlich können diese Art von Stories nicht wirklich Tiefe aufbauen, aber sie wissen definitiv zu unterhalten. Mir gefällts.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Omg so eine gute Mischung aus Nerd und Spice

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Ich liebe ja die wissenschaftlichen Romances von Ali Hazelwood. Und obwohl es hier auch ein College-Setting gibt, ist es eher eine Sports als Science-Romance. Es gibt zwar Wissenschaft und die Protas sind ...

Ich liebe ja die wissenschaftlichen Romances von Ali Hazelwood. Und obwohl es hier auch ein College-Setting gibt, ist es eher eine Sports als Science-Romance. Es gibt zwar Wissenschaft und die Protas sind definitiv in gewisser Weise Nerds, aber viel weniger, als bei den sonstigen College-Romanen der Autorin.

Zum Inhalt: nach einem schweren Unfall bei einem Wettbewerb hat Scarlet eine mentale Blockade und zweifelt an ihrer weiteten Laufbahn im Wasserspringen. Und auch sonst sieht Scarlet sich eher in einer Außenseiter-Position an der Uni. Mit ein Arrangement mit Schwimm-Superstar Lukas ihr Leben auf den Kopf stellt.

Zuerst mal: ich liebe den Gastauftritt von Adam und Olive, vor allem Adam mit seiner unverkennbaren Art war direkt ein kleines Highlight für mich. Aber trotzdem muss ich gestehen dass Lukas und Scarlet vielleicht mein neues Lieblings-Couple der Autorin sind. Bin ganz hingerissen von der Dynamik der beiden.

Spice und vor allem das Thema Kinks nehmen hier viel Raum ein. Da man es bei Ali Hazelwood aber gewohnt ist, dass Smut einen großen Teil der Handlung ausmacht, fand ich es nicht nennenswerter als in den bisherigen Büchern. Alles war sehr respektvoll, einvernehmlich und in meinen Augen überhaupt nicht crimge. Es gibt öfter mal Anspielungen auf 50 Shades, aber ich fand diese spicy Szenen hier viel erwachsener und auch ansprechender.

Ansonsten bringt die Handlung eine herrliche Lockerheit und Humor mit, die Figuren machen einfach Spaß und ich wollte das Buch gar nicht weglegen, von mir aus hätte es gerne noch mehr Seiten haben können. Für mich wieder ein großartiges Buch, ich lese Ali Hazelwood einfach super gern.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Kein Thriller

Sing mir vom Tod
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Das Cover mutet ja fast schon erhaben an und ich war gespannt darauf, was für ein Thriller sich wohl dahinter verstecken mochte. Da ich die Autorin bisher nicht kannte, habe ich mich allein vom Klappentext ...

Das Cover mutet ja fast schon erhaben an und ich war gespannt darauf, was für ein Thriller sich wohl dahinter verstecken mochte. Da ich die Autorin bisher nicht kannte, habe ich mich allein vom Klappentext her der Geschichte genähert. Ich muss sagen, dass mir diese über weite Strecken fast schon inhaltslos erschien, eine Mischung aus Roadtrip und wildem Ritt aus Gewalt und Willkür. Nicht ganz so meins

Zum Inhalt: Zwei Frauen, die im Gefängnis vielleicht nicht unbedingt Rivalinnen waren, aber auch keine Freundinnen. Als beide gleichzeitig auf Bewährung freikommen, beschließt die eine der anderen zu folgen. Und dabei hinterlassen sie eine Spur aus Gewalt von Arizona bis nach Los Angeles.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und verlagert sich handlungsstechnisch von der beklemmende Enge des Gefängnisses in die unbezwingbare Weite der USA. Corona kommt tatsächlich auch streckenweise vor, was dem ganzen einen Weltuntergangs-Charakter verleiht, wie man ihn zu Beginn der Pandemie aus den Medien kennt. Trotzdem schafft es die Geschichte nicht so wirklich Atmosphäre zu erzeugen.

Und dazwischen immer ein Aufblitzen von Erinnerungen Floridas Vergangenheit und daran was vermutlich zu ihrer gegenwärtigen Situation geführt hat. Von allem fand ich diese kurzen Ausschweifungen noch am gehaltvollsten, am greifbarsten. Vielleicht weil sie so klar umrissen sind, während Floridas restliches Leben, ihre Zukunftsaussichten, ihre Schuldfrage und die sonderbare Beziehung zu Dios sehr vage blieben.

Generell hat es mir bei dieser Geschichte an Tiefgang gefehlt, an echten Konfrontationen und Reflexionen. Mir hat einfach irgendwas gefehlt, dass mir eine Verbindung zu den Figuren und ihren Schicksalen schafft, die ganze Geschichte kam mir sehr distanziert vor.

Der Text selbst las sich durchaus flüssig, aber für mich haben Inhalt und Ausdruck hier einfach nicht zusammengearbeitet, sodass mich das Buch nicht erreicht hat.

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