Profilbild von CynthiaM94

CynthiaM94

Lesejury Star
offline

CynthiaM94 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CynthiaM94 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2026

Nicht einfach nur ein Krimi

Minnesota
0

Jo Nesbo hat es ja mit getriebenen, vom Schicksal geplagten Ermittlern und so reiht sich auch Bob Oz in dieses Schemata ein. Das Buch ist nicht einfach ein Krimi mach Schema X, die Story ist super dicht ...

Jo Nesbo hat es ja mit getriebenen, vom Schicksal geplagten Ermittlern und so reiht sich auch Bob Oz in dieses Schemata ein. Das Buch ist nicht einfach ein Krimi mach Schema X, die Story ist super dicht und wendungsreich, übt auch Kritik am Polizeiapparat an sich und auch ein stückweit am American Way of Life.

Die Erzählung schreitet anfangs eher ruhig voran, durchzogen von alten Erinnerungen, Nostalgie-Feeling und Verfall. Die Beschreibungen sind teilweise fast schon ausschweifend in ihrem Detailreichtum. Einerseits sorgt das dafür, dass man ein ziemlich konkretes Bild vor Augen hat, andererseits zieht sich dadurch vor allem der Start in die Handlung für mich in die Länge.

Bob ist irgendwie unsympathisch, gerade im Umgang mit Frauen hat er was von einem Ekelpaket. Und gleichzeitig ist er auf traurige Art bemitleidenswert, Typ armes Würstchen. Seine gewitzte Teufelskerl-Aura und schonungslose Offenheit sind aber durchaus unterhaltsam. Habe sehr ambivalente Gefühle ihm gegenüber.

Das Buch lebt in meinen Augen von den detaillierten Beschreibungen rund um Bobs Ermittlungsarbeit. Hier wird viel nach links und rechts geblickt, was die Geschichte authentisch und atmosphärisch macht und ihr einen aktuellen, Gesellschaftskritischen Bezug gibt.
Das Spannungslevel schwankt ein bisschen und teilweise wird scheinbar gezielt Tempo rausgenommen. Aber Bobs Verbissenheit macht hier wirklich was her.
Fands gut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2026

What the hell

Tödliche Tiefen
0

Ganz ehrlich, bei John Marrs weiß ich nie ok er ein kriminalistisches Superhirn oder selbst ein absoluter Psychopath ist. Denn wie zur Hölle, kommt man auf solche Ideen? Ich bin ja absolut fassungslos, ...

Ganz ehrlich, bei John Marrs weiß ich nie ok er ein kriminalistisches Superhirn oder selbst ein absoluter Psychopath ist. Denn wie zur Hölle, kommt man auf solche Ideen? Ich bin ja absolut fassungslos, so bodenlos spannend und abstrus wendungsreich ist dieses Buch.

Am Anfang dachte ich nich, das wird ne schräge Six Sense Adaption, aber mit jedem Kapitel gräbt die Geschichte tiefer, wird perfider und abgründiger. Ich hatte relativ schnell ne Vermutung, aber da immer Erklärungen angeboten wurden, habe ich mich total aufs Glatteis führen lassen.

Das Buch nimmt eine erschreckende psychologische Richtung, beleuchtet die Vergangenheit und Ereignisse, die eigentlich längst ruhen, nur um sie auf bösartige Art wieder lebendig werden zu lassen. Ich fands stellenweise schon sehr schauerlich. Dir Stimmung ist dadurch aber absolut großartig.

Die Geschichte ist komplex, vielschichtig und ein bisschen verstörend, aber einfach unfassbar packend. Ein echter Pageturner. Ich wollte unbedingt wissen, wer nun eigentlich schuldig ist. Bei dieser Geschichte wird man als Leser so oft getäuscht, dass man bis zum Ende eigentlich nie sicher sein kann, wer die Wahrheit sagt. Grandios, ich hatte richtig viel Spaß mit dieser Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2026

stark abgeliefert

Middle of the Night
0

Bei Büchern von Riley Sager ist es ja bekanntlich ein schmaler grad und so gibt es Bücher, die ich absolut großartig fand und solche, die für mich einfach nur drüber waren. Grade bei so übernatürlichen ...

Bei Büchern von Riley Sager ist es ja bekanntlich ein schmaler grad und so gibt es Bücher, die ich absolut großartig fand und solche, die für mich einfach nur drüber waren. Grade bei so übernatürlichen Komponenten ist weniger ja oft mehr. Und hier hat Sager die perfekte Dosis gefunden. Die Geschichte ist ein bisschen unheimlich und mysteriös, aber noch so nah dran, an dem was sich irgendwie logisch erklären lässt, dass man als Leser ins Zweifeln und Grübeln kommt. Es ist genau diese Prise Übernatürlichkeit, die die Geschichte so spannend macht, ohne sie völlig abstrus wirken zu lassen.

Ich fand die zwei Zeitebenen gut angelegt und mochte vor allem, dass man 1994 Einblicke in ganz unterschiedliche Perspektiven und Gedanken bekommt. So ergibt sich ein vielschichtiges, komplexes Bild, was die Beschaulichkeit des Wohngebiets nochmal in ein etwas anderes Licht rückt. Generell mochte ich diesen leicht nostalgischen Vibe des „Sommers, der alles veränderte“, total. Man merkt, wie sehr Ethan diese Ereignisse zu schaffen machten, wie sie sein weiteres Leben, und das der anderen Bewohner der Siedlung, beeinflussten.

Ich fand es super, wie man als Leser immer mehr Hinweise dazu bekommt, was in jener Nacht vor 30 Jahren passiert ist, das gestaltet die Geschichte sehr spannend und nervenaufreibend. Mit der Auflösung hätte ich niemals gerechnet, das war ein toller Twist, der einen auf den Boden der Tatschen zurückholt. Das war fast schon ernüchtern und genau dadurch wirklich stark geplottet.

Riley Sager hat hier ein wirklich stimmungsvolles Buch geschaffen, bei dem ich richtig mitgefiebert habe. Vor allem die sehr szenischen Rückblenden fand ich unglaublich gelungen, sehr eindrucksvoll und atmosphärisch stark angelegt. Man will einfach unbedingt wissen, was als nächstes passierte.

Fands stark, kann ich nur empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2026

wow, der war super kurzweilig

Verschworen
0

Ich mag diese Reihe ja generell und habe bisher jeden Band und Fall gemocht, aber dieser Band ging runter wie Öl. Der Thriller ist jetzt kein schurkisches Manifest, sondern ein solider Racheplot, den ich ...

Ich mag diese Reihe ja generell und habe bisher jeden Band und Fall gemocht, aber dieser Band ging runter wie Öl. Der Thriller ist jetzt kein schurkisches Manifest, sondern ein solider Racheplot, den ich aber unfassbar packend und unterhaltsam fand. Die Handlungsebene ist nahbar, die Motive nachvollziehbar (insofern Rache-Thriller nachvollziehbar sein können). Es passiert eigentlich konstant was, sodass nie Längen aufkommen und die Ermittlungen schreiten so kontinuierlich voran, dass sich das Puzzle nach und nach an seinen Platz legt.

Es gibt hier relativ viele Perspektiven, sowohl aus der Gegenwart als auch jüngeren Vergangenheit und ein paar Erinnerungs-Rückblenden in die Zeit vor 25 Jahren. Die Kapitel fand ich jeweils gut eingeordnet, sodass es trotz allem übersichtlich blieb. Durch die vielen Perspektiven habe ich mich ein bisschen aufs Glatteis führen lassen, wer hier vielleicht nicht ganz so ehrenwerte Motive verfolgt. Ich fand es gab diverse Verdachtsmomente und die Auflösung fand ich ehrlich gesagt überraschend, aber sehr stimmig aufgebaut.

Die Geschichte ist atmosphärisch erzählt, ohne unnötig brutal zu sein, was sie angenehm zu lesen macht. Gewalt wird hier nicht verherrlicht und es wird eher unterschwellig für Spannung gesorgt, durch all die Geheimnisse, Intrigen und Streitigkeiten, die die Gruppe rund um Porgeir zusammen halten. Das fand ich gut gemacht.

Hier passiert auch viel Zwischenmenschliches zwischen den Leuten, die im Ort Geheimnisse teilen, sodass es auch fernab des Falls wieder einiges an Wirbel gab. Vor allem das Ende legt da auch nochmal ordentlich für den kommenden Band vor. Fands super, kann den nächsten Band gar nicht erwarten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2026

So cool

The Ordeals
0

Nichts schreit beeindruckender Dark Academia als eine magische Schule voller tödlicher Aufnahmeprüfungen und einem Mörder, der die Konkurrenz ausschaltet. Der Vibe ear ja einfach mal ultra genial.

Die ...

Nichts schreit beeindruckender Dark Academia als eine magische Schule voller tödlicher Aufnahmeprüfungen und einem Mörder, der die Konkurrenz ausschaltet. Der Vibe ear ja einfach mal ultra genial.

Die Prüfungen sind vielfältig und die vier Magiegebiete ausgelegt. Die Settings, die dafür gewählt wurden, sind einfach richtig cool. Eine Mischung aus düster unheimlich und elitär. Und auch außerhalb der Prüfungen scheint es Geheimnisse und Intrigen zu geben, sodass auch nie Nebenhandlung interessant und kurzweilig ist.

Sophies trockene Art, ihr schierer Überlebenswille und Freiheitsdrang machen sie zu einer coolen, umkomplizierten Protagonistin. Sie ist echt, direkt und unverblümt. Und bildet damit einen schönen Kontrast zu Alden. Der zwar auch ehrgeizig, aber auch eindeutig privilegiert ist.

Ich mochte aber auch die vielfältigen Nebenfiguren, die teilweise komplexer und nahbarer sind, als man zuerst vermutet. Freundschaft, Loyalität und Ehre spielen hier eine große Rolle.

Die Geschichte ist temporeich und mitreißend. Nicht nur die Prüfungen sind absolut nervenaufreibend, auch das Finale, auf das die Geschichte zusteuert ist absolut schockierend und packend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere