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Veröffentlicht am 03.03.2026

Einfühlsam

Sein geheimes Lächeln: Verliebt in einen Schriftsteller
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Mit „Sein geheimes Lächeln- Verliebt in einen Schriftsteller“ erzählt der Manga eine gefühlvolle Boys-Love-Geschichte über Gegensätze, Sehnsucht und die Frage, wie viel Nähe man zulassen kann, wenn man ...

Mit „Sein geheimes Lächeln- Verliebt in einen Schriftsteller“ erzählt der Manga eine gefühlvolle Boys-Love-Geschichte über Gegensätze, Sehnsucht und die Frage, wie viel Nähe man zulassen kann, wenn man unterschiedliche Vorstellungen von Liebe hat.

Im Mittelpunkt steht Akihiko, ein bisexueller Autor, der Beziehungen eher locker betrachtet und seine Freiheit schätzt. Ihm gegenüber steht Aiichirou, sein junger, gewissenhafter Lektor, der ihn nicht nur beruflich betreut, sondern schon lange zu ihm aufblickt. Zwischen Bewunderung und wachsender persönlicher Nähe entwickelt sich eine zarte Spannung – bis Aiichirou Akihiko in einer kompromittierenden Situation mit einem anderen Mann erwischt. Was folgt, ist kein reines Eifersuchtsdrama, sondern eine ehrliche Auseinandersetzung mit Erwartungen, Verletzlichkeit und unterschiedlichen Lebensentwürfen.

Der Manga lebt stark von seinen Figuren. Akihiko wirkt selbstbewusst, aber nicht unnahbar, während Aiichirou mit seiner Ernsthaftigkeit und inneren Unsicherheit eine spürbare emotionale Tiefe hineinbringt. Gerade dieses Aufeinandertreffen von Freigeist und Idealist sorgt für authentische Konflikte und berührende Momente.

Mit einem Spice-Level von 2 von 5 Chilis stehen klar die Gefühle im Vordergrund. Einzelne explizitere Szenen sind vorhanden, bleiben aber eingebettet in eine sensible Erzählweise. Die Zeichnungen unterstreichen die Atmosphäre mit feinen Mimik-Details und ruhigen, intimen Panels.

Als Spin-off zu „Sein geheimes Lächeln – Verliebt in einen Gärtner“ funktioniert die Geschichte eigenständig und bietet eine erwachsene, nachdenkliche Boys-Love-Romance mit Tiefgang – perfekt für Leser:innen, die Charakterentwicklung und emotionale Zwischentöne schätzen.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Lernen zu Lieben

Learn to Love 01
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Mit „Learn to Love You“ erwartet Leser*innen eine spicy Romance-Manga-Reihe, die Erotik und Gefühl miteinander verbindet und dabei großen Wert auf gegenseitigen Konsens legt.

Im Mittelpunkt steht Kurumi, ...

Mit „Learn to Love You“ erwartet Leser*innen eine spicy Romance-Manga-Reihe, die Erotik und Gefühl miteinander verbindet und dabei großen Wert auf gegenseitigen Konsens legt.

Im Mittelpunkt steht Kurumi, die über eine Partnervermittlung den attraktiven Biologen Keiichiro kennenlernt. Schnell werden die beiden ein Paar und ziehen sogar zusammen. Doch während emotional alles passt, bleibt ein Thema noch tastend und unsicher: ihre körperliche Nähe. Beide haben wenig praktische Erfahrung – auch wenn Keiichiro als Biologe theoretisch bestens über die Paarungsrituale sämtlicher Lebewesen Bescheid weiß. Nun geht es darum, das Ganze auch im eigenen Tempo zu entdecken.

Die Stärke der Reihe liegt weniger im großen Drama, sondern im offenen Umgang mit Unsicherheiten, Kommunikation und Einverständnis. Die Annäherung zwischen Kurumi und Keiichiro ist verspielt, neugierig und von gegenseitigem Respekt geprägt. Gerade dieser Fokus auf Consent hebt den Manga positiv hervor und verleiht der erotischen Komponente eine angenehme Natürlichkeit.

Zeichnerisch wird viel Wert auf Details gelegt – sowohl in den intimen Momenten als auch im Ausdruck der Figuren. Die Emotionen wirken nachvollziehbar, die Dynamik zwischen den beiden authentisch. Manche Szenen sind deutlich und richten sich klar an ein erwachsenes Publikum, bleiben aber stets eingebettet in eine liebevolle Beziehung.

„Learn to Love You“ ist damit eine sinnliche, aber zugleich warmherzige Reihe in vier Bänden, die zeigt, dass Erotik und emotionale Entwicklung wunderbar Hand in Hand gehen können – besonders für Fans von spicy Manga mit Herz und gegenseitigem Respekt.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Außergewöhnlich

Von der Natur des Menschen
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Mit „Von der Natur des Menschen“ erschafft Jiro Taniguchi gemeinsam mit dem Autor Ryuichiro Utsumi einen Manga, der leise beginnt und lange nachhallt. In acht Kurzgeschichten geht es nicht um große Dramen ...

Mit „Von der Natur des Menschen“ erschafft Jiro Taniguchi gemeinsam mit dem Autor Ryuichiro Utsumi einen Manga, der leise beginnt und lange nachhallt. In acht Kurzgeschichten geht es nicht um große Dramen oder spektakuläre Wendungen, sondern um die stillen, oft schmerzhaften Momente des Lebens, in denen sich zeigt, wer wir wirklich sind.

Kinder und Erwachsene stehen vor Verlust, Schuld, Einsamkeit oder moralischen Entscheidungen. Taniguchi erzählt diese Episoden mit seiner unverwechselbaren Klarheit: reduzierte Linien, ruhige Panels, viel Raum zwischen den Bildern. Gerade diese Zurückhaltung verleiht den Geschichten eine enorme emotionale Tiefe. Ein Blick, eine Geste oder eine unscheinbare Alltagsszene tragen hier mehr Bedeutung als viele Worte.

Thematisch kreist das Manga um Verantwortung, Mitgefühl und die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen. Die Figuren wirken dabei nie konstruiert, sondern authentisch – als könnte man ihnen im echten Leben begegnen. Die Erzählungen fordern Aufmerksamkeit und Geduld, belohnen diese aber mit berührenden, oft nachdenklichen Momenten.

Wie schon bei „Vertraute Fremde“ Vertraute Fremde zeigt sich Taniguchis besondere Stärke: Er schlägt eine Brücke zwischen japanischer Erzähltradition und europäischer Comic-Ästhetik. „Von der Natur des Menschen“ ist kein Manga für schnelle Unterhaltung, sondern ein stilles, tiefgründiges Werk über das Menschsein – sensibel, reflektiert und emotional nachhaltig.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Eine außergewöhnliche Hexe

Die Hexe vom Distelschloss 1
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Mit „Die Hexe vom Distelschloss“ von John Tarachine entführt der Manga in ein magisch-urbanes Edinburgh, in dem Technologie und Zauberei auf faszinierende Weise aufeinandertreffen. Marie Blackwood, Besitzerin ...

Mit „Die Hexe vom Distelschloss“ von John Tarachine entführt der Manga in ein magisch-urbanes Edinburgh, in dem Technologie und Zauberei auf faszinierende Weise aufeinandertreffen. Marie Blackwood, Besitzerin eines kleinen Magieladens, lebt zurückgezogen und genießt die Ruhe ihres verzauberten Alltags – bis der junge Theo Edison unerwartet bei ihr auftaucht. Mit seinen außergewöhnlichen Kräften bringt er nicht nur Chaos in Maries geordnetes Leben, sondern droht auch, versehentlich die Welt in Gefahr zu bringen.
Die Stärke des Mangas liegt in der charmanten Mischung aus Magie, Humor und alltäglichem Chaos. Marie ist eine sympathische, pragmatische Hexe, die mit Geduld und Witz versucht, den jungen Theo zu führen. Die Dynamik zwischen Lehrerin und Lehrling sorgt für viele humorvolle Momente, während die Handlung durch die übernatürlichen Gefahren stets spannend bleibt. Besonders gelungen sind die Szenen, in denen moderne Technologie auf alte Magie trifft – ein cleveres Setting, das frische Impulse ins Genre bringt.
Zeichnerisch überzeugt Tarachine mit detailreichen Panels, die Edinburgh stimmungsvoll in Szene setzen, und einem klaren, ausdrucksstarken Stil, der sowohl die Magie als auch die Komik wunderbar transportiert. Kleinere Längen in der Story lassen sich durch die liebevoll gestalteten Figuren und die fantasievollen Zauberszenen leicht verzeihen.
„Die Hexe vom Distelschloss“ ist ein unterhaltsamer, humorvoller und magisch-mystischer Manga, der Fans von Urban Fantasy, leichtem Abenteuer und herzerwärmenden Lehrlingsgeschichten gleichermaßen anspricht.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Süßer als ein Cupcake

Old-fashioned Cupcake 1
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Mit „Old Fashioned Cupcake“ von Sagan Sagan bekommt man eine Boys-Love-Geschichte, die ganz ohne großes Drama auskommt und genau deshalb so gut funktioniert.

Sanae Nozue ist 39, fest im Büroalltag verankert ...

Mit „Old Fashioned Cupcake“ von Sagan Sagan bekommt man eine Boys-Love-Geschichte, die ganz ohne großes Drama auskommt und genau deshalb so gut funktioniert.

Sanae Nozue ist 39, fest im Büroalltag verankert und emotional irgendwo zwischen „läuft doch“ und stiller Midlife-Crisis gefangen. Eat, sleep, work, repeat. Veränderung? Klingt anstrengend. Erst sein jüngerer Kollege Minoru Togawa bringt Bewegung in dieses graue Hamsterrad – mit einem charmant-schrägen „Anti-Aging“-Plan: Süßspeisen-Tour durch angesagte Cafés. Pancakes, Parfaits und Scones werden dabei mehr als nur Desserts – sie werden zum Katalysator für Selbstreflexion, Nähe und unausgesprochene Gefühle.

Was diesen Manga besonders macht, ist seine leise Reife. Die Beziehung zwischen Nozue und Togawa entwickelt sich langsam, glaubwürdig und mit viel Feingefühl. Kein überzogenes Drama, keine künstlichen Missverständnisse – stattdessen kleine Blicke, zögerliche Gesten und Dialoge, die mehr sagen, als sie aussprechen. Gerade die Dynamik zwischen dem unsicheren älteren Angestellten und dem scheinbar selbstbewussten jüngeren Kollegen ist wunderbar nuanciert erzählt.

Zeichnerisch setzt Sagan Sagan auf einen klaren, ruhigen Stil, der perfekt zur Alltagsatmosphäre passt. Die Café-Szenen wirken fast gemütlich genug, um selbst Lust auf Kuchen und Cappuccino zu bekommen.

Wer explosive Leidenschaft oder große Plot-Twists erwartet, wird hier vielleicht überrascht sein – „Old Fashioned Cupcake“ lebt von Zwischentönen. Aber genau darin liegt seine Stärke: eine zarte, erwachsene Liebesgeschichte über Mut zur Veränderung, Selbstwert und die Frage, ob es je zu spät ist, neu anzufangen.

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