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Veröffentlicht am 21.04.2026

Alptraum in Schweden

Bachelorette Party
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Ein Junggesellinnenabschied, der zum Albtraum wird – das ist kein neues Konzept. Aber „Bachelorette Party“ von Camilla Sten zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie viel Spannung noch in dieser Idee steckt, wenn ...

Ein Junggesellinnenabschied, der zum Albtraum wird – das ist kein neues Konzept. Aber „Bachelorette Party“ von Camilla Sten zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie viel Spannung noch in dieser Idee steckt, wenn Atmosphäre, Figuren und Timing stimmen.

Die Ausgangslage ist herrlich trügerisch: eine abgelegene Schäreninsel vor der Küste Schweden, ein luxuriöses Haus, Yoga am Strand und ein Wochenende unter Freundinnen. Doch schon früh kippt die Stimmung. Hauptfigur Tessa bringt mit ihrer Vergangenheit als Journalistin und der Erinnerung an einen ungelösten Vermisstenfall eine unterschwellige Unruhe in die Gruppe – und genau diese Spannung zieht sich wie ein feiner Riss durch die gesamte Geschichte.

Richtig stark wird der Roman, sobald die Gruppe von der Außenwelt abgeschnitten ist. Das treibende Boot ist dabei mehr als nur ein Plot-Device: Es markiert den Punkt, an dem aus unterschwelliger Beklemmung echte Bedrohung wird. Ab hier entfaltet sich ein klassischer, aber effektiv inszenierter Isolationsthriller, in dem Misstrauen, alte Konflikte und versteckte Wahrheiten eskalieren.

Die Figuren sind bewusst nicht durchweg sympathisch – und genau das funktioniert. Zwischen den Freundinnen brodelt es, Eifersucht, alte Verletzungen und unausgesprochene Vorwürfe kommen nach und nach ans Licht. Dadurch entsteht eine dichte, fast klaustrophobische Dynamik, bei der man ständig hinterfragt: Wer spielt hier welches Spiel?

Stens Stil ist klar, präzise und atmosphärisch dicht. Sie verzichtet auf unnötige Ausschmückungen und setzt stattdessen auf gezielte Spannung und psychologischen Druck. Besonders gelungen ist das Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, das den Cold Case geschickt mit der aktuellen Handlung verknüpft.

Ein kleiner Kritikpunkt: Einige Wendungen sind für erfahrene Thriller-Leser*innen nicht völlig überraschend. Dennoch bleibt die Geschichte bis zum Ende fesselnd, vor allem durch ihr Tempo und die konsequent aufgebaute Bedrohung.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Wenn Weihnachten und St. Patricksday aufeinandertreffen

Go Luck Yourself
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Wenn Weihnachten und St. Patrick’s Day aufeinanderprallen, entsteht entweder Chaos – oder genau die Art von magischer, funkelnder Lovestory, die man nicht mehr aus der Hand legen will. „Go Luck Yourself“ ...

Wenn Weihnachten und St. Patrick’s Day aufeinanderprallen, entsteht entweder Chaos – oder genau die Art von magischer, funkelnder Lovestory, die man nicht mehr aus der Hand legen will. „Go Luck Yourself“ von Sara Raaschliefert definitiv Letzteres: eine cosy Romantasy mit Witz, Herz und genau der richtigen Portion Drama.

Im Mittelpunkt steht Kris, der Bruder des neuen Santa Claus, der sich aufmacht, den Diebstahl der Weihnachtsfreude aufzuklären. Seine Spur führt ihn direkt in die Welt des St. Patrick’s Day – und damit mitten hinein in die Umlaufbahn von Lochlann Patrick, Kronprinz, Chaosfaktor und wandelnde Provokation. Die beiden könnten sich kaum weniger ausstehen – und genau das macht ihre Dynamik so unterhaltsam.

Die große Stärke des Romans liegt in diesem herrlich bissigen Schlagabtausch. Kris ist eher kontrolliert und zielstrebig, während Loch laut, impulsiv und unverschämt charmant ist. Das klassische Grumpy-x-Sunshine- bzw. Opposites-Attract-Prinzip funktioniert hier hervorragend: Die Dialoge sprühen vor Wortwitz, und unter der Oberfläche brodelt es von Anfang an gewaltig.

Gleichzeitig punktet die Geschichte mit ihrem ungewöhnlichen Setting. Die Idee, Feiertage als eigene Reiche mit politischen Intrigen und royalen Strukturen darzustellen, ist kreativ und verleiht der Story eine verspielte, fast märchenhafte Atmosphäre. Zwischen Whiskey, Magie und gestohlener Weihnachtsfreude entfaltet sich eine Welt, die gleichzeitig cosy und überraschend komplex ist.

Der Romance-Anteil entwickelt sich angenehm als Slow Burn. Die Gefühle schleichen sich nicht plötzlich ein, sondern wachsen glaubwürdig aus Konflikt, Neugier und gegenseitigem Respekt. Gerade das macht die Beziehung zwischen Kris und Loch so befriedigend – sie müssen sich ihre Nähe erst erkämpfen.

„Go Luck Yourself“ ist eine charmante, queere Romantasy, die mit Humor, Herz und origineller Welt begeistert. Perfekt für alle, die Enemies-to-Lovers lieben und sich in eine magische, cosy Atmosphäre fallen lassen wollen – wie heiße Schokolade mit einem Schuss irischem Whiskey: süß, wärmend und mit einem kleinen, prickelnden Kick.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Heißes Finale

Get Him Up
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Mit „Get Him Up“ liefert L. Mattis ein Finale, das genau dort ansetzt, wo Take Him Down aufgehört hat – nur intensiver, emotionaler und mit deutlich höherem Einsatz. Die Regeln sind längst gebrochen, und ...

Mit „Get Him Up“ liefert L. Mattis ein Finale, das genau dort ansetzt, wo Take Him Down aufgehört hat – nur intensiver, emotionaler und mit deutlich höherem Einsatz. Die Regeln sind längst gebrochen, und was zwischen Jake und Falk brennt, lässt sich nicht mehr verstecken – auch wenn genau das zur größten Gefahr wird.

Der Reiz dieses zweiten Bandes liegt vor allem im Spannungsfeld zwischen Heimlichkeit und Nähe. Nach außen geben sich die beiden weiterhin als Rivalen, während sich hinter verschlossenen Türen eine Beziehung entwickelt, die gleichermaßen verletzlich wie explosiv ist. Diese Dualität sorgt für ein permanentes Knistern: Jeder Blick zu viel, jede unbedachte Geste könnte alles auffliegen lassen.

Besonders stark ist Falks innerer Konflikt gezeichnet. Seine Verantwortung gegenüber der Familie – vor allem seinem Bruder – steht im direkten Gegensatz zu dem, was er für Jake empfindet. Diese Zerrissenheit verleiht der Geschichte emotionale Tiefe und hebt sie über eine klassische Romance hinaus. Gleichzeitig bekommt auch Jake mehr Raum zur Entwicklung: Hinter seiner provokanten Art zeigt sich zunehmend, wie ernst es ihm wirklich ist – und was er bereit ist zu riskieren.

Der Ton ist erneut rau, direkt und körperlich spürbar. Die Kampfsportelemente bleiben präsent, treten aber zugunsten der emotionalen Zuspitzung etwas in den Hintergrund. Stattdessen stehen Entscheidungen im Fokus: Vertrauen oder Rückzug, Kampf oder Hingabe. Gerade im letzten Drittel zieht die Geschichte das Tempo noch einmal an und steuert auf ein Finale zu, das die aufgebauten Spannungen konsequent auflöst.

Wer allerdings auf eine leichte, konfliktarme Liebesgeschichte hofft, wird auch hier nicht fündig. „Get Him Up“ bleibt seiner Linie treu: intensiv, dramatisch und stellenweise schmerzhaft – aber genau darin liegt die Stärke.

Ein kraftvoller Abschluss der Falkenherz-Dilogie, der die Geschichte von Jake und Falk emotional rund macht. „Get Him Up“ überzeugt mit spürbarer Chemie, starken Konflikten und einer Liebe, die sich ihren Weg gegen alle Widerstände erkämpfen muss.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Hot Hot

Take Him Down
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Schon die ersten Seiten machen klar: „Take Him Down“ ist kein Nullachtfünfzehn Liebesroman, sondern ein Schlagabtausch – im wahrsten Sinne des Wortes. L. Mattis verbindet in diesem Auftakt der Falkenherz-Dilogie ...

Schon die ersten Seiten machen klar: „Take Him Down“ ist kein Nullachtfünfzehn Liebesroman, sondern ein Schlagabtausch – im wahrsten Sinne des Wortes. L. Mattis verbindet in diesem Auftakt der Falkenherz-Dilogie knallharte Kampfsport-Action mit einer intensiven Enemies-to-Lovers-Romance, die ordentlich knistert.

Im Zentrum stehen die beiden Kampfsporttrainer Jake und Falk, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Jake ist provokant, laut und lebt für das Spiel mit Grenzen – sei es im Ring oder beim Flirten. Falk hingegen ist verschlossen, kontrolliert und trägt mehr mit sich herum, als er nach außen zeigt. Diese Gegensätze sorgen von Anfang an für explosive Dynamik: Wortgefechte, Reibung, unterschwellige Spannung – und genau daraus zieht der Roman seine größte Stärke.

Besonders gelungen ist, wie sich hinter der rauen Fassade nach und nach die emotionalen Schichten der Figuren zeigen. Falks Beschützerinstinkt gegenüber seinem Bruder verleiht der Geschichte Tiefe und Ernsthaftigkeit, während Jake mehr ist als nur der „lockere Draufgänger“. Die Entwicklung zwischen den beiden wirkt trotz aller Dramatik nachvollziehbar und intensiv.

Der Schreibstil ist direkt, energiegeladen und passt perfekt zum Setting im Kampfsportmilieu. Trainingsszenen, körperliche Auseinandersetzungen und die permanente Spannung zwischen Nähe und Abwehr erzeugen ein durchgehend hohes Tempo. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte genug Raum für emotionale Momente, ohne dabei kitschig zu werden.

Klar ist aber auch: Wer hier eine sanfte Lovestory sucht, ist falsch. Der Roman lebt von Konflikten, harten Worten und Figuren, die sich nicht schonen – weder körperlich noch emotional. Genau das macht aber den Reiz aus.

„Take Him Down“ ist eine mitreißende MM Sports Romance, die mit intensiver Chemie, starken Charakteren und viel Spannung überzeugt. Ein gelungener Auftakt für die Dilogie – roh, emotional und genau richtig für alle, die Enemies-to-Lovers mit ordentlich Schlagkraft mögen.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Mord auf einem Schloss

Tod auf Hohenzollern
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Manche Krimis leben von Hochspannung, andere von Atmosphäre. „Tod auf Hohenzollern“ schafft beides und serviert dazu noch eine ordentliche Portion Charme. Yvette Eckstein entführt ihre Leser*innen auf ...

Manche Krimis leben von Hochspannung, andere von Atmosphäre. „Tod auf Hohenzollern“ schafft beides und serviert dazu noch eine ordentliche Portion Charme. Yvette Eckstein entführt ihre Leser*innen auf die eindrucksvolle Burg Hohenzollern, die hier weit mehr ist als nur Kulisse: Sie wird zum heimlichen Star der Geschichte.

Im Mittelpunkt steht Wolfgang, ein traditionsbewusster Schlossmeister, der „seine“ Burg eigentlich bestens kennt – bis ein toter Wachmann die gewohnte Ordnung erschüttert. Was zunächst wie ein tragischer Unfall wirkt, entpuppt sich schnell als Mordfall. Spätestens als ein wertvolles Kirchenfenster verschwindet, ist klar: Hinter den historischen Mauern geht mehr vor sich, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen Wolfgang und seiner Tochter Hannah. Ihre gemeinsamen Ermittlungen bringen nicht nur Spannung, sondern auch Wärme und eine angenehme Leichtigkeit in die Geschichte. Der Humor ist dabei fein dosiert und lockert die düstere Grundstimmung genau richtig auf, ohne die Ernsthaftigkeit des Falls zu untergraben.

Atmosphärisch punktet der Roman auf ganzer Linie: Die Autorin versteht es, die geheimnisvolle Aura der Burg lebendig werden zu lassen. Man spürt förmlich die Kälte der Steinmauern, hört das Echo in den Gängen und ahnt, dass hinter jeder Ecke ein weiteres Geheimnis lauern könnte.

Die Handlung selbst ist solide aufgebaut, mit einigen überraschenden Wendungen, die bis zum Schluss neugierig machen. Wer allerdings einen hochkomplexen Thriller erwartet, sollte seine Erwartungen leicht anpassen – hier steht eher der „Wohlfühlkrimi“-Charakter im Vordergrund, bei dem Setting, Figuren und Atmosphäre genauso wichtig sind wie die Auflösung.

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