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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

Eine Überraschung

Sora wo Matotte – In Himmel gehüllt 01
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"Sora wo Matotte" erzählt eine ruhige, sehr persönliche Coming-of-Age-Geschichte über Leidenschaft, Kunst und den schwierigen Weg, seinen eigenen Traum zu verfolgen. Der Manga richtet sich vor allem an ...

"Sora wo Matotte" erzählt eine ruhige, sehr persönliche Coming-of-Age-Geschichte über Leidenschaft, Kunst und den schwierigen Weg, seinen eigenen Traum zu verfolgen. Der Manga richtet sich vor allem an Leserinnen und Leser, die Geschichten über kreative Entwicklung und Selbstfindung mögen – ähnlich wie beim bekannten Kunst-Manga Blue Period.

Im Mittelpunkt steht der Highschool-Schüler Haro Ogawa. Seit seiner Kindheit ist er von einem Gemälde mit dem Titel „Die nackte Hexe“ fasziniert. Diese Begegnung prägt ihn so sehr, dass er beginnt, sich intensiv mit Malerei auseinanderzusetzen und täglich zu zeichnen. Sein großes Ziel ist es, eines Tages die Aufnahmeprüfung an der renommierten Kunsthochschule Tokyo University of the Arts zu bestehen.

Die Handlung nimmt Fahrt auf, als Haro Rei Kamio begegnet, die dem Bild aus seiner Erinnerung erstaunlich ähnlich sieht. Diese Begegnung bringt seine künstlerische Motivation auf eine neue Ebene und zwingt ihn gleichzeitig dazu, sich mit seinen eigenen Erwartungen, Unsicherheiten und seinem Blick auf Kunst auseinanderzusetzen.

Was den Manga besonders macht, ist seine intime und fast schon nachdenkliche Atmosphäre. Statt auf Action oder große Dramatik zu setzen, konzentriert sich die Geschichte auf Haros inneren Antrieb: Warum erschafft man Kunst? Was bedeutet Inspiration wirklich? Und wie viel Hingabe braucht es, um einen kreativen Traum ernsthaft zu verfolgen?

Auch die Zeichnungen tragen viel zur Wirkung bei. Die Panels wirken oft ruhig und detailreich, besonders wenn es um Skizzen, Ateliermomente oder kreative Prozesse geht. Dadurch bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie intensiv Haro sich mit seinem Handwerk beschäftigt.

"Sora wo Matotte" ist ein sensibler Manga über künstlerische Leidenschaft, Selbstfindung und den Mut, einen eigenen Weg zu gehen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Band 3

Es war einmal ein Verbrechen 03
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Der dritte Band von "Es war einmal ein Verbrechen" führt die ungewöhnliche Mischung aus Märchenwelt, Detektivgeschichte und Mystery konsequent weiter – und macht dabei richtig Spaß. Die Reihe basiert auf ...

Der dritte Band von "Es war einmal ein Verbrechen" führt die ungewöhnliche Mischung aus Märchenwelt, Detektivgeschichte und Mystery konsequent weiter – und macht dabei richtig Spaß. Die Reihe basiert auf dem japanischen Bestsellerroman und verbindet bekannte Märchen mit clever konstruierten Kriminalfällen. Das Ergebnis ist eine originelle Story, die sich deutlich von klassischen Fantasy- oder Krimi-Manga abhebt.

Im Mittelpunkt steht erneut Rotkäppchen, die hier weniger Märchenfigur als vielmehr scharfsinnige Ermittlerin ist. In Band 3 bekommt sie es mit einem besonders rätselhaften Fall zu tun: Die Prinzessin Aurora – bekannt aus dem Märchen von Dornröschen – liegt in einem hundertjährigen Schlaf, doch gleichzeitig erschüttern ein Brand und ein Mord das Land. In der Geschichte „Die Geheimnisse des schlafenden Waldes“ entwickelt sich daraus ein spannendes Puzzle aus Hinweisen, falschen Fährten und überraschenden Wendungen.

Besonders gelungen ist die Art, wie bekannte Märchen wie Aschenputtel oder Hänsel und Gretel immer wieder in die Krimihandlung eingebunden werden. Die Geschichte spielt mit den vertrauten Motiven, verdreht sie aber auf kreative Weise, sodass selbst bekannte Figuren plötzlich Teil eines Kriminalfalls werden.

Auch visuell überzeugt der Manga: Die Zeichnungen sind detailreich, dynamisch und fangen sowohl die märchenhafte Atmosphäre als auch die düsteren Momente der Kriminalfälle sehr gut ein. Besonders die Waldszenen und geheimnisvollen Schauplätze wirken stimmungsvoll und unterstützen die Spannung der Geschichte.

Band 3 von "Es war einmal ein Verbrechen" verbindet Rätselspaß, Märchenflair und spannende Ermittlungen auf sehr unterhaltsame Weise.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

O'zapft is

Nockherberg
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Mit "Nockherberg – Attentat beim Starkbieranstich" liefert Wolfgang Heintz einen spannenden Kriminalroman, der tief in die politische und gesellschaftliche Atmosphäre von München eintaucht. Der Autor, ...

Mit "Nockherberg – Attentat beim Starkbieranstich" liefert Wolfgang Heintz einen spannenden Kriminalroman, der tief in die politische und gesellschaftliche Atmosphäre von München eintaucht. Der Autor, selbst Fernsehjournalist, verbindet dabei reale Hintergründe mit einer fiktiven Geschichte – und genau diese Mischung macht den Reiz des Buches aus.

Im Mittelpunkt steht Fernsehreporter Paul Waldbauer, für den ein vermeintlicher Routineeinsatz schnell außer Kontrolle gerät. Bei einer Demonstration gegen einen Straßennamen mit nationalsozialistischer Vergangenheit wird die Situation plötzlich gewalttätig: Ein aggressiver Trupp greift die Protestierenden an. Für Paul ist schnell klar, dass hinter diesem Angriff mehr steckt – doch je tiefer er recherchiert, desto größer werden die Widerstände. Sein Chef stoppt seine Nachforschungen abrupt, und gleichzeitig erhält er bedrohliche E-Mails. Trotzdem lässt Paul nicht locker.

Der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich, bis schließlich alles auf einen dramatischen Höhepunkt zuläuft – den traditionsreichen Starkbieranstich am Nockherberg. Während dort Politik, Medien und Öffentlichkeit zusammenkommen, verdichten sich die Hinweise auf ein mögliches Attentat. Die Frage, ob tatsächlich eine Katastrophe bevorsteht, hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Besonders überzeugend ist der realistische Blick auf Medienarbeit und politische Hintergründe. Heintz beschreibt glaubwürdig, wie Journalisten arbeiten, welche Zwänge es in Redaktionen gibt und wie unbequem gründliche Recherche manchmal sein kann. Gleichzeitig scheut der Roman nicht davor zurück, gesellschaftliche Konflikte und politische Extreme anzusprechen.

Neben der Spannung sorgt eine feine Prise bayerischer Humor dafür, dass die Geschichte trotz der ernsten Themen immer wieder aufgelockert wird. Auch die Münchner Kulisse ist lebendig eingefangen – vom politischen Parkett bis zu den traditionsreichen Bierkellern.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Bella Napoli

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Der zweite Band der Neapel-Krimireihe rund um Commissario Gaetano verbindet spannende Ermittlungsarbeit mit italienischem Flair und einer lebendigen Kulisse. Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl ...

Der zweite Band der Neapel-Krimireihe rund um Commissario Gaetano verbindet spannende Ermittlungsarbeit mit italienischem Flair und einer lebendigen Kulisse. Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl spielt während der Osterwoche in Neapel – einer Zeit, in der religiöse Traditionen, kulinarische Genüsse und das pulsierende Leben der Stadt besonders intensiv spürbar sind.

Eigentlich möchte Commissario Gaetano die Feiertage ruhig auf der Familien-Tenuta im kampanischen Hinterland verbringen. Zusammen mit seinem Bruder Aniello und seiner Nichte Carla scheint alles nach einer entspannten Auszeit auszusehen. Doch als seine neue Kollegin Beppa Bellucci an Karfreitag anruft und von einer Leiche im Hafenbecken berichtet, ist es mit der Ruhe vorbei. Gaetano kehrt widerwillig in den Dienst zurück und unterstützt die junge Kollegin bei ihrem ersten Fall.

Die Ermittlungen führen durch verschiedene Viertel der Stadt – vom eleganten Quartiere Chiaia über die Höhen des Vomero bis hin zum lebhaften Hafen von Mergellina. Gerade diese Schauplätze machen den Reiz des Romans aus: Fabio Nola beschreibt Neapel mit viel Atmosphäre, sodass man beim Lesen förmlich die engen Gassen, den Geruch von Meer und Fischrestaurants sowie das geschäftige Treiben der Stadt vor sich sieht.

Der Kriminalfall selbst ist solide aufgebaut und lebt weniger von spektakulären Wendungen als von der stetigen Ermittlungsarbeit und den Figuren. Besonders die Dynamik zwischen Gaetano und seiner neuen Kollegin Beppa Bellucci bringt frischen Wind in die Geschichte. Gaetano wirkt dabei als erfahrener, manchmal etwas mürrischer Ermittler, während Beppa mit Energie und Neugier an ihren ersten großen Fall herangeht.

Neben der Krimihandlung spielt auch das familiäre Umfeld eine wichtige Rolle. Die Szenen mit Gaetanos Familie verleihen dem Buch Wärme und sorgen für kleine Ruhepunkte zwischen den Ermittlungen. Dadurch entsteht eine angenehme Mischung aus Spannung, Humor und italienischer Lebensart.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Richtig spannend

Moorland. Die Zwillinge
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Der Thriller "Moorland" zieht Leserinnen und Leser schon auf den ersten Seiten in eine düstere, geheimnisvolle Welt hinein. Im Mittelpunkt stehen die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana, die nach einem ...

Der Thriller "Moorland" zieht Leserinnen und Leser schon auf den ersten Seiten in eine düstere, geheimnisvolle Welt hinein. Im Mittelpunkt stehen die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana, die nach einem Ausflug ins Moor spurlos verschwinden. Was zunächst wie ein tragischer Vermisstenfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einem vielschichtigen Rätsel voller Geheimnisse, Lügen und unterschwelliger Bedrohung.

Besonders stark ist die Atmosphäre des Romans. Winkelmann gelingt es meisterhaft, die Moorlandschaft mit ihrem dichten Nebel, der Kälte und der unheimlichen Stille so eindringlich zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, selbst mitten in dieser unwirtlichen Umgebung zu stehen. Diese bedrückende Kulisse trägt maßgeblich zur Spannung bei und verleiht der Geschichte eine fast greifbare Intensität.

Mit Kommissarin Malia Gold führt der Autor eine interessante Ermittlerin ein. Sie ist entschlossen, die verschwundenen Mädchen zu finden, muss dabei jedoch nicht nur gegen das Schweigen einer verschlossenen Dorfgemeinschaft ankämpfen, sondern auch gegen ihre eigene Vergangenheit. Dadurch bekommt der Thriller eine persönliche Ebene, die der Figur Tiefe verleiht und die Handlung emotional verstärkt.

Winkelmann versteht es hervorragend, Spannung aufzubauen. Immer wieder streut er Wendungen ein, die das Geschehen in eine neue Richtung lenken und dafür sorgen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Gleichzeitig entsteht ein dichtes Netz aus Verdächtigen, Geheimnissen und verborgenen Motiven, das sich erst nach und nach entwirrt.

"Moorland" ist ein atmosphärischer, packender Thriller mit einer starken Ermittlerin, einer beklemmenden Kulisse und vielen überraschenden Wendungen.

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