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Veröffentlicht am 11.11.2023

Schwere Themen sehr berührend aufgearbeitet

Nur ein Wort mit sieben Buchstaben
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Ich bin komplett ohne Erwartungen in diese Geschichte gegangen, letztendlich sogar, ohne so wirklich den Klappentext zu lesen. Ich wusste nur, dass Ava Reed es geschrieben hat, es so ganz anders ist als ...

Ich bin komplett ohne Erwartungen in diese Geschichte gegangen, letztendlich sogar, ohne so wirklich den Klappentext zu lesen. Ich wusste nur, dass Ava Reed es geschrieben hat, es so ganz anders ist als alles, was gerade so “trendet”, es schwere Themen behandelt und wahrscheinlich sehr emotional wird. Weil das für mich perfekt war, möchte ich gar nicht mehr zum Inhalt sagen und empfehle euch nur sehr dringend die Triggerwarnungen zu lesen und achtsam in das Buch zu gehen.

Der schöne Schreibstil der Autorin macht es einem sich in die Geschichte fallen zu lassen und zwischen den Seiten zu verschwinden, sodass ich das Buch an einem Abend beendet habe. Die Themen sind schwer und mein Herz tat besonders beim Lesen von Mikas Kapiteln oft unglaublich weh. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, was für ein Unglück manche Menschen ertragen müssen, wie furchtbar Eltern mit ihren Kindern umgehen können und wie schwierig es ist, sich entscheiden zu gehen, auch wenn die Person, die einem gegenübersteht, schon lange nicht mehr diejenige ist, die man mal geliebt hat. Ava Reed arbeitet die Thematik der häuslichen Gewalt mit ganz viel Gefühl auf, zeigt auf wie komplex alles ist, und macht trotzdem Hoffnung, als Mika zu Joanna und ihren Vätern kommt.

Wir haben einerseits also die sehr dunklen, furchtbaren Kapitel und Elemente aus Mikas Geschichte, die dann auf Joannas helle und hoffnungsvolle treffen. Ihre Familie ist mehr als bunt zusammengewürfelt, alle haben ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen und doch ist die bedingungslose Liebe immer präsent. Vielleicht werden manchen LeserInnen die Themen zu viel sein, zu gemischt, zu viele offene Fragen am Ende. Mich hat die Geschichte sehr nachdenklich gemacht und auch tief berührt. Sie hat in mir den Wunsch geweckt mit noch mehr Verständnis und Offenheit auf meine Mitmenschen zuzugehen, für sie da zu sein. In den Kapiteln ist so viel Akzeptanz, so viel Respekt zwischen den Protagonisten und das, obwohl sie noch so jung sind. Die meiste Entwicklung passiert in diesem wunderschönen Jugendbuch wohl nicht im Außen, sondern in und zwischen den Charakteren.

Am Ende ist mein einziger Kritikpunkt wohl, dass das Buch für mich noch länger hätte sein können. Ich weiß, dass der Fokus bewusst auf Mikas Geschichte lag und es nicht darum ging ihn für eine lange Zeit zu begleiten, sondern vor allem zentrale Entwicklungen in ihm zu zeigen, eine Richtung, ohne zu behaupten, dass alles gut ist oder werden wird. Trotzdem gab es so viele spannende Charaktere und Themen, sowie am Ende auch ein paar ganz sanfte Gefühle, von denen ich einfach gerne mehr gehabt hätte.

FAZIT: Ein sanftes Jugendbuch, dass viele schwere Themen mit einer unglaublichen Sensibilität behandelt und gleichzeitig Hoffnung macht. In meinen Augen hätte es noch länger sein können.
4 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 11.11.2023

Zuckersüße, weihnachtliche Geschichten - besonders toll, wenn man die Charaktere bereits kennt

Feels like Christmas
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Was soll ich sagen? Es ist November, also bin ich ab jetzt offiziell in Weihnachtsstimmung. Und als ich gesehen habe, dass der Loewe Verlag dieses Jahr mit all den Intense-Autorinnen eine weihnachtliche ...

Was soll ich sagen? Es ist November, also bin ich ab jetzt offiziell in Weihnachtsstimmung. Und als ich gesehen habe, dass der Loewe Verlag dieses Jahr mit all den Intense-Autorinnen eine weihnachtliche Kurzgeschichten Sammlung zusammengestellt hat, musste ich “Feels like christmas” natürlich sofort haben.
Das Buch ist eine Sammlung von Kurzgeschichten – wir dürfen die Feiertage mit den geliebten Charakteren aus der “Jetzt”-Reihe von Gabriella Santos de Lima, der “Love” Reihe von Marina Neumeier, der “Vielleicht” Reihe von Carolin Wahl, der “Alles” Reihe von Kira Groh und der “Sylt” Reihe von Alexandra Flint verbringen. Ich möchte jetzt kurz auf jede Geschichte einzeln eingehen, kann aber schon sagen, dass sie alle wirklich zuckersüß sind und sich in einem Rutsch lesen lassen. Sie sind die perfekte Mischung aus festlicher Stimmung, Freundschaft, Bauchkribbeln und natürlich ganz vielen EasterEggs, weil wir mehr Zeit mit den Charakteren verbringen dürfen.

Gabriella Santos de Lima: Jetzt sind wir ewig

Die erste Kurzgeschichte ist die einzige, in der wir ein komplett neues Paar begleiten und tatsächlich das Kennenlernen und anfängliche Verlieben begleiten. Cleo ist die Schwester einer der Protagonisten aus der “Jetzt” Reihe und lernt Noel kennen, einen direkten, unglaublich liebenswürdigen Musikstudenten. Ich glaube ich weiß jetzt, warum alle die Bücher der Autorin so lieben und habe mir fest vorgenommen, ihre Bücher endlich zu lesen. Der Schreibstil ist wirklich wunder, wunderschön, immer wieder werden kleine Botschaften an die LeserIn übermittelt und die Liebesgeschichte hat mein Herz ganz warm gemacht. Kann ich bitte ein ganzes Buch zu den beiden bekommen? Und ist es okay, wenn Noel nach 30 Seiten jetzt mein neuer Bookboyfriend ist? Er ist so sanft, so echt, so ehrlich, ganz ohne Spielchen und die Beiden sind so süß, ein echtes Weihnachtswunder. --> 5 von 5 Sternen

Marina Neumeier – Season of Love

Die “Love”-Reihe in Venedig war dieses Jahr ein absolutes Highlight für mich und Cleo und Ale haben sich schnell zu einem meiner liebsten Paare aus dem New-Adult-Bereich überhaupt entwickelt. Umso mehr habe ich mich gefreut alle wiederzusehen. Insgesamt war die Geschichte einfach warm und freundlich und ein bisschen chaotisch – ein Weihnachten, wie man es sich mit der Familie wünschen würde. Am Ende hätte ich mir fast noch etwas mehr Zeit mit den einzelnen Paaren gewünscht, aber besonders die Momente mit Ale & Cleo haben für mich wieder alles rausgerissen. --> 4 von 5 Sternen

Kyra Groh – Alles, war sie mir bedeutet

Ich liebe Pollys und Jonas´ Geschichte wirklich sehr und wollte unbedingt diese Momente des ersten Kusses, der Unsicherheit, des Fallen Lassens und Fliegens zwischen den Beiden auch aus seiner Perspektive erleben (Hauptgrund, warum ich dieses Buch haben wollte, hust). Und es war genauso, wie ich es mir erhofft habe, wenn nicht sogar besser. Zu sehen, wie sehr er Polly liebt für genau das, was sie ist, wie sehr er sich zu ihr hingezogen fühlt und wie sehr er zweifelt, ob sie genauso fühlt, war einfach alles und allein für diese Einblicke hat sich “Feels like Christmas” schon so sehr gelohnt. --> 5 von 5 Sternen

Alexandra Flint – Kein Leuchten zu hell

Von Alexandra Flint habe ich wirklich noch nichts gelesen und war mir bisher auch immer sehr unschlüssig, ob ihre Bücher wirklich etwas für mich sind. Mit den vielen Namen und Menschen war ich in ihrer Kurzgeschichte deswegen etwas überfordert, auch wenn ich es genossen habe die Freundesgruppe beim Organisieren einer weihnachtlichen Hochzeit zu begleiten. Außerdem habe
ich wirklich süße Teaser von allen Paaren bekommen und bin mir jetzt sicher, dass ich min. eines der Bücher doch Lesen möchte, um die ganze Geschichte zu kennen. --> 3,5 von 5 Sternen

Carolin Wahl – Vielleicht für immer

In der letzten Kurzgeschichte verbringen wir Zeit auf einer Skihütte mit den Paaren der “Vielleicht”-Reihe und ich diese Momente haben sich ein bisschen wie warmer Tee und ein Spieleabend mit Freunden angefühlt. Erst kürzlich habe ich den letzten Band der Reihe, sowie “Skogen Dynasty” gelesen und habe mich sehr gefreut, Henning und Karla noch weiter begleiten zu dürfen. Besonders gut gefallen hat mir die Mischung aus kribbelnden Momenten zwischen den Paaren, die Freundschaft zwischen den WGs Mädels, dass es tatsächlich sogar einen ziemlichen Konflikt gab, der mehr als perfekt gelöst wurde und, dass wir so sehen dürften, was die Zukunft für allle bereithält. Ich werde sie vermissen. --> 5 von 5 Sternen

Insgesamt war “Feels like Christmas” also ein echtes Highlight für mich und ich habe mein Herz nochmal mehr an einige Paare verloren. Es war eine perfekte Mischung aus zuckersüß, weihnachtlich und unterhaltsam. Da aber bis auf die erste Geschichte wirklich alle Kurzgeschichten davon leben, dass man die Charaktere kennt und weiß, was sie durchlebt haben, rate ich zuerst die zugehörigen Reihen zu lesen, dann habt ihr nämlich noch mehr von diesen wunderschönen Augenblicken mit euren Lieblingsprotagonisten :)
4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 04.11.2023

Nachdenklicher und erwachsener, als der erste Band

Shine Bright - New England School of Ballet
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Anna Savas Reihe an der New England School of Ballet ist inzwischen zu einem „autobuy“ geworden, ich kaufe die Bände also immer sofort nach der Neuerscheinung – teils auch ohne den Klappentext zu lesen. ...

Anna Savas Reihe an der New England School of Ballet ist inzwischen zu einem „autobuy“ geworden, ich kaufe die Bände also immer sofort nach der Neuerscheinung – teils auch ohne den Klappentext zu lesen. Ich habe mich schon seit dem ersten Teil auf Lia gefreut, wollte wissen, was hinter ihrer „perfekten“ Fassade steckt. Doch konnte mich „Shine Bright“ wirklich überzeugen?

Lia lässt niemanden so wirklich an sich heran, für sie zählt nur Perfektion. In ihrer Art – immer freundlich und gelassen, in ihrem Zimmer – immer ordentlich und vor allem im Ballett – immer am Trainieren und Verbessern. Nur in einer Nacht vor drei Monaten hat sie sich erlaubt diese Maske, diese Anstrengungen fallen zu lassen und einfach sie selbst zu sein: Bei dem kurzen, aber intensiven und sehr ehrlichen Aufeinandertreffen mit Phoenix. Sie dachten, sie sehen sich nie wieder – doch jetzt steht er plötzlich wieder vor ihr, als ihr neuer Lehrer. Und nicht nur das könnte ihren Gefühlen im Weg stehen.

Ich denke, dass Anna Savas die Messlatte mit „Hold me“ sehr hoch gesetzt hat. Dieser erste Band war für mich die perfekte Mischung zwischen einen süßen, aber prickelnden Liebesgeschichte; ernsten und furchtbaren, aber sensibel aufgearbeiteten Themen; Freundschaft und das alles in einem wunderschönen, verträumten, aber hartem Setting der Ballet Branche. Ich konnte es nicht aus der Hand legen, habe es wirklich geliebt. Die Autorin sagt, dass es in „Shine Bright“ mehr darum geht auch die harten, schrecklichen und angenehmen Seiten des Tanzens zu zeigen, weniger zu romantisieren. Und so fühlt sich das Buch auch an. Irgendwie erwachsener, ernsthafter und auch ein bisschen schwerer. Über allem hängt ein leicht melancholisches Gefühl, viele Szenen sind leicht bis wirklich traurig.

Vielleicht ging mir das alles auch besonders nahe, weil ich mich in Lia und ihren Thematiken wiedergefunden habe. Das Bedürfnis perfekt zu sein, damit andere einen mögen, der Wunsch die Beste zu sein, damit man genug ist und die Eltern stolz sind, der Perfektionismus, der sich auf alle Lebensbereiche erstreckt. Somit konnte ich mich mit ihr als Protagonistin gut identifizieren, aber es hat das Lesen auch oft etwas schmerzhaft gemacht, denn in ihrem Leben sind so viele Baustellen. Wer den ersten Band kennt, weiß etwas über ihre Familie und auch ihr Verhältnis mit ihrem Bruder Jase und es war bittersüß das jetzt ein bisschen eskalieren und auch sich weiterentwickeln zu sehen.

Phoenix ist wirklich ein sehr lieber, aufmerksamer und sympathischer Protagonist, eine walking green flag praktisch. Er hat sehr viel Verständnis für Lia und schafft es in vielen Situationen auch genau das Richtige zu sagen um sie wahlweise aus sich herauszulocken oder sie zu erden. Die Beiden waren zusammen wirklich zuckersüß, ich mochte wie gut sie kommuniziert haben und habe doch am Anfang einen kleinen Moment gebraucht um mehr als eine sexuelle Verbindung bei ihnen zu sehen. Am Ende habe ich sie jedoch sehr in mein Herz geschlossen.

Durch den angenehmen Schreibstil ist man nur so durch die Seiten geflogen und vielleicht lag es auch daran, dass sich am Ende alles etwas sehr schnell angefühlt hat, aber ich hatte das Gefühl, dass manches zu schnell sich gelöst hat, zu schnell wieder besser geworden ist. So hatte ich am Ende etwas Probleme den Funken noch zu spüren, das kleine Etwas hat für mich gefehlt. Versteht mich nicht falsch, das Buch war sehr gutgeschrieben, die Themen nachdenklich und sensibel aufgearbeitet, die Charaktere sympathisch und nahbar, aber trotzdem hat das Gefühl ein kleines bisschen gefehlt.

FAZIT:
„Shine Bright“ hat mich durch die vielen ernsten, schweren Themen sehr nachdenklich und melancholisch gestimmt. Es ist eine wunderschöne Geschichte, die sich erwachsener und schmerzhafter anfühlt, als die Vorgängerbände.
3,75 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 31.10.2023

Warum romantisieren wir sowas?

Cruel Castaways - Fallen
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Auf Instagram sehe ich oft, dass als Lieblingsautorinnen vieler LeserInnen neben Namen wie Colleen Hoover oder Sarah J Maas, auch oft LJ Shen fällt. Ich hatte vor diesem Buch nichts von der Autorin gelesen ...

Auf Instagram sehe ich oft, dass als Lieblingsautorinnen vieler LeserInnen neben Namen wie Colleen Hoover oder Sarah J Maas, auch oft LJ Shen fällt. Ich hatte vor diesem Buch nichts von der Autorin gelesen und wusste nur, dass ihre Bücher in eine düstere Richtung geht und sie gerne mit Grenzen spielt. Was das dann umgesetzt bedeutet, hat mich leider negativ überrascht und „Cruel Castaways“ war eines der problematischsten und seltsamsten Bücher, die ich seit langer Zeit gelesen habe.

Schon seit er 15 ist verbinden Arsene und seine Stiefschwester Grace starke Hassgefühle. Immer wieder versuchen sie sich gegenseitig umzubringen, sind aber besessen voneinander und können so auf der anderen Seite die Finger praktisch nicht voneinander lassen. Später heiraten sie. Doch nach kurzer Zeit stirbt Grace und Arsene verliebt sich in die starrköpfige Winnie, die trotz anfänglicher Abneigung besser zu ihm passt, als erwartet.

Ich weiß, dass dieser Klappentext definitiv zu wünschen übriglässt, aber ich kann dieses Buch leider nicht besser beschreiben. Die gesamte Handlung, praktisch alle Charaktere und das Konzept an sich waren in meinen Augen leider furchtbar. Aber lasst es mich ausführen. Ich bin generell niemand, der kein Dark Romance liest und alle Bücher in diesem Genre verurteilt. Solange es einen klaren consent gibt und die entsprechenden Trigger Warnungen zu Beginn des Buches. Ich suche nicht explizit nach spicy Büchern oder brauche in jedem Buch die entsprechenden Szenen, aber solange eine gewisse Balance zur Handlung da ist, sie gutgeschrieben sind und nicht in jedem Kapitel existieren stören sie mich nicht. Das ist also nicht mein Problem mit dem Buch. Ich denke, dass es auch im Dark Romance Bereich Abstufungen gibt, Grenzen die gewahrt werden sollten. Dazu gehört für mich eben beispielsweise der Konsens, alles was in Richtung extremer Erniedrigung, Stalking oder sogar sexuellen Missbrauch etc. geht, ´überschreitet für mich jegliche Grenzen. Ich verstehe es einfach nicht. Warum müssen wir das romantisieren? Warum finden wir es heiß, wenn ein Mann seine Frau wie Abschaum behandelt? Es ergibt keinen Sinn.

Ich wusste nicht, dass ich mich mit „Cruel Castaways“ in diesen Bereich bewege und war etwas geschockt. Arsene ist wirklich unaushaltbar. Er wertet Frauen konstant ab, beurteilt sie, entpersonalisiert sie und macht sie zu Objekten. Grace ist in keinem Stück besser. Die Beziehung der Beiden ist auf allen Ebenen problematisch und extrem ungesund – angefangen bei ihren ständigen gegenseitigen Beleidigungen, öffentlichen Erniedrigungen, Mobbing und mehreren Versuchen sich gegenseitig Umzubringen (!!!!). Das ist kein Balance-Akt zwischen Gefühlen mehr, zwischen Ablehnung und Anziehung, dass ist einfach nur krankhaft und ich kann nicht wirklich nachvollziehen, wie man beim Lesen Freude haben kann. Zudem bezeichnen sie sich in der Öffentlichkeit als Bruder und Schwester, wir sind also praktisch inzestoes unterwegs.
Ab der Hälfte bessert sich Arsenes Character (zumindest minimal), aber überzeugen konnte mich weder dieser Charakterwandel noch seine Beziehung zu Winnie, die das ganze Buch über eher blass bleibt. Trotzdem bekommt das Buch für diese etwas besseren Kapitel, die mit dem eigentlich akzeptablen Schreibstil ganz annehmbar sind
2 statt nur 1 Stern.

In Zukunft muss ich mich noch genauer informieren, was in einem Buch/mit einer AutorIn auf mich zukommt, denn in diesem Fall war ich offensichtlich nicht die richtige Zielgruppe

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Veröffentlicht am 31.10.2023

Fantastischer Reihenauftakt! Vielschichtige Charaktere und fesselnder Plot

Threads of Power
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Schon seit Ewigkeiten ist VE Schwab eine der AutorInnen über die ich ausnahmslos positive Dinge höre und deren Bücher dementsprechend ganz weit oben auf meiner Wunschliste stehen. Die Klappentexte klingen ...

Schon seit Ewigkeiten ist VE Schwab eine der AutorInnen über die ich ausnahmslos positive Dinge höre und deren Bücher dementsprechend ganz weit oben auf meiner Wunschliste stehen. Die Klappentexte klingen neu, faszinierend, wie richtig gute Fantasy. Also habe ich die Chance genutzt und ihr neustes Buch „Threads of Power“ angefragt.

„Threads of Power“ spielt in derselben Welt wie ihre „A darker shade of magic“-Reihe, nur etwa sieben Jahre später. Als ich das gehört habe, dachte ich es handle sich um einen Spin-Off mit neunen Charakteren, habe dann jedoch schnell herausgefunden, dass es sich um die bereits bekannten Charaktere handelt, die dann so langsam die neunen einführen. Wir folgen Lila Bard, einer Piratin; dem Magier Kell, der seine Kräfte verloren hat; seinen Bruder Rhy, der König ist und immer mehr von einer Rebellion „der Hand“ bedroht wird; wir folgen Tes die Magie sehen kann und sie reparieren kann und wir folgen Kosika, der kleinen Königin, die um die Magie in ihrem Land kämpft und dafür bereit ist alle Grenzen zu überschreiten.

Das klingt jetzt vielleicht etwas unübersichtlich oder kompliziert, aber durch die verschieden Perspektiven war das Buch extrem abwechslungsreich kurzweilig und der wirklich schöne Schreibstil hat das Übrige getan. Mit praezise gewählten Wörtern zeichnet die Autorin lebhafte Bilder vor dem inneren Auge und nimmt einen durch faszinierendes Worldbuilding sofort in der Welt des Roten London gefangen. Auch wenn man die „vorherige“ Reihe nicht gelesen hat, kann man „Threads of Power“ definitiv lesen, denn VE Swab holt einen ab, erklärt also die Beziehungen der Charaktere und auch den Plot grob. Inzwischen wünschte ich trotzdem, dass ich „A darker shade of magic“ zuerst gelesen hätte, denn ich bin mir sicher, dass die Charaktere eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht haben und es schön sein muss, sie älter werden zu sehen. Und ab und zu bin ich auch einfach neugierig und möchte noch mehr Kontext.

Vor allem hat mich diese Reihe also motiviert alle anderen Bücher der Autorin, die schon viel zu lange in meinem Regal warten endlich zu lesen. Ich bin begeistert von der Komplexität der einzelnen Handlungs-Stränge und der vielschichtigen Persönlichkeiten der Charaktere. Sie alle sind auf ihre alt ganz besonders, manche von ihnen kann ich nicht wirklich durchschauen und doch habe ich alle tief in mein Herz geschlossen. Durch ihre Schwächen sind sie sehr nahbar, ich liebe es sie zu begleiten, mache mir Sorgen um sie und will sie am liebsten nicht verlassen. In meinen Augen gelingt der Autorin damit das, was ich Fantasy-Büchern suche. Eine komplett fremde, extrem gut durchdachte, magische Welt, in der Charaktere leben, die mich mit ihren Beziehungen, Handlungen und Gedanken immer wieder überraschen und die doch schon ein Teil meines Herzens geworden sind. Plots bei denen ich zwar mit etwas Mühe und Zeit den Überblick nicht verliere und die Zusammenhänge gut erkennen kann, bei denen ich aber doch immer wieder entsetzt über die Wendungen bin und Angst um die Protagonisten habe. Genauso ging es mir mit „Threads of Power“ – somit hat dieses Buch einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Ich bin mir sicher, dass die Reihe in der weiteren Entwicklung noch stärker und einnehmender werden wird, deshalb lasse ich für die weiteren Bände in meiner Bewertung noch etwas Luft nach oben.

FAZIT:
VE Swabs „Threads of Power“ hat mich vollends in seinen Bann gezogen und bin absolut begeistert von dem komplexen Worldbuilding, den vielschichtigen und authentischen Charakteren und der fesselnden Handlung. Genauso muss ein Fantasybuch für mich sein!
Ich empfehle die „A darker shade of magic“ Reihe zuerst zu lesen.
4,75 von 5 Sternen

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