Der.letzte Roman
BaumgartnerSy Baumgartner ist jenseits der 70, emeritierter Professor aus Princeton und schon etwas vergesslich. Vor zehn Jahren hat er seine geliebte Frau Anna verloren und diesen Schlag bis heute nicht verwunden. ...
Sy Baumgartner ist jenseits der 70, emeritierter Professor aus Princeton und schon etwas vergesslich. Vor zehn Jahren hat er seine geliebte Frau Anna verloren und diesen Schlag bis heute nicht verwunden. Während er durch sein Leben "stolpert" und ein philosophisches Buch schreibt, denkt Sy an verschiedene Stationen seiner Biografie zurück und natürlich an seine Frau. Als er endlich bereit ist, mit der Vergangenheit abzuschließen, um sich auf die Gegenwart zu konzentrieren, scheint ein neues Glück möglich.
Deutlich ist die Figur Baumgartner ein Alter Ego des Autors Auster, der zum Zeitpunkt der Romanentstehung bereits erkrankt war. Obwohl der Roman einen roten Faden hat, wir begleiten Baumgartner etwa zwei Jahre seines Lebens, setzt er sich aus vielen Versatzstücken zusammen. Gegenwärtigen Ereignissen, Rückerinnerungen, eingeschobenen Texten der verstorbenen Anna und Texten von Baumgartner selbst. Manche Situationen werden bestechend ausführlich geschildert, so zum Beispiel der Beginn des Romans, andere werden durch den Autor Auster für die Leser:innen zusammengefasst: "Weil all dies in den folgenden neun Monaten tatsächlich so eintrifft [...] können wir uns eine detaillierte Schilderung dieser Monate sparen." (S. 107)
Ein leises Buch, das ohne eine wirkliche Spannungskurve auskommt, zum Ende hin jedoch durch die Einführung einer neuen Figur stärker vorangetrieben wird.
Der Roman hat mir eine melancholische Gr