Antonias Liebe
Eine Liebe, in GedankenDie Ich-Erzählerin verliert ihre Mutter, nicht völlig unerwartet, denn Antonia hatte ein schwaches Herz. Vielleicht ein gebrochenes Herz? Den Tod der Mutter nimmt die Tochter zum Anlass, nach deren erster ...
Die Ich-Erzählerin verliert ihre Mutter, nicht völlig unerwartet, denn Antonia hatte ein schwaches Herz. Vielleicht ein gebrochenes Herz? Den Tod der Mutter nimmt die Tochter zum Anlass, nach deren erster Liebe zu forschen. Edgar hieß der junge Mann, in den Antonia damals unsterblich verliebt war. Erzählungen und zahlreiche Postkarten und Briefe zeugen von dieser Liebe. Warum nur ist Antonia Mitte der 1960er Jahre nicht mit Edgar nach Hongkong gegangen?
In leisen Tönen spüren wir gemeinsam mit der Tochter dieser Liebe nach. Die Autorin wechselt dabei immer wieder von der Gegenwart in die 1960er Jahre und zeigt auf, wie sich junge Menschen im Nachkriegsdeutschland ihre Freiheit und Liebe erkämpfen mussten. Welche Träume sie hatten und welche Enttäuschungen ihnen entgegenschlugen. Antonia konnte Edgar ihr Leben lang nicht vergessen und die Tochter fragt sich, wie wäre das Leben ihrer Mutter verlaufen, wenn die beiden ein Paar geblieben wären. (Haben wir uns nicht alle schon mal diese oder eine ähnliche Frage gestellt? Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ...?)
Antonias Schicksal hat mich berührt, allerdings konnte ich ihre Liebe zu Edgar nicht so nachempfinden, wie ich es mir gewünscht hätte. Er erschien mir schlicht nicht liebenswert genug. Aber es war ja auch Antonias Liebe, wenn auch 50 Jahre nur in Gedanken.